* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

So, hier nun das Update fuer April. Das Update fuer Mai erfolgt am Donnerstag, 31. Mai 2007. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

THE BUSINESS
„Keep The Faith“ CD digi-pak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 02. April 2007 )

Ende 1994 auf dem damals doch recht umstrittenen „Walzwerk Label“ erschienen, sollte „Keep The Faith“ fuer die naechsten Jahre eine Reihe an weiteren Studio-Scheiben auf verschiedenen anderen Labels einlaeuten. Dies war auch sozusagen der Neuanfang der Band, die sich Ende der 80er etwas aus den Augen verloren hatte, aber nie als aufgeloest galt. Das Album mit seinen 13 Tracks, inkl. einer Cover-Version von BILLY KARLOFF´S „Backstreet Billy“, ist sicherlich nicht schlecht, doch es liegt weit unter der Klasse ihrer ersten beiden Scheiben. Man glaubt es kaum, aber ein gewisser Metal/Hardcore-Touch schimmert auf „Keep The Faith“ immer mal wieder durch. Vielleicht liegt es auch am eintoenigen Gesang von Micky Fitz oder an der nicht gerade sehr gehaltvollen Ideenauslegung ihres Original-Gitarristen Steve Whale. Die Band klang in den 80ern auf jeden Fall wesentlich besser. Trotzdem verkaufte sich das Album sehr gut, denn schon kurz darauf ging man wieder auf Tour und die Band selbst hat bis heute weltweit ihr Publikum gefunden. Als Bonus gibt es die drei Songs der „Anywhere But Here“-Single, die im April ´94, einige Monate vor dem Album erschienen war. Wenn ich Business heute ueberhaupt noch auflege, dann sicherlich was von der ersten LP „Suburban Rebels“.
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THE CLOROX GIRLS - „J´aime Les Filles“ CD digi-pak
THE CLOROX GIRLS
„J´aime Les Filles“ CD digi-pak
( BYO Records / BYORecords.com , Release Date: 17. April 2007 )

Auch wenn es viele nicht mehr hoeren wollen, aber die erste Band die mir hier im Sinn kam waren ganz klar the BRIEFS. Musikalisch kann man das Trio aus Portland (OR) so erst einmal grob umreissen. Ich glaub da haben die auch nichts wirklich gegen. Lustig ist, dass dies schon ihr drittes Studioalbum innerhalb von nur knapp vier Jahren ist und ich erst jetzt von ihnen hoere. Aber man kann heutzutage im Punkrock-Dschungel nicht ueberall seine Fuehler haben. Da ist mir sowieso einiges Gutes in der letzten Zeit durch die Lappen gegangen. Die 14 Tracks bedienen sich reichlich am 77er-Punkrock und lassen dabei heutige musikalische Punk-Pfade voellig ausser Acht. Und so riechen die Songs nach nicht erlebter Vergangenheit, da die Jungs so schaetze ich mal erst Mitte 20 sind. Waehrend die Musik laeuft entdecke ich weitere recht enge Parallelen, zu anderen Bands, wie etwa den belgischen THE KIDS, THE SIMPLETONES, THE BEAT oder THE GEARS. THE BRIEFS geraten dabei sogar etwas ins Hintertreffen. Gecovert wird auch und zwar der 70er-Pop-Hit aus Frankreich von LIO „Le Banana Split“. Was ich bei den Clorox Girls ein wenig vermisse, ist ein eigener Stil. Streng genommen hoert sich so manches leider nur wie gut geklautes Punkrock-Gut aus den 70ern an. Deshalb auch nur vier Sternchen!
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DAMAGED GOODS - „Greatest Hits...” CD
DAMAGED GOODS
„Greatest Hits...” CD
( Yer Dum Records / Kotumba.com , Release Date: Oktober 2006 )

Nach ihrer Zeit auf dem „Hostage Label“ mit der ersten 7”inch „Outta Here” und dem Beitrag „Wish“ auf dem „Collateral Damage“-Sampler war ich natuerlich sehr gespannt, wie sich die Band weiter entwickelt. Zunaechst war ich ganz schoen enttaeuscht, als ich das Album das erste Mal durchhoerte. Das lag vor allem an der miesen Produktion, die uebrigens von DeRITA SISTER Mark Gilman „verbrochen“ wurde. Nix gegen Mark, scheint ein netter Kerl zu sein, aber von Songs aufnehmen hat er wirklich nicht viel weg von. Muss ja schliesslich mal gesagt werden! Denn die Songs an sich sind nicht wirklich schlecht, wenn auch viel zu schnell gespielt, aber irgendwie scheint es mir so, das das gesamte Album wie unter Druck eingespielt wurde, quasi im Schnellverfahren. Also nicht grossartig nach dem Sound suchen, sondern einfach alles anschliessen und aufnehmen. Fertig! Die Gitarre beispielsweise geht dabei so was unter. Absolut kein Vergleich zu ihren Hammer-Tracks auf „Hostage“!!!!! Unfassbar!!!! Da bleibt ueberhaupt nichts mehr vom typischen Orange County-Sound im Stil von the CROWD, the SIMPLETONES und the CHIEFS haengen!!! Echt, eine Schande!!!! Ich verstehe nicht, warum die Band das Studio gewechselt hat. Jerry Adamo hat gerade diesen Bands doch jahrelang den goldrichtigen Schuss verpasst! Damaged Goods klingen hier beinahe wie eine drittklassige Punkband, die von ueberall her kommen koennte. Fuck, der Sound ist viel zu bass-lastig, zu unterproduziert, nichts kommt da wirklich an die Oberflaeche, alles bleibt im Einheitsbrei stecken! Die Songs werden an einem Stueck lieblos runtergebollert. Da bleibt null Platz, diese spezielle Atmosphaere ihrer ersten Recordings aufzubauen oder gar einzufangen. Da moechte ich am liebsten das 3RD-Print wieder auferstehen lassen und Rick Bain und sein „Hostage Label“ wieder zum Leben erwecken. So geht es ja nicht! Mein Vorschlag, geht mit den Songs noch mal zum Jerry „the Hitman“. Der wird schon wissen, wie er diese Songs richtig in Szene setzen kann. Von daher drei verdammt enttaeuschte Sternchen!
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DERITA SISTERS 77 - „Back To No Future“ CD
DERITA SISTERS 77
„Back To No Future“ CD
( Kotumba Records / Kotumba.com , Release Date: 2006 )

Die ausgewanderte Silvie Pussycat von den COCKROACH CANDIES gibt hier ihr Debuet für die DeRita Sisters. Munter wechselt sich ihr Gesang mit dem ihres Ehemannes Mark Gilman ab. Fuer ihren Einstand hatte man sich was besonders Feines ausgedacht. 22 Tracks aus der goldenen Punk Rock Aera von 1976 bis 1979 sind hier gecovert worden. Man haelt sich streng am Original, was ich nur begruessen kann. Dabei hatte man bei der Songauswahl darauf geachtet nicht zu gaengige Lieder auszusuchen. Das ist ihnen auch vollkommen geglueckt. Und so finden sich Klassiker wie „I Won´t Look Back“ (the DEAD BOYS), „Lost For Words” (the PROLES), „Mr. Suit” (WIRE), „Fascist Dictator” (the CORTINAS), „ESP” (BUZZCOCKS) „United Experiments Of America” (U.X.A.) und „Round And Round” (CELIA & THE MUTATIONS) ein. Die CD ist JOEY RAMONE, JAK STAFFORD (X-RAY SPEX), HOWARD PICK-UP (the ADVERTS) und JOE STRUMMER gewidmet, der der CD mit seinen beruehmten Worten „It´s fun to be alive. It´s a hell a lot better than being dead.” das Intro verleiht. Zu der regulaeren CD-Version, die bereits 2003 erschien, gibt es auf dieser „Special Edition“ den Bonus-Tracks „Cyanide“ (the LURKERS) mit Saenger Monkey von the ADICTS, sowie einen viertelstuendigen Live-Mitschnitt vom Auftritt der DeRita Sisters 77 beim „Wasted Festival“ 2005.
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THE DERITA SISTERS
„The Band That Refused To Die!“ DoCD
( Trash2001 Records / Kotumba.com , Release Date: Dezember 2006 )

Die wievielte Veroeffentlichung mag das nun eigentlich sein? Man munkelt von beinahe dreissig Veroeffentlichungen! Ich hab jedenfalls irgendwann mal aufgehoert mitzuzaehlen. War das jetzt tatsaechlich ihre letzte Studio-CD? Hhmm, ich glaub schon. Warum hat es dann in all den Jahren nie wirklich mit den DeRita Sisters und dem Real Shock geklappt? Nun, die Antwort findet man ganz schnell auf dieser Do-CD. Mir klingen die meisten Songs einfach zu flach, zu schnell, zu simpel und zu eintoenig. Die spielerischen Faehigkeiten sind gegeben, keine Frage, aber irgendwie haben sie in all den Jahren nicht wirklich viel daraus gemacht. Neben den 20 Tracks auf der neuen CD gibt es gratis noch 35 Songs oben drauf, die auf der zweiten CD unter dem Titel: „A Basket Of Snakes – The Greatest Hits“ neu eingespielt worden sind.
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THE DEVEROS - s/t CD
THE DEVEROS
s/t CD
( Kotumba Records / Kotumba.com , Release Date: 2005? )

DeRITA SISTER Mark hat mir neben der DAMAGED GOODS – weswegen ich eigentlich angefragt hatte – noch gleich einen ganzen Schwung mehr ins Promo-Paket reingepackt, damit es sich auch so richtig lohnt fuer mich. U.a. fand ich auch die erste CD von Santa Barbara´s the Deveros, die sich auf dem CD-Cover und auf ihrer MySpace-Seite wie folgt beschreiben: „Retards, Beer, Pills, Glue and Lucky Strikes.“ Damit waere auch schon alles gesagt, denn die vier jungen Herren bewegen sich mit ihren zwoelf Songs irgendwo zwischen the QUEERS, early the CRUMBS, the INVALIDS, the RIVERDALES und natuerlich the RAMONES. Ist wirklich ganz nett, aber hab ich schon an anderer Stelle wesentlich besser vernommen. Leider konnte ich bei meiner Internetrecherche kein genaues Release Date ermitteln, was mich immer wieder leicht veraergert. Legen da einige Bands und Labels etwa keinen gesteigerten Wert drauf? Scheint wohl so zu sein.
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DISCHARGE - „Why“ CD digi-pak     DISCHARGE - „Hear Nothing, See Nothing, Say Nothing” CD digi-pak     DISCHARGE - „Never Again“ CD digi-pak
DISCHARGE
„Why“ CD digi-pak
„Hear Nothing, See Nothing, Say Nothing” CD digi-pak
„Never Again“ CD digi-pak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 15. Maerz 2007 )

Jetzt kommt es aber knueppeldick! „Captain Oi!“ hat die ersten drei Discharge-Scheiben von Tim Turan komplett remastern lassen und im ultimativen deluxe digi-pak Format veroeffentlicht. Dazu, Texte zu allen Songs, sowie Anmerkungen aus Ian Glasper´s Buch „Burning Britain“, und natuerlich, wie sollte es auch anders sein sind alle Plattencover im Booklet abgebildet. Ich glaube auf solch eine detaillierte Ausgabe hat jeder DISCHARGE-Fan schon seit Jahren gewartet! Und wer hat es gemacht? Nein, nicht die Schweizer, sondern mal wieder das „Captain Oi! Label“. Man merkt eben mit jeder Release das der Fan hier immer im Vordergrund steht. Um Discharge hab ich frueher als Kiddie stets einen grossen Bogen gemacht. Ich weiss noch, wie die Band damals mit ihrer ersten Single „Realities Of War“ bei den Punks im Pott eingeschlagen hatte. Frei nach dem Singlecover hatte von heut auf morgen fast jeder Zweite den Schriftzug fett hinten auf der Lederjacke, die wiederum mit reichlich Nieten verziert wurde. Die Nietenkaiser waren somit geboren! Es waren fast alle voellig aus dem Haeuschen und als ich die Single dann das erste Mal 1980 im Duisburger „Rock On“ ueber Kopfhoerer vernahm, dachte ich nur, was ist das fuer ein beschissener Krach? Ich konnte ueberhaupt nicht verstehen, was die nun alle an der Band gut fanden. Genauso erging es mir aber auch mit CRASS und etwas spaeter auch mit MINOR THREAT. Mir ging halt die Schnelligkeit und besonders das Unmusikalische voellig gegen den Strich. Allerdings fand ich andere neue Bands wie the EXPLOITED, ANTI-PASTI, the PARTISANS oder BLITZ nur noch genial! Zum Beispiel gefiel mir „Police Story“ und „Killing Machine“, die erste 7“inch der PARTISANS auf Anhieb. Diese beiden Songs waren auch fuer damalige Verhaeltnisse hoellisch schnell, aber ich hoerte da auf jeden Fall eine Melodie raus. Und das war bei Discharge nie der Fall gewesen. Okay, sie hatte wenige lichte Momente, wie etwa mit den Singles „Decontrol“, „Never Again“, „State Violence State Control“, „The Price Of Silence“ oder „The More I See“, und diese Singles gehoerten einige Jahre mit zu meinem Platten-Archiv, bis ich sie fuer teuer Geld absetzte, aber die restlichen Songs trafen einfach nicht meinen Geschmack. Und wenn ich sie mir heute so anhoere, dann faellt mir auch direkt wieder der Grund ein. Ihr absolut monotoner schneller Punk mit den nervigen Metal-Kurzsolis. Bei dieser Band klang jeder Song wie der andere. Knueppel aus dem Sack und draufhauen! Egal ob das der Gesang war, das Schlagzeug, der Bass oder die Gitarre. Da fand ich GBH im direkten Vergleich irgendwie nicht so verdammt einfallslos. Von daher ist es auch voellig egal, ob ich die drei CDs hier einzeln besprechen oder nicht. Ich kann dem Sound bis heute kaum was Positives abgewinnen. Gut, das „Sanctuary Records“ vor einigen Jahren eine Single-Collection auf zwei CDs verteilt veroeffentlicht hat, denn somit ist mein Bedarf an der Band voellig ausreichend gedeckt worden. Ueberrascht war ich, das nur einer von der Band und zwar Saenger Cal hinter den ganzen harten Kriegsbildern auf den Plattencovern steckte. Der Rest der Band wollte einfach nur laute Musik machen und der Rest interessierte einfach nicht.
Alle Discharge-Veroeffentlichungen kamen damals bei „Clay Records“ raus. Den Anfang macht „Why“ aus dem Jahre 1981. Zu den 10 Tracks kommt noch ein Bonus von insgesamt 14 weiteren Tracks. Dabei die ersten drei Singles der Band: „Realities Of War“, „Fight Back“ und „Decontrol“, sowie zwei Tracks von der „Apocalypse Punk Tour“, die Discharge 1981 mit the EXPLOITED, ANTI-PASTI und CHRON GEN quer durch das englische Koenigreich bestritten.
Danach folgte 1982 die „Hear Nothing, See Nothing, Say Nothing“-LP, die hier mit all ihren 14 Songs vertreten ist. Im Anschluss dann ein Bonus-Block mit neun Songs. Dabei die „Never Again“ und „State Violence State Control“-Singles, sowie die vier Tracks der 12”inch „Warning: Her Majesty´s Government Can Seriously Damage Your Health“ von 1983.
Die dritte CD im Bunde ist das 84er-Album “Never Again”. Sozusagen eine „Best Of“, die nach dem Weggang von Gitarrist Bones eingespielt wurde. Hier wurde noch deutlicher, wie Discharge sich immer weiter in Richtung Heavy Metal Punk orientieren. Cal schrie jetzt nicht mehr ins Mikro, sondern versuchte wie ein Saenger von einer Metaltruppe zu klingen. Aus Kurzsolis wurden richtige Solos und somit hatte die Band sehr schnell den Kredit bei dem zum Teil etwas verwirrten DieHard-Fans verspielt gehabt. Die neu eingespielten Versionen von Songs wie „Never Again“, „Protest & Survive“ oder „State Violence State Control“ hatten ihre Rauheit verloren. Neben den 17 LP-Tracks gibt es noch die 12“inch Version von „The More I See“ und die komplette 12“inch „Ignorance“ zu hoeren. Drei Jahre spaeter loeste sich die Band dann auf, kam zwar wieder zusammen, aber die Story steht auf einem anderen Blatt Papier geschrieben.
Discharge war die erste Band die solch einen derben Sound in England zustande brachte. Natuerlich bin ich mir um die Wichtigkeit dieser Band fuer die damalige und heutige Punk-Szene absolut bewusst. Von daher gibt es von mir auch eine voellig objektive Bewertung.
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THE EPILEPTICS - „System Rejects“ CD
THE EPILEPTICS
„System Rejects“ CD
( Overground Records / OvergroundRecords.co.uk , Release Date: 30. April 2007 )

1996 das erste Mal auf „Overground” veroeffentlicht, nun also nach knapp elf Jahren eine erste Nachpressung. In der Erwartung ernst genommen zu werden gruendeten 1978 vier junge Punks eine Band. Sich Epileptics zu nennen stammte von einem Vorschlag einer ihrer Muetter. CRASS kamen im August 1978 ins beschauliche Bishop´s Stortford und spielten ein Konzert. Die beiden Bands kamen ins Gespraech und einige Wochen spaeter spielten the Epileptics gemeinsam ein Konzert in London´s Covent Garden, „The Basement“. Nur fuenf Besucher kamen waehrend des Soundcheck vorbei, gingen dann aber schnell wieder. Die Epileptics spielten dann vor den paar Leuten, die CRASS noch im Handgepaeck mitgebracht hatten. Ein Buendnis zwischen den beiden Bands war gebildet worden, das fuer viele Jahre andauern sollte! Durch eine Beanstandung der britischen Epilepsie-Organisation wurde eine Namensaenderung vorgenommen, zunaechst in EPI-X, dann unter Druck ihres Plattenlabels „Stortbeat“ endgueltig in THE LICKS, das daraufhin 1979 die erste Single der Band „1970´s“ veroeffentlichte. Die Band selbst war mit der Namensaenderung alles andere als gluecklich, weswegen es immer mehr zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band kam. JOHN PEEL war natuerlich wieder einer der ersten DJ´s, der die Songs in seinem Programm oefters mal spielte. Es sollte ihre einzige Single bleiben, die ich mir 1982 in einem Londoner Second Hand Store sogar noch zulegen konnte. Es folgten noch einige wenige Konzerte, bevor sich die Band wohl anscheinend im Streit aufloeste. Anfang 1980 versuchten es Saenger Colin Latter und Bassist Derek Birkett erneut und zwar unter dem Namen FLUX OF PINK INDIANS. „System Rejects“ beinhaltet 28 Tracks, die die Single natuerlich einschliesst, sowie qualitativ mittelpraechtige Demo- und Live-Aufnahmen. Im achtseitigen Booklet gibt es eine ausfuehrliche Bandgeschichte nachzulesen. Allein wegen der Single lohnt sich der Kauf der CD, denn ich glaube, dass man sie heute wahrscheinlich nur noch (wenn ueberhaupt) fuer teuer Geld bei eBay ersteigern kann. Und wer gerne wissen moechte, von welcher Band ANTI-PASTI den Song „Two Year Too Late“ geklaut haben, sollte sich Track 4 anhoeren.
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THE ESCALATORS
„Live At Le Havre 1983” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 02. April 2007 )

Diese Band setzte sich Anfang der 80er fast ausnahmslos aus Ex-Mitgliedern von the METEORS zusammen. Da waeren Nigel Lewis, Mark Robertson und Woody zu nennen. Zu ihnen stiess dann noch Bart Coles, ein guter Freund von Nigel. Nach einigen wenigen Singles und nur einem Album mit dem Titel „Moving Staircase“ war es auch schon wieder vorbei mit den Escalators. Wenige Zeit spaeter kamen dann aber the TALL BOYS hervor. Die 16 Tracks - ein musikalischer Mix aus Rockabilly, Punk, 50ties Rock’n’Roll und the METEORS – gibt es nun das erste Mal auf CD, und wurden 1983 live in Frankreich aufgenommen.
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THE FILTHY THIEVING BASTARDS - „I´m A Son Of A Gun“ CD digi-pak
THE FILTHY THIEVING BASTARDS
„I´m A Son Of A Gun“ CD digi-pak
( BYO Records / BYORecords.com , Release Date: 23. April 2007 )

Wenn man schon nichts mehr Neues von den SWINGIN´ UTTERS hoert, so ist doch auf die Zweitband von Johnny Bonnel, Darius Koski und Spike Slawson nach wie vor Verlass. Die haben naemlich zusammen mit ihrem langjaehrigen Produzenten und Schlagzeuger Randy Burke ihr bereits viertes Studioalbum hingelegt. An der Musik wurde dabei nicht gedreht. Waehrend im Hintergrund stets auf den Punkrock Verlass ist wird an vorderster Front voller Hingabe hauptsaechlich der irischen Folkmusik das ein oder andere Staendchen gemacht. Dabei werden auch Ausfluege in die Welt der traditionellen Country-Rhythmen weiterhin in Kauf genommen, aber auch einige E-Gitarren wie etwa bei „Santa Maria“ oder „When We Were Kids“ kommen ueberraschenderweise zum Einsatz und koennten auch durchaus auf einer neuer Scheibe der SWINGIN´ UTTERS ihren Auftrag erfolgreich erfuellen. Besonders „When We Were Kids“ hat es mir dabei voll angetan, das klingt nach 77er Punkrock pur! Meines Erachtens wirkt dadurch der 14-Song-Silberling noch abwechselungsreicher. Ich glaub der Band geht es im Moment richtig gut und es mangelt ihnen auch an nichts. Songs die in sich ruhen und einfach nur eine gute Stimmung vermitteln wollen.
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GUANA BATZ
„Get Around” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 02. April 2007 )

Dieses Album besiegelte 1994 das endgueltige Aus von einer der besten Londoner Psychobilly-Bands neben the METEORS, die 1983 ihr erstes Konzert im „Feltham Football Club“ als support von KING KURT gaben. Es folgten zahlreiche Konzerte im In- und Ausland, sowie einiges an Vinyl-Veroeffentlichungen. Anfang der 90er wurde es dann etwas ruhiger um die Band, da ihre Schluesselfigur Pip Hancox sich dazu entschlossen hatte nach den Staaten ueberzusiedeln. So nahm man mit „Get Around“ ein letztes Studioalbum raus, was damals auf „Vinyl Japan“ raus gekommen war. Zu den offiziellen 15 Songs gesellen sich am Schluss dann noch drei Live-Tracks hinzu. Im Booklet wird zudem ausfuehrlich auf den Werdegang der Band eingegangen.
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HALLO KWITTEN - „Gurus Of Peace“ CD
HALLO KWITTEN
„Gurus Of Peace“ CD
( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 20. April 2007 )

Auch nicht schlecht was da im Info steht. Vor Jahren als Spasskapelle von Arbeitskollegen(!!!) gegruendet. Arbeitskollegen!!! Ich glaub ich les nicht richtig! Arbeitskollegen!!! Wie hat das denn funktioniert? Und meine naechste Frage waere direkt: Wo arbeiten die denn nur? Wo gibt es das schon, das man sich auf der Arbeit als Punk-Band zusammen findet. Ist ja wie ein Sechser im Lotto! Auf jeder Arbeitsstelle kann man doch von Glueck sprechen, wenn man wenigstens mit einer Person gut auskommt. Das heisst aber auch noch lange nicht, dass man den gleichen Musikgeschmack teilt. Ich spreche aus Erfahrung! Jahrelang im Kochjob taetig gewesen und fast nur auf Cola-Junkies, Alkoholiker, hirnlose Wichtigtuer, dreiste Idioten-Prolls und abgedrehte Spinner getroffen, aber das man sich mal ueber Musik, sprich Punk Rock unterhalten konnte, war nie wirklich gegeben. Da gibt es genuegend Beispiele aus meiner Vergangenheit als Koch zu berichten. Aber egal, die Drei haben sich gesucht und gefunden! Vielleicht in der Kantine beim Mittagstisch? I don´t know! Auf jeden Fall geht das Flensburger Trio ab wie MOTORHEAD on Speed. Nur ohne den Heavy Stuff, sondern die CD wird stark vom TURBONEGRO-Stil vorangetrieben, der auch ein paar BLACK FLAG-Anleihen zu bieten hat! Die Songs sind verdammt kurz ausgefallen, was absolut passt. So einfach kann es manchmal gehen! Hier wird bis zum Anschlag alles rausgeholt. Das wummert ganz schoen! Energie pur, gut produziert, mit keinerlei Verzerrung. Ueberraschung des Monats! Ich bin total platt!!!
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DIE HUNNS - „Live Fast…Die Hunns“ CD
DIE HUNNS
„Live Fast…Die Hunns“ CD
( Disaster Records / DisasterRecords.com , Release Date: 27. Maerz 2007 )

Aufgenommen wurde „Live Fast… Die Hunns“ ein Jahr nach der „Long Legs Die Hunns“ von 2004 und einige Monate vor der „You Rot Me“ von 2006. „Live Fast…Die Hunns“ bietet sieben neue Songs, u.a. ein ´77er-Cover vom FLYS-Klassiker „Love And A Molotov Cocktail“ sowie fuenf weitere Tracks, wie etwa „Back’n’Black“ von fuckin´ AC/DC oder „Ain´t Talkin´ ´Bout Love“ von fuckin´ VAN HALEN, die es bislang nur auf limitierten Singles zu hoeren gab. Da macht sich wohl der Einfluss von Corey Parks ziemlich stark bemerkbar. Ihr Gesang bleibt trotz der nervigen Hardrock-Attitude auf jeden Fall eine Bereicherung der Band! Ich denke Duane haette aber wohl doch lieber einige Punkrock-Songs mehr gecovert. Obwohl, das muss ich anerkennen, „Ain´t Talkin´ ´Bout Love“ ziemlich gut in einer Punkrock-Version klingt. Die Hunns spielen hier gluecklicherweise wieder mehr in Richtung des eigentlichen Vorgaenger-Album „Long Legs Die Hunns“, obwohl die Band dabei schon lange nicht mehr an ihr erstes und auch bestes Album „Unite“ ranreichen kann. Aber das macht nichts und verlangt ja auch kein Mensch! Ihr Sound schiesst aus heutiger Sicht immer noch weit ueber den herkoemmlichen Punker-Durchschnitt hinaus. Das Album ist weltexklusiv nur auf „Disaster Records“ erhaeltlich.
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THE LURKERS
„Live Freak Show“ CD
( Kotumba Records / Kotumba.com , Release Date: 2004 )

Arturo Bassick – der die Lurkers-Fassade mit Engelsgeduld seit ihrer Reunion-Show 1987 im Duesseldorfer „HDJ“ zusammenhaelt – weiss wie man die Massen bewegen kann. Das ueberrumpelt mich im ersten Moment auch und ich lass mich vom „Intro“ von seiner „Gaensehaut“-´77er-Ansage mitreissen. Da will man automatisch zum Eroeffnungssong „Freak Show“ nur Pogo dancen. Aufgenommen wurde die Show mit insgesamt 21 Tracks mit allen altbewaehrten Hits 2003 im „Benrather Hof“ zu Duesseldorf. Ein Live-Album der Lurkers im Schrank stehen zu haben ist nie verkehrt. Im Rompart der CD gibt es noch zwei s/w Live-Videos zu sehen.
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THE MAINLINERS
s/t CD
( Crusher Records / CrusherRecords.com , Release Date: 25. April 2007 )

Leider ist mir ihre letzte CD-Release „Bring On The Sweetlife“, 2005 auf „Get Hip Recordings“ veroeffentlicht, nicht mehr im Ohr, und somit muss ich nun bei Null wieder anfangen. Mainliners kommen aus Schweden und nach ihren musikalischen Faehigkeiten zu urteilen sind sie auch schon einige Jaehrchen zusammen. Sie bereisten 2005 die USA und waren in Europa konzert-technisch auch nicht gerade untaetig. Also auch ueber diverse Live-Erfahrungen scheinen sie nicht wirklich verlegen zu sein. Rein sound-technisch gesehen klingen die zehn Tracks wie guter Schweden-Pop, die allerdings mit reichlich fetten Rock’n’Roll-Gitarren durchsetzt sind, und mir zum Teil leider etwas zu harmlos daher kommen. Das klingt nicht wirklich nach abgefuckten Rock’n’Roll-Tunes, viel eher bin ich der Meinung, dass es zum Mainstream manchmal nur ein winzig kleiner Schritt zu sein scheint. Die eingestreuten und aeusserst pompoes angelegten Balladen verstaerken natuerlich diesen Eindruck. Einzig und allein der Opener „Olivia“ gefaellt mir, und das auch nur, weil er nicht diesen pathetischen ´80er Hardrock-Einschlag so offensichtlich an den Tag legt, und mich sogar etwas an die britischen THE KILLERS erinnert.
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THE MUDLARKS - s/t CD
THE MUDLARKS
s/t CD
( Puke’n’Vomit Records / Mudlarks.com , Release Date: Januar 2007 )

Ihre erste 7“inch-EP von 2004 unter dem Namen „R’n’R War“ klingt mir noch sehr gut im Ohr. Dort spielten sie drei Jahre nach der eigentlichen Bandgruendung eine extrem rotzige 77er-Variante des Punk Rock. Rein gesanglich reichte das sogar an die Uralt-Formation MARY MONDAY AND THE BITCHES ran. Man durfte auf weitere musikalische Schandtaten der italienischen Band also aeusserst gespannt sein. Nun ist seit einigen Monaten endlich die erste wirklich offizielle CD zu haben. Und direkt beim ersten Hoeren faellt mir auf, das die Band gar nicht mehr wieder zuerkennen ist. Denn sie klingen ziemlich erwachsen und spielen ihre zehn Tracks so, als wenn sie schon ewig und drei Tage dabei sind. Ungeniert lassen sie dabei auch die heute so gaengig gewordenen Einfluesse des 50ties Rock’n’Roll und des 60ties Garagesound einfliessen, was dem ehemaligen Sound aus meiner Sicht ueberhaupt nicht gut tut. Wirklich straight gespielten Punk Rock sucht man unter solchen Vorraussetzungen vergebens. Das klingt mir alles viel zu verschnoerkelt und auch zu perfekt. Ich vermisse die Unbekuemmertheit, die sie auf der EP noch so glaenzend ausgestrahlt haben.
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THE NEW YORK LOOSE - „Born To Loose” CD-R
THE NEW YORK LOOSE
„Born To Loose” CD-R
( Fading Ways Music / FWMusicStore.co.uk , Release Date: 30. April 2007 )

Mitte der 90er waren New York Loose mit der charismatischen Saengerin und Gitarristin Brijitte West einer der besten neuen Bands, die es in New York gab. Ihre erste Single „Bitch“/„Monolith Kids“ auf dem bandeigenen Label „Loose Records“ – u.a. von Richard Bacchus (D-GENERATION) produziert – schlug bei mir damals aehnlich ein wie die erste Single von D-GENERATION „No Way Out“. Dem „Flipside Magazine“ war die Band eine Titelstory wert und wir vom 3RD waren damals auch ganz nah an der Band dran. Moeglich gemacht hatte es damals mein Ex-Kollege, der Hanns aus Duisburg-Rheinhausen, der die Band fuer einer der ersten Nummern vom Heft interviewte. Als die Band dann durchklingen liess, das sie bald fuer einige Auftritte nach England kommen, gab es den Plan die Band – Abholung an der Faehre in Ostende, plus Uebernachtung und Verpflegung vor Ort – auch exklusiv fuer ein Konzert in den Proberaum von Rheinhausen´s Punkbands zu locken. Leider lehnt die Band damals ab. So spielten sie ihre Shows in England und reisten wieder zurueck in die Staaten. Es erschien mit „Green Light Semaphore“/„The Luckiest Girl“ eine weitere Single, diesmal auf „Holy Plastic“. 1995 dann die MCD „Loosen Up!“ auf „Flipside Records“, fast zeitgleich mit der „R.A.F.R. Compilation“, die der Mitarbeiter Martin McMartin zusammengestellt hatte, und wo ein weiterer neuer Song mit „Tailspin“ vertreten war. Es folgte noch eine dritte Single, „Pretty Suicide“/„Spit“, die 1996 in neu eingespielten Versionen auf dem ersten Album der Band unter dem Titel „Year Of The Rat“ zu finden waren. New York Loose hatten zu dem Zeitpunkt die Lager gewechselt, vom Indie-Label zu dem Major „Hollywood Records“ in California. Meines Erachtens zog die Band damals auch von der Ost- an die Westkueste. Doch leider ging es nach dem kometenhaften Aufstieg in New York Seite an Seite mit D-GENERATION dann mit dem Umzug und dem Vertrag bei einem Major bergab. Die Band bekam fuer ihr Album kaum Kritiken. Es wurde von der Musikpresse einfach ignoriert. Vielleicht wollte die Band zu dem Zeitpunkt zu hoch hinaus und hatte sich dabei einfach nur verrechnet gehabt. Bezeichnend dafuer das die CD sehr schlecht lief ist die Tatsache, das ich die Scheibe 1996 im New Yorker „Tower Records“ als Second-Hand im astreinen Zustand fuer lumpige fuenf Dollar entdeckte. Kurze Zeit spaeter ging die Band dann auseinander. Heute lebt Brijitte West in London, ist verheiratet und hat Kinder. Vor wenigen Monaten gab sie ein Interview fuer „Sleazegrinder.com“. Schlagartig beschleunigt wurde der Bekanntheitsgrad der Band ausserdem durch das Einrichten einer MySpace-Seite von ihr hoechstpersoenlich. Die Resonanz muss aussergewoehnlich hoch ausgefallen sein, denn Frau West spielt nun bald ein erstes Konzert mit neuer Line-Up am 05. Mai in Brighton, als support von GOLDBLADE. Natuerlich auch um die CD-Veroeffentlichung zu pushen. Auf den insgesamt 24 Tracks – komplett re-mastert versteht sich – sind die drei Singles vertreten, die „Loosen Up!“ MCD, sowie neben einigen Live-Sachen, auch noch unveroeffentlichte Studio-Songs, die vor der Zeit des „Year Of The Rat“-Album entstanden sind. Nun, wer von der Band bisher noch nie was gehoert hat, aber einige Scheiben von the RAMONES, BLONDIE, the NEW YORK DOLLS, the DICTATORS oder D-GENERATION im Schrank zu Hause stehen hat, der wird beim Kauf dieser CD garantiert nichts falsch machen. Und „Monolith Kids“ wird ihr ewiger Hit bleiben!
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THE OUTCASTS - „The Punk Singles Collection” CD
THE OUTCASTS
„The Punk Singles Collection” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 19. Maerz 2007 )

Zum ersten Mal bei „Cherry Red“ 1995 raus gekommen, hier dann nun die Neuauflage der gesammelten 7“inch-Songs der irischen Outcasts mit voellig neuem ueberarbeitenden Booklet. Da hat man sich schon die Muehe gemacht, die Abbildungen der ersten Singles mit im leider unveraenderten Text von Mark Brennan, inkl. der Discography einzubinden. Schade aber auch, dass die CD nicht mal einer Neu-Masterung unterzogen wurde. So hoert man also den Stand von 1995, was irgendwie nicht mehr in unsere heutige Zeit passt. Vielleicht sollte sich da das „Cherry Red Label“ auch mal bald seine Gedanken zu machen und nicht immer nur die alten Kamellen anbieten. „Captain Oi!“ geht ja da seit einigen Jahren mit gutem Beispiel voran! Dazu sollte man, falls einem sich die Gelegenheit bietet, die Re-Issue von 2004 des ersten Outcasts-Albums „Self Conscious Over You“ mal anhoeren. Hier ist die CD naemlich komplett gemastert worden und das hoert man auch sofort durch! Die Songs sind einfach „lauter“ und erzeugen dadurch viel mehr an Druck. Die 25 Songs auf der „Punk Singles Collection” stecken natuerlich alle Stationen der Band ab, angefangen von ihren ersten Singles „Frustration“, „Just Another Teenage Rebel“, „Self Conscious Over You“ bis zu den spaeteren Werken „Nowhere Left To Run“ oder „Seven Deadly Sins“. Die Outcasts haben natuerlich in den 70ern Punkrock-Geschichte geschrieben und da gibt es bei so vielen Klassikern nur die volle Sternchenzahl zu vergeben!
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THE QUEERS - „Munki Brain” CD
THE QUEERS
„Munki Brain” CD
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 20. April 2007 )

Nach dem ´98er-Album „Punk Rock Confidential” hab ich die Queers ganz bewusst aus den Augen verloren. Zu gleich, zu einfallslos und zu fad klangen sie fuer mich in dieser Zeit. Deswegen haette ich es auch nicht mehr fuer moeglich gehalten das sie mit ihrer aktuellen Scheibe noch einmal bei mir richtig punkten koennen. Die 13 Tracks auf „Munki Brain“ gefallen mir ausserordentlich gut. Das liegt in erster Linie daran, dass sie wieder mehr Wert auf die feinen Mid-Tempos legen und die schnellen Nummern der Vergangenheit angehoeren. Hier zelebrieren die Queers das was sie auch am Besten koennen, naemlich gut durchdachte PopPunk-Songs mit der Leichtigkeit der RAMONES und einem nicht zu ueberhoerbaren Surf-Einschlag al la BEACH BOYS zu spielen. Von daher erinnert mich dieses Album ganz speziell an Mitte der 90er, als Bands wie PARASITES, RIVERDALES und SCRRECHING WEASEL fuer mich das A und O waren.
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THE RIVALS - „…If Only“ CD
THE RIVALS
„…If Only“ CD
( Bin Liner Records / Detour-Records.co.uk , Release Date: April 2007 )

Es ist schier unglaublich, dass 27 Jahre lang diese voellig einwandfreien Studioaufnahmen unter Verschluss waren. Monatelang war das Album auf dem Label angekuendigt gewesen. Dann endlich im Februar kam schon mal die LP-Version auf dem Markt. Und nun, knapp zwei Monate spaeter auch die CD-Version, allerdings nur in einer 500er-Auflage. Ich bin echt froh, das Dizzy Detour da trotzdem an mich gedacht hat, und mir ein Exemplar zuschickte. Aber ich weiss das Teil auch dementsprechend zu wuerdigen! Denn von dem Trio aus dem kleinen Kuestenstaedtchen Ramsgate, knapp 80 Meilen von London City entfernt, war ich von Anfang an schwer begeistert gewesen. 1979 erschien ihre Debuet-Single „Future Rights“ auf „Ace Records“. Natuerlich war in dieser speziellen Zeit wieder einmal JOHN PEEL zur Stelle und spielte den Song haeufig in seinem Programm. 1980 folgte mit „Here Comes The Night“ eine zweite Single, diesmal auf „Oakwood Records“. Auch dieser Song entwickelte sich bei JOHN PEEL als Dauerbrenner und wurde sogar vom „Record Mirror“ als „Single Of The Week“ ausgezeichnet. Aber auch in der Radiosendung von MIKE REED auf BBC1 schafften sie es als „Record Of The Week“. Die THEM-Coverversion wurde von der Band aber auch in der unnachahmlichen Tradition eines echten 77er-Punkrock-Klassiker eingespielt. War ich schon bei der „Future Rights“ leer ausgegangen, so musste ich unbedingt diese Single haben. Doch es war wie verhext! Es war einfach nicht ranzukommen. Im damaligen deutschen „Sounds“ wurde ich dann endlich ein Jahr spaeter fuendig. Ein voellig normaler Rock&Pop-Mailorder inserierte dort regelmaessig auf zwei bis drei Seiten. Ihre Punkrock-Sparte wurde dabei mit den Jahren immer detaillierter. Und so kam es, dass 1981 fast eine ganze Seite mit Punkrock-Scheiben angeboten wurde. Darunter gab es auch eine extra Single-Abteilung, wo sie die 7“inches von 4,90 DM bis runter zum sensationellen Schnaeppchen von nur 1,20 DM (!!!) angeboten haben. Ihr koennt euch sicherlich vorstellen, dass ich hier oft genug zugeschlagen habe. Und die „Here Comes The Night“-Single erstand ich dort fuer 2,50DM(!!!). Nun hoerte ich auch zum ersten Mal die B-Seite „Both Sides“. Ebenfalls ein weiterer Kracher! Leider ist aber diese Version nicht auf der CD enthalten. Da muesst ihr schon nach der „Punk Rock Rarities Vol. 1“ – auf „Anagram Records“ 1995 erschienen – Ausschau halten, wo beide Songs zu hoeren sind. Aber keine Bange! Auf der CD hier gibt es den Song auch zu hoeren, wenn auch nur als Demo-Version, die sich aber nur minimal von der offiziellen Flipside unterscheidet. An die „Future Rights“ kam ich auch waehrend meiner zahlreichen Reisen nach London Anfang der 80er nicht mehr ran. Ein damaliger guter Kumpel nahm sie mir dann aber irgendwann mal auf Tape auf. Und jetzt ein ganzes Album mit bislang unveroeffentlichtes Studiomaterial, welches auch zur meiner grossen Freude komplett ueberarbeitet wurde. Unfassbar! Dabei wird der hohe Standard ihrer beiden Singles locker fortgesetzt! Einfach so! Als wenn es nichts Leichteres damals gegeben haette. Bei den hypermelodischen Songs wie „American Faces“, „Women Of The East“, „Bastard Blues“ oder „Waiting“ bleibt einem echt die Spucke weg! In ihrer Einmaligkeit schwer zu toppen! Eine rotzige screamin´ Punkrock-Voice, die nicht nur einmal sehr an Greg Cowan von THE OUTCASTS erinnert und entfernt auch an Kirk Brandon´s erste Tage bei the PACK, sowie der fuer damalige Verhaeltnisse so typisch maschinenartige Punk’n’Reggae-Gitarrensound macht diese CD zu einem echten Punkrock-Juwel! Waere diese Scheibe schon 1981 oder 1982 raus gekommen haette sie ganz klar einen Platz im britischen Punkrock-Olymp erobert. Nun wird diese ungewoehnliche Ehre eben 27 Jahre spaeter erteilt! Auf jeden Fall ist das einer der wichtigsten ´77er-Punkrock-Releases von 2007. Das mit viel Liebe zum Detail ausgefallene Booklet ist voll gestopft mit Bildern und Geschichten. Dabei wird noch die eine oder andere Anekdote „raus gehauen“. Die CD haelt gegenueber der LP-Version noch fuenf Bonus-Tracks parat, und ist zudem auch mit einem anderen Cover ausgestattet. Zugreifen! Jetzt! Sofort! 1977 Punk Rock Forever!
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SNITCH
s/t CD digi-pak
( Leech Records / LeechRedda.com , Release Date: 02. Maerz 2007 )

Das neue Snitch-Album wird von einem schweren Schicksalsschlag ueberschattet. Ihre Bassistin Louise Garforth-Eisele verstarb im Alter von nur 27 Jahren am 10. Juni 2006, einen Tag nach der Geburt ihrer Tochter Annabelle. Bei der Geburt kam es zu schweren Komplikationen, wobei die Aerzte das Neugeborene in letzter Sekunde retten konnten. Die letzten beiden Songs der 12-Tracks-CD mit den Titeln „First Day“ und „10 June 2006“ widmete die Band ihrer Bassistin, wobei „10 June 2006“ nur einen Tag nach Louise´s Tod, am 11. Juni im Wohnzimmer von Gitarrist und Saenger Sven Wallwork entstand und gefuehlsmaessig ziemlich an die Nieren geht. Durch diese sehr traurigen Umstaende ist es schwer sich dem Album review-technisch voellig normal zu naehern. Denn da schaut und hoert man dann doch einmal mehr hin, was die Schweizer Band in ihren Texten schreibt und welche Musik ihnen liegt. Das Album wurde in Schweden in den „Fascination Street Studios“ unter der Leitung von Jens Bogren aufgenommen und zum Mastering nach New York ins „Sterling Sound Studio“ geschickt. Die Produktion ist dementsprechend sehr satt und dicht ausgefallen, und wuerde Fat Mike sicherlich auch sofort gefallen. Der straight gespielte Mix aus Melodic-Punk und einigen 77er-Elementen beruht dabei im Mid-Tempo-Bereich und erinnert in erster Linie an Bands aus Kalifornien. Dass dabei auch die melancholische Seite zum Tragen kommt, gehoert automatisch dazu. „Junkie To Your Love“ ist z.b. eine astrein gespielte Punkrock-Ballade, wobei der Gesang oefters an den von FRONTKICK aus Berlin erinnert.
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V.A.: „107 MILES OF NOISE”
CD
( Records On Tap / Kotumba.com , Release Date: 07. November 2006 )

Die kalifornischen Vororte San Luis Obispo und Santa Barbara sind 107 Meilen von einander entfernt. Zwischen diesen beiden Orten sind nun die 21 Bands beheimatet, die sich auf der CD mit je einem Song praesentieren. Nun, ich kenne ja so einige kalifornische Punkrock-Sampler, ob es die damals in den 80ern auf „Mystic Records“ oder „Posh Boy“ waren, oder die aktuellen, die speziell auf „Hostage Records“ raus gekommen sind. Demzufolge hatte ich schon so einige Erwartungen in das Album gesteckt. Leider erfuellten sich diese nicht ansatzweise. Denn, bis auf wenige Ausnahmen laermen die Bands ihre mittelpraechtigen Darbietungen im Hochgeschwindigkeitstakt runter. Da moechte man auch gar keine Namen grossartig aufzaehlen, denn so uninteressant hoert sich das fuer mich an.
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V.A.: „BACK TO FUTURE” - DVD
V.A.: „BACK TO FUTURE”
DVD
( Broken Silence / TheHeartbreaker.de , Release Date: 30. Maerz 2007 )

Aus dem Info (denn ich koennte es rein objektiv gesehen nicht besser und treffender formulieren, ausserdem habe ich gerade wieder eine Schreibblockade, man moege mir also grosszuegig verzeihen): „1996 als einfaches Konzertevent gestartet, entwickelt sich das inzwischen 2-taegige Back To Future/Glaubitz Open Air zu einer festen Groesse in der hiesigen Festivallandschaft fuer jeden Punk, Rock'n'Roller, Skinhead und Ska-Fan. 2006 filmte die Leipziger Produktionsfirma Schellemedia waehrend des Festivals die erste DVD zum Event. Das professionell verarbeitete Material ergibt insgesamt 3 Stunden Spielzeit mit 24 hochkaraetigen Acts aus der Punk-, Ska-, Psychobilly- und Oi-Szene - mit von den Bands ausgewaehlten und autorisierten Titeln, vielen Interviews, Specials, Bonus-Videoclips und einer Fotogalerie. „If The Kids Are United“ ist das gelebte Motto dieses Open Airs, und diese DVD belegt das ueberzeugend.“ Mit dabei: ABWAERTS, THE TOASTERS, MAD SIN, BROILERS, LOKALMATADORE, 2ND DISTRICT, LOUSY, PETER PAN SPEEDROCK, THE QUEERS, SMOKE BLOW, GUTS'N'GLORY, THE DEAD KINGS, THE BLOODY TRUTH, DIE BLUMENTOPFERDE, DEADLY MANKIND, EVIL CONDUCT, EVIL DEVIL, THE GRINDOLLS, GUITAR GANGSTERS, THE PEACOCKS, STARTS, DIE TORNADOS, ROCK'N'ROLL STORMTROOPERS, THE GO FASTER NUNS, STRONGBOW, DIE HABERZETTL'S, DEAD IN WHISKEY, CHEAP STUFF, M.A.M.A., HEADBREAK, RED UNION, THE GO FASTER NUNS, OUTLA4W. Jetzt noch mal ich, ganz kurz. Mir sagen hier selbstverstaendlich nur ganz wenige Bands zu. Ein Grund mit, warum mich solche Art von Festivals nicht wirklich juckt. Besser ist es da fuer mich, sich gemuetlich auf der heimischen Couch niederzulassen, und „seine Bands“ aus dem DVD-Menue zu fischen und anzuschauen. 2007 steht so gut wie auch schon! U.a. spielen THE DAMNED und THE BOYS als Headliner. Wollen wir hoffen, das auch dieses Festival spaeter mal auf DVD erscheint.
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V.A.: „KING OF PUNK – The Documentary” - DVD
V.A.: „KING OF PUNK – The Documentary”
DVD
( ETiT Productions / KingOfPunkMovie.com , Release Date: 12. April 2007 )

Wie ein roter Faden zieht sich die Geschichte, vom Anfang und Ende der Girlie-Punkband OBGYN aus Fayetteville (NC) durch die siebzigminuetige Dokumentation von den Filmemachern Julie und Kenneth van Schooten. Von dieser eigentlichen Grundlage des Filmes profitiert auch Patrick Clement vom Bostoner Street-Punk-Label „FNS Records“. Diese beiden relativ doch sehr unbekannten Komponenten werden durch Interviews und kurzen Live-Ausschnitten von „alten Punkrock-Hasen“ entsprechend „eingerahmt“. Zu Wort kommen u.a. Monkey (the ADICTS), Jake Burns + Bruce Foxton (STIFF LITTLE FINGERS), JAYNE COUNTY, Joey „Shithead“ Keithley (D.O.A.), MARKY RAMONE, SONNY VINCENT, Dave Parsons (SHAM 69), Robert „El Vez” Lopez (the ZEROS), Penelope Houston (the AVENGERS), Charlie Harper (U.K. SUBS), Wattie Buchan (the EXPLOITED) und Cheetah Chrome (the DEAD BOYS). Durch diese originelle Konstellation wirkt der Film auf Anhieb sympathisch und bedient somit auch keine angestaubten Klischeeerscheinungsbilder. Die Bilderfolge ist vortrefflich gewaehlt worden. Dem Zuschauer entgeht somit kein wichtiges Detail. Das Englisch ist dabei allgemein gut verstaendlich. Nur beim ollen Wattie hat man es sich nicht nehmen lassen und zur allgemeinen Belustigung ein Untertitel eingeblendet, da sein schottisches Quaderwelsch wirklich kein Schwein versteht. Was bei dem Film vielleicht etwas zu kurz kommt sind die Live-Einspieler von the ADICTS, STIFF LITTLE FINGERS oder JAYNE COUNTY. Da haette man ruhig mal einen Song ausspielen lassen koennen. Ein interessanter Mix aus Alt und Neu, der durch seine facettenreiche Handlung zu brillieren versteht.
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V.A.: „PUNK & DISORDERLY – THE FINAL SOLUTION” - DVD (3-Disc-Set)
V.A.: „PUNK & DISORDERLY – THE FINAL SOLUTION”
DVD (3-Disc-Set)
( Cherry Red Films , CherryRed.co.uk , Release Date: 28. Februar 2007 )

Wer auf diesem 3er-DVD-Set mit seinen insgesamt ueber drei Stunden Spielzeit etwas Neues finden moechte, ist falsch gewickelt. „Cherry Red“ ist hingegangen und hat aus vorangegangenen DVD-Veroeffentlichungen das Material zusammen geschnitten. Einfacher geht es ja wirklich nicht mehr. Aber anscheinend bekommt das Label solch eine DVD auch gut unters Volk, sonst wuerde man sicherlich nicht solch einen Aufwand betreiben. Und so bleibt mir dann auch nichts anders uebrig als hier ein paar Bandnamen fallen zu lassen: GBH, PETER & THE TEST TUBE BABIES, VICE SQUAD, SHAM 69, the LURKERS, the DRONES, BROKEN BONES, ONE WAY SYSTEM, TOY DOLLS, 999, the VIBRATORS, the ADICTS, BUZZCOCKS, ANGELIC UPSTARTS, UK SUBS, CHELSEA und ABRASIVE WHEELS, MENACE, TV SMITH und EATER. Aufgenommen in den 80ern, einige wenige Promo-Videos, sowie Mitschnitte vom ersten „Holidays In The Sun“-Festival, 1996 im englischen Blackpool.
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V.A.: „ROCKIN´ AT THE TAKE 2 (Volumes 1 & 2)
CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Rerlease Date: 19. Maerz 2007 )

1989 und 1990 erschienen auf „Link Records” die beiden Sampler „Rockin´ At The Take 2“, die hier zusammen und das erste Mal auf einer CD zusammen gefasst sind. „Take 2” war ein Club im Norden Englands, der regelmaessig Psychobilly-Naechte veranstaltete. Das sprach sich in der Szene rum und so hatten viele Psycho-Bands diesen Club schnell auf ihren Tourplan. Chuck Harvey von FRANTIC FLINTSTONES pflegte allseits gute Kontakte zu Bands, Managern und Studios und so organisierte er im Maerz und im November des Jahres 1989 zwei Weekender in Sheffield´s „Take 2“, die auf Band aufgenommen wurden. In voellig einwandfreier Qualitaet kann man sich hier die damals bekannten Bands in der Psycho-Szene wie etwa SUGAR PUFF DEMONS, THE TAILGATORS, THE BATFINKS, THE RADIACS, STAGE FRITE, THE COFFING NAILS oder DEMENTED ARE GO auf insgesamt 30 Tracks anhoeren. Was allerdings SCREAMING DEAD, die Gothic-Punks mit ihrem Cover von TENPOLE TUDOR „Swords Of A Thousand Men“ hier zu suchen haben war mir zunaechst ein Raetsel. Aber dieses wurde schnell gelueftet, denn sie spielen den Song in lupenreiner Psychobilly-Manier.
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THE VALENTINES - „Life Stinks” CD
THE VALENTINES
„Life Stinks” CD
( Tre Accordi Records / MySpace.com/TheValentines , Release Date: 12. Juli 2005 )

Anfang 2000 gruendete sich die Band in Bologna. Im Sommer kam dann schon ihre erste EP „The Four Song EP“ auf dem Markt. (Real Shock hatte keine Ahnung.) Sie eroeffneten den Abend in ihrer italienischen Heimat vor Bands wie THE BRIEFS, GLUECIFER oder aber auch RICK BLAZE & THE BALLBUSTERS. Rick Blaze war ziemlich beeindruckt vom flotten Punk’n’Roll der Italiener und es ergab sich die Chance, gemeinsam eine Woche lang in den Staaten zu spielen. Dort traf man auf Daniel Rey (den muss ich ja wohl nicht mehr vorstellen, oder?), der ebenso wie Rick sehr angetan von der Band war. Zurueck in Italien verbrachte die Band ein Jahr auf der Strasse und spielte dort an jeder Ecke. Gestaerkt durch die hohe Live-Dichte ging es ins Studio und nahm fuer das Indie-Label „Tre Accordi Records“ den ersten Longplayer unter dem Titel „No Time Generation“ auf. Das Album wurde allgemein gut von der Presse aufgenommen. Weitere Touren und zahlreiche Gigs waren die Folge! In der Zwischenzeit war Daniel Rey ein echter Freund von der Band geworden und so war es nicht verwunderlich, das er im Mai 2004 nach Italien kam, um den Nachfolger „Life Stinks“ aufzunehmen. Er nahm die Aufnahmen mit in sein New Yorker Studio und verpasste ihnen dort den Endmix. So, und jetzt komme ich ins Spiel. Durch „MySpace“ traf ich 2006 auf die Band. Sie versprachen mir ihr neues Album zwecks Review zu zusenden, sobald es fertig sei. Das dauerte dann noch ein wenig und im Maerz bekam ich dann endlich Post aus Italien. Neben der „Hot Numbers“ hatte mir ihr Schlagzeuger JJ Valentine auch noch freundlicherweise die „Life Stinks“ eingepackt, von der ich ja schon das Video zum Titel „Listen“ kannte. Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Was die GEE STRINGS fuer Deutschland sind, das sind die Valentines fuer Italien. Beide Bands stehen mit ihren Frontfrauen fuer unbeugsamen melodischen und hoch professionellen Punk’n’Roll, der sich stark an THE AVENGERS, THE CREAMERS, JEFF DAHL, THE HEARTBREAKERS und THE DEAD BOYS orientiert. Also ist es auch kein Wunder das RAMONES-Produzent Daniel Rey hier direkt zugeschlagen hat. Erstaunlich ist nur, dass ich erst ueber MySpace von so einer umwerfend guten Combo erfahre! Mein Fave ganz klar: „Listen“!
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THE VALENTINES - „Hot Numbers” CD
THE VALENTINES
„Hot Numbers” CD
( Tre Accordi Records / MySpace.com/TheValentines , Release Date: 14. Februar 2007 )

Die Valentines sind auch mit der dritten full-length ihrem Label treu geblieben. Nun ja, wenn man sich wohl fuehlt, warum sollte man da wechseln wollen. Mit gutem Recht sagt die Band von sich aus, das sie mit „Hot Numbers“ ihr bestes Material bis dato geschrieben haben. Der Sound auf der „Life Stinks“ wurde erfolgreich weitergefuehrt, erscheint mir aber nun noch eine ganze Ecke ausgereifter. Es wurde auch etwas mehr Wert auf melodische Mid-Tempos gelegt. Also, genau auf meinen Geschmack ausgerichtet. So mag ich das! Leider liegen diesmal keine Texte bei. So kann man sich also voll und ganz der Musik „hingeben“. Nichts gegen Daniel Rey´s Produzentenjob, aber ich finde das die elf Tracks von Gitarrist Mars Valentine um einiges besser abgemischt wurden. Vielleicht hat er bei den Aufnahmen zu „Life Stinks“ Daniel nicht nur einmal ueber die Schulter geschaut. Macht sich hier also wirklich sehr schnell bemerkbar! Die Band hat sich demzufolge musikalisch ziemlich weit nach vorne katapultiert. Formvollendet produzierter Punk Rock, der aber immer noch richtig schoen gefaehrlich und verdammt rotzig klingt. Das liegt natuerlich auch an der Powerstimme von Vale Valentine. Und die Basssektion mit Matt Valentine und Schlagzeuger JJ Valentine arbeitet wie ein Uhrwerk. Mit „Main Deadhead“, „Queer Tricks“, „Silicone Smiles” und „City Hive” sind auch ganz schnell meine persoenlichen Hits auf dieser Scheibe gefunden worden.
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VICE SQUAD - „Defiant” CD
VICE SQUAD
„Defiant” CD
( STP / StuTaylorPromotions.co.uk , Release Date: 01. April 2007 )

Bereits Ende August des letzten Jahres wurde das Album, erst einmal nur fuer den amerikanischen Markt auf „SOS Records” veroeffentlicht. Allerdings suchte man da schon fieberhaft nach einem Label in Europa. Nun hat es endlich geklappt. Ein richtiges Label ist dabei nicht raus gesprungen, sondern die Band hat sich dazu entschlossen, dass die 14 Songs in Eigenregie ueber „StuTaylorPromotions“ erhaeltlich sind. Dabei traegt man einige „Altlasten“ mit sich. Denn mit „You Can´t Buy Back The Dead“, „The Great Fire Of London” und „Antisocial Insecurity“ wurden gleich drei exzellente Songs von den vorherigen Alben „Resurrection” und „Rich And Famous“ uebernommen und neu eingespielt. Ansonsten bleibt alles wie gehabt. Absolut perfekt gespielter schneller Punk im frueheren Stil der Band wechselt mit einigen stimmigen Mid-Tempos, wie etwa „Britain Is Still Burning“, wo besonders der Anfang an BILLY IDOL´S „World Comin´ Down“ erinnert. Den Metal-Touch haben sie wohl jetzt endgueltig den Todesstoss versetzt. Beki Bondage´s Stimme wirkt allerdings zu ihrer letzten full-length auf „EMI“ noch ein wenig kraechzender, was nicht immer von Vorteil ist. Aber lassen wir das, denn die Band hat einfach ein verdammt brillantes Punkrock-Album mit jeder Menge erstklassige Songs wie etwa „Don´t Let The Bastards Greind You Down“ oder „The Story Of My Life“ eingespielt! Da mangelt es an nichts! Gemastert wurden die Tracks uebrigens im englischen Oxford bei Tim Turan, der ansonsten fuer das „Captain Oi!“-Label taetig ist.
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