MY WEEKLY WORDS vom 14. Februar 2008Ralf Real Shock (On Holiday)Ralf Real Shock (At Home)Ralf Real Shock (Juli 2007)Ralf Real Shock (In The Garden)

Am 15. April soll bei „Sony“ eine neue Dokumentation mit dem Titel „The Clash Live: Revolution Rock“ auf DVD erscheinen. Neu? Aus den Informationen die bisher durchgesickert sind, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass da wirklich irgendwelche neuen Live-Aufnahmen dabei sind, die bisher fein saeuberlich unter Verschluss gehalten wurden. Vielmehr denke ich, dass da aus allen bisherigen offiziellen Veroeffentlichungen ein neues Teil einfach zusammen geschnitten wurde. Hoert sich nach reine Abzocke an, aber warten wir es erst mal ab.
Die einzig wirklich echten neuen Aufnahmen, die ich zuletzt von the Clash gesehen habe, waren die uralten s/w-Aufnahmen von Julien Temple im Joe Strummer Film „The Future Is Unwritten“. Und so makaber es klingen mag, waere Joe Strummer noch am Leben, haette Temple diesen Film nicht gemacht und die Aufnahmen waeren bis heute noch nicht zu sehen.

So, und bevor es weiter unten „the pLAyLiSt of the week“ gibt und ich sonst nichts weiter zu erzaehlen habe, hier nun die Kolumne „The Paperboy Story“, uebernommen aus dem „3RD Generation Nation“ / Print-Ausgabe No. 13 vom Herbst 1998. Viel Spass damit!

„Kommst du wohl her! Bleib stehen!! So bleib doch endlich stehen. AUS!!!“, schrie der Hundebesitzer verzweifelt seines nicht mehr zu stoppenden Boxer hinterher. Ich stand wie angewurzelt auf der Kreuzung. Der klaeffende Scheisskoeter kam mit einem Affenzahn direkt auf mich zu gesprintet. Was sollte ich tun? Zur Seite springen? Mich fallen lassen und toten Mann spielen? Oder einfach umdrehen und um mein kleines beschissenes Leben laufen? Sekunden der Panik, Sekunden der Ungewissheit. Doch ich blieb stehen. Der Gedanke stiess als letztes durch die noch doesigen Hirnwaende. Der Halter nahm augenblicklich beide Beine in die Hand, und lief seiner ausgerissenen Toele hinterher, doch der war nur noch ein paar Meter von mir entfernt. Waere der Hund mit einer Radbereifung unter seinen Pfoten ausgeruestet gewesen, dann haette es vermutlich stark nach verbrannten Gummi gestunken, als er jaeh von seinem Schweinsgalopp knapp vor meinem Hosenschlitz zum stehen kam. Wau(wau), welch eine Vollbremsung! Er knurrte mich volle Lotte an und zwischenzeitlich hechelte er wie verrueckt. Was wollte er nur? Mit mir spielen oder was? Roch ich etwa so gut? Keine Ahnung. Der Besitzer stiess nun voellig ausser Atem auf uns zu. Ein komisches Bild, was sich da morgens um 5.30 Uhr an einer Strassenecke abspielte. Ein bellender Boxer, ein ausgelaugter aelterer Herr im Jogging-Dress, der heftig nach Luft schnappte und ein zu Stein gewordener aengstlicher Real Shock. Die Sache ging also nochmals glimpflich ab. Der Besitzer packte den Hund und gab ihm einen tuechtigen Klaps. Er nahm ihn an die Leine und zog schweigend ab. Ich war gar nicht in der Lage, den alten Sack anzuschnauzen, so erleichtert war ich, das der den Koeter endlich von mir wegzog. Das kann schon mal passieren, wenn man in aller Herrgottsfruehe die Morgenzeitung austraegt.
Seit September´97 bin ich jetzt schon dabei und habe einige ulkige und weniger ulkige Geschichten erleben duerfen. Kritisch kann es samstags werden, wenn es die letzten Kneipenzecher nach Hause treibt, sie aus den Wirtshaeusern schwanken und ich ihnen nach Moeglichkeit begegnen kann. Da ich zu keinem festen Revier zugeteilt bin und ich dann eingesetzt werde, wenn jemand krank wird oder in Urlaub faehrt, komme ich natuerlich am Morgen echt viel rum. Vor der Zeit kannte ich eigentlich nur den Weg zur Stadt, den Weg zur Post und den schnellsten Weg zur naechsten Autobahnauffahrt. Aber jetzt lerne ich Muelheim etwas naeher kennen. Da gibt’s schon die ein oder andere richtig finstere Ecke auszumachen.
Vor ein paar Monaten hatte ich ein Revier nahe der City auf einer sonst sehr belebten Strasse. Das machte ich dann nur eine Woche. Ich stieg aus dem Wagen aus, ging zum Kofferraum, fuellte die Umhaengetasche mit Zeitungen und stiefelte also los. Vor mir, einige Meter entfernt, erblickte ich einen etwas abgefrackten Typen auf Schlangenlinie. Er blieb immer mal wieder stehen und murmelte was vor sich hin. Da er zudem noch sehr langsam war, hatte ich ihn schnell eingeholt. Kaum auf gleicher Hoehe, ich wollte gerade an ihm vorbeiziehen, lallte er mich an: „ey Zeitung?“ Ich blieb stehen und schaute in seine durchzechte Fresse. Der Kerl war voll wie eine Haubitze. „Welcher Name?“ Er kam naeher, ich bekam seine beissende Schnapsfahne zu spueren als er mich anhauchte: „Juergens, gleeeiiich um die Ecke.“ Ich gab ihm angeekelt seine Zeitung und lief weiter. An einer der naechsten Haustueren musste ich gleich mehrere Zeitungen einwerfen. Er ueberholte mich, brabbelte noch kurz in meine Richtung und schwup war er auch schon um die Ecke verschwunden. Er schien es ploetzlich sehr eilig zuhaben. Ich folgte ihm kurz daraufhin und da stand er, nur zwei Meter vor seiner Haustuer in einer Ecke und pisste den Winkel voll. Mehr aber auf seine Schuhe als auf den Boden. Dabei wankte er mit seinem Kopf hin und her und schliesslich parkte er seinen hohlen Schaedel an der Hauswand und schaute nach unten.
Sicherlich ist es nicht gerade ein Honig schlecken, so gegen 3.30 Uhr aus dem Bett zu tanzen und es z.b. volle Kanne draussen am regnen ist. Da wuerde ich natuerlich am liebsten wieder ins Bett zurueckfallen, aber was solls? Von irgendwo her muss die Kohle schliesslich kommen und einen regulaeren Job im Koch-Gewerbe von sieben bis vier ist echt schwer zu finden. Und ehrlich gesagt, hab ich da auch nicht mehr unbedingt die Lust dazu, mir von irgend so einem aufgeblasenen Schnoesel von Abteilungsleiter noch was sagen zulassen. Gut, die Kohle reicht aus, fuer Miete, Marmorkuchen backen und Spaghetti fuer 0,69DM bei Plus kaufen, mehr auch nicht. Aber ich fahre damit eigentlich ganz gut, grosse Spruenge kann ich mir da nicht gerade leisten. Und somit hab ich massenweise Zeit zur Verfuegung, was in der heutigen Zeit ja auch schon Luxus bedeutet. Aber wo war ich stehen geblieben? Oh ja, betrunkene Menschen..... Dann war da noch der etwas harmlose Besoffene, der aus einem Taxi stieg und auf das Haus zulief, wo ich gerade am verteilen war. Er klopfte mir von hinten auf die Schulter und rief: „Na Jung, ganz schoen frueh, wa“, und grinste mich glueckselig an. Bloede Pflaume!
Besonders unterhaltsam sind aeltere Herrschaften, die morgens anscheinend nicht besseres zutun haben, als den Zeitungsboten aufzulauern. Klar, braucht das erstmal seine zwei bis drei Tage bis ich mich in so einem Revier zurechtgefunden habe und dann dauert es schon mal etwas laenger mit der sonst puenktlichen Anlieferung. Fuer nur wenige Tage hatte ich ein verdammt grosses Gebiet erwischt und so kam ich erst um 7.45 Uhr an der letzten Strasse an. Laengst lief ich nicht mehr so schnell wie vor drei Stunden noch, denn der Bezirk war so unuebersichtlich, das ich mich erst nach zwei Wochen richtig eingelaufen haette. Ich sah also keine Chance, die Zeitungen bis puenktlich 6.00 Uhr zu liefern. Also nahm ich das Tempo etwas raus und schlenderte gemuetlich ueber die Strassen. Dies war eine noble Strasse. Kleine schicke Einfamilienhaeuser mit gepflegten Vorgaerten. Als ich dann an einer dieser Tueren gerade die Zeitung in den Schlitz werfen wollte, wurde die in einem Ruck aufgerissen. Ich kam etwas ins straucheln, fing mich aber noch rechtzeitig und richtete mich dann langsam auf. Vor mir stand eine Frau, Mitte 60 wuerde ich mal sagen, die mich direkt mit einer keifenden Stimme begruesste: „Das lassen wir uns nicht bieten, das die Zeitung so spaet kommt.“ Ich hatte an diesem Morgen wirklich blendende Laune, schliesslich schien die Sonne schon und so grinste ich nur zurueck und sagte in einem bewusst demuetigem Tone: „Tut mir leid, ich mach hier nur die Aushilfe fuer ein paar Tage.....“ Doch die alte Schnepfe hoerte mir gar nicht zu und meckerte weiter auf mich ein. Ich sah keinen Sinn darin, sie noch mit weiteren klaerenden Worten zu beruhigen und machte kehrt. Als ich am Gartentuerchen angekommen war, drehte ich mich noch mal kurz um und rief froehlich zu ihr rueber: „Rufen sie doch bei der Geschaeftsstelle an und beschweren sie sich dort. Einen schoenen Morgen noch.“ Ich fing innerlich laut zu lachen an und wechselte meine Brillenglaeser. Die Sonnenbrille auf meiner Nase bekraeftigte meine gute Laune noch ein kleines Stueckchen mehr und keiner konnte mir an diesem Morgen was anhaben. Solche Extremfaelle sind aber die Seltenheit, doch wenn ich mir vorstelle, das hinter jeder Tuer ein keifender Opa oder eine wutschnaubende Oma mich abpassen taete, dann wuerde mir sicherlich nach einigen Tueren der Kragen platzen und ich haette einige kraeftige Backpfeifen mit der flachen Hand zu verteilen. Ich sehe schon im Geiste Dutzende von Gebissen den Hausflur entlang segeln.
Der nahtlose Uebergang zur naechsten Episode ist da nicht leicht, aber hat doch eines gemeinsam, sie ist extrem. Extrem daemlich! Wieder einmal ein Samstag. Ich war im Begriff das naechste Mehrfamilienhaus anzusteuern. Vor dem Eingang stand ein Punk mit einem grossen Pappkarton. Er hatte einen Schluesselbund aus der Tasche gezogen und fummelte nun ungeschickt am Tuerschloss rum. Ich stellte mich neben ihm und fing an die Zeitungen in die Briefkaesten einzuwerfen. Beilaeufig fragte ich ihn: „Bekommst du auch eine?“ Er grinste mich total bedeppert an und jetzt sah ich sein Gesicht. Ich hatte den Fehler gemacht so eine typische Asselzecke anzuquatschen. „Ja, aber steck sie nicht ganz rein.“ Sein Haar war speckig, er hatte eine zerrissene Bundeswehrhose an und seiner Aussprache zu urteilen, hatte er maechtig einen im Kahn. Er grinste mich immer noch wie doof an. „Wie ist denn der Name?“, wollte ich von ihm wissen. Doch er kicherte nur vor sich hin und meinte in dem, „wir sind doch alle gute Kumpels-Ton“: „Brauchste nur eine nicht ganz reinstecken.“ Logisch, der Typ wollte sich die Zeitung klauen, wenn ich wieder weg war. Ich liess mich auf keinen weiteren Wortwechsel mit ihm ein und steckte alle Zeitungen demonstrativ ganz rein. Er sagte nun nichts mehr und ich hoffte dass sein bescheuert grinsender Ausdruck aus seinem Gesicht verschwunden waere. Als alle Zeitungen versenkt waren ging ich zum naechsten Haus. Was fuer eine aetzende schmierige Art, solche Typen doch an den Tag legen und gar morgens bleibt man von solch einem Gesocks nicht verschont. Er haette mich einfach ganz normal fragen koennen, ob ich noch eine uebrig haette, dann haette er auch eine bekommen, denn normalerweise gibts immer vier Gratis-Exemplare. Aber auf die Tour? Nein danke!
Und so komme ich wieder zum Anfang meiner kleinen Erzaehlungen. Hunde! Mit einem hatte ich mir dann mal ein kleines Spielchen erlaubt. Ich hasse es ja, wenn Hunde direkt Alarm schlagen und laut bellen. So auch an dieser Tuer. Der Hund schlief oder wachte direkt hinter der Tuer. Beim ersten Mal zuckte mir natuerlich ein Riesenschrecken durch saemtliche Gliedmassen und ich schmiss die Zeitung hastig ein, um mich wieder schleunigst aus dem Staube zumachen. Doch nach drei oder vier Tagen erlaubte ich mir dann diesen einen kleinen Spass mit dem bellenden Ungetuem. Ich schob die Zeitung im Briefschlitz immer wieder rein und raus und irgendwann spuerte ich einen kleinen Ruck, der doofe Hund hatte angebissen und die Zeitung war in seinem Maul. Als der Druck etwas geringer wurde, schob ich die Zeitung mit einem heftigen Ruck wieder raus, in dem Moment packte der Koeter wieder zu und ich hoerte wie er mit seinem Kopf an die Glastuer knallte. Jetzt zerrte er wieder wie wahnsinnig an der Zeitung. Das Zeichen fuer mich sofort loszulassen. Der Hund wusste in dem Augenblick sicher nicht wie ihm geschah und vermutlich flog er mit der mittlerweile durchgesabberten und arg ramponierten Zeitung im Maul durch den halben Flur. Ich hoerte ein kurzes Jaulen, dann war es ruhig. Und auch die naechsten Tage blieb es sehr ruhig. Der Hund gab keinen Laut von sich. Er hatte wohl genug von solchen Streichen.
Die letzte Bekanntschaft mit einem Hund machte ich vor wenigen Tagen. Das Haus war gut versteckt im Wald und das fuhr ich dann mit dem Auto an. Ich wusste schon dass hier ein Hund zu hause ist, oefters hoerte ich sein Klaeffen aus dem Haus und da hier die Garagentuer immer weit offen stand, machte ich keine Anstalt irgendeinen Bloedsinn auszuhecken. Was ist, wenn die Tuer zum Keller nur angelehnt ist, oder der Koeter, es drauf hatte, die Klinke mit seinen Pfoten runterzudruecken, er die Treppe runter stuermt und dann ploetzlich aus der Garage auftaucht und mich anzufallen drohte? Schliesslich war ich ja auf seinem Territorium eingedrungen und das gab ihm das unbedingte Recht mich ein wenig zu Gehacktes zu verarbeiten. Und nach dem tiefen bedrohlich klingendem Gebell zu urteilen, musste es auch ein echt gewaltiger Hund sein. Dieses Revier hatte ich nun vier Wochen, das hiess 24mal mit einem sehr flauen Gefuehl auf das Haus zu zusteuern und schnell wieder das Weite suchen. An diesem Morgen trat dann der Hund, wie in meinen phantasievoll gestrickten Hirngespinsten vermutet, das erste Mal in Erscheinung. Wie ueblich fuhr ich die Auffahrt hoch, ein merkwuerdiges Gebraeu aus Schiss und Respekt gegenueber dem Koeter machte sich mal wieder breit. Ich will gerade aus dem Auto aussteigen, da kommt ganz gemuetlich ein Riesenteil von einem Hund auf mich zugetrottet. Ich hurtig wieder ins Auto, Fenster hoch gekurbelt, da drueckte sich das Riesenmonster auch schon neugierig die Nase am Fenster platt. Er dampfte im Nu die Scheibe mit seinem Atem zu. In mir stieg die blanke Angst hoch, denn zu allem Ueberfluss klaeffte er nun. Er schien meine Furcht zu riechen und mein einziger Gedanke war, nix wie weg hier. Dann kriegen die Penner heute mal keine Zeitung, mir doch egal. Rueckwaertsgang eingelegt und die Strasse runter. Spaeter dann bin ich noch mal hochgefahren, hab die Lage ueberprueft und als ich den Koeter nirgendwo erblicken konnte, hab ich vorsichtig mein Fenster runter gekurbelt und die Zeitung auf die Gartenmauer gelegt. Schon am naechsten Tag traute ich mich schon wieder aus dem Auto und solange ich das Revier hatte, kam mir der Koeter auch nicht mehr in die Quere. Ich hoerte immer nur sein trockenes Gebell aus dem Haus. Am letzten Tag habe ich dann aber die Zeitung vorsichtshalber wieder auf der Gartenmauer platziert, denn gerade am Schluss wollte ich dem Teil bestimmt nicht nochmals begegnen.
Es gibt noch einige weitere obskure Storys die ich erlebt habe, wie z.b. der Typ der morgens um 4.00 Uhr mutterseelenallein unter einer Laterne stand und eine rauchte, oder die zwei Gestalten, die mir in einer engen Gasse entgegen kamen oder ach...., vielleicht beim naechsten Mal. Nicht immer ist morgens die Welt noch in Ordnung.

the pLAyLiSt of the week:
BLACK HALOS – “We Are Not Alone” CD
DICTATORS – “D.F.F.D.” CD
GENERATION X – “Running With The Boss Sound”, “Friday´s Angels”, “King Rocker”, “Valley Of The Dolls”, “English Dream”, “Gimme Some Truth” + “Shakin´ Al Over” (“Valley Of The Dolls”-CD/Re-Master)
GOOD RIDDANCE – “Out Of Mind”, “Shame” + “Tell Me Why” (“My Republic”-CD)
KEVIN K & THE HOLLYWOOD STARS – “Cool Ways” CD
LOVED ONES – “Build & Burn” CD
MANIC STREET PREACHERS – “We Are Bourgeois Now”, “Rock’n’Roll Music”, “Train In Vain” + “What´s My Name” (“Lipstick Tracks”-DoCD)
OPTIONAL ENDING – “Neverending Deadends” CD
VALENTINES – “Main Deadhead”, “Queer Tricks”, “City Hive”, “At The End Of The World” + “Silicone Smiles” (“Hot Numbers”-CD)

…..und auf dem Nachttisch liegen zur Zeit folgende Buecher:
BARRY CAIN – “´77 Sulphate Strip”
PAT GILBERT – “Passion Is A Fashion” (The Real Story Of The Clash)

Viva Punk Rock + 1977 Forever!
Ralf Real Shock (14:29 Uhr / Donnerstag, 14. Februar 2008)

 

MY WEEKLY WORDS vom 07. Februar 2008Nachdem ich letzte Woche wegen eines mittelschweren Magen/Darm-Virus krankgeschrieben war, hatte ich nicht die geringste Lust, mich um das woechentliche Update zu kuemmern.
Nun bin ich allerdings wieder vollstaendig genesen, so dass die zahlreichen und aeusserst geraeuschvollen Klositzungen endlich der Vergangenheit angehoeren.
Doch ein Gutes hatte diese Unannehmlichkeit trotzdem zur Folge, denn ich bin in dem Buch von Pat Gilbert „Pashion Is A Fashion – The Real Story Of The Clash“ ein ganzes Stueck weitergekommen. Und ich muss zu meiner Zufriedenheit feststellen, dass ich mich mit meinen Englischkenntnissen speziell in diesem Buch sehr gut zurechtfinde. Ausschlaggebend ist sicherlich der exzellente Schreibstil vom Autoren, der es versteht, die Geschichte der Clash spannend aufzurollen. So kommen immer wieder voellig neue Aspekte ans Licht, die man als Clash-Liebhaber natuerlich gierig aufsaugt. Tolles Buch, kann ich nur jedem empfehlen!

Vor gut zwei Wochen gab dann mein CD-Player den Geist auf! Nun, eigentlich hatte das Geraet seine Dienste getan, denn ich meine mich erinnern zu koennen, dass ich mir das Teil vor knapp zehn Jahren zugelegt hatte. Ein ganz normaler CD-Player von Sony, ohne Fernbedienung oder anderem trendy Schnickschnack halt, der damals von 229,-DM auf 179,-DM runtergesetzt war.
So schaute ich direkt mal im Internet bei Amazon.de rein, um mir dort ein aehnliches Geraet zuzulegen. Da Elektronikgeraete im Allgemeinen in den Jahren im Preis deutlich gefallen sind, machte ich mir keinerlei Gedanken ueber kostspielige Preisvorstellungen. Nach einer knappen Stunde, war ich allerdings doch ein wenig bedient. Den billigsten CD-Player ohne jegliche Sonderausstattung, den ich ausfindig machen konnte, war zwar ein Sony, lag aber bei unverschaemten 111,-EUR. Nur um CDs abzuspielen, war mir dieser Kurs einfach zu teuer. Dann fing ich an ein wenig darueber nachzudenken und kam zu dem Schluss, dass es doch absolut bescheuert ist, sich „nur“ einen CD-Player zu kaufen, wenn man bei jedem DVD-Player diese Funktion eh intus hat. Wieso werden dann ueberhaupt noch CD-Player verkauft? Und das zu solch hohen Preisen? Einen DVD-Player bekommt man doch heute schon im Angebot ab 30,-EUR, und dann legst du noch 40,-EUR drauf, dann hast du direkt auch ein Markengeraet von LG zum Beispiel.
Doch bevor ich dazu uebering, mir einen billigen DVD/CD-Player zu kaufen, wollte ich noch die eine letzte Chance nutzen, um mir fuer schlappe 5,-EUR eine Lens Cleaner-CD zu goennen. Mein CD-Player nahm die CD zunaechst ueberhaupt nicht an. Erst nach dem vierten oder fuenften Versuch packte die CD, was ja schon mal ein kleiner Erfolg war. Ich muss aber auch eingestehen, dass ich in all den Jahren es schlicht und ergreifend versaeumt hatte, mir mal solch eine Lens Cleaner-CD zuzulegen. Okay, danach direkt eine Musik-CD hinterher geschoben, aber schon nach drei Songs fing die CD wieder an zu springen. Danach noch einmal die Reinigungs-CD und die hab ich bestimmt zehn Mal durchlaufen lassen. Und seitdem spielt der CD-Player wieder, bis auf zwei minimale Aussetzer. Aber gut zu wissen, das, wenn mal der CD-Player wirklich hinueber ist, ich stets auf die weitaus billigere Alternative eines DVD/CD-Player zurueckgreifen kann.

So, und dann war der Herr Real Shock diese Woche auf der Polizeiwache! Nein, nicht was ihr jetzt vielleicht denkt. Meine Zeit als Kiddie-Punker mit Anzeigen wegen Sachbeschaedigung und Koerperverletzung liegt schon seit gut 26 Jahren zurueck. Ich musste hin wegen einer Zeugenaussage. Es ging um einen naechtlichen Einbruch, und ob ich da irgendwie etwas bemerkt haette. Denn genau schraeg gegenueber, wo der Einbruch veruebt wurde, liegt ein Mehrfamilienhaus, das von mir morgens mit der Tageszeitung beliefert wird. Und ungefaehr zu dem Zeitpunkt, wo ich dort austrage, fand wohl der Einbruch statt. Die haben da sogar einen Tresor rausgeschleppt! Leider konnte der Herr Polizist mit meiner Aussage herzlich wenig anfangen, da ich nichts zur Aufklaerung beitragen konnte. Denn ansonsten wenn mir morgens was Verdaechtiges auffaellt, ist der erste Griff immer zum Handy. Schon so einige Male hab ich die Polizei gerufen, sei es, wenn ein besoffener Jugendlicher regungslos auf der Strasse bei Minusgraden rum liegt, oder bei einem Wasserrohrbruch, den ich aussen an einem Haus gesehen hatte, oder bei einer offenen Wohnungstuer. Das bringt dann ein klein wenig Schwung in die ansonsten ja ziemlich langweilige und stupide Arbeit eines Zeitungsboten.
Nachdem ich meine Zeugenaussage unterschrieben hatte, kam der sehr nett wirkende Polizeibeamte ins Plaudern. Gut, das Karin mit war, denn die beiden kannten sich noch aus jugendlichen Kneipenzeiten. Und so bekam man mal aus erster Hand einige Erzaehlungen geliefert, ueber die Vorgehensweise der Polizei bei Mord und Totschlag.

Vor zwei Wochen rief mich meine alte Berlin-Connection an und erzaehlte mir, dass er durch puren Zufall einen Laden entdeckt hatte, wo im Schaufenster alte Punkrock-Cover von der ersten GENERATION X zum Beispiel hingen. Als er den Laden betrat, fand er sich in einer kleinen Galerie wieder. Ueberall hingen leere original amerikanische LP-Huellen, hauptsaechlich aus dem Punkrock-Bereich an den Waenden, darunter auch der doch ziemlich rare Sampler „Hell Comes To Your House“. In der Mitte des Raumes stand eine Skulptur, die einen Samurai-Krieger darstellte. Bei naeherem Betrachten fiel ihm zu seinem Entsetzen auf, aus welchem Material diese Plastik eigentlich bestand. Und zwar aus den Vinylscheiben!!! U.a. sah er, dass dabei auch die amerikanische LP-Pressung der RAMONES “End Of The Century” im roten Vinyl eingearbeitet war. Hat schon einmal jemals diese LP im roten Vinyl gesehen? Also, ich kannte diese Auflage bisher nicht! Meine Berlin-Connection war voellig fassungslos! Es stellte sich dann heraus, das derjenige, der das verbrochen hatte, ein Kuenstler aus New York ist, frueher mal ein Punk war, und es heutzutage als seine Spezialitaet ansieht, aus Vinyl irgendwelche absurden Figuren zu entwerfen. Nach dieser unglaublichen Erzaehlung wollte ich mehr wissen und fand tatsaechlich im Internet einige Seiten ueber den Vinyl-Schaender!
Einfach mal auf artnet.de/Galleries/Exhibitions.asp?gid=3279028&cid=130169 oder arttattler.com/germanyberlin.html klicken, und sich selbst ein Bild ueber diesen merkwuerdigen Vogel machen. Da wird sicher das ein oder andere Sammlerherz ganz schoen bluten!

So, das Januar-Update und somit das erste Review-Update des Jahres 2008 ist mit dem heutigen Tage am Netz. Einige Besprechungen, die ebenfalls vorgesehen waren, werden im Februar-Update selbstverstaendlich nachgereicht.

the pLAyLiSt of the week:
AUTOMATICS – “Britannia” CD
BLACK TRAIN JACK – “Handouts”, “The Struggle” + “Lottery” (“You´re Not Alone”-CD)
BLONDIE – “Eat To The Beat” CD (Re-Master)
BOMBSHELL ROCKS – “On My Way”, “From Here And On”, “Out Of The Cold”, “My Own War” + “Crossroads” (“From Here And On”-CD)
CHELSEA – “Alternative Hits” CD
D GENERATION – “No Lunch” CD
DONOTS – “I Quiet” + “Whatever Happened To The 8os?” (“Pocket Rock”-CD)
FORGOTTEN REBELS – “Gangland”, “Prisoners”, “Next Big Thrill” + “Views” (“Criminal Zero”-CD)
GO-GO’S – “The Whole World Lost Its Head” (“Return To The Valley Of The Go-Go’s”-CD)
HORRORCOMIC – “England ´77” CD
HUESKER DUE – “Eight Miles High” 7”-track
LEATHERFACE – “Pandoras Box” + “Springtime” (“Mush”-CD)
LORDS OF THE NEW CHURCH – “Is Nothing Sacred?” CD
LOWER EAST SIDE STITCHES – “Staja98l.e.s.” CD
LURKERS – “The Punk Singles Collection” CD
McRACKINS – “Teenage Valentino” + “Hangin´ On A Star” (“In On The Yolk!”-CD)
NERF HERDER – “Vivian”, “Courtney” + “Pantera Fans In Love” (“How To Meet Girls”-CD)
PIXIES – “Gigantic” + “Monkey Gone To Heaven” (“Death To The Pixies”-CD)
PRESSURE – “You Talk We Talk” + “Pressure” (V.A.: “Anagram Records – The Punk Singles Collection”-CD)
PROFESSIONALS – “I Didn´t See It Coming” CD
SCREECHING WEASEL – “Cool Kids” + “Stupid Girl” (“Bark Like A Dog”-CD)
SHOTGUN RATIONALE – “Drinking Of You”, “I Lost At Love”, “Johnny Thunders (I Miss You)” + “Good Stuff” (“Beyond Rebellion”-CD)
SOCIAL DISTORTION – “Don´t Take Me For Granted” + “I Wasn´t Born To Follow” (“Sex, Love And Rock’n’Roll”-CD)
SOCIAL DISTORTION – “Far Behind” (“Greatest Hits”-CD)
STRAWBERRY BLONDES – “Rise Up” CD
TEDDYBEARS (featuring Iggy Pop) – “Punk Rocker” (“Soft Machine”-CD)
THEATRE OF HATE – “Propaganda” (“The Complete Singles Collection”-CD)
US BOMBS – “War Birth” CD
VIBRATORS – “Pure Mania” CD
VICE SQUAD – “You´ll Never Know” (V.A.: “Anagram Records – The Punk Singles Collection”-CD)

…..und auf dem Nachttisch liegen zur Zeit folgende Buecher:
BARRY CAIN – “´77 Sulphate Strip”
JOHNNY ROTTEN – “No Irish, No Blacks, No Dogs – Mein Leben mit den Sex Pistols” (mal wieder)
PAT GILBERT – “Passion Is A Fashion” (The Real Story Of The Clash)
THE JAM – “Modern Icons”

Viva Punk Rock + 1977 Forever!
Ralf Real Shock (15:19 Uhr / Donnerstag, 07. Februar 2008)