* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

So, hier nun das Februar-Update. Das naechste Update erfolgt dann Ende Maerz 2005. Alle Reviews, besprochen von Ralf Real Shock.

 

ANGELS POETRY
„Rock’n’Roll Fairytales” 10”
( A.P. Society Records / AngelsPoetry.de , Release Date: 30. Oktober 2004 )

Irgendwie scheint mir die Vinylscheibe (limitiert in einer 500er-Auflage) doch ein wenig schlecht produziert worden zu sein. Oder liegt es etwa an der Qualitaet der Pressung? Mindert im ersten Moment den Hoergenuss ganz gewaltig. Nach dem ich ja auf dem zweiten „Modestadt Duesseldorf“-Sampler den viel versprechenden mid-tempo GlamBubbleGumPunker „Roses And Champagne“ zu hoeren bekam, war ich doch ziemlich gespannt, was mir diese 10“inch noch zu bieten hat. Nun, „Roses And Champagne“ bleibt der beste Song, ganz klar! Und um mir auch den Unterschied von Vinyl und CD vor Augen zufuehren, hoerte ich mir auch noch mal die CD-Version an. Und siehe da, die Vinylversion laesst eindeutig die Power vermissen, während der Song auf CD jeden Winkel des Raumes komplett mit der eben genannten Power ausfuellt. Vielleicht haette die Band ihre Leidenschaft fuer das Vinyl in den Hintergrund stellen sollen, um die sechs Song eher auf einer MCD zu veroeffentlichen. Dem allgemeinen Soundgefuehl haette das sicherlich besser zu Gesicht gestanden. Denn die vier jungen Herren spielen einen verdammt coolen GlamPunk beeinflussten Stil, der mich sehr an die späten PUBLIC TOYS, TRASHCAN DARLINGS und auch ansatzweise an die REVOLVERS erinnert. So, und soeben habe ich meinen zweiten fave song ausgemacht: „Vamp“.
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the BLOCKED - Smashed Hits CD
THE BLOCKED
„Smashed Hits“ CD
( Detour Records / Detour-Records.co.uk , Release Date: 14. Februar 2005 )

Ich leg die CD ein und im nächsten Moment haben mich Blocked mit dem Eroeffnungstrack “Keep Your Hands Off Felicity” in ihren Bann gezogen. Toll! Gefaellt mir auf Anhieb, ich werde neugieriger und drehe schleunigst den Sound auf meiner Anlage lauter. Und, ich werde nicht enttaeuscht. Das Trio von the Blocked spielen auf all ihren 12 Songs einen famosen brillant inszenierten ´70er Mod-Punk, der von Anfang bis Ende voll und ganz überzeugen kann. Dabei handelt es sich um eine Band, die Anfang/Mitte der ´90er aus dem gleichen Umfeld kamen wie etwa die MANIC STREET PREACHERS. Richtig getippt, auch Blocked stammten aus Wales. In ihrer aktiven Zeit schafften sie es zwei Singles raus zubringen. Dann brach die Band auseinander. Doch bevor dies geschah hatten the Blocked gluecklicherweise noch ein Dutzend Songs im Studio aufgenommen, die nun nach ueber zehn Jahren fein saeuberlich fuer dieses grossartige Masterpiece re-mastert wurden.
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THE BLUE BLOODS
„Death Of A Salesmann“ CD
( I Scream Records / Gordeon Promotion , Release Date: Januar 2005 )

Hier machste wat mit! Der Laermpegel wird empfindlich ausgereizt. Das der „Tot eines Handelungsreisenden“ auch anders aufgefuehrt werden kann, beweist das neue Album von den Bostoner Blue Blood Brothers. 17 Tracks fuer den kleinen Mann von der Strasse haben die Kanten auf ihrer zweiten full-length zusammen getragen, und Freunde von der AGNOSTIC FRONT, der GANG GREEN und den DROPKICK MURPHYS werden auf dieses Album ein besonders Augenmerk gerichtet haben. Die Brueder von der Bostoner Streetpunk-Zunft mischen indirekt die Reihen auf und haben bei vielen ein Stein im Brett. Bei mir auch. Ich will auch eine Kante sein! Und eine Tattoo oben drauf…., und so ganz ganz kurze Haare. Und ich will harten Schnaps vertragen koennen. Und ich will ganz harte Muskeln haben…., und viel Speck in der Pfanne beim Fruehstuecks-Spiegelei...., nee die Platte geht schon so halbwegs in Ordnung.
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THE BUSINESS
„Suburban Rebels – Live At Rio´s 1998” DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: Januar 2005 )

Ab dem fuenften Song „Spirit Of The Street” entern die ersten Skinheads die Buehne und greifen ungeniert ueber Mickeys Schulter hinweg nach dem Mikro. Das geht dann von Song zu Song munter so weiter. Zum Ende hin wird das Ganze dann ganz schoen unuebersichtlich. Schwergewichtige Skinheads stagediven immer wieder von der Buehne. Bei „Harry May“ ist die Buehne dann endgueltig im Besitz des Publikum. Mickey Fitz gibt auf und ueberreicht irgendeinen Skinhead das Mikro. Das hauptsaechlich von Skinheads dominierte Publikum laesst sich nicht lange bitten und ruckzuck ist die Buehne übervoelkert. Der arme Roadie im Hintergrund hat alle Haende voll zu tun, um die Uebersicht zu wahren, das nichts mit der Anlage geschieht. Nach dem Song bittet Mickey die gutgelaunte Meute wieder von der Buehne. Diese Aufforderung kommen die Skins auch ganz brav nach, und so springen sie nach und nach wieder runter. Aber auch beim letzten Song des Abend „Drinking & Driving“ bleibt die Buehne nicht lange leer. Zum Schluss steht ein fast ewig grinsender Mickey dann selbst im Zuschauerraum und schaut sich das kahlkoepfige Treiben von da an. Jedenfalls haben alle Parteien ihren Spass. Das Publikum gibt von Anfang bis zum Ende hin volle 100 Prozent. Das macht das Konzert wohl so unterhaltsam und die 58 Minuten gehen da schnell vorbei.
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C.AARME
„Tu Puta Mi Casa“ 7“ 3-song-e.p.
( Stereodrive! Records / GreenHell.de , Release Date: November 2004 )

War mal eben auf deren Webpage, um mir mal ein paar Infos einzuholen. Sind Schweden, und machen auch so Sound wie die HIVES in etwa, also ganz schlimm mit schrammeligen Garagen-Touch und einer billigen Bretterbude. Das Video zum Titelsong konnte man sich da auch anschauen. Die haben am Bass ein waschechtes Heinzelmaennchen abgestellt, so ein ZZ TOP-Typ, furchtbar. Gibt dem Mann Geld für den Friseur, oder geh in den Wald Pilze suchen, oder bleib am besten fuer immer dort und such fein das Rotkaeppchen. Der Saenger hat viel zu glattes Haar, dafuer aber schoen bunt, und das Video ist so auf fies gemacht, mit Einblendungen von Ratten und aehnliches Getier bei Nacht. Nee, da kann der Real Shock nichts wirklich mit anfangen. Bin aber auch heute wieder oberflaechlich unterwegs.
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the CARPETTES - The Best Of... CD
THE CARPETTES
„The Best Of The Carpettes” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: Februar 2005 )

Eine 21-Song-Collection von the Carpettes, die zum ersten Mal 1996 auf “Anagram Records” erschien, und nun wieder neu aufgelegt wurde. Diese Band brauche ich dem geschulten 3RD-Leser sicherlich nicht gross vorzustellen. Fuer alle die 1977 ihr Geburtsjahr nennen, koennen sich bezueglich der Jahreszahl direkt eine Bruecke zu der Musik der Carpettes schlagen. JOHN PEEL spielte damals in seiner Radiosendung den Song „Radio Wunderbar“ von der ersten 4-Track.e.p. „How About Me And You“ foermlich to death. Nach dieser Hitscheibe folgte ein weiteres Geschoss, dessen Titel den Namen ihrer Plattenfirma „Small Wonder“ trug. Selbstredend das beide 7“inches heute zu gesuchten Sammelerstuecken zaehlen. Danach spielte das Trio eine etwas melodioesere Punk-Variante, die ihnen zu Unrecht den Vergleich mit den verhassten the POLICE einbrachte. Ohne je die Chance zuhaben gross raus zukommen gruben sie so mancher angesagten Chartband in nullkommanix das Wasser ab. Musikalisch konnte man der Band nie grossartig was vormachen. the Carpettes standen eben fuer erstklassigen PowerPop-Punk. Auch heute, immer noch sehr gerne gehoert.
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the CLEATS - Lost Voices, Broken Strings CD
THE CLEATS
„Lost Voices, Broken Strings“ CD
( Longshot Records / ZCMRecords.com , Release Date: 2001 )

Ein Label, was ich vor knapp zwei Jahren mal angeschrieben habe, um, wie kann es anders sein, von ihnen Material zugeschickt zubekommen. Leider hat sich das kanadische Label auf meine Anfrage nie gemeldet gehabt und so verlief dieses Ersuch ohne jeglichen Erfolg ab. Dank „ZCM Records“, das nun den Vertrieb fuer den US-Distributor „Road To Ruin“ fuer Europa uebernommen hat, komme ich nun nachtraeglich in den Genuss einige Scheiben von „LongShot Records“ zu besprechen. Thanks an dieser Stelle an Shelley und Dodo! Mit den Cleats kann man auf keinen Fall verkehrt liegen, vorausgesetzt du stehst auf early CLASH und speziell auf Bands, die das heutige Geschehen rund um die Streetpunk-Szene bestimmen. Hoeren sich stellenweise wie eine softere Version der BELTONES an, mit dem Unterschied das die Cleats musikalisch weitaus abwechselungsreicher agieren. Das soll im einzelnen bedeuten, das hier nicht nur auf Groelrefrains gesetzt wird, sondern das sich verstaerkt auch ein cooler „Stay Free“-Touch durchsetzen kann. Mit der mir streckenweise etwas zu rauen Voice komme ich spaetestens nach dem zweiten Hoeren der insgesamt 12 Songs, inkl. dem S.L.F.-Cover „Alternative Ulster“, auch wunderbar klar. Eine fast makellose Streetpunk-Scheibe, im melodischen ´77er Mid-Tempo angesiedelt, der man nachtraeglich unbedingt Gehoer verschaffen sollte.
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DANNY´S WEDNESDAY
„Third” CD
( Nicotine Records / ZCMRecords.com , Release Date: November 2003 )

Was Neues von Amanda! Cool. Sie und ihr damaliger Freund Stefano ermoeglichten uns 1993 mit meiner damaligen Band, THE BRAGGARTS, einen Gig im italienischen Genua zu spielen. Italo-Pogo bei „Anarchy In The U.K.“ Schoen zu wissen, das sie auch noch heute aktiv ist, und mit ihrer Band Danny´s Wednesday unterwegs ist. Auf ihrer dritten Veroeffentlichung mit dem sinnigen Titel „Third“ geht es weiter in Richtung poppiger Punk, der auch schon mal zeitweise ueberraschend melancholisch daherkommt. Nun, fuer meinen Geschmack ist mir die Umsetzung doch eine Spur zu harmlos. Das liegt auch sicherlich am etwas eigenwilligen Gesang von Amanda, die im uebrigen alle Texte zu den vierzehn Songs geschrieben hat. Und natürlich an der viel zu duennen Produktion. Gesang doppeln waere nicht schlecht gewesen.
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DEADLINE
„Getting Serious” CD
( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 21. Februar 2005 )

Bereits das dritte Album von London´s Deadline, die seit ihrer ersten full-length „More To It“ aus dem Jahre 2001 fuer maechtig Wirbel in der europäischen Szene gesorgt haben. Es folgte im April 2003 auf „Captain Oi!“ der zweite Longplayer mit dem Titel „Back For More“. Mir sagte bisher der meist schnell gespielte und ziemlich einfach gehaltene Sound nie so richtig zu, doch mit diesem Album keimt ein wenig Hoffnung auf. Aber das auch nur fuer wenige Augenblicke. Ich denke, das Deadline im Stande sind, weitaus bessere musikalische Resultate zu erzielen. Sie haben mit Liz Rose eine Saengerin die nicht nur einen Ton halten kann, haben faehige Leute an Schlagzeug und Gitarre, und der Gedanke an gut verpackten Melodien ist ihnen auch nicht fremd. Aber, wenn man wie sie, fast ausschliesslich nur auf das Raushauen von einfachen schnellen Nummern bedacht ist, dann wird das auch in hundert Jahren nichts. Erinnert mich zeitweise an das erste Album von VICE SQUAD und erstaunlicherweise auch an early FAY FIFE. Aber das nur mit sehr viel Phantasie.
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DISORDER
„Kamikaze – The Album” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: Februar 2005 )

Disorder die kleinen Koenige des Kaputtnik-Hardcore der 80er haben ein neues Album eingespielt. OKay, zugegeben, ich hatte deren erste 7“inch auch mal in meinem Besitz, genauso wie die erste von CHAOS U.K. Hab aber beide janz schnell wieder verkloppt gehabt. Denn fuer ihr musikalisches Punkrock-Verstaendnis bei beiden Combos fehlte mir schon damals die noetige Sensibilitaet.
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THE DOITS
„This Is Rocket Science“ CD
( Wild Kingdom / Starkult Promotion , Release Date: 28. Februar 2005 )

Hhhmmmm, koennt ihr euch bitte mal auf einen Stil festlegen? GEHT DAS????? OKay, andere Schreiber, die die CD von Stockholm´s the Doits besprechen, werden sicherlich von einer wunderbar musikalischen Abwechselung schwaermen. Mir kommt das aber irgendwie reichlich aufgesetzt rueber. Ich mach nicht kurz auf RANCID, spiel danach ein wenig wie olle Donner-Johnny, um hinterher wieder im Hubschrauber als Hellacopter-Teufelskerl in die Luefte zu steigen. So haben wir aber nicbt gewettet. Die Jungs wussten wohl nicht so richtig, was sie im Gemüsebeet anpflanzen sollten. Gemischtes Doppelt auf doppelten Boden. Und koennte die mal jemand zum Friseur schicken? GEHT DAS?????
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THE DUCKY BOYS
„Three Chords And The Truth“ CD
( I Scream Records / Gordeon Promotion , Release Date: November 2004 )

Sechs Jahre nach dem ihre letzte full-length „Dark Days“ auf dem ziemlich fragwuerdigen Label „GMM” veroeffentlicht wurde, erschien Ende letzten Jahres nun eine neue 16-Song-CD. Um es kurz zu machen, die Bostoner Ducky Boys spielen weiterhin einen gut melodischen, aber in der Art schon zu oft gehoerenden Streetpunk, der mich logischerweise bei weitem nicht so begeistern kann, wie etwa das letzte Album der STREET DOGS.
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THE EDDIE HASKELLS
„Dumpster Divin´“ CD
( Super Speedway Music / ZCMRecords.com , Release Date: 2004 )

Oakland´s Eddie Haskells sind in ihrer Gegend dafuer bekannt, das sie einen kompromisslosen ´77erPunkrock-Sound spielen. Nun habe ich auch mal die Gelegenheit mir davon ein Bild zu machen, da mir ihr aktuelles Album „Dumpster Divin´“ vorliegt. Und ich muss der Tatsache ins Auge sehen, das sie sich ohne wenn und aber in dieser Schiene pudelwohl zu fuehlen scheinen. Hier kommen so einige Einfluesse zusammen, wie etwa der von den SEX PISTOLS, den BRIEFS oder den STITCHES. Eben alles was das ´77er-Herz so begehrt. Rotzig vorgetragen und mit allerhand Refrains untermauert. Nur werde ich das Gefuehl dabei nicht los, das der Inhalt von den insgesamt 10 Songs doch ein wenig zu simpel verpackt ist. Die persoenliche Note dringt da für mich nicht wirklich durch.
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FLASH BASTARD - Bastard Radio CD
FLASH BASTARD
„Bastard Radio“ CD
( Longshot Music / ZCMRecords.com , Release Date: 2002 )

Von denen hatte ich mir 1991 die 7”inch „This Means War“ gekauft gehabt, dessen Songs sehr stark von the CLASH beeinflusst waren. 11 Jahre spaeter kommt dann dieses Album raus. Der Hit vom 12-Song-Album ist ganz klar „Sudden Impact“. Allerbester einpraegsamer ´77er-Punkrock im Stile wie etwa LAST STAND, mit feinem Glam-Streusel ofenwarm serviert! Yep, so mag ich das am liebsten. Aber auch die restlichen Songs sind genau auf mich zugeschnitten. Schoen rotzig und absolut pogo-tauglich, immer mit einem ordentlichen Schuss Glam-Rock versehen! Auf der Webpage von ihrem Plattenlabel fand ich dann noch raus, das sie als erste Band für das „Americoma Label“ von fuckin´ Mötley Crüe´s Nikki Sixx gesignt und wieder geschmissen wurden. Und um diesen kurzen Einblick in ihrer Majorlabel-Karriere noch eins drauf zu setzen, trennte sich die Band exakt an dem Abend, wo die Record Release-Party für diese Scheibe hier steigen sollte. Tja, die haben im Alter ihren Enkeln bestimmt eine Menge zu erzaehlen. Da wundert es auch keinen sonderlich, das Rich Jones von den BLACK HALOS bei „Too Tough“ das Gitarrensolo beigesteuert hat. Die Flash Bastard-CD ist, wie ich finde bisher voellig untergegangen, aber da sie jetzt wieder ueber „ZCM Records“ vertrieben wird, kann man davon ausgehen, das das Album auch bald in den bekannten Mail Ordern zum Kauf angeboten wird. Schade nur, das keine Texte dabei sind. Unbedingt Ausschau nach halten!
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THE LUCKY PUNCH
„Kick Up A Hullabaloo” CD
( Dead Beat Records / Dead-Beat-Records.com , Release Date: November 2004 )

Da musste ich doch erst mal auf deren Webpage gehen, um mich zu vergewissern, ob die nun wirklich aus Muenchen kommen. Und siehe da, es ist wahr! Kaum zu glauben, aber ich hatte die Band felsenfest irgendwo in den Staaten gesehen. Nun, ihr beinharter Heavy Rock’n’Roll erinnert an die Suedstaaten und wird sicherlich wieder die hartgesottene Biker-Gemeinde bis hinauf in den hohen Norden von Skandinavien begeistern, doch mir ist ihr Sound eben nicht „punk enough“. Wieder solch ein Mix, dem ich nicht sehr viel Gutes abgewinnen kann. Schreckliche Hardrock-Solis findet man in fast jeden der 13 Songs. HELLACOPTERS, NASHVILLE PUSSY, ZEKE und GLUECIFER-Freaks werden allerdings aufatmen. Alles wie gehabt.
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THE LULABELLES
„As The World Turns“ CD
( I Scream Records / Gordeon Promotion , Release Date: September 2004 )

Diese drei Mädels und ihr Quotenboy am Schlagzeug haben es tatsaechlich im Handumdrehen geschafft, das ich mich von ihrem unbeschwert gespielten Punk Rock und den geschmackvoll aufgepeppten Melodien begeistern lassen kann. Die Band aus Rotterdam pfeffern ordentlich los, lassen eine gewisse Haerte dabei nicht vermissen, und klingen trotzdem wie eine poppige Version der CREAMERS. Ausserdem haben sie bei den richtigen Bands wie etwa den RAMONES oder den GO-GO´s sich so einiges abgeschaut. Keine Heavy verseuchten Gitarrenklaenge stoeren den Ablauf der 11 Tracks. Und ich bin mir sicher, das sie als support act der DONNAS auf deren Deutschland-Shows im Februar, fuer die ein oder andere Ueberraschung gesorgt haben. Nicht nur das ihre eigenen Songs klasse sind, nein, sie haben es auch noch verstanden den Hit der BANGLES „Manic Monday“ in einer perfekten PopPunk-Version zu verpacken. Das soll ihnen erstmal jemand nachmachen.
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MENACE - G.L.C. DVD
MENACE
„G.L.C.“ DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 28. Februar 2005 )

Schade, das keine Filmdokumente aus den ´70ern ueberliefert worden sind, aber wer aus der damaligen Szene kam auch schon auf die Idee eine Videokamera mitlaufen zu lassen. DON LETTS vielleicht, aber sonst? So muss man sich mit diesen 95 Minuten zufrieden geben. Menace nach der Reunion eben, angefangen mit dem Auftritt 1998 in Morecambe, ein 12-Song-Mitschnitt noch mit ihrem zweiten Saenger John Lacey. Die Songs kommen ziemlich holperig daher, man merkt schon das sie erst wenige Wochen wieder zusammen spielen und proben. Uebrigens, hier werden nur die Single-Klassiker aus den ´70ern gespielt. Danach folgt reichlich Bonus-Material, mit der neuen Besetzung, Oddy, der sonst bei RESISTANCE 77 am Mikro steht und dem Gitarristen Uncle Albert von ONLY ALTERNATIVE. Drei Shots zeigen die Band bei ihrer US-Tour im November 2003. Herausragend die Bilder aus Hollywood, wo Menace „G.L.C.“ und „Last Year´s Youth“ vor einer Traube voellig durchgeknallter Pogo-Punks spielen. Ganz vorne konnte ich auch den Saenger von BLADDER 3x ausmachen, wie er lauthals mitgroelt. Schoenes Szenario. Hier merkt man schon das die Band nun viel besser aufeinander abgestimmt ist. Die Songs werden flott gespielt. Oddy hat uebrigens immer irgendwelche verwaschene Menace-Shirts an, sei es das Cover von der „G.L.C.-7“inch oder von der „Punk Rocker“-7“inch. Uncle Albert und auch der Basser schmeissen sich hingegen auch gelegentlich mal in feinen Zwirn. Weitere Mitschnitte kommen dann aus England vom „Punk Aid“ in Hemsby und vom „Wasted“-Festival, beides aus dem letzten Jahr, sowie das „Punk Aid“, September 2004 in Prag. Es macht schon Laune, sich durch die DVD zuklicken, was mir allerdings so ein wenig fehlt ist ein Interview mit der Band, oder andere typische kleine Filmchen, wenn man gerade auf Tour ist.
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NEUROTIC SWINGERS - French Fries, Guillotine & Love CD
NEUROTIC SWINGERS
„French Fries, Guillotine & Love” CD
( Dead Beat Records / Dead-Beat-Records.com , Release Date: November 2004 )

Um die Neurotic Swingers aus dem franzoesischen Marseille auch dem amerikanischen Publikum zu Hause in den eigenen vier Waenden etwas naeher zu bringen, die sonst so auf die BRIEFS, STITCHES oder ANGRY SAMOANS stehen, hatte sich Tom vom „Dead Beat Label“ dieses Konzept-Album ausgedacht. Die ersten vier Songs stammen von der „What´s Your Definition Of Underground“ CD (2002) und die darauf folgenden fuenf Songs von der „Art Rats“ CD (2003). Beide Silberling wurden auf dem bandeigenen Label „Lollipop“ vom Saenger und Gitarristen Stephane raus gebracht. Die letzten vier Songs sind allerdings exklusive Einspielungen aus dem Jahre 2004. Als besonderes Bonbon wurde auch noch das Video zum Hit „I´m Just Losing My Soul“ auf CD-Rom drauf gepackt. Sicherlich war das letztes Jahr kein schlechter Einstieg fuer die Neurotic Swingers in den Staaten gewesen, zumal sie knapp zwei Monate vor dieser CD-Release dort auf einer ausgedehnten Tour gingen, die auch einige Shows in Kanada beinhalteten.
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PSYCHOPUNCH
„Smashed On Arrival” LP
( StereoDrive! Records / GreenHell.de , Release Date: November 2004 )

Kaum hat die Nadel in der Rille angesetzt, feuern Psychopunch auch schon unvermindert los. Und zwar so, als wenn man meint, bei dem Song „Nothing Ever Dies“ mitten in die Studiosession geplatzt worden zu sein. Und so geht das munter weiter. Die 13 Songs haben unendlich viel an Power zu vergeben, so das ich bereits nach der ersten Seite fast platt bin. Eine rotzige ´70erPunk-Haltung, eine sleazy Glammer-Nummer und klassische Rock’n’Roll-Rhythmustechniken verschmelzen zu einer Einheit, die nicht zu knacken ist. Um das Album in einem Stueck durchzustehen gehoert ein ordentliches Durchhaltevermoegen unbedingt dazu, das man sich vorher vom Punkrock-Doktor deines Vertrauens (?) bestaetigen lassen sollte. Ohne dies geht gar nix. Ich als Anti-Christ, aeh Anti-Greaser kann das jedesfalls nicht ohne Bescheinung. Aber das soll natuerlich nicht bedeuten, das Psychopunch nerven. Für mich persoenlich ist das einfach zu viel Energie auf einmal. Vor gut drei Jahren haette ich das auch noch locker weggesteckt, wie etwa bei der SIGN-OFFS Scheibe, aber heute geht das nicht mehr so, wie frueher. Entspannung muss kommen, you know…., haette allerdings verdammt gerne die CD-Version des bereits fuenften Studioalbum in Haenden gehalten, da ich nach wie vor der Meinung bin, das eine Vinylpressung zu viel an „Lautstaerke“ verschluckt. Psychopunch hoeren sich in ihren besten Momenten wie eine cool abgehende Mischung aus den BACKYARD BABIES, TURBONEGRO und den PEEPSHOWS an und ja ich gebe es offen zu, ein ganz klein wenig Glutamat…aeh GLUECIFER ist auch mit dabei. Aber das spielt hier kaum eine Rolle. Ist auch besser so, denn Psychopunch lassen den Punkrock-Fucktor in allen Belangen so richtig fein raushaengen, und ehe die boring old heavy metal farts um die Ecke kommen, ist sowieso schon alles geessen.
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THE PUG UGLIES
„Go For Broke“ MCD
( Pug Uglies / ZCMRecords.com , Release Date: 2004 )

Das ist aber ganz schoen derber Stoff. Der Groel-Gesang schreckt mich schon mal ab. Die 8 Songs werden meist im klassischen Bostoner Hardcore-Stil runtergebrettert. Kein Wunder aber auch, die Band stammt ebenfalls aus dieser Stadt, wo in den ´80er der Hardcore wuetete und das Punkgeschehen auf der Strasse bestimmte. Und genau in diese Zeit passt das Album wunderbar hin, mit dem Vermerk das der Streetpunk-Touch von aktuellen Bands wie den DUCKY BOYS oder den DROPKICK MURPHYS manchmal dabei gut zur Geltung kommt.
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THE PUT-DOWNS
„No Worse Off” CD
( Super Secret Records / ZCMRecords.com , Release Date: 2003 )

Hier befinden sich simpel gespielte 3-Akkorde-´77erPunker auf den insgesamt vierzehn Tracks. Nichts, was mich jetzt unbedingt aus den Latschen kippen laesst. Solider Punk-Stuff eben, vorgetragen von drei jungen Herren aus Texas.
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RATTUS
s/t CD
( Zurich Chainsaw Massacre Records / ZCMRecords.com , Release Date: 2004 )

Noch so ein Kandidat, der so gar nicht in meine kleine Punker-Welt passt und dessen musikalische Vergangenheit nun auf dieser CD verewigt wurde, und mich als shitty Kritiker indirekt einholt. Die finnischen Rattus galten schon zur Lebzeit in den fruehen ´80ern als HC-Legende. DISCHARGE waren an allem Schuld! Denn sie hatten es allen bereits vorgemacht und besonders die Bands aus Finnland galten als die Nachzuegler ueberhaupt. Jahrelang sollten sie unter dem Einfluss dieser Band stehen. Man, mir bleibt aber auch nichts erspart. Was soll ich zu einer Band schreiben, die mir schon immer voellig egal war. Bleiben wir also bei den Fakten. Die CD beinhaltet ein 18-Song-Album, was im Dezember 1983 aufgenommen wurde und ein Jahr spaeter auf „Ratcage Records“ raus kam. Hinzu kommt als Bonus noch die ´85er-EP „Ihmiset On Sairaita“, sowie als CD-Rom, das Live-Video zu dem Song (?) „Sodan Tragedia“, was im April 2001 irgendwo auf finnischem Gebiet gedreht wurde. Da die Band im Herbst 2003 anlaesslich ihrer Reunion eine kleine Deutschland-Tour absolviert hatte, macht diese re-masterte Release natuerlich doppelt Sinn. So, und jetzt wird mich Label-Cheffe Dodo bestimmt einen Kopf kürzer machen, wenn er gleich die Bewertung sieht. Aber, was soll ich machen? Schleimen? Kommt mir ja gar nicht in die Tuete!
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RAZZIA
„Relativ sicher am Strand” LP
( Teenage Rebel Records / TeenageRebel.de , Release Date: November 2004 )

Real Shock und deutschsprachiger Punk? Ein Unterfangen, was in den meisten Faellen zum Scheitern verurteilt ist. Auch bei der neuen LP von Razzia mit ihren vierzehn Songs ahnte ich vorher nichts Gutes. Die Band hatte ich immer unter ferner liefen abgeharkt. Doch diesmal sollte alles ganz anders kommen! Direkt von dem ersten Song, dem LP-Titel, bin ich so was von angenehm ueberrascht! Ich mag diese speziellen Gitarren, aus denen verzweifelte Klaenge ertoenen. Und dabei das Glueck zu besitzen auch noch einen Saenger neben her laufen zu lassen, der die musikalische Anklage mit seiner durchgeknallten Stimme verschmelzen kann. Und dann kommt der Hit der Scheibe! Track 4 auf der Seite 1: „Sommer“! Sofort bekomme ich Gaensehaut vom Allerfeinsten. Sehnsucht und Hoffnungslosigkeit pur! Und wieder diese Gitarre! Das sind so die Highlights. Die restlichen Songs sind natuerlich auch nicht schlecht, aber hier springt der Funke zu mir dann nicht mehr so recht ueber. Die Texte hingegen sprechen eine ganz eigene Sprache, von dessen deutliche Worte sich kaum einer entziehen kann. Und unweigerlich fuehle auch ich mich angesprochen, wie etwa bei „Danke“ und „Wenn der Vorhang faellt“. Und da ich den Satz aus dem Info so treffend finde, sollte er hier unbedingt am Schluss der Review Erwaehnung finden: „Deutschsprachiger, politischer Punk ohne textliche Plattheiten, aber doch immer mit dem Finger tief in den Wunden einer durch und durch kranken Gesellschaft.“ So, und jetzt hoere ich zum siebten Mal „Sommer“!
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THE REVOLVERS
„It´s Christmas Time Again“ 3-song-e.p.
( Stereodrive! Records / GreenHell.de , Release Date: November 2004 )

Leider nicht rechtzeitig zu Weihnachten eingetroffen, denn jetzt, Mitte Februar, bin ich froh, das ich auch meinen letzten Schokoladenweihnachtsmann verspeist habe. Soll bedeuten, das ich Weihnachten 2005 sicherlich eine engere Bindung zu den drei Songs finden werde, als jetzt, wo jedermann den Fruehling herbeisehnt und keiner Lust mehr auf Eis und Schnee hat. Von der musikalischen Seite aus betrachtet, liefern die Revolvers das von ihnen erwartete GlamPunk-Rezept, doch die Hits bleiben aussen vor. Trotzdem, immer noch fuer vier Sternchen gut genug.
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SHOCK NAGASAKI / STRAITJACKET - Split 7"inch
SHOCK NAGASAKI / STRAITJACKET
Split – 7“inch
( TKO Records / TKORecords.com , Release Date: Dezember 2004 )

Von dem Cover der Shock Nagasaki koennte man glatt einen feinen Poser-Button von anfertigen. Die Band stammt aus Syracuse (NY) und spielen auf ihren Song “Palisades & Renegades“ klassischen ´77er-Stil, der sehr stark von der Gitarrenarbeit eines Steve Jones lebt, zu der Zeit als er bei den PROFESSIONALS war. Dieser Song ist ihr Vinyl-Debuet! Rundum gelungen, und sofort in meine Playlist für die letzte Februar-Woche notiert worden. Gerade, wenn solche total unbekannten Bands mit ihrem Sound mich vom Fleck weg begeistern, moechte ich am liebsten wieder am Mischpult vom offenen Kanal Duisburg sitzen, um meine woechentliche Radioshow “Vicious Times” zu moderieren. Aber, das ist lange her, 1992, und schon fast gar nicht mehr wahr, doch hier in der Gegend gibt es leider nicht solch eine Einrichtung. Hab mich da schon weitgehend umgeschaut. Die naechste Anlaufstelle waere in Duesseldorf, aber das ist mir einfach zu weit. Das kommt davon wenn man auf dem Land lebt. Hehehe…., aber ueberhaupt und generell, wuerde sich doch so eine Punkrock-Show gut bei Eins Live zur spaeten Stunde, irgendwann mitten in der Woche machen. Vielleicht sollte ich direkt mal in Koeln beim WDR vorsprechen. Hahaha…, ich schweife schon wieder in meinem hoffnungslosen Groessenwahn ab. So die zweite Band ist Straitjacket aus Portland (OR) und sie gehen bei ihrem Song „Won´t Say Sorry“ mehr in die STIFF LITTLE FINGERS-Richtung. Im Gegensatz zu Shock Nagasaki haben sie schon unzaehlige Singles veroeffentlicht und waren oft genug an der Westküste auf Tour. Die Optik des Cover ist punkrock-style pur! Dazu noch im farbigen Vinyl. Gehoert zu den besten Single-Releases auf “TKO”, mit einem klaren Gewinner: Shock Nagasaki. Hoffentlich wird man von der Combo in Zukunft noch mehr hoeren!
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STIV BATORS - L.A. Confidential CD
STIV BATORS
„L.A. Confidential” CD
( Bomp! Records / Bomp.com , Release Date: 14. Dezember 2004 )

Nach dem die DEAD BOYS sich getrennt hatten, versuchte Stiv sein Glueck 1979 an der Westkueste in Los Angeles. Hier nahm er nicht nur das zeitlose „Disconnected-Album” auf, sondern es gab noch eine ganze Reihe an Tracks, die in verschiedenen Sessions, mit dem ein oder anderen bekannten Punk-Musiker aufgenommen wurden. Das Ergebnis wurde 1994 auf der limitierten Color-10“inch „L.A., L.A.“ veroeffentlicht. Auf der mir nun vorliegenden 18-Track-CD werden noch einmal die besten Songs aus dieser Zeit aufgerollt, wie etwa „It´s Cold Outside”, “Not That Way Anymore” oder “The Last Year”, und kombiniert mit ziemlich raren und vielfach zuvor nicht verbreiteten Material. Den Vogel schiesst dabei „L.A., L.A.” ab, die bekannte Ueberarbeitung des Oldie „Louie Louie”. Die Band war gerade damit beschaeftigt, einige Songs im Studio zu mischen, als KIM FOWLEY, zusammen mit JIMMY PURSEY, JOAN JETT und anderen betrunkenen Musiker reinschneite. Spontan wurde dieser Song aufgenommen, wobei Jimmy Pursey den groessten Teil vom Gesang uebernahm, waehrend sich Joan Jett mit dem Backin´ Chor zufrieden gab. Das Booklet gestaltet sich, dank der neuen Linernotes von Stiv´s damaligem Gitarristen Frank Secich, als sehr informativ.
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STREET DOGS - Back To The World CD
STREET DOGS
„Back To The World” CD
( Brass Tacks Records / Starkult Promotion , Release Date: 31. Januar 2005 )

Einen ersten kleinen Vorgeschmack bekam ich ja schon im Dezember mit der MCD „Tale Of Mass Deception“ praesentiert, aber was hier die Band an Melodien innerhalb ihrer 12-Song-Darbietung reinpackt, ist schon so etwas, was ich wirklich gerne als ein echtes Highlight bezeichnen moechte. Zudem bieten die Street Dogs ihren direkten Kollegen aus der Stadt Boston, den DROPKICK MURPHYS, eine ernsthafte Konkurrenz. Die Street Dogs setzen zwar auch auf Oi!-Grölrefrains und Irish-Folk, aber ihr Hang zu Bands wie den CLASH, STIFF LITTLE FINGERS, GENERATORS und SWINGIN´ UTTERS bildet das musikalische Grundgeruest. Und so kommt auch mal ein Reggae zum Einsatz, wie etwa zu Anfang bei „Stagger“. Die Stimme von Mike McColgan bleibt einfach unverkennbar und setzt sich wohltuend vom sonstigen Gröler-Einheitsbrei meilenweit ab. Ein famoses Comeback! JOE STRUMMER haette an dieser Scheibe sicherlich auch Gefallen gefunden. Und schon jetzt moechte ich die Vermutung aussprechen, das „Back To The World“ zu den besten Punkrock-Scheiben des Jahres 2005 zaehlen wird. Wer mich kennt, weiss, das ich mit solchen Aussagen sehr vorsichtig umgehe, doch diese full-length hat alle erdenklichen Zutaten, um ein echter Klassiker des heutigen US-Punkrock zu werden. In den Staaten sind sie momentan als support von SOCIAL DISTORTION mit den BACKYARD BABIES unterwegs.
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SUBSIDE
„One Day Habit“ CD
( SuperSpeedway Music / ZCMRecords.com , Release Date: 2001 )

Der erste Song „Crash Course“ knallt mich fuer wenige Augenblicke erstmal gut weg. Schoener Energie geladener Powersound, der mich von der straighten Art her doch sehr an FACE TO FACE zu „Don´t Turn Away“-Zeiten erinnert. Wenn das so weiter geht, dann habe ich hier ein verdammt gutes Album zu besprechen. Soll ich mir schon mal vor Freude die Haende reiben? Nee, nee, zunächst mal abwarten, was der 11-Song-Silberling sonst noch so zu bieten hat. Aber schon nach kurzer Zeit gibt es auch fuer die restlichen Songs tiefgruenes Licht! Die CD ist ja bereits 2001 raus gekommen, doch die Songs wurden schon 1997 fertig geschrieben. Wobei der Song „So Many Girls“ da noch aus dem Rahmen faellt, da es sich um ein Cover von den ODD NUMBERS aus dem Jahre ´93 handelt. Ansonsten schwankt diese CD munter zwischen einer drei- bzw. vier Sternchen-Bewertung. Die vier Jungs aus Milwaukee haben sich auf jeden Fall eine Menge von FACE TO FACE abgeschaut. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Und irgendwie erinnert mich ihre Musik auch ganz speziell an die SONIC DOLLS Tour, September 1996 durch die Staaten. Zu der Zeit bekam man solche Bands überall zu hoeren. Egal, ob als Pausenmusik zwischen den Live-Auftritten, zu Hause bei Mitgliedern von Bands, mit denen wir zusammen gespielt haben, oder aber im Van im Kassettendeck. So tauche ich nun in ein Meer von guten Erinnerungen ab und zeige mich von meiner grosszuegigen Seite. Four Stars!
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THE SWEETHEARTS
„L.U.V.“ CD
( Mortville Records / ZCMRecords.com , Release Date: 2003 )

Heute ist kein guter Tag um mich mit kandierten PopPunk-Bonbons rumschlagen zu muessen. Aber „Reviews schreiben“ ist eben Tagesgeschaeft. Da kann es jeden mal treffen. Tags zuvor suche ich mir im Schnitt so an die vier CDs oder Vinylscheiben raus, die ich dann am naechsten Tag besprechen will. Also lassen wir dem paradoxen RealShock-Hirn freien Lauf. Bitte sehr: „Auch schon zu oft gehoert! Irgendwann langweilt einen dieser klebriger BubbleGumSound mit ueberzuckerten Piepsstimmchen aus dem Halse eines ganz schoen frechen Teenager Girl nur noch. Immer wieder danke an „Lookout Records“, die uns diese Suppe vor Jahrzehnten eingebrockt haben. Nur wenige Bands konnten sich bisher behaupten. Und da gehoeren die Sweethearts sicherlich nicht zu. Aber jetzt mal Butter bei der Fische. Wenn du ein Typ waerst, you know, so ein richtig knallharter Punker, der immer noch im Stehen pinkelt und die Zigarette cool im Mundwinkel pafft, wuerdest du da ernsthaft in einer Band spielen wollen, die sich die Sweethearts nennt???? Kannste ja gleich auf den Rummel gehen, und fuer dein Herzblatt haufenweise Lebkuchenherze kaufen und die individuell mit Spruechen wie „You Are My Only Sweetheart“ oder „I LUV U Honey“, natuerlich schoen fett mit Zuckerguss (schon wieder dieser Zucker!) verzieren lassen. Die klassische Hohlraumverziegelung eben, wir tragen unseren Intellekt nach aussen. Da wo die linke und die rechte Titte das Land regieren. Die Titte in der Mitte muss noch erfunden werden. Die Sweethearts biedern sich so an! Dieses suessliche Gesaeusel Was sind wir wieder nett heute. Und morgen faerbe ich mir die Haare wieder blond. Denn ihr muesst uns ganz toll lieb haben. Ja drauf geschissen. Ich will boese Lieder von durchgeknallten Typen, auf die man sich menschlich zwar nicht verlassen kann, aber egal, Hauptsache, die spielen einen aggressiven Sound, anstatt so einen halbgaren Pommes Frites Buden-Stuff hier. Klar, tue ich der Band in vielerlei Hinsicht zu Recht unrecht, aber scheiss drauf, das musste mal so in aller Deutlichkeit gesagt werden. So, und jetzt gehe ich fein STITCHES hoeren und verklopp danach meine Nachbarn. Eisenstange oder Baseballschlaeger? OKay, ich werde spaeter meine Wahl treffen.“
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TARAKANY
„Fear And Hatred“ CD
( Feelee.ru / ZCMRecords.com , Release Date: 2002 )

Tarakany kommen aus dem russischen Raume, genauer gesagt aus Moskau, und treiben dort schon seit 1991 ihr Unwesen in der kleinen ueberschaubaren Punkgemeinde. In der Zeit haben sie neun Alben veroeffentlicht und mehr als 800 Konzerte gespielt. Sie sind somit Russland´s erfolgreichste Punkrock-Band und das zu Recht, wenn ich mir mal die drei CDs, die ich von „ZCM Records“ zugeschickt bekommen habe, nacheinander weghoere. „Fear And Hatred“ macht dabei den Anfang. Das Album stammt aus dem Jahre 2002 und auf den insgesamt 15 Tracks laesst sich die Band gerne vom „Fat Wreck“-Sound beeinflussen. Schnell gespielter hochgradiger Melodic-Punk, der mich oft an NO USE FOR A NAME oder aber auch an coolen PopPunk wie etwa den von SCREECHING WEASEL erinnert. Der mehrstimmige Gesang bringt noch so eine ganz persoenliche Note mit sich. Aber auch einige Ska- und Metal-Anleihen halten Einzug, fallen aber ueberhaupt nicht ins Gewicht. Nee nee, die halten sich schon stur am klassischen Punkrock-Manifest fest, was ich natuerliuch nur begruessen kann. Waeren da nicht die in russisch gesungenen Texte, koennte man glatt meinen, das die Band aus den Staaten kommt. Aber, ich hab hier noch eine aeusserst verwegene These auf Lager. Da ich meine, das die russische und die japanische Aussprache im Gesang oftmals gleichziehen, koennte man von der Melodie her, mit etwas Phantasie verbunden, die Band auch nach Tokio stecken. Ich finde ja solche Exoten-Sprachen in der Punkrock-Musik ziemlich spannend und bin ein Fan davon. Und je laenger ich der Band bei der Arbeit zuhoere, desto mehr waechst bei mir die Begeisterung. Dodo, die Ueberraschung ist dir aber wirklich einsA gelungen! Hoffentlich geht dein Unterfangen auf, die Band hier in Europa zugaenglicher zu machen.
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TARAKANY
„The Best Is The Enemy Of Good“ CD
( Feelee.ru / ZCMRecords.com , Release Date: 2002 )

Hier nun ein 14-Song-Zusammenschnitt aus den ersten sechs Studioalben, die von 1992 bis 2002 erschienen sind. Vier Songs sind dabei neu-eingespielt worden. Hinzu gesellt sich als Opener der Exklusiv-Track „Reason For Hate“. Nun lernt man also im Kurzdurchlauf die musikalische Bandbreite von Tarakany kennen. Und yes, sie haben uns einige Angebote zu machen, die man nicht so ohne weiteres ausschlagen mag. Man merkt da schon die ein oder andere musikalische Weiterentwicklung, die die Band durchlebt hat. Und sie haben es verstanden mit den Jahren als Einheit zusammen zuwachsen, um ihr Potential nun auf Kommando abrufen zu koennen. Und ich muss ehrlich zugeben, das ihre aktuelleren Songs weitaus anspruchsvoller sind. Hingegen mir die meisten Beitraege von den ´90er-Alben doch ueber weite Strecken ein wenig zu gewoehnlich klingen. Aber irgendwie reicht es immer noch fuer satte vier Sternchen.
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TARAKANY! - Freedom Street CD
TARAKANY
„Freedom Street“ CD
( Feelee.ru / ZCMRecords.com , Release Date: 2004 )

Alle drei Alben, die ich hier nun der Reihe nach besprochen habe, werden von “ZCM Records” europaweit vertrieben. Wobei ich hier auch noch unbedingt anmerken will, das ihre aktuelle CD, „Freedom Street“, eine Exklusivveroeffentlichung des Label „ZCM Records“ ist. Hab aber leider den Fehler gemacht, in den letzten drei Tagen jeweils ein Album zu besprechen. Nun fehlt mir so ein wenig die Objektivitaet. You know, Tarakany-Overdose. Okay, zum Endspurt! Als kleines Special haelt das Album zwei sehr gut gemachte Videos auf der Cd-Rom fest. Ein Video zeigt die Band, wie sie in Japan sind. Witzig, das sich Spikey Hair-Punx vorm Mikro versammeln und wie selbstverstaendlich den Refrain mitgroelen. Die Japaner, die machen auch vor nix halt. Wer hat denen Bitte schoen russisch beigebracht? Das sind solche Poser, unglaublich! Nun, um noch mal zum eigentlichen Anliegen dieser Review zurück zukehren, dem zehnten Album von Russland´s Aushaengeschild: Die insgesamt 16 Songs sind musikalisch top, doch so einige Stop+Go-Passagen haetten wirklich nicht zu sein brauchen. Am besten gefallen mir Tarakany wenn sie ihre Lieder schoen straight spielen. Einen wirklichen fave song konnte ich bisher nicht ausmachen. Fazit: Mir gefaellt von den drei Alben „Fear And Hatred“ am besten.
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THREATS
„Back In Hell” MCD
( Punknite Records / ZCMRecords.com , Release Date: Mai 2002 )

Wenn ich das richtig deute, dann hat die schottische ´80er Band, sich vor knapp drei Jahren wieder zusammen getan, um diese sechs Songs hier einzuspielen. Das Ergebnis ist so ziemlich durchwachsen. Die Stuecke werden in einem Zug auf mittelmaessigen Brit-Punk runtergespult. Dabei bildet einzig und allein die Neuauflage ihres frueheren Song „Politicians And Ministers“ aus dem Jahre ´82 eine Ausnahme. Da haben sich Threats doch noch ein wenig mehr Muehe mitgegeben. Vielleicht liegt es aber auch an der gut gewaehlten Melodie, die sich vom Rest sehr wohltuend absetzt. Ausser einem gut gemeinten Okay ist hier nichts weiter fuer die Schotten zu holen. Vielleicht haetten sie die Studio-Reunion lassen sollen, denn solch eine Durchschnittskost bekomme ich an jeder Ecke gereicht.
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TURPENTINE BROTHERS
„We Don´t Care About Your Good Times” CD
( Alive Records / Bomp.com , Release Date: Januar 2005 )

Jetzt wird es kriminell fuer mich. Damit kann ich ja mal wieder ueberhaupt nichts anfangen. Zwei Typen von den KINGS OF NUTHIN´ (die Band finde ich ja eigentlich gar nicht so kacke) tun sich mit einer Schlagzeugerin namens Tara zusammen, und veranstalten auf ihrem Erstlingswerk einen 12-Song-Marathon, der fuer mich nur schwer zu ertragen ist. So ganz fieser Garagenkram mit Rhythm & Blues und MC5 bzw. DEAD MOON Anleihen, und weiteren merkwuerdigen Zutaten. Warum nicht gleich Free Jazz?
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TV SMITH
„Not A Bad Day” LP
( Teenage Rebel Records / TeenageRebel.de , Release Date: November 2004 )

Solche synthetische Klaenge kannte ich von Herrn Smith bisher auch noch nicht. Insgeheim hatte ich auf eine Fortsetzung seines letzten Album „Useless“ gehofft, oder zu mindestens an dem hohen musikalischen Niveau des ´99er Solowerk „Generation Y“ aufzuschliessen, aber nichts von dem trifft auf „Not A Bad Day“ wirklich zu. Anstatt einer wuetend gespielten Akustikgitarre oder den satten Sound einer Fender wird man auf den insgesamt 12 Tracks mit allerhand unnoetig seichten Perkussion konfrontiert. Da geht so manch wirklich guter Songansatz ruckzuck baden. Dazu ereilen einen immer wieder ziemlich aetzende Gitarreneinlagen, dessen Quelle eigentlich der unsaeglich beschissenen ´80er Hardrock-Saga entspringen. Daran krepiert hier auch fast jeder Song. TV´s Stimme klingt darueber hinaus meist quaelend gepresst, schon beinahe aufgesetzt. Ein Album, was ueber weite Strecken masslos enttaeuschend ist.
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V.A.: „EMPTY SAMPLER III“
CD
( Empty Records / Empty.de , Release Date: Januar 2005 )

Viel Licht und wenig Schatten begleiten einen auf dem mittlerweile dritten Sampler aus dem Hause “Empty Records”. Nicht nur das die 28-Song-CD zu einem spott-billigen Kurs angeboten wird, nein!, auch feiert das Label hiermit ganz offiziell sein 20-jaehriges Jubilaeum in der Szene. Unter den Darbietungen gibt es auch eine Reihe an unveroeffentlichtem Material, allen voran das Stueck „Silver Lining“ von GENERATION X, hier mit Liz Wood (kenn ich nicht!) als Gastsaengerin. Auch die Lieder von der Band YOUTH GONE MAD verspruehen mit den Gastauftritten von DEE DEE RAMONE und JOEY RAMONE einen gewissen Reiz. Und ansonsten wird die gesamte Produktpalette aufgefahren, seien es die LURKERS, die VIBRATORS, die DAMNED, WHITE FLAG, SONNY VINCENT, die ZEROS, die SAFETY PINS, D.O.A. SPEEDWAY 69, die PUTTERS, die SUURBIERS oder der ZWAKKELMANN. Dazu ein schoen dickes Booklet, mit allerhand Background Informationen. Feine Sache!
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THE WILD WEEK-END
s/t CD
( Nicotine Records / ZCMRecords.com , Release Date: Januar 2004 )

Dreimal duerft ihr raten, woher der Bandname stammt. Na, so schwer kann es doch nicht sein. Na klar doch, von den ZEROS. Von wem auch sonst. Denn „Wild Weekend“ wird dann auch als zwoelfter und letzter Song ganz gut ueber die Runden gecovert. Aber bis man da angekommen ist, muss man schon ein wenig Sympathie fuer Bands wie die RIP-OFFS, SAFTEY PINS, DEVIL DOGS und aehnlichen Garagen- bzw. Rock’n’Roll Halunken aufbringen, sonst klappt es auch nicht mit dem Trio aus dem italienischen Salerno. Die ANGRY SAMOANS werden mit Track 6 „Different World“ auch noch recht erfolgreich nachgespielt. Die CD kam bereits im Januar 2004 raus und das auch nur in einer begrenzten Auflage von 500 Stueck. Fuer zusaetzliche Unterhaltung sorgt die Vergabe des Lead-Gesang, den sich der Basser Wild G. und der Guitarplayer Wild JP gerecht aufteilen. Im Gesamturteil, knapp an vier Sternchen vorbei geschrammt. Vor zehn oder zwoelf Jahren haette es dafür noch alle Fuenfe gegeben, aber mittlerweile hat man ja schon jeden Soundstil an die tausend Male durchgekaut, und ist dadurch selbstverstaendlich auch ein wenig verwoehnt und gelangweilt. Der Weg vom „Bored Teenagers“ zum „Boring Old Fart“ ist also gar nicht so weit.
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