DEAD KENNEDYS
08. Dezember 1982 in Recklinghausen

Die Dead Kennedys kamen 1982 ein zweites Mal nach Deutschland. Bei ihrem ersten Besuch 1980 hatte ich leider ueberhaupt keine Gelegenheit ins entfernte Herford zu fahren, wo sie in der „Scala“ auftraten. Am 08. Dezember 1982 war es dann aber endlich so weit. Sie spielten in Recklinghausen, mitten im Ruhrpott, und soweit ich mich erinnern kann, war das Konzert auch gleichzeitig die Neueroeffnung einer neuen Konzerthalle, irgendwo im Industriegebiet. Ich glaub das Dingen hiess irgendwas mit „Palast“, keine Ahnung mehr….
Als erste Band kamen Millions Of Dead Cops auf die Buehne, die zu der Zeit, wie die Kennedys, ziemlich gut angesagt waren. Es gab erbarmungslosen Knueppel-HC vor und auf der Buehne. Ich verweilte noch einen Moment draussen, wo sich anscheinend die gesamte NRW-Punk-Fraktion versammelt hatte. Alles verlief eigentlich ruhig, bis die ersten Polizeiautos u.a. mit einigen Mannschaftswagen in einem Abstand von ca. einer viertel Stunde Kontrolle fuhren. Das wurde vom anwesenden Punk-Mob natuerlich als reine Provokation gedeutet und so flogen beim zweiten „Kontrollgang“ auch schon die ersten leeren Bierpullen auf die vorbeifahrenden Streifenwagen. Nun wurde es hektisch. Sofort wurde gestoppt und die Maenner in Gruen eilten aus ihren Autos. Mit strammen Schritten kamen sie auf uns zu. Die meisten Punks die nun noch draussen waren, versuchten jetzt schnell ins Halleninnere zugelangen. Auch mir gelang die Flucht. Im Vorraum wurden da z.B. die Hippie-Ordner einfach ueberrannt. Der Laden war restlos ausverkauft und es herrschte natuerlich eine gereizte Stimmung, die spaetestens durch das Erscheinen von der Hauptband, den Dead Kennedys noch ein wenig mehr angekurbelt wurde. Die Band legte los als gebe es keinen Morgen mehr, der Pogo war brutal und bestimmt nicht fair, blutige Nasen und Gesichter waren da keine Seltenheit. Die vier Fotos entstanden unter extremsten Bedingungen. Ich hatte damals so eine Ritschratsch-Kamera von Agfa, wo man einen 10er-Blitz oben drauf montierte. Und das Ding wackelte bei jedem Pogo-Schubser ganz gewaltig. Nicht nur einmal flog mir der Blitz runter…., dadurch ging der ein oder andere Blitz natürlich kaputt, so das ich zum Schluss nur noch vier Blitze ueberhatte. Nach dem Konzert gab es noch wilde Riots vor der Tuer, aus denen ich habe gluecklicherweise unverletzt entkam. Am naechsten Tag waren die lokalen Zeitungen voll von dem Konzert und seinen Ausschreitungen. Es kam wie es kommen musste, das Konzert der Dead Kennedys blieb das einzige Punkrock-Konzert in dem Laden.

Bericht und Fotos von RALF REAL SHOCK

Klaus Flouride und Jello Biafra
 

Bassist Klaus Flouride                          Jello Biafra

Gitarrist East Bay Ray und Jello Biafra