MY WEEKLY WORDS vom 22. November 2007Ralf Real Shock (On Holiday)Ralf Real Shock (At Home)Ralf Real Shock (Juli 2007)Ralf Real Shock (In The Garden)

Am Dienstag kam die von mir bestellte NAKED RAYGUN DVD aus den Staaten von Amazon. Komisch dachte ich zuerst, als ich die Verpackung sah. Sonst sind die DVDs aber anders verpackt. Aber dieses Paeckchen sah eher danach aus, als wenn ein Buch darin liegt. Und was soll ich sagen? Ich lag nicht daneben! Da hatte man sich wohl beim Einpacken vergriffen gehabt, denn anstatt der DVD war ein Buch mit dem Titel „Self-Editing For Fiction Writers, Second Edition: How To Edit Yourself“ (ah ja, so so…) fuer eine gewisse Julia Shumway in Westlake (Ohio), wie ich dem Bestellzettel entnehmen konnte. Auf dem Paeckchen selbst war natuerlich meine Adresse mit Angaben der DVD. Flugs Amazon in den USA kontaktiert und binnen eines Tages war die Sache auch schon geregelt. Man entschuldigte sich vielmals fuer die vertauschten Waren. Ausserdem wurde mir mitgeteilt, dass ich das Buch nicht zurueck schicken braeuchte, da es vom Porto her zu teuer waere, und dass die DVD so schnell wie moeglich rausgeht. Und das nicht auf dem Standardweg, sondern per Speed Shipping. Natuerlich wuerden keine weiteren Kosten anfallen, schliesslich lag der Fehler bei Amazon. Was ein Service! Ich bedankte mich und warte nun auf die erneute Lieferung. Ist mir bisher bei Amazon auch noch nie so passiert, aber gut zu wissen, dass es auch in solch einem Fall eine schnelle Loesung gibt. Das ist ja nun mal selten genug geworden! Denn Karin und ich haben in punkto Serviceleistungen dieses Jahr eine schlechte Erfahrung nach der anderen gemacht. Egal, ob das die Reparatur der Waschmaschine war oder die der Heizung, zum Teil der Mitarbeiter-Service von AOL oder wie vor kurzem erst ein Brief von der wie ich dachte serioesen Telekom. Da wurde uns klargemacht, dass man mit Call und Surf jeden Monat so an die 15,00 EUR sparen kann. Wir braeuchten einfach nur unseren bestehenden Tarif bei der Telekom zu wechseln. Mich hatte man schon fast rum, doch Karin wollte es genauer wissen und rief die Telekom an. Und am Ende dieses Gespraeches war insbesondere ich mal wieder um eine wertvolle Erfahrung reicher! Denn in dem Schreiben wurden ganz wichtige Details einfach verschwiegen! Und das haette uns mal locker wirklich ziemlich teuer zu stehen gekommen! Was sind das heute nur alles fuer Flachwichser geworden! Echt, du kannst den Leuten heute wirklich nur noch vor den Kopf gucken! Und dabei koennen die noch so nett sein! Hinter herum erzaehlen sie einen Haufen Scheisse und verarschen dich!

the pLAyLiSt of the week:
CHANNEL 3 – “I Didn´t Know” (“I´ve Got A Gun”/”Afdter The Lights Go Out”-CD)
CHANNEL 3 – “Just On You”, “The Whine Of Youth”, “Best Of Intentions” + “The Fortune Is A Lie” (s/t CD)
EXPLOITED – “Punk´s Not Dead”, Dogs Of War”, “Dead Cities” + “Hitler´s In The Charts Again” (“Punk´s Not Dead”-CD digi-pak)
KEVIN K & THE HOLLYWOOD STARS – “Cool Ways” CD
LAST STAND – “Boston Callin´” CD
MAD PARADE – “This Is Life” CD
PARTISANS – “Police Story” + “Killing Machine” (s/t CD digi-pak)

Viva Punk Rock + 1977 Forever!
Ralf Real Shock (16:39 Uhr / Donnerstag, 22. November 2007)

 

MY WEEKLY WORDS vom 17. November 2007Letzte Woche Mittwoch beim Zeitungsaustragen. Die Uhr zeigt kurz nach drei. In einer Seitenstrasse naehere ich mich einen Garageneinfahrt. Verbrannter Qualm steigt mir ploetzlich in die Nase. Als ich naeher komme sehe ich wie Etwas hell an der Garagenwand flackert. Klar, ein Feuer! Aber nur ein winzig Kleines! Vor diesem steht ein Typ, schaetze mal Mitte 20er. Ich bleib stehen und sage eher fragend: „Guten Morgen.“ Er erwidert meinen Gruss und wuenscht mir ebenfalls voellig normal wirkend einen „Guten Morgen.“ „Alles in Ordnung?“, sprudelt es auch schon aus mir hervor. „Jaja, alles klar“, kommt es wiederum ziemlich vernuenftig von seinen Lippen. OKay, denke ich mir, der sieht jetzt nicht danach aus, als wenn er gleich den Block anzuenden wird. Spontan faellt mir zu dieser doch recht sonderbaren Geschichte ein, das der Typ bestimmt vorher stundenlang am Telefon versucht hat seine Freundin zu ueberreden, wieder zu ihm zurueck zu kommen. Als sie ihm dann schliesslich nach geschlagenen sieben Stunden und zwei leer telefonierten Akkus endlich den Laufpass gibt, rennt der Typ in seiner ersten Verzweifelung mit den Liebesbriefen, die er einst fuer seine Angebetete verfasst hatte nach draussen und zuendet den kleinen Haufen Papier vor der Garage an. Als ich diesen doch recht einleuchtenden Gedanken zu Ende gedacht habe, bin ich mit meiner Runde fertig und am Auto angelangt. Doch irgendwie kannst du den Leuten ja nur vor den Kopf gucken. Was ist wenn er vielleicht ein Schizo ist und denkt er verbrennt geheime Dokumente. Und da die im Haus, wo er wohnt sowieso denken, das er seit Anfang April meint vom FBI observiert zu werden, verbrenne ich erst diese wichtigen Papiere, bevor ich das ganze Haus in die Luft sprenge. Okay, der Liebesbrief-Verbrenner ist mir ja ehrlich gesagt weitaus lieber, als ein durchgeknallter Schizo. Also schauste am besten noch mal nach. Als ich an der Einfahrt vorbeifahre ist das Feuerchen erloschen und vom Typen fehlt weit und breit jede Spur. Naja, denke ich erleichtert, waren es dann wohl doch die Liebesbriefen gewesen, aber nicht das der sich jetzt noch aus lauter Verzweifelung die Pulsadern in der Badewanne aufschneidet. Nein, nein, Schluss mit solch duesteren Gedankengaengen. Lieber an was Schoenes denken! Wie etwa, das ich heute vielleicht schon mein Spin-Magazin vom Oktober im Briefkasten liegen habe. Und? Was soll ich sagen? Einige eBay-Powerseller haben es drauf. Dienstag per Sofortkauf, direkt die Ueberweisung durch PayPal getaetigt, und am Donnerstag ist das Heft schon bei mir. War echt relativ schwer dran zukommen, aber das musste ich einfach haben. Und wirklich, es hat sich gelohnt! Am interessantesten sind dabei die drei ganzseitigen Fotostudioaufnahmen, die ganz aktuell im August diesen Jahres in London, New York und in Los Angeles entstanden. Auf ihnen kamen altbekannte Punk-Musiker wie beispielsweise Charlie Harper, Knox, Dee Generate und Poly Styrene (fuer London) Debbie Harry, Chris Stein, Tommy Ramone und Andy Shernoff (fuer New York) Ari Up, Chip Kinman, Don Bolles und Penelope Houston (fuer Los Angeles) zu einem Gruppenfoto zusammen. Was ich dabei ganz wichtig finde, ist das die Altersangabe und was jeder einzelne heute macht nicht unerwaehnt bleiben. Ausserdem wurde im Anschluss an die Aufnahmen munter drauf los diskutiert. Klar, wenn Punk Rock schon 30 Jahre alt wird gibt es jede Menge zu berichten. Auch John Lydon wird in der Ausgabe zu einem ausfuehrlichen Gespraech gebeten, genauso wie Mick Jones, der allerdings etwas kuerzer aus dem Punkrock-Jahr 1977 berichtet. Apropos John Lydon! Er, Steve, Paul und Glen feierten grossartige Abende in Brixton´s „Academy“. Wer Karten bei allen restlos ausverkauften fuenf Gigs bekam, konnte sich gluecklich schaetzen. Im Internet, sei es auf „YouTube“ oder auf der offiziellen Sex Pistols-Page gibt es nur Worte des Ueberschwangs. Alle, die dort waren, waren restlos begeistert. Johnny konnte sich schliesslich auch vor heimischer Kulisse keinen arroganten Fehltritt leisten! Das macht er wohl nur da, wo er sich nicht gerade zu Hause fuehlt. Und Brixton ist ja quasi einst das Wohnzimmer der Pistols gewesen. 1996 war ich ja noch am Fluchen und am Schimpfen, als sich die Pistols auf grosser Welttournee aufmachten, aber auch bei mir hat in gut elf Jahren ein Umdenken diesbezueglich stattgefunden. Ich hab mich auch in der Zeit immer auf dem Laufenden gehalten, was gerade mit den Pistols, speziell natuerlich mit Rotten abgeht. Und irgendwie hat er bei mir deutlich punkten koennen. Und wenn die Konzerte nicht so wahnsinnig kurzfristig angesetzt worden waeren, haette ich mich auf jeden Fall auch nach Brixton aufgemacht. Aber, vielleicht hoert man ja auch irgendwann im naechsten Jahr per DVD von diesen Konzerten, denn kein Geringer als Julien Temple war an einigen Abenden mit seiner Kamera da. Nun, kann man natuerlich nur hoffen, das da irgendetwas Digitales bei rauskommt. Und ganz neu kam die News noch rein, das beim Interview mit Paul Cook für den „London Paper“, die Pistols 2008 einige Sommer-Festivals in England spielen werden, sowie ein Auftritt in London´s 02 Arena sei geplant. Na, dann mal abwarten.

the pLAyLiSt of the week:
DEAD KENNEDYS – “Moon Over Marin”, “Nazi Punks Fuck Off!”, “We´ve Got A Bigger Problem Now” + “Rawhide” (“Plastic Surgery Disasters”/“In God We Trust”-CD)
IGGY POP – “Lust For Life”, “The Passenger” + “Candy” (“Nuke & Rude – The Best Of Iggy Pop”-CD)
JOHNNY THUNDERS – “You Can´t Put Your Arms Round A Memory”, “Leave Me Alone” + “London Boys” (“So Alone”-CD)
NEW YORK LOOSE – “Bitch”, “Monolith Kids”, “The Luckiest Girl” + “Green Light Semaphore” (“Born To Loose”-CD)
TEDDYBEARS (featuring Iggy Pop) – “Punkrocker” (“Soft Machine”-CD)
UNDERTONES – “Teenage Kicks”, “My Perfect Cousin”, “Jimmy Jimmy”, “Here Comes The Summer”, “You´ve Got My Number (Why Don´t You Use It?)”, “There Goes Norman” + “Get Over You” (“Teenage Kicks – The Best Of...”-CD)
UNDERTONES – “Thrill Me” + “Oh Please” (“Get What You Need”-CD)

Viva Punk Rock + 1977 Forever!
Ralf Real Shock (17:46 Uhr / Samstag, 17. November 2007)

 

MY WEEKLY WORDS vom 08. November 2007Geschafft! Das Review-Update fuer Oktober ist mit dem heutigen Tag am Netz!
Und das war es auch schon!!!
Weil ich Moment nichts sonst zu berichten habe, gibt es an dieser Stelle eine Kolumne von mir, die in der 3RD-Print-Ausgabe (No. 11 / Frühjahr 1998) unter dem Titel „COOKS IN ACTION“ erschienen war:
„In der heutigen Kolumne moechte ich euch ins Reich meiner fruehen Kochkuenste entfuehren. Es ist schon Jahre her, fuenfzehn werden es bestimmt sein, als ich damals mit meinem Kollegen Steiner eine Menge unglaublicher Geschichten erlebte und wir unsere Spaesse machten, die auch mal kurz davor waren, in ungeahnte Eskalationen jeglicher Art abzugleiten. Aber lest selbst....
„Rraaalf, was gibt’s heut zum Mittag?“. Die Schwingtuer wiegte sich noch in den Angeln. Da stand er nun an der Ausgabe. 1,90cm hoch gewachsen, hager und mit jeder Menge Pickeln in seiner Hackfresse beschenkt worden. Ueber seinen oberen Lippenpartien zeichnete sich schon ein leichter Flaumansatz ab. Alles Vorzeichen eines Musterproleten. „Kannst du nicht warten, bis wir die Gesellschaft raus haben?“, ertoente es von meinem Gegenueber. „Dauert noch so eine halbe Stunde, dann haben wir den Hauptgang raus.“ Mein Gegenueber war ein ziemlich gerissener Hund. Gut, er war ein Hippie, hoerte BAP, Pink Floyd und Fleetwood Mac, hatte einen Riesen-Rauschel-Bart, kiffte auch mal gerne, aber ansonsten kam ich mit ihm beruflich wie auch privat bestens klar. Ich war der Punk und er war der Hippie. Und in dem Ausflugslokal, wo wir beide als Koeche arbeiteten, lief abwechselnd BAPs „Verdammt lang her“ und „Streets Of London“ von der Anti-Nowhere League. Er gab jedes Mal kontra, wenn unser Chef oder unsere Chefin, sich wieder was in ihren kranken Hirnen ausgedacht hatten, um uns noch mehr Arbeit aufzuhalsen. Ich war eher der ruhende Pol und mischte mich auch fast nie ein. „Ne, ich muss noch Hausaufgaben machen und danach wollte ich mit meinen Kumpels weg“, sprach das 1,90 grosse Gewaechs. Er war der aelteste Sohn der Familie. Sein Name war Klaus. Und Klaus war wirklich ein Riesenspinner. Er war seine 17 Jahre alt und konnte uns immer wieder gut in Rage bringen, wenn er unverhofft in der Tuere stand und sofort was Essbares zwischen seinen Kiemen verlangte. Aber das ging nicht immer so einfach. Heute z.b. hatten wir eine Hochzeitsgesellschaft im grossen Saal, so an die 50 Personen und die wollten erstmal versorgt werden. Was scherte uns da dieser Pimpf. Der Pimpf wusste aber auch ganz genau, dass er den Anweisungen seiner Eltern zu gehorchen hatte, die da lauteten, wenn die beiden Koeche im Stress sind, sollte er uns mit seinem Gewinsel gefaelligst in Ruhe lassen. Aber wie es sich nun mal fuer angehende dumme Proleten-Schweine gehoerte, versuchte er es immer wieder. Steiner, den ich seit ich ihn kenne, immer nur mit seinem Nachnamen anredete, konnte da so richtig schoen fies und gemein werden. Heute hatte Steiner jedoch keine Zeit, um Klaus einen rein zuwuergen und so liess er ihn einfach stehen. Klaus wand sich wieder an mich. Er wusste das er bei mir eher eine Chance haette, frueher an sein Mittagessen zu kommen. Ich ruehrte gerade in einem Topf Suppe, schwenkte die Bratkartoffeln und achtete auf das Gemuese, damit es nicht zerkochte. „Ralf, kannste mir nicht ein paar Bratkartoffeln abgeben. Vielleicht mit Heringstopf?“. Gespannt schaute er in meine Richtung. „Hoer mal Klaus, die brauch ich jetzt als Beilage. Aber danach schmeiss ich dir welche rein. Okay?“ In dem Moment kam die Chefin rein. „Klaus hast du schon was zu essen?“ Und ohne eine Antwort abzuwarten meinte sie: „Herr Steiner, koennen sie meinem Sohn ein Schweinesteak auf den Grill legen. Klaus, du isst doch Schweinsteak?“ „Ja“, kam es aus der Hohlbirne, „aber mit Bratkartoffeln.“ „Herr Huenebeck, machen sie meinem Sohn doch eine Portion Bratkartoffeln mit.“ „Ja Frau Kamps, gern.“ Klaus guckte zufrieden und rauschte wieder ab. Jetzt stand die Chefin im Raum. „Herr Steiner, ist das Essen fuer die Gesellschaft schon raus?“ „Frau Kamps, sie sehen doch, das wir gerade damit anfangen.“ „Ja, aber die Leute warten schon etwas laenger darauf.“ „Ich hab auch nur zwei Haende zum Arbeiten. Und was ist mit den Gaesten von unten? Sollen die etwa verhungern?“ Mit unten waren die Gaeste gemeint, die mittels der herkoemmlichen Mittagskarte weiter bedient wurden. Das Restaurant war unterteilt, oben im ersten Stock wurde der grosse Saal fuer Festlichkeiten aller Art genutzt und unten war neben der Kneipe mit Theke das normale Restaurantgeschaeft angeschlossen. Doch ich ahnte schon wieder schlimmes. Steiner konnte mal wieder nicht sein Schandmaul halten. Aber Recht hatte er. Seit morgens 8.00 Uhr standen wir nun hinterm Herd, hatten nur eine kurze Pause von zehn Minuten gemacht und dann wieder weiter malocht wie die Doofen. Jetzt war es kurz nach 13.00Uhr und wir waren doch ein wenig gereizt. „Herr Steiner“, kam es entruestet von den Lippen unserer Chefin. „Frau Kamps“, machte Steiner den Tonfall nach. Doch die winkte nur ab. „Ja, sie sind mir ja einer.“ Mit diesen Worten verschwand sie wieder. Steiner schuettelte den Kopf. Ich schmiss die naechste Ladung Kartoffelnscheiben in die Pfanne. Ein paar Stunden spaeter, als wir wieder etwas Luft hatten, sassen wir vor dem offenen Riesenfenster, das dazu da war, um die woechentliche Fleischlieferung, die mit einem Kran hochgezogen wurde, in Empfang zunehmen. Von hier aus hatten wir beide einen wunderschoenen Ausblick auf die gegenueberliegende Strassenallee. Steiner und ich hingen also auf unseren Stuehlen und schauten raus. Ein paar Minuten spaeter waren wir wieder voll in der Arbeit. Am Abend hatten sich wieder einige Gesellschaften angemeldet, ein heisser Tanz in der Kueche stand uns bevor. Als das Abendgeschaeft anbrach, stuerzte auch wieder unser Klaeuschen in die Kueche. Voellig ungeniert platzte es aus ihm heraus: „Ich hab Hunger!“ Steiner gab ihm direkt einen Korb. „Von mir kriegste erstmal nichts.“ Wieder wollte er es bei mir versuchen. Doch Fehlanzeige! „Das dauert auf jeden Fall eine halbe Stunde.“ „Soviel Zeit hab ich nicht“, boelkte er uns an. Oh, wie wir unseren Klausi liebten! „Meine Kumpels warten unten. Wir wollen noch weg. Dann will ich ein Teller Pommes. Das geht ja wohl schnell.“ Um endlich Ruhe vor dem Trotzkopf zuhaben nickten wir nur stumm und ein „machen wir“ kam von unseren Lippen. Steiner und ich waren angenervt. Das war sowieso ziemlich widerlich, was er da mit seinen „Kumpels“ immer wieder anstellte. Denn die sassen dann jedes Mal am Tisch dabei und durften zugucken, wie Klausemann genuesslich sein Abendessen in sich hinein schaufelte. Gewoehnlich war es halt ein dickes Steak mit Kroketten oder pommes und um ihn herum wurde kollektiv gesabbert. Die haetten sicherlich auch gerne ab und zu so einen leckeren Teller verspeist, aber im Alter von 16, 17 Jahren war es zu der Zeit doch sehr unueblich, das die Kids die dicke Kohle am Start hatten, um sich das leisten zu koennen. Doch heute wollten wir dem kleinen Dummi einen Streich spielen. Wir legten ein rohes Ei in die Mitte des Tellers und haeuften darauf die pommes, bis vom Ei nichts mehr zuerkennen war. Dann wurde sein Essen runtergeschickt. Mit schelmischen Mienen warteten wir dann auf sein Kommen. Sah bestimmt ziemlich bloede aus, wie Klausi grosskotzig seine pommes vor den hungernden Augenpaaren seiner Kumpels verschlingte, um dann ploetzlich in ein rohes Ei die Gabel zu setzen. Und so kam er dann auch nach oben und maulte rum. In solchen Situationen liessen wir ihn einfach am Pass stehen und auflaufen. Steiner verschwand in der Spuelkueche und ich veschwand im Kuehlhaus. Jeder fuer sich schuettelte sich aus vor Lachen. Und Klausi stand dann immer ganz allein in der Kueche. Kalt abserviert. Am darauf folgenden Samstag ueberschlugen sich dann die Ereignisse. Zum einen war am Sonntag Schuetzenfest im angrenzenden Dorf und die ganzen bekloppten Bauersleut versammelten sich bereits Samstagsabend ab 20.00 Uhr an der Kneipentheke, um sich schon mal einzusaufen. Steiner und ich schufteten wie es an Wochenenden in solchen Kuechen ueblich ist wie die Irren und schmissen mit einem Affenzahn ein Essen nach dem anderen raus. Kueche ging immer bis 23.00 Uhr. Kurz danach machten wir Feierabend. Nicht so an diesem Abend. Die Kueche blieb laenger fuer das gemeine Schuetzenvolk auf. Es war kurz vor Mitternacht, als Steiner das Riesenfenster oeffnete und kurz eine Zigarette rauchte. „ey Ralf, da kommt gerade einer von diesen Schuetzenidioten aus dem Lokal. Mein Gott, ist der hacke.“ Ich eilte zum Fenster und wir beiden schauten nach unten. Wir haetten dem Typ direkt auf sein doofes Huetchen rotzen koennen, aber es kam noch besser. Der Typ taumelte die Allee hoch, ueberquerte sie und machte an einer der Baeume halt. Er stand nun mit dem Ruecken zu uns, packte breitbeinig sein Ding aus und fing an zu pinkeln. Steiner rief ploetzlich: „Lass uns ein Ei rueberschmeissen“. Ich lief ins Kuehlhaus und holte ein Ei. Steiner nahm es in seine rechte Hand und holte aus. Im letzten Moment kneifte er aber und lachte nur. „Gib mal her“, hoerte ich mich sagen. Steiner gab mir das Ei. Ich nahm es in Empfang und warf es ohne richtig zu zielen Richtung Baum. Wir waren beide gleichermassen erstaunt. Das Ei kam genau zwischen den Beinen des Schuetzen auf. Wir sahen noch wie der Typ verdutzt seinen Kopf nach unten senkte. Wir, nicht doof, machten sofort das Fenster zu und rannten jeder fuer sich erstmal in Spuelkueche/Kuehlhaus und lachten uns einen Ast ab. Ein paar Minuten spaeter stand der Schuetze mit unserer Chefin oben in der Kueche an der Essensausgabe. Der Schuetze war total besoffen, ein dummer bloeder Schnauz-Proll mit hochrotem Kopfe und schrie uns an. Wir verstanden nicht die Bohne. „Herr Steiner“, wollte unsere Chefin schlichten. „Haben sie ein Ei ueber die Strasse geworfen?“ Steiner, der geborene Schauspieler in solchen Lagen, zog seine Unschuldsmiene auf und fragte verwundert. „Was fuer ein Ei denn?“ „Nun, Herr Schlueter hat mir erzaehlt, dass er am Baum stand, als ein Ei nach ihm geworfen wurde.“ „Das kann ja wohl nicht sein.“ Steiners Entruestrung war so echt, das ich im ersten Moment selber nicht daran glauben konnte, das Ei geworfen zuhaben. „Also Frau Kamps aus unserer Kueche wurde kein Ei geworfen.“ Herr Schlueter war natuerlich immer noch sehr ungehalten, doch unsere Chefin besaenftigte ihn mit den Worten: „Heinz, lass uns runtergehen und ich gib noch einen aus auf den Weg. Einen Kurzen und ein Bierchen. Na, wie waere das?“ Irgendwas murmelte sich Heinz nun in seinen Schnaeuzer. Als er aus der Kueche ging richteten wir unsere Augenpaare, wie auf Knopfdruck, auf das Schuhwerk. Der Eidotter hatte deutlich Spuren auf den Quadratlatschen hinterlassen. Sie waren voellig bekleckst worden Diesmal fanden wir uns beide im Kuehlhaus wieder und kamen die naechsten fuenf Minuten auch nicht mehr raus. Doch am darauf folgenden Tage sollte dann der Hoehepunkt erreicht werden. Es war Sonntag. Fuer Steiner und mich bedeutete das durchzuarbeiten von morgens bis abends. Da muss man sich natuerlich weiter bei Laune halten. Der Abend kam, und wir befanden uns in der Scheisse (Fachjargon bei Koechen wenn nix mehr geht, sich die Bestellungen stapeln) da kam er wieder, unser lieber Hass-Freund, Klausi. Heute war die beruehmte Spitze des Eisberges erreicht. Unverschaemterweise lief er auch noch bei uns am Herd entlang. „Verpiss dich, du Sack“, roehrte Steiner ihn an. Klausi guckte nur mit grossen Augen und ging dann ganz schnell hinter dem Pass in Sicherheit. Von da aus hatte er wieder eine grosse Schnauze. Das uebliche Ritual halt. Kein Dankeschoen nix, einfach nur machen, Er ist ja schliesslich der Sohn des Chefs und wir nur die bloede Koeche. Diesmal wollte er ein Schweinesteak mit pommes und Sc. Hollandaise. Kaum war er raus, zischte Steiner: „Am liebsten wuerde ich ihm in die Hollandaise reinpissen.“ Zur Erklaerung sei hier kurz erwaehnt, das eine Sauce Hollandaise eine auf dem Wasserbad aufgeschlagene Sauce ist, bestehend aus Eigelb und Weisswein, dann wird lauwarme Butter untergeruehrt, mit Salz und Zitronensaft schliesslich abgeschmeckt. Alles gelb in gelb. Steiner schmiss das Schweinesteak drauf. Er nahm eine kleine Silberschale aus dem Regal und zweigte zwei Kehlen aus dem grossen Topf mit der Sc.Hollandaise ab und stellte ihn erstmal ab. „Was soll das denn jetzt werden, Steiner? Willste da echt reinpissen“?? Das Steak war mittlerweile fertig, Steiner entschwand mit der Silberschale in Richtung Umkleidekabine, kurz vor der Tuer machte er einen Rueckzieher und kam wieder zurueck. „Scheisse, ich machs doch nicht.“ Wieder wie schon beim Eierwurf nahm ich ihm geistesgegenwaertig die Schuessel aus der Hand. Schweigend trabte ich in die Umkleidekabine und konzentrierte mich kurz. Fuer ein paar abgedrueckte Troepfchen reichte es. Stolz wie Oskar kam ich wieder in die Kueche. Steiner schaute versteinert. „Hast du da jetzt echt reingepisst??“ Ich nickte nur mit meinem Schaedel und verruehrte vorsichtig die Schandtat unter. Gottseidank die Sauce machte keine Anstalt zu gerinnen. Das Fleisch war fertig, die pommes wurden angerichtet und zum guten Schluss kamen zwei leckere Kehlen dieser koestlichen Sauce auf das Steak. Das Essen wurde dann im Aufzug nach unten geschickt. Wir vertieften uns wieder ins Geschaeft und als die Sache schon fast in Vergessenheit geriet, tauchte auf einmal Klausi in der Kueche auf: „Das Essen war ja lecker, aber die Hollandaise schmeckte diesmal wie Pisse.“ Steiner und ich schauten uns nur bloede an, wir liessen augenblicklich Pfanne, Messer, alles was wir gerade so in der Hand hielten fallen und verschwanden in unsere Kicherecken. Ich stand im Kuehlhaus, wischte mir die Suppe aus den Augen und ich hoerte Klausi rufen: „Wat ist denn jetzt mit denen los?“ Und mit den Worten „Die Koeche spinnen mal wieder“ verliess er die Kueche. Wir kamen erst wieder aus unseren Verstecken an den Herd zurueck, als unsere Gesichter nur noch einer sich schieflachenden entstellten Fratze aehnelte. Gott, wir sahen aus wie kleine wimmernde irre Hohlkoepfe. Als sich unsere Blicke am Herd trafen, konnten wir nicht mehr und liefen beide schreiend vor Lachen straight into the Kuehlhaus. Haette uns nicht einer der Kuechenhilfen nach kurzer Zeit dort gefunden, wuerden wir wahrscheinlich immer noch da stehen, uns die Baeuche halten, in den Armen liegen und uns gegenseitig das Wasser aus den Augen wischen.“

the pLAyLiSt of the week:
BLOOD & ROSES – “Enough Is Never Enough”, “Heaven” + “Love Under Will” (“Same As It Never Was”-CD)
BRIEFS – “The Greatest Story Ever Told” CD/DVD
MANIC STREET PREACHERS – “Motorcycle Emptiness”, “Little Baby Nothing” + “Stay Beautiful” (“Generation Terrorists”-CD)
MIA SAN DAGENG! – Dokumentation ueber 30 Jahre Punk in Muenchen (Promo-DVD)
PHOTOS – s/t CD
SEX PISTOLS – “In Japan – The Filthy Lucre Tour 1996” DVD

Viva Punk Rock + 1977 Forever!
Ralf Real Shock (16:10 Uhr / Donnerstag, 08. November 2007)

 

MY WEEKLY WORDS vom 02. November 2007Haette ich gestern meine „Weekly Words“ rausgeballert, waere mir auf der Stelle eine Menge eingefallen. Aber leider bin ich noch nicht so firm in unserem vor einer Woche zu gelegtem All-In-One-HP, also mit dem man scannen, kopieren und drucken kann. Besonders mit dem Scanner hadere ich noch. Da fand ich meinen alten Canon-Scanner doch wesentlich einfacher zu handhaben. Aber das neue Teil hier muss erst einmal ausgetrickst werden, bis man an seine Fotos gelangt. Und das hat gestern viel zu lange gedauert, dass ich irgendwann dann mal keine Lust mehr hatte, die Fotos, die ich in den NEWS einbauen wollte weiter zu bearbeiten. Aber ich komme da noch hinter.
ADOLESCENTS spielen ihr einziges Konzert in Deutschland und das in Koeln! Hat mich spontan erst einmal begeistert, dass noch zwei weitere Bands mitspielen weniger. Eine haette doch dicke gereicht! Und auch der Eintrittspreis im Internet-VVK ist reine Abzocke. Kostet das Ticket, wenn ich es mir nach Hause schicken will, knapp 28,00 EUR!!! An den Verkaufsstellen kostet es dann 14,00 EUR plus VVK-Gebuehr. Was weiss ich, was da noch drauf geschlagen wird. Vielleicht ein Pfund Butter! Der Preis fuer die Abendkasse wird demnaechst noch bekannt gegeben. Dann warte ich mal ab. Ich richte mich an die 18,00 EUR ein. Das sind immerhin 36,00 DM! 36,00 DM fuer ein Punk-Konzert! Ich mach mir gleich vor Lachen in die Hose! Wat laecherlich! Wer will hier eigentlich wenn verarschen. Ich werde mich mit diesen unverschaemten Preisen nie abfinden koennen. Frueher zu DM-Zeiten haette ich jedem Veranstalter einen Vogel gezeigt, wenn er diesen Kurs verlangt haette. 18 DM bis 20 DM war das hoechste der Gefuehle. Und in den kleineren Laeden hat man zwischen 6 DM und 12 DM bezahlt. Ich weiss nicht, wo das noch alles hinfuehren soll. Schreckt mich nach wie vor ab, weil solche Kurse ueberhaupt nicht berechtigt sind. Das „Underground“ ist ja hinlaenglich fuer seine Apothekenpreise bekannt. Von daher ist meine Vorfreude doch ganz schoen gedaempft. Ich sehe im Moment einfach nicht ein, auch wenn ich ADOLESCENTS liebend gerne sehen moechte, solch einen Preis zu bezahlen. Man muss einfach mal auf dem Teppich bleiben. Das geht einfach nicht! Ich schau mal, ist ja noch was Zeit bis Mitte Dezember. Aber ich glaub, da kaufe ich mir von dem Geld lieber eine DVD.

the pLAyLiSt of the week:
ARTLESS – “Tanzparty Deutschland” CD
DICKIES – “Idjit Savant“ / “Dogs From The Hare That Bit Us“ CD
FAST CARS – “Well...You Started It!” CD
JESSE MALIN – “Glitter In The Gutter” CD
NAZI DOGS - “In Good Vibrations And Vicious Transmissions Vol. 1” CD
RAMONES – “Daytime Dilemma (Dangers Of Love)”, Something To Believe In”, “I Wanna Life”, “Pet Sematary” + “Poison Heart” (“Anthology”-DoCD)
RUTS – “The Punk Singles Collection” CD
RUTS – “West One (Shine On Me)” (“Grin & Bear It”-CD)
V.A.: “PUNK ROCK RARITIES VOL. 2” CD

Viva Punk Rock + 1977 Forever!
Ralf Real Shock (10:06 Uhr / Freitag, 02. November 2007)