* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

So, hier nun das Januar-Update. Das naechste Update erfolgt dann Ende Februar 2005. Alle Reviews, besprochen von Ralf Real Shock.

 

ACTION ACTION
„Don´t Cut Your Fabric To This Year´s Fashion” CD
( Victory Records / Gordeon Promotion , Release Date: 07. September 2004 )

So so, hier spielen also Leute von COUNT THE STARS und THE REUNION SHOW mit. Schon mal nicht schlecht. Nach dem knallbunten Cover-Artwork zu urteilen muesste demnach eine flott klingende PopPunk-Scheibe mit Fuzz-Keyboard bei raus springen. Aber irgendwie kommt die Band auf ihren 13 Tracks nie so richtig in Tritt. Also sollte man sich spontan um orientieren und den melancholischen Touch Einhalt gebieten. Aber damit ist es leider auch nicht getan. Irgendwas mixen Action Action dazu, was mir gar nicht gefallen mag. So komplizierten Frickelkram, you know…., da kann man mich ja mit jagen. So oder so traegt die Verschmelzung beider Bands keine reifen Fruechte. Die Musik bleibt ganz klar hinter meinen Erwartungen. Mein Eindruck: Langweilige Musik von anscheinend selbstmordgefaehrdeten jungen Menschen. No Future, wa!
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BANDA BASSOTTI
„Amore E Odio“ CD
( Gridalo Forte Records / info@dynamic-discord-agency.com , Release Date: 24. Januar 2005 )

Gar nicht so uebel. Hab ich irgendwie falsch eingeschaetzt, denn die 13koepfige Besatzung dieser Italo-Punk-Ska-Gruppe spielt zum Teil auch einen herzerfrischenden Punksound, der ein wenig an aktuelle Bands wie etwa the GENERATORS oder the FORGOTTEN anschliessen kann. Ein CLASH-Einfluss ist auch ganz gut zu deuten. Doch leider hauen sie auf ihren insgesamt 13 Tracks natuerlich auch mit nervenden Troetenklaengen nur so um sich. Fuer mich hoert sich das zeitweise wie New Orleans-Karneval an. Dies Town-Tone der Neuzeit hat mich bisher noch nie erweichen koennen. Doch fuer den ueberdeutlichen Punk-Einsatz gibt es einen Drilling.
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THE BLACK MARIA
„Lead Us The Reason” CD
( Victory Records / Gordeon Promotion , Release Date: 24. Januar 2005 )

Wer vorher in einer Band gespielt hat, die sich NEW DAY RISING nannte, kann nicht wirklich verkehrt liegen. Handelt es sich doch bei dieser Namensnennung um den Titel des Klassiker-Album von HÜSKER DÜ aus dem Jahre 1985. Doch lassen wir Black Maria selbst zu Wort kommen, oder besser gesagt, lassen wir ihnen den musikalischen Vortritt. Elf Songs sind es geworden, dessen Realitaet mich bereits bei Track 3 „Organs“ wieder eingeholt hat. Wir hoeren komplizierte emocore belastete und ziemlich anstrengende Zusammensetzungen, die nicht vermoegen koennen was Positives bei mir auszuloesen. Die haetten ihre Stuecke einfach nur straighter vortragen sollen, dann waere ich sicherlich noch ein wenig mehr an ihrer Musik haengen geblieben. Aber so? No Way!
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BOOBIE TRAP
„Hidden Agenda” CD
( Bad Dog Records / CoretexRecords.com , Release Date: November 2004 )

Gar keine Frage, ich steh auf Geschwindigkeiten. Die muss aber wohl dosiert sein und genau auf den Punkt gebracht. Bei den 12 Tracks der deutschen Lizenzpressung von Orange County´s Boobie Trap geht es in fast allen Songs ausschliesslich um Geschwindigkeit. Da moechte man ihnen unweigerlich ab und an zurufen: „Es geht auch etwas langsamer.“ Am Mikro ein handelsueblicher „BettyPage“-Gesang, der sich von anderen aktuellen weiblichen Stimmen leider nicht grossartig absetzt. Da fehlt mir das gewisse Etwas, das noetige Angepisst sein. Schon zu oft kopiert, und da hoere ich mir dann doch lieber die Originale von LEGAL WEAPON oder U.X.A. an, die beiden Damen haben wesentlich mehr Punkrock-Rotz zu bieten als die Frontfrau von Boobie Trap. „Hidden Agenda“ wurde bereits 2001 aufgenommen und in den Staaten wenig spaeter veroeffentlicht. Im Laufe der Zeit ist nun ein zweites Album auf dem Markt gekommen, das den Titel „Look Inside“ traegt. Auf der Homepage der Band kann man sich dort drei Kostproben von anhoeren. Leider gab es da keine wesentlichen Aenderungen. Auch wenn die Mitglieder von Boobie Trap schon alteingesessen sind und den ziemlich flotten Punk-Schuh bevorzugen, haben sie mit dem typischen Orange County Sound doch herzlich wenig mit zu tun.
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D.O.A. - "Live Free Or Die"  CD
D.O.A.
„Live Free Or Die” CD
( Social Bomb Records , Rabazco Promotion , Release Date: Dezember 2004 )

Wenn man heutzutage von Joey Shithead und seinen beiden DOAern an Bass und Drums nicht zu viele musikalische Glanzmomente erwartet, kann man ganz relaxt an das inzwischen zwoelfte Studioalbum der Vorzeige-Punk-Band aus Kanada rangehen. So muemmelt man sich durch die 20 Songs und ist vor Ueberraschungen sicher. Denn sicher ist sicher. Und das sagt sich auch unser „Scheisskopp“ Joey und buddelte fleissig den ollen Klassiker „Fucked-Up Ronnie“ von ´81 aus und taufte ihn aus aktuellem Anlass in „Fucked-Up Bush“ um. Machen wir uns also nichts vor. D.O.A. haben ihr bestens Material auf ihren ersten beiden Alben “Something Better Change” und “Hardcore 81“ verschossen gehabt. Danach kamen noch einige recht gute Alben raus, wobei vor allen Dingen die 12“inch „War On 45“ aus dem Jahre 1982 erwaehnenswert ist. D.O.A. waren frueher einfach um Laengen besser. Vielleicht sollte Joey sich besser nur noch dem Schreiben und seinem Label widmen. Denn irgendwann langweilt es nur noch, eine Wiederholung von einer Wiederholung im Studio aufzunehmen.
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DEEP EYNDE - "Shadowland"  CD
DEEP EYNDE
„Shadowland“ CD
( Disaster Records , Bomp.com , Release Date: Dezember 2004 )

Yep, die Ueberraschung des Monats! Da hat „Disaster“ mal wieder endlich eine Scheibe veroeffentlicht, die so ganz nach meinem Geschmack ist. Obwohl ich ja im ersten Moment etwas skeptisch war, und das nicht nur wegen des ziemlich einfallslosen und billig aufgemachten Front-Cover. Aber dafuer ueberzeugt der Sound umso mehr. Vom ersten Moment ist man direkt angefixt und hat auch recht schnell eine Verbindung zu fruehen T.S.O.L. und dem Gothic-Einschlag der DAMNED ausgemacht. Dazu wird ein dicht produzierter ´77er Punkrock-Stil serviert, wirklich ein abenteuerlicher Mix, der bei allen 12 Songs wie ein gut verkneteter Hefeteig aufgeht. Schade nur, das die Texte fehlen und das Booklet mit einer weiteren aussagearmen Collage „glaenzt“. Die Band kommt im Maerz im Rahmen der „People Like You“-Package Tour zu uns. Sollte man sich nicht entgehen lassen.
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DEMEAN
„Today We Rise“ CD
( Hawino Records / Gordeon Promotion , Release Date: Januar 2005 )

Heiliger Strohsack! What is that? Doch lassen wir einige Auszuege aus dem Info fuer sich sprechen: “Ein unbarmherziger Wutbrocken….monstroese Grooves, Megaspeed, derbes Gebelle….leicht Industrial-artigen Kaelte…..“. Danke, das reicht!
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EVEREST
„Demons For Company” CD
( Like The Mountain / Gordeon Promotion , Release Date: Januar 2005 )

Muss eingestehen, das ich Everest zuerst fuer ´ne amerikanische Combo gehalten habe. Sollte man das als Lob ansehen? Ich denke schon. Doch auch wenn im beiliegendem Infoblatt darauf hingewiesen wird, das sich die Jungs aus dem Hessenland sich fuer die Band den Arsch aufreissen, haben sie das Rad nicht neu erfunden. Immer schoen auf den Teppich bleiben, nicht wahr? Everest sind sicherlich eine recht vitale Band, da gibt es nichts. Aber mehr als ein paar gut anzuhoerende PopPunker mit heftigem Emocore-Touch versehen, ist bei den insgesamt 11 Tracks nicht drin. Nur wenige Songs gehen ueber das Durchschnittsniveau hinaus, wie etwa „Music Is Dead“, fuer mich der kleine Hit der CD.
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FASTER PUSSYCAT
„Faster Remixes” CD
( Lemon Recordings / CherryRed.co.uk , Release Date: Dezember 2004 )

Mit diesem Re-Mix Album komme ich nun gar nicht mit zurecht.
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the INSAINTS - "Sins Of Saints"  CD
THE INSAINTS
„Sins Of Saints” CD
( Disaster Records / Bomp.com , Release Date: Dezember 2004 )

20-Song-Vermaechtnis von einer Band, die in den ´90er Jahren San Francisco´s Nachtleben unsicher machten. Dafuer sorgte allein schon das Auftreten ihrer Saengerin Marian Anderson, die als Dominatrix und Fetish Model ihr Geld verdiente und ihre sexuellen Vorlieben auch auf der Buehne offen auslebte. Dazu gibt es im Booklet einige ausfuehrliche Geschichten nachzulesen. 2001 starb sie an einer Ueberdosis. Musikalisch bewegte sich die Band im guten Mittelfeld, solider Snot-Punk, der aber keinen Hund vom Ofen weglockte.
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JUDASVILLE
„Welcome To Judasville” CD
( I Scream Records / Gordeon Promotion , Release Date: November 2004 )

Guter Anfang, ziemlich flotte Rock’n’Roll Songs, die mich zunaechst sehr an THE BONES erinnern. Dank des Produzenten Vince Destructo, der u.a. die TRAVOLTAS produziert, bleiben die insgesamt elf Songs fast durchweg schoen poppig, so das mir auch andere Bandvergleiche wie etwa der von SATOR oder PSYCHOTIC YOUTH in den Sinn kommen. Ich hab die Scheibe nun an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils einmal durchlaufen lassen, und finde sie immer noch recht unterhaltsam, obwohl die richtig grossen Hits leider fehlen. Denn Songs wie „Excuse Me“, „Midnight Hour“ oder „Hey Hey Hey Hey“ hab ich schon mal in einer anderen und auch besseren Konstellation gehoert. Trotzdem denke ich, das diese Band auf jeden Fall eine Chance verdient hat gehoert zu werden.
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LAGWAGON
„Live In A Dive” CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.de , Release Date: 07. Februar 2005 )

Das war natuerlich nur noch eine Frage der Zeit, wann Lagwagon in den erlauchten Kreis der “Live In A Dive”-Serie aufgenommen werden. Doch zuvor mussten im Juni 2003 22 Mutproben im „House Of Blues“ in Hollywood bestanden werden. Die Band bestand alle an ihnen gestellten Aufgaben mit Bravour und Auszeichnung. Mit „The Chemist“ wurde sogar noch eine gaenzlich neue Feuerprobe unter erprobten Husarenstuecken aus der musikalischen Vergangenheit reingeschmuggelt. Auch nicht zu verachten, das Video zu „Mr. Coffee“ mit anschliessendem Interview. Im Schnittwechsel wird Fat Mike auf dem Klo sitzend gezeigt, wie er der Band, die gerade in einer Sauna verweilt, seine Fragen stellt.
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LAKE PLACID
„Make More Friends“ CD
( Universal Music / Gordeon Promotion , Release Date: 07. Februar 2005 )

Das ist zeitweise eine ganz schoene wie auch harmlose Platte. Lake Placid´s Musikstil ist ja momentan schwer in Mode, siehe halbgare Bands wie THE STROKES, THE HIVES oder andere Menschen die zu Instrumenten greifen, sich neu einkleiden, aber dennoch immer noch wie ewige Studenten im Schlabberlook aussehen. Mit Punk Rock ist hier nicht viel zu holen, viel mehr ist dieser daenischer Musikzirkel so wertlos in der Ausfuehrung, wie heute die deutsche Mark. Ich mag diese verwaesserten Stile einfach nicht.
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LES HELL ON HEELS
s/t CD
( Bomp! Records / Bomp.com , Release Date: November 2004 )

Von „Bomp!” im Vorfeld ziemlich gut gepusht, und mit allerlei Lobenshymnen ins Rennen geschickt worden, doch die hohen Erwartungen konnte das Quartett aus Phoenix, der Heimat von JEFF DAHL, nicht erfuellen. Ganz streng genommen ist das LulliPop-Sound, den Bands wie die EYELINERS und die DONNAS schon zu Tode gespielt haben. Holpriger 60ties-Trash on Punkrock-Basis aufgemoebelt. Schon zu oft gehoert und schon zu oft dabei gelangweilt aus dem Fenster gestarrt. Das Booklet wimmelt nur von geposten Pictures! Posen koennen die vier Rock’n’Roll-Chicks ja dabei ganz gut, aber das ist nun mal nicht alles. Und fuer das ziemlich aufgesetzte Posing-Booklet gibt es einen klaren Sternchenabzug! Wir sind ja schliesslich nicht bei „Popstars“.
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DIE LOKALMATADORE
„Armutszeugnisse“ CD
( Teenage Rebel Records / TeenageRebel.de , Release Date: November 2004 )

Musikalisch fand ich die Lokalmatadore fast immer gut, nur mit ihren deutschen Proll-Texten konnte ich von Anfang an nie was mit anfangen. Zu allem Ueberfluss gesellten sich mit der Zeit auch noch die Vorlieben fuer Schalke 04 und Schlagersongs hinzu. Igitt! Doch mal abgesehen von meiner ganz persoenlichen Meinung fand die Band recht schnell ein dankbares Publikum und war stets gern gesehener Gast auf irgendwelchen Konzerten. Auf dieser CD befinden sich 19 Songs, die von ihren ersten Gehversuchen auf Vinyl-Only 7“inches und diversen Samplerbeitraegen erzaehlen.
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the PEGS - "...Period The End"  MCD
THE PEGS
„….Period The End” MCD
( Pop Scar Records / PopScarRecords@excite.com , Release Date: Januar 2005 )

Da kommt mir gestern, so ohne jegliche Vorwarnung, eine MCD der Orange County Punkers von the Pegs ins Haus rein geschneit. So lasse ich mich gerne ueberraschen! Passiert heutzutage leider nur viel zu selten. Und direkt rein damit in den Player. Sieben Tracks, einer besser als der andere. Typischer Sound fuer diese Gegend dort, und ich mach drei Kreuzzeichen, das dieses Gebiet bisher von irgendwelchen trendy cunts aus der ach so coolen Szene verschont geblieben ist. Hier ist man noch unter sich und laesst einzig und allein der Musik den Vorrang. The Pegs entsprangen einst den NUMBERS, von denen Sean am Gesang und Adam an der Gitarre nun mit the Pegs eine weitere kleine Knuellerband ins Leben gerufen haben. War ich von ihrer Debuet-7“ „Robot Romance“ (natuerlich auf „Hostage Records“), noch nicht ganz von ihrem Koennen ueberzeugt, belehrt mich diese MCD um eines besseren. Ein kleiner STITCHES-Hoellen-Trip erwartet einen. Und ick hoer den Lohrman trapsen!
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ROSE TATTOO
„Rock’n’Roll Outlaws“ CD digipak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: November 2004 )

„Captain Oi!“ veroeffentlichte im November 2004 die ersten vier Alben von Rose Tattoo noch einmal, diesmal im schicken Digipak-Outfit des Label. Zugegeben, mir war die australische Band bis auf den obligatorischen Hit „Nice Boys“ zu diesem Zeitpunkt doch ziemlich unbekannt gewesen. Unbegreiflich fuer mich auch das diese Band schon damals - als ihr erstes Album „Rock’n’Roll Outlaws“ 1981 erschien - in diversen europaeischen Punkrock-Szenen Fuss fassen konnte, und bis zum heutige Tage immer noch abgefeiert wird, als wenn Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen. 2005 klingt dieser Sound fuer meine Ohren eher wie eine drittklassige Hardrock-Band, die auf einer krampfhaften Spurensuche von AC/DC, STATUS QUO, MOTORHEAD, BLACK SABBATH und fuckin´ DEEP PURPLE sind. Proll-Rock’n’Roll vom Allerfeinsten ist somit garantiert. Nix fuer EATER-Hoerer!
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ROSE TATTOO
„Assault & Battery“ CD digipak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: November 2004 )

Oh je, ich habs aber auch heute nicht leicht! Zweites Album von der australischen Eins zu Eins AC/DC-Kopie. Als Bonus gibt es die 7“-Versionen von „Rock’n’Roll Is King“ und „I Had You First“. Wenn ich mir den Text so von „Let It Go“ anschaue, kann ich gut verstehen, warum die Band so grossen Zuspruch in der damaligen Skinhead-Szene hatte. Nix fuer WASPS-Hoerer!
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ROSE TATTOO
„Scarred For Life“ CD digipak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: November 2004 )

Bin ich bald durch? Noch nicht ganz. Denn hier an dieser Stelle gibt es eine kleine Review fuer das dritte Album zu lesen. Nun, Insider und Fans von Rose Tattoo werden die ersten beiden Alben als Nonplusultra bezeichnen und diese 10 Tracks auf die hinteren Plaetze verweisen. Als Bonus, die Songs „Fighting Sons“ und „All Hell Broke Loose“. Nix fuer SUBURBAN STUDS-Hoerer!
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ROSE TATTOO
„Southern Stars“ CD digipak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: November 2004 )

Geschafft! Hier das vierte Album. Und zum Finale gibt es im Anschluss an das regulaere Album noch drei Bonus-e, u.a. die 7“-Version ihres Song „Freedom´s Flame“. „Captain Oi!“ wird sich mit diesen Veroeffentlichungen sicherlich scharenweise neue Freunde in der Hardrock-Szene gemacht haben und die alten Rocker von damals koennen wahrscheinlich ihr Glueck noch gar nicht so richtig fassen, vorausgesetzt sie gehoeren nicht zu der Gattung „antiquierter Musikfreak“, die den CD-Player bis zum heutigen Tage verpoenen. Wer von den alten Woelfen allerdings den Ruf der digitalen Technik gefolgt ist, kann ganz gross bei seinen Kumpels auftrumpfen. Das Clubhaus wird spaetestens beim naechsten Treffen beben! Und Ostern fahren wir wieder alle zum Bikertreffen in die Eifel mit fett Rose Tattoo auf den Ohrhoerern. So, und ich bin so was von froh und erleichtert, diese vier Besprechungen endlich hinter mir zu lassen. Das war kein Zuckerschlecken fuer so einen ollen Punker wie mir. Nach diesen einmaligen Ausrutschern bin ich zuversichtlich, das sich das Label in Zukunft wieder voll und ganz dem Punk Rock widmet. Nix fuer VALVES-Hoerer!
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SHAM 69 - "The Punk Singles Collection 1977-80"  CD
SHAM 69
„The Punk Singles Collection 1977-80“ CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: Dezember 2004 )

Kleiner Vorgeschmack auf die Digipak-Versionen der ersten vier Sham-Alben, die im Februar auf „Captain Oi!“ erscheinen werden. Im lockeren Drei-Monatsrhythmus hauten Sham damals in ihren besten Zeiten eine Klassiker-7“inch nach der anderen raus, und das laesst mich auch wieder ganz schnell zum Schluss kommen, das die wohl besten Punkrock-Nummern in den Jahren von 1977 bis 1979 geschrieben worden sind. 26 Tracks, angefangen von „I Don´t Wanna“ bis zu „Unite And Win“. Dazu, wie immer ein informatives Booklet mit allen wichtigen Infos zu den jeweiligen Singles, plus Coverabbildungen. Die absolut geballte Sham-Dosis!
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SS ULTRABRUTAL - "Global Brutal"  CD
SS ULTRABRUTAL
„Global Brutal“ CD
( Mata Hari Enterprises / Mata-Hari.de , Release Date: 14. Februar 2005 )

Ja, hau mal rein, alter Kappeskopp! Basser Old Erwin und Saenger Votzer glaenzen auf den Fotos im Booklet mit ueppiger Haarpracht! Ich werd ganz blass vor Neid! Und das, wo die „Hamburger Junxs“ schon bestimmt weit ueber die 40er-Marke hinaus geschossen sind. Der Hair Energizer „Alpecin After Shampoo Liquid“, jetzt neuerdings auch mit Coffein Complex rult!, oder was? Ich hab mir den vor kurzem zugelegt, nachdem ich festgestellt habe, das jahrelanges Sid Vicious-Haare schwarz faerben irgendwann sich bemerkbar macht, und die Haare nicht mehr so strapazierfaehig sind, wie 1977, hahaha…. Well, auf http://www.alpecin.de/glatzenrechner/index.php erfaehrt man mehr ueber sein persoenliches Haarausfall Risiko. Dazu muss man 6 Fragen beantworten und danach erhaelt man seine persoenliche Risikoeinschaetzung. Das Ergebnis soll wissenschaftlich fundiert sein, kann aber keine aerztliche Diagnose ersetzen. Nachdem ich meine sechs Fragen ganz artig und ehrlich beantwortet hatte war der Griff zur Flasche Alpecin nur noch eine Frage der Zeit. Und siehe da, nach knapp zwei Monaten bin ich der Meinung, das nicht mehr so viele Haare im Dusch-Abguss haengen bleiben. Ausserdem ist dieses Gefuehl, wenn man sich ein paar Spritzer Alpecin ins Haar gibt, und es einmassiert, so herrlich prickelnd. Also, es prickelt nicht nur bei der Ahoj-Brause, sondern auch auf dem Koeppschen. Was hat das alles mit SS Ultrabrutal zu tun? Nun, das auch Old School Punkrocker mit Niveau noch im hohen Alter nicht nur auf der musikalischen Spielwiese beeindrucken koennen. Und wenn du 2005 noch so richtigen hausgemachten Punkersound hoeren willst, biste bei den HH-Punx goldrichtig. Und da faellt mir jetzt auch noch ein, das ich hier bei mir in meinem kleinen PxRx-Archiv eine Story aus dem Spiegel (oder war es der Stern?) habe, so um 1980 rum, wo es um Punkrock-Kids und ihre Eltern geht. Dabei ein zweiseitiges Foto, wo Votzer mit noch einem Punk (ist das etwa Drummer Nagel, koennte beinahe hinkommen), auf der Couch neben der Oma sitzen. Was fuer ein brillantes Foto! Wie dem auch sei, SS Ultrabrutal haben nach „Monstren, Mumien, Mutationen“ aus dem Jahre ´83 ein zweites Album hingelegt. Das entlarvt in nullkommanix so manche deutsche Band, die heute unter dem wichtigtuerischen Banner einer „echt coolen Punkrock-Band“ laufen, als typische Trittbrettfahrer, die sich wie ein wimmernder Kinderwagen anhoeren. Fuck Them All! Knackige prollige Sprache, das ist das was jeder Punker mit oder ohne Schulabschluss versteht. Und ueberhaupt, SS Ultrabrutal, die duerfen das ruhig! „Hamburger Junxs bleibt fuer mich dabei der Knaller der 16-Song-CD. Hymnen-Punk, so ganz nach meinem Geschmack, eben typischer Sound von der Waterkant.
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STRYCHNINE
„Born In A Bar“ CD
(TKO Records / TKORecords.com , Release Date: November 2004 )

Hhhmmmm, wer moechte schon gerne in einer Bar geboren sein? Humor haben sie ja, die Punkers aus Oakland. Die 13 Songs rauschen voellig emotionslos an mir vorrueber. Mit Jimi´s Metal-meets-Hardcore-Voice hab ich es eben nicht so dicke. Schneller simpler Sound fuer einfache Gemueter. Mit einem Eimer Bier im Hals sicherlich besser zu ertragen. Geht gerade noch so in Ordnung. Hab solche Mucke als junger Spund ebenfalls lang genug gehoert gehabt. Da hab ich auch noch Bier getrunken! Inkl. einer halbwegs geglueckten Coverversion von the SONICS „Strychnine“. „TKO“ baut aber bezueglich ihrer Bandauswahl in der letzten Zeit ganz schoen ab.
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DIE TOTEN HOSEN
„Zurueck zum Glueck“ CD
( JKP / DieTotenHosen.de , Release Date: 11. Oktober 2004 )

Nach langem Hin und Her gelang es mir doch noch ein Promo-Exemplar zu ergattern. Das erklaert auch den arg verspaeteten Review-Termin. Mit „Weisses Rauschen“ und „Wunder“ haben die D-dorfer lediglich zwei Geradeaus-Perlen unter den 15-Song-Mix gemengt, die mich permanent an ihr letztes Album „Auswaertsspiel“ und wahrscheinlich auch bestes ihrer bisherigen Laufbahn erinnern. Die restlichen Tracks kommen ueber den Standard der Band leider nicht mehr hinweg. Auch der englisch gesungene Titel „How Do You Feel?“ hoert sich wie ein wieder verwertbares TV SMITH-Projekt an. Man verliert sich zu oft in eigentuemlichen Songstrukturen, die das vertrackte Album „Unsterblich“ vehement auf den Plan ruft. Ausserdem denke ich, das der Titel der CD bei den zumeist sehr niederschmetternden Lyriks deplaziert wirkt. Das zieht einen ganz schoen runter und solche aeusserlichen Einfluesse brauche ich heute einfach nicht mehr. Die Grossstadt-Revolution ist langest verloren gegangen, was ich will ist eine heile kleine Punkrock-Welt und einen schoenen Garten, bitte schoen und basta! Vielleicht sollte Campino & Co mal aufs Land ziehen, dann kommen sie vielleicht auch wieder besser drauf. Schliesslich ist Gruen die Farbe der Hoffnung, und die Luft ist hier auch eh besser. „Zurueck zu No Future“ haette beim Durchblick von Textauszuegen von „Alles wird voruebergehen“, „Herz brennt“, „Die Behauptung“ oder „Am Ende“ doch wesentlich mehr Sinn gemacht. Vielleicht haette ich unter diesem Gedanken auch von einem „No Wave Album“ sprechen koennen.
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V.A.: "ANTI-WAR" (Anarcho Punk Comp. Vol.1)  CD
V.A.: „ANTI-WAR“ (Anarcho-Punk Compilation Vol. 1)
CD
( Overground Records / OvergroundRecords.co.uk , Release Date: 07. Februar 2005 )

Die Review koennte folgendermassen beginnen: „Es war einmal vor sehr langer Zeit, da trieben auf den Strassen im englischen Koenigreich Unholde und Schelme ihr Unwesen und versetzten das Land in einen Schockzustand. Sie nannten ihre kleinen Banden DIRT, ZOUNDZ, METRO YOUTH, FLOWERS IN THE DUSTBIN, A-HEADS, INSTIGATORS, ANT SYSTEM, ANTHRAX, POLITICAL ASYLUM oder THE SNIPERS. Von der Gemeinschaft verstossen bauten sie ein Netzwerk im Untergrund auf und liessen das was sie zu Sagen hatten auf kleinen Buehnen in noch kleineren Clubs auf musikalische Art frei nach Schnauze raus. Ein politischer Denkprozess hatte in dieser ueberschaubaren Gemeinde eingesetzt und es gab so viel Unrecht auf Englands Boden, gegen den es sich lohnte zu kaempfen. Und auch wenn die Gruppe bis auf den heutigen Tag immer kleiner wurde, gibt es mittlerweile ueberall auf der Welt Punkrock-Bands, die sich den Vorbildern von damals angenommen haben und ihren politischen Ruf folgten. Gut, das „Overground Records“ diese einmalige speziell auf England ausgerichtete Erscheinung neu aufgerollt hat. In der Aufmachung und in der Durchfuehrung gleicht die erste Anarcho-Punk Compilation dem der „Bored Teenagers“-Sampler-Reihe von Dizzy Detour. Mit der Liebe zum Detail werden die insgesamt 23 Bands und ihre Darbietungen in Text und Bild festgehalten. Hier klingt Punk noch nach Punk, die englische Punk-Jugend widerfuhr Anfang der ´80er ein hochpolitisches Interesse. Schau ich mir heute so die Haenger im Big Brother Container an oder die ganzen Flachwichser in irgendwelchen Trendsendungen, da kann man nur froh darueber sein, in den ´80ern gross geworden zu sein. Dies verdeutlicht mir dieser Sampler noch einmal nachdruecklich. Ein gesundes politisches Bewusstsein an den Tag legen. Frueher war man gegen Maggie Thatcher und Ronnie Reagan. Heute ist man gegen Tony Blair und George W. Bush.
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V.A.: "Düsseldorf Modestadt?" (Vol. 2)  CD
V.A.: „DUESSELDORF MODESTADT?” (Vol. 2)
CD
( Teenage Rebel Records / TeenageRebel.de , Release Date: November 2004 )

Nicht alle D-dorfer Bands wollten auf den zweiten Sampler dabei sein. Naja, auf welches prominente Lutschbonbon plus Anhang da wieder angespielt wird? Egal, auch ohne sie wird die 31-Song-CD zu einer sehr interessanten Entdeckungsreise ins aktuelle Underground-Geschehen der Modestadt. Wir hoeren lokale Groessen, aber auch unbekannte junge Punk-Bands koennen ohne weiters neben Bands wie FAMILY 5, MALE, DIE SCHWARZEN SCHAFE, THE BULLOCKS oder SILLY ENCORES bestehen. Dabei stechen mir zunaechst ANGELS POETRY mit ihrem Beitrag „Roses And Champagne“ hervor, von denen ich in meinem Februar-Update ihre 10“inch „Rock’n’Roll Fairytales“ besprechen. Cooler GlamPunk-Sound! Alle Achtung! Aber auch die drei Girlies von den MARSHMALLOW MUSCHIS koennen mit ihrem holprigen ´77erPunker „Schizophrenic“ voll und ganz ueberzeugen. Weitere Bands, die auch unbedingt nicht vergessen werden sollten sind THE BOONARAAAS, RADIO LABUWY, THE GTO´S, OIRO, CURLEE WURLEE, KIESGROUP und der Bonus-Track „Hoffentlich ja!“ aus dem Jahr ´82 von DIE PROFIS.
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V.A.: „SACRAMENTO SCENE REPORT”
MCD
( TKO Records / TKORecords.com , Release Date: November 2004 )

Die Idee ist nicht neu, aber immerhin noch recht wirksam. Lokale Bands aus der Region bzw. ihrer Heimatstadt werden mit jeweils zwei Songs vorgestellt. Neben den alten Hasen von PRESSUE POINT und den WHISKEY REBELS werden auch drei Underdog-Bands mit den ROUSTABOUTS, den SECRETIONS und KILLING THE DREAM vorgestellt. Die ganze musikalische Bandbreite ist dabei vertreten, ´77er Punk, Oi!, Garage und Hardcore. So weit so gut. Doch so richtige Knallercombos sind bei den fuenf Vertretern nicht auszumachen. Wer also nicht zu viel erwartet, wird hinterher auch nicht enttaeuscht sein. Alle machen ihren Job, und das eben ganz anstaendig.
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WILDE 13
„Hauptsache es kracht“ CD
( Superhero Records / Gordeon Promotion , Release Date: Dezember 2004 )

Hier stossen mich direkt drei Sachen ab: Bandname, CD-Titel und Labelname. Geht’s noch? Folglich muesste mich hier eine typische Deutsch-FunPunk-SaufScheibe erwarten, aber dem ist gar nicht so! Hey Real Shock, you old bastard, das war aber eine klassische Fehleinschaetzung! Fuck You! Eher ist hier guter deutschsprachiger Punkrock Programm, wobei die vier jungen Punkrock-Herren u.a. die Musik von dem SWINGIN´ UTTERS Song „Endless Sorrow“ uebernommen haben und mit deutschen Text unterlegten. Nach kurzer intensiver Durchsicht meiner gut sortierten Swingin´ Utters-Sammlung konnte ich den Song allerdings auf keiner Scheibe ausmachen. War sogar im Internet, um mal kurz auf der Utters-Homepage nachzuschauen, aber auch hier Fehlanzeige. Naja, irgendwo wird der schon drauf sein, denn der Song mit dem deutschen Titel „Endlos Sorgen“ hoert sich wirklich ziemlich verschaerft nach der Frisco Combo an. Die restlichen 12 Tracks sind ganz ansprechend und meist ziemlich melodisch, was auf Dauer aber nervt ist eben der deutschsprachige Gesang. Da kann ich ja nicht so mit, you know…., deutsche Sprache, schwere Sprache, denn zu dieser Punker-Mucke wuerde ein rotziger Sangesmeister wie die Faust aufs Auge passen. Mein bescheidener Tip(p): Bandname schleunigst aendern und Texte auf englisch singen!
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