* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

So, hier nun das April-Update. Das naechste Update erfolgt dann Ende Mai 2005. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

ALUMINUM KNOT EYE
„Trunk Lunker” CD-R/LP
( Dead Beat Records / Dead-Beat-Records.com , Release Date: April 2005 )

In diesem Update werdet ihr drei Besprechungen vom “Dead Beat Label” aus Los Angeles finden. Ich finde eine ist schlechter, als die andere. Und dabei hatte Inhaber Tom mal richtig gute Bands gemacht, wie etwa die STITCHES oder PADDED CELL. Die einzige Band, die ich jetzt noch uneingeschraenkt gut finde, sind TAXI aus Italien. Aber sonst unterstuetzt das Label in den letzten Jahren immer mehr Combos, die aus dem Bereich der unterproduzierten Garagenrocker stammen. Solch ein Pflegefall hab ich nun mit Aluminum Knot Eye zu besprechen. Das faellt mir recht schwer, denn der Sound spricht nicht meine Sprache. Und deshalb lasse ich es auch lieber. Bleibt die Hoffnung, das Tom in der Zukunft evtl. Bands wie die Stitches oder Padded Cell wieder mehr supportet.
( * )
 

BILLY IDOL - Devil´s Playground  CD
BILLY IDOL
„Devil´s Playground” CD
( Sanctuary Records / SanctuaryRecords.de , Release Date: 21. Maerz 2005 )

„2005 ist fuer einen echten Punkrocker der Zeitpunkt um zu zeigen, was er kann.“ Billy Idol, der ultimative Schnutenkaiser vom Dienste will es also noch mal wissen. Nach dem er seine Dienste bei GENERATION X 1981 eingestellt hatte und sich dann nahtlos einer Solokarriere widmete, hatte ich fuer seine nun folgenden Werke nur noch ein muedes Schmunzeln uebrig. Seichter bedeutungsloser Mainstream-Rock mit hoffnungslos ueberzogenem Posing erstreckte sich durch die Popcorn verseuchten ´80er. Aber Billy Boy konnte mit dieser abgeschmackten Masche in seiner Wahlheimat Amerika beachtliche Erfolge feiern. Nach dem er Anfang der ´90er durch einen schweren Motorradunfall und einer Ueberdosis gleich zwei Mal nur knapp am Tod vorbei geschrammt war, wurde es 1994 still um ihn. Er zog sich aus dem Musikgeschaeft weitgehendes zurueck und widmete sich nun ausschliesslich seiner Familie. Erst 2001 sollte er wieder musikalisch aktiver werden. Nie haette ich es von daher fuer moeglich gehalten, das ich mich noch einmal, wie einst zu „Generation X“-Zeiten, auf seine Musik einlassen koennte. Aber alles schoen der Reihe nach. Voellig ueberraschend vermeldete „Sanctuary Records“ vor knapp zwei Jahren, das Billy Idol einen Vertrag fuer ein neues Album in New York unterschrieben hatte. Nach 10 Jahren Studioabstinenz nahm Billy im November 2003 mit seinem langjaehrigen Gitarristen Steve Stevens und einer soliden Rhythmusband die Arbeiten fuer das neue Werk auf. Auch am Mischpult griff Billy auf einen guten Weggefaehrten zurueck. Denn dort sass Produzent Keith Forsey, der schon das letzte Album von Generation X „Kiss Me Deadly“ produziert hatte. Ein gutes Jahr spaeter waren die insgesamt 13 Tracks im Kasten. Bereits Anfang Dezember 2004 praesentierte sich Billy Idol & Co mit einigen neuen Songs im Internet bei „Musiksessions @ AOL“. Neugierig wie ich bin schaute ich mal da rein. Seine beiden zugegeben heute ziemlich laecherlich wirkenden Markenzeichen, Schnute bis zum Anschlag hochziehen und die Faust bei jeder Gelegenheit ballen waren nach wie vor feste Bestandteile seiner Show. Und irgendwie sah er auch im Gesicht frisch operiert aus. Naja, da koennte ich mich jetzt aber auch taeuschen. Wollen wir mal dem Billy in der Hinsicht nichts andichten. Allerdings war ich absolut fassungslos als ich den Song „World Comin´ Down“ hoerte. Hatte Billy etwa wieder Generation X reanimiert? Denn genau so hoerte sich der Song fuer mich an. Fuck, was fuer ein GlamPunk-Knaller! So kraftvoll hab ich Billy noch nie in seiner Solokarriere abgehen hoeren. Oder wer kann mich vom Gegenteil ueberzeugen? Ich hab mich auf jeden Fall da im Nachhinein vergewissert und mich im Netz ein wenig durch seine vorherigen Alben durchgelauscht….nee, so einen straighten Punkrock-Sound hat Billy seit dem Aus von Generation X nicht ansatzweise mehr zelebriert gehabt. „World Comin´ Down“ machte ganz eindeutig Geschmack auf mehr, doch es sollten noch ueber drei Monate ins Land gehen, bevor „Devil´s Playground“ ueber den Ladentisch geht. Und meine kleine Spuernase sollte Recht behalten. Billy hat mit beinahe 50 Jahren ein extrem abwechselungsreiches Album mit einem aussergewoehnlichen Wiedererkennungswert abgeliefert. Waehrend andere Bands heutzutage nur auf einem Sound rum reiten, hat Billy sich jede Tuer weit offen gehalten, um alle moeglichen Richtungen des Rock’n’Roll einfliessen zulassen. Da bleibt es natuerlich nicht aus, das auch bei mir einige Songs nicht so gut wegkommen, aber ich denke zwei maximal drei Songs sind absolut zu verschmerzen. Zumal das die restlichen elf Songs doppelt und dreifach wieder ausbuegeln bzw. auffangen koennen. Denn diese Songs, wie etwa „Super Overdrive“, „Rat Race“, „Sherri“, „Yellin´ At The Xmas Tree“, „Romeo´s Waiting“ oder „Cherie“ machen das Album wirklich zu was ganz Speziellem, wo sich die Feinkostkenner der BACKYARD BABIES, NEUROTIC OUTSIDERS, GLUECIFER und eines MICHAEL MONROE ruhig angesprochen fuehlen sollten. Denn irgendwo genau da liegt der Hund begraben und ja, hier passt die alte Posersocke Idol wunderbar hinein. Ganz klar, mein Tip(p) fuer den Monat April!
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THE BLACK JETTS
„Right On Sound” CD
( Dead Beat Records / Dead-Beat-Records.com , Release Date: April 2005 )

Ihre Single sagte mir schon nicht zu, und nun das! Eine ganze CD mit zehn Tracks von den vier heavy daher rockenden Typen aus Costa Mesa (CA)! Dieser Sound ist definitiv nicht fuer mich gemacht worden. Allerdings, langhaarige oder meinetwegen auch kurzhaarige Altersgenossen, die auf RADIO BIRDMAN, die ROLLING STONES, SUPERSUCKERS oder ELECTRIC FRANKENSTEIN Stein und Bein schwoeren, werden begeistert sein. Ich verkrieche mich derweilen voellig desillusioniert in meine Single-Ecke und krame nach der PADDED CELL-Single „The Punk Next Door“. Das waren noch schoene Zeiten auf „Dead Beat Records“.
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THE BLOOD
„False Gestures For A Devious Public“ CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 21. Maerz 2005 )

Gut zehn Jahre war die Scheibe in meinem Besitz, bevor ich sie dann Anfang der ´90er verscherbelt habe. Nun bin ich wieder froh, das der Captain Oi! sie neu aufgelegt hat, versehen mit 10(!!!) Bonus-Tracks, inkl. drei bisher unveroeffentlichte neue Songs als Demoversionen. Und das in einwandfreier Studioqualitaet. Macht zusammen 21 Dinger. Und wenn ich mir so den Sound aus meinen Teenager Punktagen anhoere kann ich heute absolut nicht mehr nachvollziehen, warum das Album damals auf meiner Verkaufsliste gelandet war. Der Blood-Sound wurde immer wieder mit den musikalischen Vorzuegen von the DAMNED und MOTORHEAD in Verbindung gebracht, wobei der Punkrock-Anteil allerdings ganz klar im Vordergrund stand. Damals ein recht abenteuerlicher Mix, der in der Form bisher noch nicht bekannt war. Heute passieren ja solche Kreuzungen alle Nase lang. So koennte man Blood ruhigen Gewissens als eine Art Wegbereiter fuer den heutigen Erfolg sogenannter Metalpunkbands angeben, aber das wuerde natuerlich eh bei dem ganzen Mafia-Pseudo-Biz. untergehen. Denn wer von diesen Gaunern kennt schon Blood? Heute liegen solche Combos ja voll im Trend. Doch was Blood von aktuellen Bands der Neuzeit ganz gravierend unterscheidet, ist, das Blood kein Saubermann-Image pflegten, sondern sie kamen absolut authentisch daher. Ihren Stil hatten sie, fernab von irgendwelchen erfolgsorientierten Manager-Junkies im stillen Kämmerlein kreiert. Songs wie „Degenerate“, „Rule 43“, „Stark Raving Normal“ (ihre zweite Single) oder „Gestapo Khazi“ sind ueber jeden Zweifel erhaben.
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BROKEN BONES
„Time For Anger, Not Justice” CD
( Dr. Strange Records / DrStrange.com , Release Date: 26. April 2005 )

Eigentlich hab ich mich gefreut, als wieder etwas vom Doctor Strange bei mir im Briefkasten lag. Doch die Freude hielt nicht lange, denn ich zog aus dem Kuvert das neue Album von den Broken Bones. Ene Band, dessen ersten beiden Singles ich damals Anfang der ´80er ganz schnell wieder abgestossen hatte. DISCHARGE reichen mir da auf diesem Gebiet, aber natuerlich auch nur der alte Stuff. Und deswegen kann ich zu dieser Release eigentlich sehr wenig zu sagen, weil ich mit dem britischen Hardcore nie wirklich warm geworden bin. Der Sound auf dieser 15-Song-CD bricht keineswegs mit den Traditionen. Es wird der typische ´80er-Hardcore von der Insel mit gelegentlichen Stop- und Go-Phasen feilgeboten.
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CHEFDENKER
„Eine von hundert Mikrowellen“ CD
( Trash 2001 Records / Trash2001.de , Release Date: 04. April 2005 )

Musik fuer den „OX“-Abonnenten. Texte in deutsch, die an BUT ALIVE und aehnliche konfuse Studenten-Punkas erinnern, was ja auch nicht unbedingt meinen Geschmack trifft. Punkrock und Singen in deutsch, das geht in 99 von 100 Faellen nie gut aus. Gegen die melodische „Punkcore“-Musik – Kalifornien laesst ab und zu heftig gruessen – auf dem zweiten Longplayer der Koelscher Junx hab ich ja kaum was einzuwenden, aber die deutsche Sprache kann manchmal so grausam zuschlagen. Ausserdem verstehe ich den Sinn von den meisten Texten sowieso nicht. Hab ja auch nur Hauptschulabschluss! Die drei Sternchen gibt es ausschliesslich fuer die Musik! Deutsche Texte, nix gut!
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THE DEAD
„Anthems To World Domination“ CD
( Rat Pack Records / GreenHell.de , Release Date: April 2005 )

Puh, what is that? Green Hell goes Knueppel-Metal, oder was? Was eine Abfuhr! Damit bin ich hoffnungslos ueberfordert. Die kommen aus Germany, sehe ich gerade…., nee Leute, ueberhaupt nichts fuer mich dabei. Schnell weg damit……
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the DEAD PLAYBOYS - Last Call For Alcohol  CD
THE DEAD PLAYBOYS
„Last Call For Alcohol” CD
( Deaf & Dumb Music / Starkult Promotion , Release Date: 27. April 2005 )

Dieses Album ueberschattet ein tragischer Vorfall. Im August 2004 sah die Zukunft dieser neuen noch sehr jungen schwedischen Combo rosig aus. Dieses Album sollte bald erscheinen, eine Europatour war gebucht und bestaetigt. Doch nur einen Monat spaeter verstarb Saenger Rasmus bei einem Unfall. Eigentlich das sichere Aus fuer die Dead Playboys, aber die Band berappelte sich und fand im Maerz diesen Jahres einen neuen Mann fuer das Mikro. Und jetzt erscheint nun auch das Album, wo Rasmus noch auf allen 10 Songs zu hoeren ist. Was man geboten bekommt, ist der typische Schwedenhappen, der auf Bands wie GLUECIFER, PEEPSHOWS, PSYCHOPUNCH, BACKYARD BABIES und TURBONEGRO zurueck greift. Dabei bleibt die meiste Zeit die Tuer fuer die Heavy Metal Dudes geschlossen. Es geht auf jeden Fall ganz schoen zur Sache. Gefaellt mir direkt beim ersten Anhoeren, da hier die richtige Dosis an Tempo verabreicht wurde. Ziemlich cooler abgefahrener Sound, aus dem einige kleine Hits resultieren. Ihr seht mich begeistert!
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DEAN DIRG / HENRY FIATS OPEN SORE
Split – 7” six-track-e.p.
( Stereodrive! Records / GreenHell.de , Release Date: April 2005 )

Beide Bands spulen ihr Standardprogramm runter, dessen Markenzeichen ich nicht sonderlich mag. Ich kann damit beim besten Willen nicht viel anfangen. Billig produzierter Schrammel-Punk mit hochgradigem Garagen-Einschlag versehen. Wobei Dean Dirg noch etwas heftiger zu Werke gehen, als der Henry, dem man auch noch ruhig eine New Wave Note andichten kann. Die BRIEFS-Kenner wird das bestimmt freuen. Mich nicht…..
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DeRITA SISTERS
„Get Off My Property” CD
( Trash 2001 Records / Trash2001.de , Release Date: 04. April 2005 )

Seit ihrer Gruendung 1992 produzieren die Kalifornier am Fliessband in der Frueh- Mittag und Spaetschicht mittelpraechtige Punkrock-Scheiben. So verhaelt es sich nun auch mit Album Nr. 21 „Gett Off My Property“. Für mich klingt eine Scheibe wie die andere. Ich kann die Unterschiede schon lange nicht mehr erkennen. Bei den RAMONES machte es noch bis zur dritten LP richtig Spass, aber bei den DeRita Sisters koennte einem der Spass bald mal vergehen.
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the EPOXIES - Stop The Future  CD
THE EPOXIES
„Stop The Future” CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.de , Release Date: 17. Mai 2005 )

Mit ihrer ersten CD war ich ja nicht wirklich einverstanden gewesen, aber mit diesem Werk haben mich Epoxies dann schlussendlich doch noch rumgekriegt. Vielleicht brauchte die Band aus Portland (OR) eine gewisse Anlaufzeit, bevor sie im Stande war dieses grossartige Hit-Album in ihrer hoffentlich noch langjaehrigen Existenz zu manifestieren. Oder ich bin jetzt erst dazu bereit, mich voll und ganz auf ihren originellen „No Wave“-Sound einzulassen. Wer weiss das schon? Auf jeden Fall, das Eis ist gebrochen und ich bekomme von ihrem DEVO meets REZILLOS Space-Punkrock fuer die naechste Zeit erst einmal nicht genug! Schon beim zweiten Hoeren gehoerten die 13 pogo-tauglichen Songs naemlich zu Dauerbrennern in meinem Player. Einziges Manko: Warum legen die nicht mal ihre Texte bei, sind die da zu faul fuer? Oder sind die so schwachsinnig, das man beim Lesen einen an der Waffel bekommt?
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THE FEELERS
„Learn To Hate The Feelers” CD
( Dead Beat Records / Dead-Beat-Records.com , Release Date: April 2005 )

In den USA werden sie derzeit mit Lob überschuettet. Besonders ihre Shows sollen einzigartig sein. Nun, auf Platte ist davon herzlich wenig zu spueren. Billiger unterproduzierter Garagensound, mit dem ich noch nie was anfangen konnte. Ich will halt ´ne fette Gitarre aus einer Marschall-Box hoeren und nicht solch einen Kindergarten-Mist hier. Versteht einer die (PxRx)-Welt. Ich mag diese Band einfach nicht! Keine noch so einfach ausgestattete Punkrock-Band hat sich auf ihren selbst produzierten 7“inches in den ´70er so beschissen angehoert, wie die hier. Nur so nebenbei bemerkt, ich hab gelernt die Feelers zu hassen! Musste nur ein paar Songs von denen hoeren…..
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GOLD BLADE
„Rebel Songs“ CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 21. Maerz 2005 )

Wenn ich richtig gerechnet habe liegt mir hier das vierte Studioalbum von Gold Blade aus Manchester vor. Ich hab die Band ja mal in grauer Vorzeit im 3RD als eine moderne Ausgabe von the RUTS betitelt. Nun, diesen Vergleich werden sie auch auf dieser 12-Song-CD zum Teil wieder gerecht. Wie gesagt, nur zum Teil, denn zwischendurch schleichen sich immer mal wieder leicht schraege Zwischentoene ein, die den ansonsten sehr straighten Song-Fluss erhebliche Probleme bereiten. Von daher koennen die meisten Lieder nie wirklich bei mir durchstarten. Und dabei steckt da richtig Energie hinter, besonders die unschlagbar coolen ´77er-Refrains gleichen da vieles wieder aus, aber anscheinend gehoert dieses Umstaendliche inzwischen zum guten Ton bei der „Rude Boy“-Punkband. Irgendwie bin ich doch ein wenig enttaeuscht, passt nicht ins Gesamtbild, weil die Erwartungen seit ihrer Vorab-MCD „Psycho“ doch sehr viel versprechend waren.
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GUITAR GANGSTERS - Let ´Em Have It  CD
GUITAR GANGSTERS
„Let ´Em Have It” Cd
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 21. Maerz 2005 )

Das schon siebte Studioalbum der nimmermueden Gitarrengangstern seit ihrer Gruendung im Jahre 1989. Live konnte mich die Band nie wirklich ueberzeugen, aber im Studio bleibt das Londoner Punk-Veteranen Trio weiterhin eine Ausnahmeerscheinung in Sachen good old-fashion ´77 Punkrock-Style. Grossartige kleine Hits regieren das 14-Song-Empire der CD, wobei ich der Meinung bin, das zu ihrem Vorgaenger „Another Day In Pleasantville“ eine musikalische Variantensteigerung nicht zu ueberhoeren ist. Die Songs greifen aehnlich schnell, wie bei ihrem Debuet „Prohibition“. Wobei Track 3 „Going To London“ mit seinem unschlagbarem sing-a-long Chorus den Hoehepunkt bietet. Aber auch Songs wie “She Gives Me Stereo”, „Undefeated“, “One Night Stand”, das wunderbar reggae-reiche “Money In My Pocket”, die lupenreine Glam-Nummer „Another City Night“ oder die Punkrock-Schnulze „Wild At Heart“ sind keine Eintagsfliegen. Wie singt die Band so schoen in ihrem Opener: „Nobody Cares - It´s Only Punk“. Auf das es die Band noch eine lange Zeit geben wird……
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THE HYNKELS
7“ 5-song-e.p.
( Mohawk Distr. / Mohawk.at.tf , Release Date: 01. Oktober 2004 )

Hinter dieser Band verbirgt sich u.a. Tom Tomania, der ansonsten als Saenger bei SKEPTIC ELEPTIC fungiert. Damit haette ich auch schon eine recht gute Ueberleitung gefunden, denn irgendwie gehen die fuenf Songs schon sehr in die Richtung von Tom´s ersten Band, wobei ich Skeptic Eleptic spaetestens nach ihrem zweiten Longplayer jederzeit vorziehen wuerde. Die Tracks werden am Tempo ausgemacht, soll heissen, die Songs sind sehr schnell gespielt und die Erinnerung an sie verfliegt eigentlich auch sofort. Der ´77er Punkrock-Klassiker der RANDOMS „Let´s Get Rid Of New York“ passt von daher eigentlich ganz gut zu ihnen, wobei sie den Song in „Let´s Get Rid Of D.C.“ umgetauft haben und ihn in einer passablen Version allerdings doppelt so schnell, wie das Original runterbrettern. Der Rest ist leider nicht so mein Fall….
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JAYNE COUNTY - Man Enough To Be A Woman  DVD
JAYNE COUNTY AND THE ELECTRIC CHAIRS
„Man Enough To Be A Woman” DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 24. Januar 2005 )

Es muss so 1994 gewesen sein, als sich Jayne County nach Deutschland bequemte, um einige Shows vor magerem Zuschauerzuspruch zu geben. Ich hatte das Glueck sie in Koeln zu sehen. Sprachlose Begeisterung trifft es wohl am ehesten, wie ich mich gefuehlt habe, wenige Augenblicke nachdem Jayne ihre Puschen und aehnlichem „Housewife“-Komfort wieder in ihrer mitgebrachten Plastiktuete verschwinden liess. Ein paar Tage spaeter fuhr ich hoch nach Bremen. Denn dieses Spektakel wollte ich mir unbedingt ein zweites Mal anschauen. Mitte der ´90er hatte ich schon die ein oder andere Punk-Show gesehen, aber solch eine Extravaganz auf der Buehne war mir bis dato voellig unbekannt. Mit welch einer Selbstsicherheit sie durch ihr beinahe einstuendiges Programm fuehrte und dabei den Zuschauerraum im Laufe des Abends vereinnahmte, um das anwesende Publikum in eine Art Hypnose versetzte, so das der Blick ohne Umschweife starr auf das Buehnengeschehen ausgerichtet war, ja, das machte die Show von Jayne County zu einem einzigartigen Erlebnis. 1996 wurde sie dann auch zum ersten „Holidays In The Sun“-Festival nach Blackpool gelotst – wahrscheinlich hatte man ihr ein paar neue Puschen und Netzstruempfe versprochen – wo sie diese Showeinlagen haargenau wieder auf den Brettern inszenierte. Leider ist die DVD mit ihren 41 Minuten etwas zu kurz geraten, ein paar Songs haette Jayne ruhig noch dranhaengen koennen, aber auch so bietet das „Waschweib des NY-Punk“ eine Performance der Extraklasse, wobei ihre Hits aus den ´70ern wie „Wonder Woman“, „Bad In Bed“, „(If You Don´t Want To Fuck Me Baby) Fuck Off!“ natuerlich nicht fehlen duerfen.
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THE MOVEMENT
„Revolutionary Sympathies“ CD
( Destiny / Destiny-Tourbooking.com , Release Date: 02. Mai 2005 )

Eine an sich durch und durch perfekte Modpunk-Scheibe. Das ist eigentlich genau mein Soundtrack! 12 Tracks auf dem zweiten Longplayer des Daenen-Trio, die sich streng an die Richtlinien der ´70er-Bands wie the JAM, the CHORDS, the MOONDOGS und sometimes the UNDERTONES halten. Absolut straighte Power-Melodien, mal etwas im Soulbereich angesiedelt, dann wieder lupenreine Gitarren-Songs, wirklich, auf der musikalischen Seite hat die Band einfach alles richtig gemacht. Doch leider finde ich das der Saenger voellig fehl am Platze ist. Zu solch einem genialen Motown-Sound erwarte ich eine Stimme vom aehnlichen Kaliber eines Paul Weller, Ian Page oder eines Neil Thompson. Aber Lukas Scherfig hoert sich so an, als wenn er gleich das Mikro auffrisst. Verzerrt, leicht uebersteuert und fuer diese wunderbaren Melodien einfach viel zu grob! Vielleicht haette er sich waehrend der Studioaufnahmen nur einige Zentimeter weiter weg vom Mikro aufhalten sollen. So klingt seine Stimme, als wenn er die ganze Zeit einen Frosch im Hals haette. Oder aber er war zu dem Zeitpunkt stark verschnupft, so das seine Nase staendig zu hing. Ich hab ansonsten keine Erklaerung für diese schwache Vorstellung am Gesangspart, deshalb auch nur drei Sternchen.
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the NEW YORK DOLLS - Live From Royal Festival Hall, 2004  DVD
THE NEW YORK DOLLS
„Live From Royal Festival Hall, 2004” DVD
( Sanctuary Records / SanctuaryRecords.de , Release Date: 24. November 2004 )

Die New York Dolls sah ich das erste Mal im TV beim Bremer “Musikladen”. Das muss so ´74 oder ´75 gewesen sein. Ich kann mich daran erinnern, das sie bei der ansonsten disco-verseuchten Musiksendung ganz schoen aus dem Rahmen fielen. Wie von einem anderen Stern, denn die von mir zu der Zeit favorisierten Bands wie etwa SLADE, HELLO, SWEET oder T REX, die ja ansonsten auch schon die haertere Gangart bevorzugten, kackten neben diesem wilden Chaos-Haufen hoffnungslos ab. Ich verlor die Band aber wieder recht schnell aus den Augen. Bis zu dem Zeitpunkt, als Ende 1976 die Heartbreakers aus New York City, bei der „Anarchy In The U.K.-Tour“ gemeinsam mit den SEX PISTOLS, the CLASH und the DAMNED durch das Vereinte Koenigreich reiste. Die New York Dolls gab es zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr, aber ihr Gitarrist Johnny Thunders und ihr Schlagzeuger Jerry Nolan hatten mit den Heartbreakers schnell wieder eine Band an den Start bekommen. Viele von den englischen Punkrock-Bands standen allerdings immer noch unter dem musikalischen Einfluss der Dolls und coverten auch teilweise ihre Songs. Nun, wir alle kennen das Ende vom Lied. Johnny starb 1991 in New Orleans an einer Ueberdosis, Jerry Nolan verstarb nun ein Jahr spaeter an einer Hirnhautentzuendung. Somit waren zwei „Eckpfeiler“ der Dolls fuer immer weg gebrochen. Umso erstaunlicher fand ich die Neuigkeit, das Morrissey es fertig brachte, das sich die restlichen drei noch lebenden Mitglieder nach fast 30 Jahren wieder auf eine Buehne stellten. Neben den Originalen David Johansen (Vocals), Sylvain Sylvain (Gitarre) und Arthur „Killer“ Kane (Bass) standen Steve Conte (Gitarre, von Johansens Soloband), Gary Powell (Schlagzeuger der LIBERTINES) und ein mir unbekannter Keyboarder mit Namen Brian Koonin ihnen zur Seite. Im Juni 2004 wurde die Band nach London eingeflogen, wo sie dann u.a. in der „Royal Festival Hall“ ihre Hits wie „Pills“, „Looking For A Kiss“, „Subway Train“, „Who Are The Mystery Girls?“, „Trash“, „Personality Crisis“, „Subway Train“ und „Jet Boy“ einem begeistertem Publikum praesentierten. Bei der Aftershow-Party gab es u.a. ein grosses Wiedersehen mit Bob Geldof, Shane McGowan, Tony James, Mick Jones, Chrissie Hynde, Don Letts und Glen Matlock, dessen Schnappschuesse von New York´s Punkrock-Photographen Bob Gruen festgehalten wurden, und auf Bob´s Homepage zusehen sind. „We are talking about history, you know, real history!“ Die Kamerafuehrung waehrend der gesamten Show ist exzellent, das Buehnenlicht optimal, David und Sylvain sind in verdammt guter Kondition, auf die Backin´ Band ist in jeder Situation hundertprozentig Verlass, nur Killer Kane steht voellig apathisch im Hintergrund und zupft lustlos am Bass. Wahrscheinlich ging es ihm schon zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich nicht so gut, denn nur knapp zwei Monate spaeter, am 13. August, ging er in ein Krankenhaus in Los Angeles, um eine – wie er glaubte – hartnaeckige Grippe therapieren zu lassen. Tatsaechlich wurde akute Leukaemie diagnostiziert und er verstarb nur wenige Stunden spaeter, gerade mal 55 Jahre jung. Die Dolls traten einen Tag spaeter nochmals zusammen in Gedenken an Killer Kane in New York auf. Aus diesem traurigen Anlass wurde u.a. auf den „DVD Extras“ auch ein „Tribute To The Late Great Arthur „Killer“ Kane“ angefuegt.
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PARADOX UK / SANITY ASSASSAINS
„The Best Of“ CD
( Step One Music / Dagger Promotions , Release Date: 2003 )

Schon was aelter das Teil. Eine Split-CD mit jeweils acht Songs von jeder Band. Wobei die Herkunft der Songs im Dunkeln verborgen bleibt, da ich keinerlei Angaben im Booklet zu finde. Fangen wir mit Paradox U.K. an. Gegruendet 1989 vom BLITZKRIEG-Saenger Spike. Also, koennt ihr euch ungefaehr vorstellen, in welche Richtung ihr Sound abzielte. G.B.H.-Punk fuer den Nietenkaiser und der Irokesen-Spaetlese. Auch Sainty Assassains aus den Staaten hauen in diese Kerbe. Sie wurden zwei Jahre frueher als Paradox UK gegruendet, und zwar von Keith Grave, der bis zum heutigen Tage der „Szene“ in welcher Form auch immer erhalten geblieben ist. Heute spielt er den Bass bei DENNIS MOST und stellt immer mal wieder verdammt interessante Punkrock-Sampler zusammen.
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PETER PAN SPEEDROCK
„Spread Eagle“ CD
( Bitzcore Records / RCO Musik Promotion , Release Date: April 2005 )

Peterchen´s Mondfahrt ist zurueck. Krach, Bum, Peng! Jungs, versucht es mal besser mit der Panfloete. Oder im Kirchenchor. Fxxx Speedrock!
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POLECATS
„Are Go!“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: April 2005 )

Tja, und wieder komme ich ins Straucheln. Polecats, nie gehört vorher? Woher auch? Ist so Rockabilly-Kram, 19 Tracks, das erste Album aus den ´80er ist komplett drauf, plus einige Bonusklamotten, die mir absolut nichts sagen. Ich mag das nicht! Aber so richtig nerven tut es auch wieder nicht, daher bin ich mal gnaedig, und hau ein zweites Sternchen hinten dran….
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THE SAINTS
„Nothing Is Straight In My House“ CD
( Cadiz Recording Co. / Gordeon Promotion , Release Date: 25. April 2005 )

Die Saints das sind heute eigentlich nur noch Original-Mitglied, Gitarrist und Saenger Chris Bailey plus Gefolge an der Rhythmussektion. Also, man sollte da keine zu grossen Spruenge von ihm erwarten. Und so rockert diese Scheibe ganz knapp an einer Katastrophe vorbei. Mit solch einen Namen, der einst als Punkrock-Legende bekannten Band in den ´70er, sollte man eben nicht so leichtfertig hausieren gehen. Ein reines Rock-Album mit ganz schwachen Songs.
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SKEPTIC ELEPTIC - Sick Sick Sick  CD
SKEPTIC ELEPTIC
„Sick Sick Sick” CD
( Caustic Rock Records / CausticRock.de , Release Date: 18. Maerz 2005 )

Nun eins hab ich festgestellt. Die beste, weil auch einzige Punkrock-Band Oesterreich´s lassen sich auf ihrer zweiten full-length alle musikalischen Freiheiten offen. Glaubt man sich auf der sicheren Seite zu waegen, und vom gut gemachten Rotzloeffel-Punk der Neuzeit zu sprechen, der wird ueberrascht sein. Denn die vier jungen Horror-Punks haben neben dem STITCHES bzw. PUBLIC TOYS-Effekt auch noch ein Surfbrett im Proberaum stehen und lassen vereinzelt schraege psychedelische Untertassen fliegen. Hier befindet man sich auf einen guten Trip, leicht wahnsinnig angehaucht, der mit diversen inhalierten Substanzen bestimmt seinen Hoehepunkt erreichen wuerde. ANDY WARHOL waere sicherlich besonders entzueckt. Skeptic Eleptic haben durch ihren individuellen Stil alle Vorrausetzungen eine feste Groesse in Europa zu werden.
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the STRAPS - The Punk Collection  CD
THE STRAPS
„The Punk Collection” CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 21. Maerz 2005 )

Sommer 1982, der Real Shock in London City. Von meiner Pension in Streatham war Brixton nach nur wenigen Haltestops mit dem Doppeldecker gut zu erreichen. An einen der ersten Tage besuchte ich natuerlich diesen multikulturellen Stadtteil London´s. Hier entdeckte ich schon nach kurzer Zeit einen kleinen Plattenshop. Als ich nach Punk-Singles fragte kam just in dem Moment der Besitzer rein und erzaehlte mir, das er noch weitere Shops in London betreibt und gerade auf dem Weg waere, zu einem, wo es in Huelle und Fuelle Punk-Singles geben wuerde. Er bot mir an in seinem Van mitzufahren. Auf den Weg dorthin berichtete er von den Strassenschlachten in Brixton, wobei er betonte, das die Schwarzen zusammen mit den Weissen gegen die Cops kaempften. In diesem Sommer brannte nicht nur die Luft in Brixton, sondern auch andere Staedte in England wurden von Thatcher´s unfaehigen Regierung zu Krisenherde erklaert. Genau aus dieser Zeit stammte die zweite Single von den Straps, die es zum Teil ebenfalls nach Brixton in einen Squat verschlagen hatte. Die Songs „Brixton“ und deren B-Seite „No Liquor” gehoeren wie ihre erste Single „Just Can´t Take Anymore“/„New Age“ zum festen Bestandteil dieser 16-Song-CD. Der Sound der Straps war bezeichnend fuer die dritte Generation des englischen Punk Rock. Beeinflusst von Bands wie den SEX PISTOLS, the RUTS und U.K. SUBS spielte bei ihnen auch oefters eine duestere musikalische Variante eine ganz erhebliche Rolle, so das einen auch automatisch Bands wie the PACK, CRISIS und U.K. DECAY in den Sinn kommen konnten. Das ist eigentlich auch kein Wunder, da sich auf der Straps-Plattform von 1977 bis zu ihrer Aufloesung 1982 jede Menge mehr und weniger bekannte Musiker tummelten, wie etwa Drummer Jim Walker (PUBLIC IMAGE LTD.), Bassist Stan Stammers (the EPILEPTICS, THEATRE OF HATE), Gitarrist Andy Forbes (the WALL), Rat Scabies (the DAMNED), Bassist Andi (SEX GANG CHILDREN), Gitarrist Captain Scarlet (U.K. SUBS) und Schlagzeuger Pete Davies (U.K. SUBS). „Just Can´t Take Anymore” ist glaube ich der einzige Rockabilly-Punk-Song, mit dem ich bis zum heutigen Tage voll und ganz sympathisieren kann, ohne das mir dabei der Schmalz aus den Haaren laeuft. Wie schon erwaehnt, vier Songs gehen fuer die Singles drauf, bleiben noch 12 weitere Tracks offen. Und hier wird es dann so richtig interessant, da diese Songs erst mit dieser CD der breiten Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht worden sind. Es sind die verschollenen Aufnahmen, die eigentlich fuer ihre erste LP gedacht waren. Also, alles astreine Studioaufnahme, allerdings mit den zwei Ausnahmen „What´s On The Box“ und „New Age“, die aus einer qualitativ ausgezeichneten Live-Show resultieren. Das Booklet erzaehlt dann die Geschichte der Straps, aufgezeichnet vom Autor des „Burning Britain“-Buches Ian Glasper, und untermalt wird das Ganze mit Fotos aus der guten alten Punkrock-Zeit. Ein weiteres klassisches Dokument des britischen Punk Rock! Get It Punks!
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V.A.: JUST GO DESTROY, EVERYTHING IN SIGHT!  CD
V.A.: „JUST GO DESTROY, EVERYTHING IN SIGHT!”
CD
( Dionysus Records / Dagger Promotions , Release Date: 2005 )

Die Japan-Bands machen es mal wieder allen vor! 17 aktuelle Bands aus allen Teilen von Japans sind hier auf der CD vertreten und bieten unter Einsatz extremer Spielfreude eine kleine Kostprobe ihres musikalischen Koennens. Ob HC-Punk, ´77er Punkrock, Garagen-Punk, Punk’n’Roll oder ein wenig PowerPop-Glanz, jeder Stil ist vertreten und das macht den Sampler natuerlich extrem abwechselungsreich. Nur JAIL GUITAR DOORS und CRISPY NUTS waren mir vorher bekannt gewesen, aber das machte rein gar nichts, denn gerne hab ich mich auf Bands wie the HAVE NOTS, COATTAIL RIDER, NAKED, the FACEFUL, the KILL TIMES, PAPPYS oder NO EVACUATIONS eingelassen, und bin danach nie wirklich enttaeuscht aus dem Meeting gegangen. Klar, spielt hier mein Faible fuer japanische Bands eine ganz entscheidende Rolle, der Exoten-Bonus kommt also doppelt und dreifach zum Tragen. Die Japaner haben es einfach drauf. Im Booklet haette ich mir nur gerne noch etwas mehr an Information erhofft, als nur ein paar Bilderchen anzuschauen. Aber man kann ja nicht alles haben……
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V.A.: MEET ME IN THE TIME TUNNEL – Obscure Powerpop From The Land Of Lost 1978 - 1985  CD
V.A.: „MEET ME IN THE TIME TUNNEL – Obscure Powerpop From The Land Of Lost 1978 - 1985”
CD
( Wizzard In Vinyl Records / Dagger Promotions , Release Date: 2004 )

Eine wirklich sehr obskure Zusammenstellung vom japanischen „Wizzard In Vinyl Label“, wobei der US-Altpunker Keith Grave, seines Zeichens Bassist bei DENNIS MOST, fuer den gesamten Ablauf der 20-Song-CD die Verantwortung getragen hatte. Ich hab Keith in der Zeit, als das 3RD noch als Print erschien, als aeussert zuverlaessigen und fachkundigen eMail Partner In Crime kennen gelernt, und somit war auch klar, das bei dieser Compilation so gut wie nichts anbrennen wuerde. Einige Bands koennte man kennen, muss man aber nicht, denn der Grossteil ist auch mir persoenlich mal wieder absolut unbekannt. Die Vielfalt macht diese spezielle Mischung aus. Bands aus allen Ecken der Welt sind hier vereint worden, wie etwa the REDUCERS (New London, CT.), the SHAMROCK (Tokyo), the DUNDERHEADS (Daenemark), the SPLIFFS (Australien) oder the ZIPS (Glasgow). Aber beim zweiten Blick faellt dann doch auf, das die meisten Bands in den Staaten ansaessig sind, und um genauer zu sein, aus der Ecke kommen, wo Keith sein heimatliches Domizil aufgeschlagen hat. Unter den 20 Songs gibt es zudem noch sechs bisher unveroeffentlichte Tracks. Und wie es der Name der CD schon sagt, „PowerPop“ schoen und gut, trifft es allerdings nur bedingt, denn eigentlich handelt es sich meist um traditionelle ´70er Punkrock-Nummern. Zu den Gruppen gibt es im Booklet auch noch jeweils eine kleine feine Bandstory nachzulesen. Sehr gut gemacht, und fuer den nicht zu uebersehenden „Killed By Death“-Fucktor gibt es hierfuer die volle Sternchenzahl.
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the VIOLATORS - The No Future Years  CD
THE VIOLATORS
„The No Future Years“ CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 21. Maerz 2005 )

Die Violators mit Shaun und Helen am Gesang, kamen 1979 aus dem Nordwesten Englands und haben sich nach meiner Meinung von Single zu Single enorm steigern koennen. Leider brachten sie es in ihrer viel zu kurzen Schaffenszeit von knapp vier Jahren nur auf drei 7“inches. Was fuer mich aber auch neu war, ist die Tatsache, das die Band nach ihrer zweiten Klassiker-7“inch „Summer Of ´81“ sich in zwei Fraktionen teilte, und man mit der neuen Saengerin Louise King noch die dritte Single „Life On The Red Line“ einspielte. Natuerlich sind auf dieser 16-Song-CD alle Singles zu hoeren, sowie die Beitraege „Die With Dignity“ und „Government Stinks“, die auch zugleich das Vinyldebuet der Band im Jahr ´81 darstellten, erschienen auf dem „No Future“-Sampler „A Country Fit For Heroes“. Aber auch drei Tracks von Helen´s nachfolgenden Band TABOO sind in ganz normaler Studioqualitaet vertreten und klingen sehr nach gutgemachten duesterem New Wave. Helen´s Stimme richtete sich schon immer eindeutig an SIOUXSIE SUE aus, da gab es kein Vertun. Und das machte sie aber auch richtig gut, denn in den 70er gab es weitaus schlechtere Kopien. Die englischen Punk-Girls wollten wie Susie klingen und die Jungs wie Johnny Rotten. Shaun allerdings tanzte da aus der Reihe und war ein Hardliner, der auch gut zu BLITZ gepasst haette. Das war einfach so! Aus den Violators haette auf jeden Fall noch weitaus mehr werden koennen, da das musikalische Know-how gegeben war. Am Ende hatten sie ihren Stil eigentlich gefunden gehabt, der wie ein Clash zwischen ´70er Punkrock und JOY DIVISION klang. Aber dann loesten sie sich leider endgueltig 1983 auf. Und ein weiteres hoffnungsvolles Punkrock-Kapitel wurde geschlossen.
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