In leicht veraenderter und aktualisierter Form sind diese Zeilen im "Plastic Bomb"-Interview (Ausgabe 34, Fruehjahr 2001) erschienen:


"Der finale Startschuß fiel fuer mich Ende 1976, als in der "Bravo" die ersten Berichte ueber die RAMONES, SEX PISTOLS und CLASH auftauchten. Das war fuer mich was voellig Neues. Zu der Zeit hoerte ich Glamrock (Slade, Sweet, T. Rex, Hello etc.) und die 50ties / 60ties Platten, die sich mein aelterer Bruder schon von seinen paar Mark Taschengeld zugelegt hatte (Gene Vincent, Eddie Cochran, Bill Haley, Swinging Blue Jeans, Dave Clark Five, Kinks etc.)
Irgendwie war da die Seelenverwandtschaft zu Punkrock schon vorprogrammiert.
Wir bestellten die erste RAMONES LP im einzigen Plattenladen der Stadt. Das hat gedauert, bestimmt vier Wochen oder so. Als wir sie dann zu Hause hoerten war unser einstimmiges Urteil, das die ja viel zu langsam seien. Man mag es nicht glauben, aber wir waren zunaechst echt vollkommen enttaeuscht gewesen! Doch durch "Anarchy In The U.K." von den Sex Pistols, das man einige Tage spaeter im Radio spielte, wurden wir sehr schnell eines besseren belehrt.
Im Dezember´76 lief dann im Fernsehen das Kulturmagazin "Aspekte", Freitag abends um 22.20 Uhr und die brachten da einen kurzen Beitrag ueber die Londoner Punkszene. Ich kann mich daran erinnern, das Johnny Rotten und McLaren interviewt wurden und die DAMNED wurden im Studio gezeigt, waehrend sie ihre erste Single "New Rose" einspielten.
Zu meinem Pseudonym kam ich Anfang der 80ziger, als ich einen Namen fuer mein Fanzine gesucht habe. Ich stieß dabei auf eine Single der SWELL MAPS mit dem Titel "English Verse" aus dem Jahre ´79. Ein Song der B-Seite hieß "Real Shocks".
Naja, und spaeter irgendwann hab ich dann immer mit Ralf Real Shock meine Berichte gekennzeichnet."

"Es war zunaechst sehr schwierig Gleichgesinnte zu finden. Ich kam aus Dinslaken, einer Kleinstadt am Niederrhein und da war nicht viel mit Punk. Zunaechst einmal stand ich auf verlorenen Posten und war weiterhin auf Berichte aus der "Bravo", "Pop", "Rocky" "Musikjoker" oder "Popfoto" angewiesen. Und natuerlich aufs Fernseh. Da lief ab und zu schon mal Punk. "Phonzeit" auf ARD brachte mal ein Special auf einen Samstagnachmittag mit Auftritten von BLONDIE und DEAD BOYS aus dem "CBGBs". Thomas Gottschalk machte die "Szene" und hatte auch fast in jeder Sendung ´ne Punkband dabei,wie etwa the DAMNED, PENETRATION oder ULTRAVOX.
Die CLASH wurden aus dem "Musikladen" rausgeschmissen, weil sie angeblich kein Playback spielen wollten. Ich war fuer jede Neuigkeit dankbar.
Es dauert ueber ein Jahr als ich dann den ersten Punk aus der Stadt kennenlernte. Das erste Treffen mit Bernie Blitz war einfach großartig! Im Schlepptau hatte er noch so einen Schnaeuzerproll. Bernie hatte einen schwarzen langen Mantel an und trug ´ne Hundehalskette mit Kindersonnenbrille. So zogen wir dann durch die Innenstadt, der Proll zog Bernie an der Kette vor sich her. Wir sind in der Mitte von der Einkaufspassage gelaufen und jeder der uns entgegen kam wich erschrocken zur Seite. Solche Freaks hatte Dinslaken bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. Voellig bizarr!"

"Mein erstes Konzert war am 18. Sept. 1978, BLONDIE zusammen mit den BOYFRIENDS in der Duesseldorfer "Philipshalle". Das weiß ich deshalb noch auf den Tag genau, weil ich mir das Plakat damals gekauft habe.
Dort sah ich zum ersten Mal leibhaftig Punks in Bondagehosen, in Netzhemden und mit bunten Haaren, u.a. waren auch die Typen vom Duesseldorfer "Ostrich"-Fanzine, wie z.B. Janie J. Jones zugegen. Es war ein sehr gemischtes Publikum, auch viele Althippies oder einfach nur ganz normal gekleidete Leute. Ganz vorne war natuerlich die gesamte Punkfront versammelt. Ich traute mich zu der Zeit noch nicht bis ganz an die Buehne und saß etwa in der Mitte der Halle auf einem Stuhl.
Als BLONDIE dann auf die Buehne kamen sprangen die Leute alle sofort auf die Stuehle, naja, ......ich halt auch. Ich war von der ersten Sekunde an wie elektrisiert und ich bin vor lauter Begeisterung waehrend des Konzertes immer weiter auf die naechste Stuhlreihe gesprungen bis ich irgendwann mal nur noch zwei oder drei Reihen vor mir hatte. Vor der Buehne waren einige Reihen entfernt worden, wo sich dann die Punks gegenseitig am anrempeln waren und den Up & Down machten. Ein besseres Einstiegskonzert haette es nicht geben koennen.
Die Boyfriends wurden uebrigens volle Kanne angerotzt, weil man irrtuemlich vermutet hatte, das die Buzzcocks das Vorprogramm bestreiten wuerden. Da waren die Punks vorne ziemlich stinkig. Die Boyfriends war damals die Band von Pat Collier, der vorher bei den Vibrators den Bass bediente, aber schon sehr frueh wieder ausstieg und dann im Zuge des PowerPop-Boom in England die Boyfriends gruendete. Spaeter kehrte er dann aber zu den Vibrators zurueck und nahm in den 80zigern auch an Plattenaufnahmen wieder teil.
BLONDIE hingegen waren die ABSOLUTE MACHT und wurden ohne Ende gefeiert."

"Mitte ´78 hab ich aus heutiger Sicht wohl einen wirklich großen Fehler gemacht! Ich ging in die Lehre als Koch. Da ich fast an jedem Abend (und natuerlich auch schoen fett am Wochenende) arbeiten mußte, hab ich natuerlich ein Haufen erstklassiger Konzerte verpaßt, wie z.b. CRASS, MO-DETTES, PLASMATICS, 999, DEAD KENNEDYS usw. Ich war nur wenige Male im "Ratinger Hof" und leider nie im "Okie Dokie" gewesen. Shit!!!
Das erste kleinere Konzerte besuchte ich im Januar ´80 in Duesseldorf-Gerresheim. Da spielten in einer Kneipe im hinteren Raum ZK, MALE und VD. Man traf sich damals in der Altstadt am "Domino" und zog von da aus los. In der Straßenbahn sorgte vor allem Hannes von den IDIOTS fuer unglaubliche Lachkraempfe. Er quatschte einfach irgendwelchen Fahrgaesten die Hucke voll, wurde aber nie ausfallend, und verarschte sie auf eine wirklich charmante Weise. Als der ganze Pulk von ca. 20 - 30 Punks ausstieg sind wir dann groelend durch eine kleine totenstille Straße gelaufen, links waren noch so Schrebergaerten. Einige Punks haben dann mit vereinten Kraeften ein geparktes Auto quer gestellt und wieder andere haben einfach an irgendwelchen Haustueren geschellt und da es "Heilige Drei Koenige" war, den verdutzten Bewohnern ein Staendchen entgegen geschmettert. Spaeter in der Kneipe dann ist der arg betrunkene Hannes mit vollem Anlauf unter einem Tisch, auf dem ich saß, drunter gesegelt. Das sah aus....."

"Lange bevor es mit dem "Scumfuck"-Fanzine los ging holte ich mir die ersten Schreibererfahrungen mit dem Start des "Real Shocks", Anfang der 80ziger. Willi Wucher machte zu der Zeit sein "Ungewollt".
Es muß dann so um ´87 gewesen sein da kreuzten sich wieder unsere Wege und wir trafen uns regelmaeßiger. Nach einer durchzechten Nacht kamen wir dann auf die Schnapsidee ein gemeinsames Zine ins Leben zu rufen. Die erste Nummer erschien dann 1988, ein, wie ich finde, sehr wichtiges und entscheidendes Jahr fuer die deutsche Punkszene. Denn viele Leute, die auch schon seit den Anfaengen dabei waren gruendeten urploetzlich Labels, Bands, Fanzines oder machten einen Plattenladen auf. Das war wie eine Kettenreaktion.
Das "Scumfuck" kann man da getrost als Wegbereiter nennen, da die Szene zu dem Zeitpunkt doch ziemlich am Boden war. Wie gesagt, da wurde viel an Kreativitaet freigesetzt. Mit ein Grund war sicherlich, das die Leute die es besser wußten einfach die Schnauze voll halten, von irgendwelchen beschissenen Blaettern wie z.b. das arty farty "Spex" in Sachen Punkrock bevormundet zu werden.
Alle drei Monate organisierten wir dann jeden Dienstag abend ein "Scumfuck-Festival" in der Duisburger Proll-Disco "Old Daddy". Die Leute kamen von ueberall her, nahmen sich extra mitten in der Woche frei, um nach Duisburg Punkrock City zu heizen. Eine Band wurde auch so nebenbei ins Leben gerufen, die Zakonas. Es war wirklich eine echt aktive Zeit, die ich nicht missen moechte."

"Debuet auf der Buehne als Saenger(?), 1980 beim legendaeren "Ungewollt"-Festival im Duisburger "Eschhaus" als DIE WILDEN SAEUE mit Willi am Schlagzeug, Bernie am Bass und irgend so einem Freak mit Schlapphut an der Gitarre, der aber als einziger sein Instrument so einigermaßen beherrschen konnte. Wir konnten rein gar nix! Bernie hatte vielleicht ein paar wenige Basslaeufe drauf, aber Willi konnte definitiv nicht den Rhythmus halten und ich natuerlich nicht singen. Vorm Gig Mut aus einer 2 Ltr. Pulle Rotwein getrunken und dann einfach rauf und auf SEX PISTOLS gemacht. Ich kannte natuerlich nicht eine Textzeile, sondern nur so einzelne Wortfetzen wie "Anarchy" oder "Belsen Was A Gas". Aber der Meute hats gefallen. Die waren am Pogo machen wie doof, Rotze flog, mir direkt einen dicken gelben Schmatzer ins linke Auge (Danke Tito!) ´ne Bierflasche sauste haarscharf an meiner Birne vorbei und zerschellte an der Wand. Also, ein toller Einstieg!
Dadurch befluegelnd machten Bernie und ich uns auf die Suche nach einem Drummer und Gitarristen. Die Wahl war im nachhinein sehr ungluecklich ausgefallen. Ein Kiffer an der Gitarre, und ein total selbstsuechtiges Stueck Scheiße am Schlagzeug. Ich hatte dann nur einen Auftritt unter dem Namen NOTAUSGANG, zusammen mit ARTLESS, bevor mir der Arsch von Schlagzeuger eroeffnete, das ich gefeuert bin. Der Grund war natuerlich sehr daemlich, er meinte, ich koennte nicht singen. Hatte ich ja auch nie behauptet, denn dieser Moechtegern konnte genauso wenig mit den Sticks umgehen.
Obwohl das Konzert damals echt wieder so eine Schote fuer sich war.
Mich hatte man vom Fleck weg von der Arbeit losgeeist, zum umziehen blieb keine Zeit, also bin ich in kompletter Kochgarnitur (nur ohne Muetze!) aufgetreten. Die Punks bekamen Hunger als sie mich sahen, naja, ich roch halt sehr stark nach Pommes. Vom damaligen Treffpunkt der Ruhrgebiets-Punx, dem "Expresso" in Duisburg-Hamborn, wurden die Leute in zwei drei Autos hin und her befoerdert. Das dauerte dann etwas, bis man den letzten Punk zum Auftrittsort gebracht hatte. Ich hab mir dann noch so ein paar Badges an die Kochjacke gepappt und dann gings los, Bernie hat fast die ganze Zeit mit dem Ruecken zum Publikum gespielt, weil er sich nicht so richtig traute. Mir war das egal, ich stand am Buehnenrand und krakeelte ins Mikro.
Dann war lange Zeit Schicht, bis die ZAKONAS 1988 gegruendet wurden. Mosch von "Knock Out" noch in der Erstbesetzung mit dabei, spaeter kam fuer ihn ein Hippie, der saugut die PISTOLS - Stuecke nachspielen konnte. Wir hatten so einige ziemlich kultige Gigs in ganz Deutschland gespielt. Mit Bernie Blitz am Bass hatten wir aber ein unberechenbares Medium an Bord, der insbesondere mich bis kurz vorm Auftritt immer bangen ließ. Schafft er es oder schafft er es nicht? Da gibt es echt unendlich viele Geschichten zu erzaehlen. Ich pick einfach mal eine raus. Wir machten im Proberaum in Duisburg-Rheinhausen ein Konzert klar. Als Bernie dann auf die Buehne kam war er stinkebreit. Er setzte sich auf einer Box vor seinem Verstaerker und konnte kaum noch den Bass halten, geschweige denn spielen. Nach zwei Lieder hatte ich die Schnauze gestrichen voll, hab gegen seinen Scheißbass getreten und ihn angebruellt, er soll endlich aufstehen und spielen, er hat mich nur bloede angergrinst, da hab ich dann das Mikro fallen gelassen und mich duenne gemacht, ins Taxi gesetzt und bin nach Hause gefahren. Der Rest machte dann weiter. Bernie versuchte sich spaeter an einer Box hochzuziehen, die hielt aber nicht stand und er flog samt Box auf die Fresse. Das ist alles in Ton und Bild festgehalten worden. Wie oft hab ich mir das auf Video angeguckt! Ueber Bernies Eskapaden kannst du echt ein Buch schreiben.
Irgendwann kam Eric neben Klint an der zweiten Gitarre hinzu, Willi stieg dann bald aus um sich mehr um seine Band, die BECK´S PISTOLS, zu kuemmern. Das war die Zeit fuer einen neuen Bandnamen, die BRAGGARTS waren geboren und mit Steve Porter (PILSKOEPFE) auch ein guter Ersatz fuer Willi gefunden worden.
Eric war ´ne echte Bereicherung fuer die Band und erteilte uns alten Fuerzen ein paar echte Lektionen. Von nun an schrieb er die meisten Songs und es ging stetig vorwaerts. Ich ließ mich sofort vom Elan, den Eric an den Tag legte, anstecken. Die Band begann ploetzlich zu wachsen. Eric und ich waren da auf einer Wellenlaenge, nur Bernie und Klint ging das alles viel zu schnell. Sie wollten eher das Modell "die Band nach Feierabend" erhalten, doch wir wollten mehr. Wir wollten ins Studio, wir wollten so schnell wie moeglich ´ne Platte machen, wir wollten unseren Urlaub fuer ´ne Tour opfern. Dann haben wir kurzerhand die beiden rausgekegelt und mit Steve und einem neuen Basser, namens Witschie unter Sonic Dolls weitergemacht. Den beiden ging aber auch nach kurzer Zeit auch das Interesse an der Band verloren und ich bot Eric an Bass zu spielen, waehrend er neben der Gitarre den Gesang auch uebernimmt. Ich wollte das die Sache am laufen blieb, und so brauchten wir erstmal nur einen Drummer organisieren. Im Nachhinein muß ich leider eingestehen, das es ein großer Fehler von mir war, denn ich kam nie wieder in den Genuß als Saenger vorne zu stehen. Ich ließ die Sonic Dolls also in der Hand von Eric gedeihen. Als Basser hatte man da immmer weniger zu melden, die Musik aenderte sich auch, ploetzlich klang alles nach RAMONES und mit den Typen, bis auf Peter Doll, konnte ich auch wenig anfangen. Das wurde mir erst so richtig bewußt, als wir drei Wochen auf US-Tour gingen. Aber, war trotzdem ´ne coole Zeit. Im Sommer´97 machte ich dann auch die Flatter, da es keine Moeglichkeit der Kommunikation mehr zwischen Eric und mir gab. Man hatte sich auf musikalischer Ebne zu weit entfernt gehabt.
Seitdem hatte ich ein kurzes Intermezzo als Basser bei den COLVINS. Und hier wurde mir direkt die Faehigkeiten an den zwei Saiten (aeh...vier Saiten) aufgezeigt, nee, ich haette bestimmt ein Jahr benoetigt, um so gut spielen zu koennen wie die Jungs dort.
Heute bin ich auch nicht mehr so scharf darauf in einer Band zu spielen. Ich wuerde mich nur wieder darauf einlassen, wenn es Leute waeren, die 100% dahinter stehen wuerden, und mit denen man sich auch auf einen Stil einigen koennte. Halt ´ne Art von Gleichberechtigung herrscht und nicht das einer aus der Reihe tanzt und immer nur seine Ideen auf Biegen oder Brechen umsetzen will. Auf so eine Egoscheiße haette ich absolut keine Boecke mehr.
Aber ich muß ja auch eingestehen, das ich mit meinen ueber 40 Jahren schon laengst zum alten Eisen gehoere und da hat man nicht mehr so Flausen im Kopf wie noch mit 25 oder so. Meine Gesangsanlage habe ich ja auch schon vor zwei Jahren an Roman Colvin verscherbelt und meine komplette Bassausruestung ist auch schon laengst verkauft.
Außerdem habe ich nicht mehr das geringste Verlangen danach, mich auf eine Ochsentour zu einem Jugendzentrum beispielsweise in den hohen Norden uebers Wochenende zu begeben, und wo dann womoeglich abends zum Gig nur ein paar junge Dorfpunkers und zwei Hunde aufkreuzen. Das ist die Sache einfach nicht mehr wert. Da bleibe ich lieber auf der heimischen Couch sitzen und genieße die Stille.
Nochmal kurz zu meinen "Basskuensten". Wenn die naemlich ausgereicht haetten, waere ich in den Genuß gekommen in Los Angeles Seite an Seite mit Steve Jones von den SEX PISTOLS an der neuen LP der NOTHINGS mitzuwirken. Ist echt kein Witz! Phil Holmes, der Gitarrist und Saenger der Band hatte es mir angeboten. Ich hab ihn dann noch darueber unterrichtet, das ich aber nur auf zwei Bass-Saiten mit Haengen und Wuergen klar komme, naja, er meinte dann zu mir, drei sollten es schon sein."

"Das "3rd Generation Nation" geht jetzt ins neunte Jahr und ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden. Jetzt hat sich auch so langsam eine kleine Stammleserschaft gebildet und ich versuche immer wieder Bands an Land zu ziehen, die hier in Deutschland noch total unbekannt sind. Da gibt's ja besonders in den Staaten jede Menge Auswahl. Das Internet ist da natuerlich sehr hilfreich. Das kann man schon als reinste Detektivarbeit bezeichnen und das macht mir wirklich großen Spaß.
Mein Ziel ist es dabei immer, ein Kontrastprogramm zu den ueblichen Standards in Fanzines zu bieten.
Vielleicht spielt es ja auch eine Rolle, das mein Musikgeschmack bis auf wenige Ausnahmen etwas zu sehr eingeschraenkt wirkt, aber eben auf diesem Gebiet kenne ich mich dann recht gut aus und ich befasse mich auch am liebsten mit Bands, die ihren Sound in der urspruenglichen Punkrock-Musik wiederfinden.
Auf der anderen Seite bin ich heilfroh nicht vom Fanzine leben zu muessen, so wie es urspruenglich mal geplant war. Es ist immer noch ein Hobbyjob."

"Ich kann mit den meisten Stilen, die in den letzten Jahren erfolgreich mit Punkrock in Verbindung gebracht wurden nichts anfangen. Hellacopters oder Gluecifer sind ja ganz nette Hardrockbands, aber das wars auch schon. Oder das Garagending. Tut mir leid, mit solchen Bands kann ich auch nicht gerade warm werden. Diese ganzen Bands geben mir im Grunde genommen absolut nichts, so wie ich es z.B. bei den ADVERTS, CHELSEA oder MENACE frueher erlebt habe. Ich bleibe meinen alten Jugendhelden treu und vergrabe mich da lieber hinter meiner CLASH - Sammlung. Da weiß ich was ich hab.
Eine CD-Beilage war ganz zu Anfang mal ein Thema gewesen, doch das hatte sich dann aber auch wieder sehr bald erledigt gehabt. Zum einen ist es an den Finanzen gescheitert, aber grundsaetzlich war ein ganz anderer Fakt ausschlaggebend.
Ich habe es doch schon von anderen Zines gehoert, die zunaechst auch ohne CD ausgekommen sind. Dann haben sie eine dabei gelegt und direkt wurden von dem Heft das Doppelte abgesetzt. Stell dir vor ich wuerde nach vier Jahren damit anfangen eine CD-Zusammenstellung beizulegen und dann ploetzlich koennte ich 1000 Exemplare los werden. Tja, da wuerde ich mich doch etwas verarscht vorkommen, denn in erster Linie steht fuer mich bei einem Fanzine das geschriebene Wort, aber fuer solche Neukunden scheint das doch ueberhaupt kein Pfifferling wert zu sein. Solche Penner koennen mir gestohlen bleiben und dafuer opfere ich bestimmt nicht meine Zeit. Also, mach ich lieber so weiter wie bisher."

Ralf Real Shock