* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

So, hier nun das Update fuer Februar. Das Update fuer Maerz erfolgt am Donnerstag, 05. April 2007. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

BIG AUDIO DYNAMITE - „E=MC²” DVD
BIG AUDIO DYNAMITE
„E=MC²” DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 29. Januar 2007 )

Da hat jemand so richtig Spass direkt vorne an der Buehne zu stehen. Der Jemand ist Mick Jones, der bei THE CLASH eigentlich immer nur als Zweitbesetzung neben Joe Strummer fungierte. 1984 tat Jones sich u.a. mit DON LETTS zusammen und gruendete Big Audio Dynamite. Die Musik war eine Mischung aus Rock, Pop, Reggae und Beatbox-Elementen, also bestens geeignet fuer die Tanzflaeche. Zwar nicht jedermanns Geschmack, aber durchaus nachvollziehbar, wenn man sich das CLASH-Album „Sandinista“ genauer zur Brust nimmt. Mit neuer Besetzung machte Mick Jones dann einige Jahre nach der Bandgruendung unter B.A.D. II weiter. Da war Don Letts leider nicht mehr dabei! Aus dieser Zeit stammt dann auch der Auftritt, der auf dieser DVD zu sehen ist. Aufgenommen 1990 in London´s restlos ausverkauften „Town And Country Club“ spielt die Band gutgelaunt ein 8-Song-Set vor einem begeisterten Publikum. Ich glaub ich hab Mick Jones vorher noch nie so oft lachen gesehen wie bei diesem Auftritt. Richtig entspannt sieht er dabei aus und er schuettelt die Lieder nach und nach ganz locker aus dem Aermel! Die 50 Minuten verstreichen dabei wie im Fluge, was allerdings auch an der sehr guten Bildregie und der exzellenten Videoqualitaet liegt. Keine Chance also fuer trendy MTV-Schnitte! Ich sollte mir mal bei Gelegenheit die drei CDs von der Band raussuchen und noch mal etwas genauer hinhoeren. Denn das was Big Audio Dynamite umgesetzt haben, kann man auch durchaus in Verbindung mit den musikalischen Anlagen von THE MESCALEORS bringen.
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the BLACK HALOS - s/t CD      the BLACK HALOS - „The Violent Years” CD
THE BLACK HALOS
s/t CD
„The Violent Years” CD
( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 23. Februar 2007 )

In der Promotionarbeit hat es sich aber „People Like You” zu einfach gemacht! Von jedem Album sind jeweils nur fuenf Tracks auf der Promo-CD in der schmucklosen Hardcover-Pappe zu finden. Das bedeutet, es werden insgesamt 14 Songs glatt „unterschlagen“. Das ist bitter! Wie soll man da bitte schoen eine anstaendige Besprechung zu schreiben? Kann doch sein, das die restlichen 14 Songs absolute scheisse sind, oder? Hinzu kommt, dass die Aufnahmen nicht angeglichen wurden. Man hoert deutlich die Unterschiede bei der Produktion der beiden Alben. Das Debuet klingt noch etwas „leise“, hingegen die zweite full-length viel satter produziert wurde. Ausserdem habe ich keinen blassen Schimmer, ob „People Like You“ das sehr aufwendige Artwork des ersten Albums fuer die Re-Release uebernommen hat. Nun, fuer mich ist das alles kein Problem. Ich hab die beiden original CDs von 1999 und 2001 bei mir im Regal stehen. Ich weiss das die restlichen Songs nicht scheisse sind. Aber wenn sich schon das Label keine grosse Muehe macht, diese brillante Band fuer die einschlaegige Presse besser zu praesentieren, dann sehe ich auch keinen besonderen Anlass neue Reviews zu verfassen. Also, deshalb die Review-Originale aus der Print-Zeit vom 3RD!
Aus 3RD No. 19: „In der letzten Ausgabe war ein ausfuehrliches Interview mit der kanadischen Ausgabe der DEAD BOYS nachzulesen und nun habe ich auch endlich selbst ihre erste CD vorliegen. Ich weiss, dass es die Band nicht so gerne hoert, wenn sie andauernd mit den toten Jungs in Verbindung gebracht werden. Doch das hatten wir ja schon durchgekaut. Obwohl die Scheibe schon ueber ein Jahr alt ist rechtfertigt sie jede Besprechung. Denn was sich da unter dem schwarzen Heiligenschein verbirgt gehoert fuer mich ganz eindeutig zu einer der grossartigsten Rock’n’Roll Scheiben des letzten Jahrzehnts. Sie haben die Begabung und sie haben das Talent zu einer echten Groesse im Laufe der naechsten Jahre zu wachsen, sie koennten eine Band sein, an der sich, wie damals beim GREEN DAY, TURBONEGRO und SOCIAL DISTORTION – Boom, andere Gruppen orientieren koennen, die nicht mehr wissen, wer die DEAD BOYS mal waren. Sie sind das Bindeglied. All ihre Songs tragen diese Handschrift. Und man beachte die aeusserst edle Verpackung der CD.“
Aus 3RD No. 22: „Oh yes! Was fuer ein Hammer ist das zweite Album nur geworden!!! U-N-F-A-S-S-B-A-R!!!! Aller-Coolster Glam-Punk'n'Roll der nur nach vorne losgeht. Einmal gehoert, und schon gehen die zwoelf Songs auf „The Violent Years“ in Fleisch und Blut ueber. Nicht ein Song ist dabei, der an Farbe verliert. Pure Begeisterung macht sich da bei mir breit. Ich kann von diesem Sound einfach nicht genug bekommen. Jetzt muss der Fuenfer-Kanada-Tross nur noch so schnell wie moeglich nach Deutschland auf Tour kommen und ich bin restlos gluecklich.“
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DISORDER - „20 Years In A Van 1986-2006” DVD
DISORDER
„20 Years In A Van 1986-2006” DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 29. Januar 2007 )

Was ich von der musikalischen Leistung dieser Band halte duerfte sich laengst herumgesprochen haben. Und da will ich auch gar nicht mehr weiter drauf eingehen. Hier nun die erste DVD, wobei zunaechst schummerige Aufnahmen die Qualitaet drastisch mindert. Das wird nach 30 Minuten etwa dann doch etwas ertraeglicher, obwohl das verfilmte Material jetzt auch nicht optimal ausschaut. Boese Zungen koennten unter diesen aeusserst bescheidenen Vorraussetzungen durchaus zur Behauptung gelangen, dass die chaotische Hauruck-Mucke wohl kein besseres Bildchen verdient hat. In erster Linie sind hier die Eingefleischten angesprochen, die meilenweit fuer eine Disorder-DVD laufen wuerden. Ich mach schon nach einem halben Meter schlapp.
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HEIDEROOSJES - „Chapter Eight: The Golden State” CD
HEIDEROOSJES
„Chapter Eight: The Golden State” CD
( U-Sonic Records / Starkult Promotion , Release Date: 09. Maerz 2007 )

Das nun mehr achte Album von Hollands Vorzeige-Punker birgt keine grosse Veraenderung. Musikalisch sowie textlich topfit und am Puls der Zeit. Aufgenommen wurden die 15 Songs in Los Angeles. Kein Geringerer als Cameron Webb, der von seinen Arbeiten beispielsweise mit MOTORHEAD oder SOCIAL DISTORTION bekannt sein duerfte, uebernahm den Job als Produzenten. Der Sound ist dementsprechend dicht ausgefallen und entspricht einem hermetisch abgeriegelten Raum, wo kein Lueftchen weht. Nur die echten Hits fehlen! Die Songs laufen zwar gut durch, aber nichts bleibt bei mir wirklich haengen, so wie es z.B. noch auf der „Fast Forward“-CD von 2001 der Fall war. Wer indes mit PENNYWISE, GOOD RIDDANCE, BAD RELIGION und THE OFFSPRING gut faehrt, der duerfte auch hier keinerlei Probleme bekommen.
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THE JOHNS - „In Tune” 7” 3-song.e.p.      THE JOHNS - „Preacher” CD
THE JOHNS
„In Tune” 7” 3-song.e.p.
„Preacher” CD
( Anko Records / MySpace.com/Johns , CD Release Date: 30. Januar 2007 )

Nach dem Rick Bain sich mit dem “Hostage Label” anscheinend ganz zur Ruhe gesetzt hat und sich nun – wie mir aus gut unterrichteten Kreise zugetragen wurde – ausschliesslich der Familie und seinen 9till5-Job widmet muessen Bands wie the Johns zusehen, auf welchem Label sie unterkommen. Auch Duane Peters und sein „Disaster Label“ hat im Moment Sendepause, so dass schon so einige Bands wie etwa SMOGTOWN, SMUT PEDDLERS oder BROKEN BOTTLES nach „TKO Records“ abgewandert sind, was selbstverstaendlich nicht die schlechteste Alternative gewesen ist. Bassist Mike Rouse kontaktierte mich voellig unerwartet via MySpace ueber seine neue Band und sagte mir zu ihren Output zu zusenden. Nun mit Mike hatte ich zu Zeiten der 3RD-Printausgabe immer mal wieder sporadischen eMail-Kontakt. Damals spielte er noch bei THE BLEEDERS die auch vom 3RD gut gepusht wurden. Gitarrist Rob Milucky ist selbstverstaendlich noch von DIE HUNNS und THE PUSHERS in allerbester Erinnerung. Allerdings sagt mir der Rest der Truppe, Saenger Tommy Macke und Drummer Joel Ronamoe, rein gar nichts. In dieser Besetzung spielen the Johns seit Anfang 2005 und konnten bisher die Buehne von San Francisco bis Phoenix mit Bands wie den MANIC HISPANIC, YOUTH BRIGADE, ADOLESCENTS und THE STITCHES teilen. Momentan sind sie auf „Anko Records“ unter Vertrag, ein Label was bisher in den Punk-Kreisen von Orange County keine Rolle gespielt hat. Es gibt keinen zweiten Gitarristen, ausser natuerlich Johnny Witmer von THE STITCHES, der den OC-Punk-Sound so rotzig und angepisst spielen kann, wie Rob Milucky. Die absolut simpel inszenierten 12 Songs gehen allesamt ohne Ausnahme als klassische Single-Tracks durch. Die Johns haetten also ganz locker sechs famose Hit-Singles raus hauen koennen. So im Stil eines Six-Pack, wie es damals, ich glaub 1980 war es, auch von den SEX PISTOLS gab. Und damit waeren wir auch bei ihrem eigentlichen Debuet gelandet. „In Tune“, als limitierte Single im colored vinyl, veroeffentlicht Ende 2006. Auf der B-Seite sind mit „Crapped Out“ und „Wanna Die“ gluecklicherweise zwei Non-CD-Tracks zu hoeren. „In Tune“ wurde fuer die CD noch einmal neu eingespielt. Die Singleversion ist hingegen vielleicht etwas rauer ausgefallen, aber trotzdem sind beide Versionen absolut gleichwertig. Im Song „Political“ haben the Johns die Textzeile “Ask not what you can do for your country, ask what your country has done to you!” vom AVENGERS-Klassiker „The American In Me“ clever eingebaut. Und Bill Clinton wird ebenfalls im Zusammenhang mit der Lewenski-Affaere mit den beruehmten Worten „I did not have sexual relations with that woman“ aus dem Fernseh zitiert, wobei man auch mal an dieser Stelle festhalten sollte das der Amerikaner an sich einen Blowjob nicht unbedingt als Akt einer sexuellen Handlung bezeichnet. Fuer ein zweites Album soll angeblich schon Lars Frederiksen von RANCID als Produzent in den Startloechern stehen. Aber auch Billy Zoom von X hat da sein Interesse bekundet! Man darf also gespannt sein, was die Zukunft fuer the Johns bereithaelt. Eins ist so sicher wie das Amen in der Kirche! Mit „Preacher“ wurde ein weiteres viel versprechendes Kapitel in der never ending Punkrock-Geschichte von Orange County aufgeschlagen.
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PSYKIK VOLTS - „Re-Volting (79-06)” CD
PSYKIK VOLTS
„Re-Volting (79-06)” CD
( Damaged Goods Records / DamagedGoods.co.uk , Release Date: 29. Januar 2007 )

Schon erstaunlich, wie meine kleine Wunschliste an alten englischen Punkrock-Singles in den letzten Jahren zusammen geschrumpft ist. Mit dieser Veroeffentlichung ist ein weiteres Kapitel in sich stimmig abgeschlossen worden. Label-Chef Ian hat sich dabei so richtig fuer ins Zeug gelegt. Psykik Volts aus der Naehe von Leeds brachten es nur auf eine Single. Sie erschien 1979 in einer 1000er-Auflage auf „Ellie Jay Records“. Die beiden Songs „Totally Useless“ und „Horror Stories No. 5“ wurden von JOHN PEEL in seinem Programm oft gespielt. Auch ich kenne die Single noch aus dieser Zeit. Aber bis heute blieb mir nur eine schaebige ChromCassetten-Aufnahme. 2006 wurde sie dann im „Record Collector“ unter den „Top 100 Rare Punk Singles“ aufgelistet und ihr Wert auf umgerechnet 50 englische Pfund festgelegt. Neben der Single sind auf der CD weitere zehn Songs vertreten, von denen der groesste Teil im Alleingang ihres Gitarristen und Saengers Victor Vendetta letztes Jahr neu aufgenommen wurden. Leider ist im Booklet nicht genau ersichtlich um welche Songs es sich da im einzeln handelt. Muss man also nach Gehoer gehen und dann entscheiden. Gewissheit hat man dann aber bei Track 11. „Wooden Heart“ wurde 1981 als Single bei „Rockburgh Records“ veroeffentlicht. Allerdings war Psykik Volts da schon seit Ende ´79 Geschichte. Victor Vendetta und Schlagzeuger Mick Reed gaben unter dem Namen POPTONES (natuerlich nach dem PiL-Song benannt) diese Single raus. Nun, die Neueinspielungen der alten ´79er-Songs haetten im direkten Vergleich zu ihrer Single hoffnungslos abschmieren koennen. Tun sie aber nicht! Auf keinen Fall! Die Band hatte schon damals eine gewisse Vorstellung von Musik machen. Als reine Punkrock-Band im Stile der 70er-Helden wie THE CLASH oder SEX PISTOLS wuerde ich sie nicht unbedingt zuordnen, Sie besassen darueber hinaus einen leicht experimentellen Touch, der sie damals schon eher in die Naehe von Bands wie den DISCO ZOMBIES, DANGEROUS GIRLS, THE FANS oder SCARS brachte. Eine CD die von Anfang bis Ende nur Freude macht und erstklassige Songs bereithaelt!
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TOTAL CHAOS
„Freedoom Kills” CD
( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 23. Februar 2007 )

Auf Total Chaos kam ich noch nie klar. Das ist auch bei ihrem neuen Album so. Metallischer EXPLOITED-DISCHARGE droehnt mir da die meiste Zeit um die Ohren. Die Produktion der 14 Tracks ist fuer meine Begriffe gruendlich daneben gegangen. Der Gitarrensound ist sonderbar verzerrt und das Schlagzeug klingt oft genug total uebersteuert. Da hilft auch nicht mehr das MISFITS-Cover „Attitude“ drueber hinweg, die einzige Mid-Tempo-Nummer auf der CD, was sowieso entsetzlich miserabel nachgespielt ist. Dazu am Schluss gesellt sich eine weitere Aetz-Version von „Were Not Gonna Take It“, was schon andere Combos vorher bis zum Erbrechen nachgespielt haben. Gibt es etwa nix anderes mehr zu covern? Um dem Elend ein Ende zu machen sei noch erwaehnt, dass der CD-Rompart mit drei Videos aelteren Datums bestueckt ist.
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