* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

Hier nun das erste Update fuer 2007! Das Update fuer Februar erfolgt am Donnerstag, 01. Maerz 2007. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

BARSEROS - „Moderner Don Quijote” CD
BARSEROS
„Moderner Don Quijote” CD
( Illegal Outrage Record Empire / IllegalOutrage.com , Release Date: Dezember 2006 )

Nach vier Jahren gibt es wieder eine neue full-length von Barseros, und wenn mich nicht alles taeuscht ist es die Dritte. Da sie keine grosse Lust hatten sich mit irgendwelchen windigen Label-Bossen rumschlagen zu muessen, haben sie die CD auf ihrem eigenen Label geparkt. Somit kann ihnen keiner reinreden. Gut so! Neu bei „Moderner Don Quijote” ist, das die Texte beinahe zu dreiviertel in deutscher Sprache gesungen werden, die mich dabei permanent an den Song „Tradition“ von MIDDLE CLASS FANTASIES erinnern. Und der Sound hingegen entpuppt sich nach nur wenigen Klaengen mal wieder als absolutes Brett! Der Spagat zwischen Melodie und „Fuck You“-Attituede hat einfach Klasse! Von der Machart der Produktion sehe ich eine starke Verbindung zu TURBONEGRO, die auch kein laestiges Staubkorn an ihrem Sound zulassen.
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BLACK MARKET BABY - „Coulda… Shoulda… Woulda” CD
BLACK MARKET BABY
„Coulda… Shoulda… Woulda” CD
( Dr. Strange Records / DrStrange.com , Release Date: 15. Mai 2006 )

Eine Collection die laengst ueberfaellig war! „Downward Christian Soldiers“ und „Killing Time“ waren 1983 meine erklaerten Lieblinge, die ich von ihrer Debuet-LP „Senseless Offerings” („Fountain Of Youth Records“) rauf und runtergespielt habe. Neben der kompletten LP ist hier auch ihre erste Single „Youth Crimes“/„Potential Suicide“ vertreten – 1981 auf „Limp Records“ erschienen – sowie ihre zweite 7“inch „Drunk And Disorderly“/Just Like All The Ohters“, die erst 1990 auf „Yesterday And Today“ raus gekommen ist. Bei der A-Seite handelt es sich um den Klassiker von THE SHIRKERS aus dem Jahre 1978, einer der besten amerikanischen Punkrock-Singles ueberhaupt, und dessen Original heute wahrscheinlich nur noch fuer den Wert eines Eigenheim einzutauschen ist. Black Market Baby aus Washington DC hatte ich sofort in mein Herz geschlossen. Untypisch fuer die Zeit, Anfang der 80er, liessen sich Black Market Baby nicht durch den schnellen Hardcore-Sound aus der Ruhe bringen. Sie hatten weitaus Besseres zu tun. Ihre Verbundenheit zum englischen 70er Punkrock war unueberhoerbar. Durch Boyd Farrell markantes Organ und dem extrem kompromisslosen Gitarren-Sound von Keith Campbell erinnerten sie in ihrer musikalischen Ausfuehrung sehr an THE FREEZE. Sie klangen so richtig schoen angepisst, aber trotzdem verdammt melodisch! Von solchen Bands gab es in den 80ern leider immer weniger. Eine echte Schande, das ihre Musik immer ein Schattendasein gefuehrt hat, denn sie haetten es auch ohne weiteres mit den bekannten Combos wie CHANNEL 3, TSOL oder ADOLESCENTS jeder Zeit aufnehmen koennen. Insgesamt hat „Dr. Strange“ 26 Songs auf dieser CD geparkt. Das 8-seitige Booklet ist mit unzaehligen Photos gespickt und durch die Bandgeschicte fuehrt John Stabb Schroeder (GOVERNMENT ISSUE). Sein frueherer Kollege Tom Lyle war indes fuer das CD-Mastering verantwortlich. Heute spielen Farrell und Campbell in der Band RUSTBUCKIT, die auf „MySpace“ auch eine Seite haben, und eher in Richtung Punk-Hard-Rock gehen. Nicht wirklich schlecht, aber absolut kein Vergleich zu Black Market Baby!!!
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THE BOILS
„Hockey Anthems“ MCD
( TKO Records / TKORecords.com , Release Date: 09. Januar 2007 )

Die Street-Punker von The Boils aus Philadelphia widmen sich auf den sechs Songs ausschliesslich ihrem Eishockey-Team, „The Flyers“. Die Songs bewegen sich dabei im angenehmen Mid-Tempo-Bereich und sind leicht vertraeglich und ueberraschend gut auch anzuhoeren. Ein wenig Reggae („It´s The Life For Me“), ein wenig mehr 77er Punk und die obligatorischen, aber doch recht dezent in Szene gesetzten Streetpunk-Choere dazu. Keine Beanstandung von meiner Seite. So lange es um solche harmlosen Themen geht, gibt es keinen Grund fuer mich den Puk vom Eis zu holen. Der ein oder andere Song wurde auch schon vorm Spielbeginn der laufenden Saison im Eisstation der „Flyers“ gespielt!
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THE CHELSEA SMILES - „Thirty Six Hours Later“ CD
THE CHELSEA SMILES
„Thirty Six Hours Later“ CD
( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 01. Dezember 2006 )

Der New Yorker Musiker Todd Youth kann was erzaehlen! Er spielte ueber zehn Jahre bei MURPHY´S LAW die Gitarre, ehe er 1998 zu D-GENERATION wechselte. Es folgten weitere Kurzeinsaetze bei CHROME LOCUST (1999) und SON OF SAM (2000). Danach war er bis 2003 bei olle ranzig-DANZIG taetig und gruendete in der Zeit Chelsea Smiles. Zunaechst als reiner Zeitvertreib, nur so aus einer Laune heraus. Aus Spass wurde aber recht schnell eine ernstere Geschichte, so dass er sich nun ausschliesslich um seine eigene neue Band kuemmerte und DANZIG leise „Servus!“ ins ranzige in die Jahre gekommene Horror-Oehrchen fluesterte. In den Staaten ist Chelsea Smiles inzwischen schon sehr viel rumgekommen. Sie machten u.a. den support act fuer eine recht ausgedehnte Tour der BACKYARD BABIES und spielten ausserdem vor SOCIAL DISTORTION und den NEW YORK DOLLS. Die Jungs befinden sich also derzeit in bester Gesellschaft! Von den Livequalitaeten kann sich unsereiner im Fruehjahr ein Urteil erlauben, denn dann kommt Chelsea Smiles auch auf deutsche Buehnen. Der CD-Titel ist uebrigens Programm, denn die 12 Songs wurden in 36 Stunden in einem Studio in West Hollywood aufgenommen. Todd´s stimmliche Begabung ueberzeugt dabei auf ganzer Linie! Schoen kraeftig und auf den Punkt! Yes, so mag der Real Shock das! Neben den beiden gelungenen Cover-Tracks „Pillbox“ (the JONESES) und „Chatterbox (NEW YORK DOLLS) werden bei den restlichen Liedern alle Rock’n’Roll-Register gezogen. Das geht ueber the HUMPERS bis hin zu TURBONEGRO und the HEARTBREAKERS. Ein klein wenig Glam-Style in Form von DEMOLITION 23 kann man durchaus auch akustisch vernehmen. Schweinerock-Elemente halten sich dabei gluecklicherweise vornehm zurueck. Eine ziemlich feine Scheibe, die Todd Youth mit seiner neuen „Black-Colored-Hair“-Gang da aus seinem Zylinderchen gezaubert hat. Meine beiden Faves der CD sind uebrigens „Heart Attack“ und „Nothing To Lose“.
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THE EXPLODING HEARTS - „Shattered” CD
THE EXPLODING HEARTS
„Shattered” CD
( Dirtnap Records / Cargo Records , Release Date: 03. November 2006 )

Fuer Portland´s Power-Pop-Punker Exploding Hearts konnten die Sterne nicht besser stehen. Durch ihr Debuet-Album „Guitar Romantic“ aus dem Jahre 2002 auf „Dirtnap Records“ waren sie schnell in aller Munde. Auch „Lookout Records“ wurde mit der Zeit auf die smarten Jungs aufmerksam. Ihr staendiger Bezug zu ihren musikalischen Vorbildern wie THE BOYS, THE UNDERTONES, BUZZCOCKS oder THE JAM, hatte in ihren Songs einfach etwas unwiderstehliches! Waehrend eines Trip nach San Francisco – wo sie u.a. am 17. Juli 2003 im „Bottom Of The Hill“ auftraten – fanden erste Gespraeche mit dem Label statt. Drei Tage spaeter waren drei Mitglieder der Band tot! Sie starben waehrend der Rueckreise von ihrem Westkuesten-Besuch bei einem tragischen Autounfall, unweit von Portland, ihrer Heimat! Nur Gitarrist Terry Six und Bandmanager Ratch Ramos ueberlebten, weil sie angeschnallt waren. Doch fuer Adam Cox (23 Jahre), Jeremy Gage (21 Jahre) und Matt Fitzgerald (20 Jahre) kam jede Hilfe zu spaet. Ken, Betreiber des „Dirtnap Label“ hat in Zusammenarbeit mit Terry Six nun dieses posthume Album fertig gestellt. 16 Songs sind es insgesamt geworden, die sich aus ihren Singles, alternative Mixe von der „Guitar Romance“-Session, sowie unveroeffentlichen Demo-Tracks zusammensetzt. Ausserdem ist ein 5-Song-Video angefuegt, das die Band drei Tage vor ihrem Unfall beim Auftritt im „Bottom Of The Hill“ zeigt. „Vinyl Warning“-Label Inhaber Fred Landeen laesst dazu im 16-seitigen Booklet die Geschichte der Band Revue passieren, die mit vielen Fotos seine Vollendung findet.
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HAMBURG RAMONES - „Free Phil Spector” CD digi-pak
HAMBURG RAMONES
„Free Phil Spector” CD digi-pak
( Riff Randell Records / MySpace.com/HamburgRamönes , Release Date: 23. September 2005 )

Auf diese Band hier waere ich sicherlich nicht so einfach gestossen, wenn es nicht „MySpace“ gaeben wuerde. Nun, RAMONES-Clone-Bands gibt es ja mittlerweile wie Sand am Meer, die einen sind gut, die anderen weniger gut. Ich hab gluecklicherweise eine von den Guten erwischt! Und bei naeherer Betrachtung der Line-Up und ein wenig Forschen im Internet staunte ich nicht schlecht, das die Band bis auf Saenger Tommy schon jenseits der 40er-Marke gekommen ist. Da hatte ich mich wohl zunaechst durch die Peruecken auf dem Cover maechtig irritieren lassen. Nee, was so falsche Haartrachten doch jung machen koennen! Ausserdem spielten Gitarrist Ecki und Bassist Axel ganz frueher mal – also ist schon gar nicht mehr wahr – bei DER MODERNE MAN mit, von denen ich uebrigens immer noch beide Singleausfuehrungen der „Umsturz im Kinderzimmer“ von 1980 im Regal stehen habe. JOHN PEEL hatte diese Single ab und an damals sogar in seinem Programm laufen. Dem aber nicht genug, denn Axel spielte danach auch noch bei ROTZKOTZ mit, einer der ersten Punkrock-Bands aus Hannover. Das nenn ich mal History! „Free Phil Spector“ erschien schon im September 2005. Neben zwei Covers, „Judy Is A Punk“ und „Pet Sematary“ hatte sich die Band was besonders ausgedacht und jedem Ramone (Tommy nicht eingeschlossen) ein Lied gewidmet, „Hammer Boy“ ist fuer DEE DEE, „I Remember“ fuer JOHNNY, „Greetings From Heaven“ fuer JOEY und „Clockwork Ramone“ fuer MARKY. Doch das eigentliche Thema der CD was aktuell Vorrang hat, ist der Titelsong „Free Phil Spector“. Der wurde am 03. Februar 2003 als Verdaechtiger in einem Mordfall festgenommen, nachdem die Leiche der B-Movie-Schauspielerin Lana Clarkson in seinem Haus in Alhambra, Kalifornien gefunden worden war. Am 20. November 2003 wurde Phil Spector wegen Mordes angeklagt. Der mehrmals verschobene Prozess soll nun endgueltig Mitte April 2007 beginnen. Nun, ob der als Exzentriker bekannte „End Of The Century“-Produzent bald wieder ein freier Mann sein wird, haengt sicherlich auch damit zusammen das sein Anwalt aus einer scheinbar ausweglosen Situation schon OJ Simpson rausgeboxt hat. Meine persoenliche Meinung, nachdem ich mir einige Zeitungsberichte im Internet sorgfaeltig durchgelesen habe, ist, dass ich es mir durchaus vorstellen koennte, dass Phil im Affekt die Dame um die Ecke gebracht hat. Deswegen gehe ich mit dem Titel der CD doch ein wenig vorsichtig um. Nur weil Phil mal fuer die RAMONES taetig war kann ich das ja aus heutiger Sicht nicht alles bedingungslos gut finden bzw. kritiklos hinnehmen. Allerdings soll es neue Beweise fuer die Unschuld von Phil geben, die bisher noch in keinem Polizeibericht aufgetaucht sind. Warten wir also mal den Prozess ab. Momentan ist die Band im Studio und arbeitet am Nachfolgewerk unter dem Titel „Long Black Hair“. Das soll dann am 01. April erscheinen.
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THE HATEPINKS - „Tete Malade / Sick In The Head“ MCD
THE HATEPINKS
„Tete Malade / Sick In The Head“ MCD
( TKO Records / TKORecords.com , Release Date: 09. Januar 2007 )

Weiterhin schwimmen die Franzosen auf dieser speziellen Retro-Comic-Punk-Welle a la DEVO/THE REZILLOS mit, die THE BRIEFS einst neu entfacht haben und heute u.a. von THE SHOEMAKERS oder NEUROTIC SWINGERS mit angefuehrt wird. Warum also was aendern, wenn es dem Zuhoerer weiterhin zusagt. Die sieben Tracks mit so drolligen Titeln wie „My City Is Sick Of Pizza“ oder „Should I Kill Myself Or Go Jogging?“ gibt es auch als limitierte 10“inch picture disc in einer 500-fachen Auflage. Da heisst es, jetzt und hier beherzt zugreifen, denn hinterher sind die Regale bestimmt ratzeputz leergefegt.
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HAUNTED GEORGE
„Bone Hauler” CD
( Dead Beat Records / Dead-Beat-Records.com , Release Date: Dezember 2006 )

Auch wenn ich bei den letzten „Deat Beat“-Releases kaum ein gutes Haar gelassen habe laesst Labelboss Tom so leicht nicht locker und verpflegt mich weiterhin mit seinem Output! Was fuer ein zaeher Bursche! Aber Tom weiss ja wie es gemeint ist, denn die Punk-Geschmaecker sind nun mal eben recht unterschiedlich. Da beisst die Maus keinen Faden ab! Als erste von insgesamt drei CDs wird der „Knochenschlepper“ (= „Bone Hauler“) George „frequentiert“ (= „haunted“). Damit aber kein Missverstaendnis aufkommt hatte mir Tom auch noch einmal die neue GEE STRINGS CD „A Bunch Of Bugs” beigelegt gehabt, die mir aber „Green Hell“-Alfred(o) schon im November zugeschickt hatte, weil es ja eine Co-Produktion der beiden Labels war. Die GEE STRINGS-Review ist im November-Update 2006 zu finden und wird dort natuerlich mit five stars gefeiert. Da ist Tom´s Geschmacksnerv und meiner dann selbstverstaendlich auf einer Welle zu finden. Doch nun zurueck zum George! Mit Track 1 „This Is A Test“ werden meine armen Nerven direkt unnoetig strapaziert. Wie kann man nur so bescheuert eine CD beginnen? Und wer tut sich so was freiwillig an? Meine schlimmsten Befuerchtungen bestaetigen sich! Es bleibt so! Keine Veraenderungen! Einfach nur unertraeglich! Hoert sich wie ein uraltes kaputtes Autoradio an! Extremster Low-Fi! Tom, du musst Nerven aus Drahtseile haben!!!
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THE INTELLECTUALS
„Invisible Is The Best“ CD
( Dead Beat Records / Dead-Beat-Records.com , Release Date: Dezember 2006 )

Eigentlich koennte ich zu dieser 14-Song-CD den exakten Wortlaut aus der TERMINALS-Review verwenden. Mit dem einen feinen Unterschied das die zwei Maedels und der Burschi aus Rom kommen anstatt aus den Staaten. Und das sie vielleicht ein wenig mehr am Punk Rock dran sind, wie das katastrophal gespielte X-RAY SPEX Cover „Identity“ unter Beweis stellt. Mit der Produktion hat es die Band auch etwas besser mit gemeint, nicht ganz so verzerrt und vertrasht, aber der Lo-Fi-Touch bleiben dennoch ziemlich deutlich in den Boxen haengen. Ich sehe schon, das wird mit uns nichts. Nicht heute und auch nicht morgen.
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KEVIN K - „Hollywood“ CD
KEVIN K
„Hollywood“ CD
( Full Breach Kicks / MySpace.comKevinKRock , Release Date: Januar 2007 )

Kaum hat Kevin K mit „Full Breach Kicks“ ein neues Label gefunden, da hat er auch schon innerhalb von nur knapp zwei Jahren drei komplett neue CDs auf dem Markt. Und dabei liegt die letzte CD „Rock’n’Roll Dynamite“ gerade mal zehn Monate zurueck! Mit „Hollywood“ liegt nun das fuenfzehnte(!) Studio-Album vor! Die CD besteht aus einer Ansammlung von verschieden Band-Zusammenfuehrungen, mit denen Kevin oft genug auf europaeischen und amerikanischen Buehnen gestanden hat. Da waeren THE HOLLYWOOD STARS, THE REAL KOOL KATS, THE ST. PETE ALLSTARS, THE LOWER EAST SIDE BAND und die beiden Ex-HOLLYWOOD TEASZER Chris Lakriz und Andy Hill, mit denen er 2001 das Album „13th Street“ eingespielt hatte. Durch die Mitwirkung der verschiedenen Musiker gestalten sich die 15 Songs als sehr abwechselungsreich. Dabei sind auch wieder vier Akustik-Tracks, die auf den letzten CDs schmerzlich vermisst wurden. Kevin kehrt auf „Hollywood“ erfreulicherweise mehr zum Mid-Tempo zurueck und in diesen Songs liegt dann immer noch seine groesste musikalische Staerke, wie es z.B. der Opener „Story Of A Girl“ oder „The Final Damnation“ eindrucksvoll zeigen. Hier kann er seine Gitarre so richtig leiden lassen, hier kommt sein Sound voll zum Tragen. Ein weiteres Highlight ist sicherlich „Joey and Dee Dee“! Das rein akustisch gehaltene Lied basiert auf den traurigen Tod von Dee Dee Ramone 2002 in Hollywood. Bemerkenswert auch, das mit „3 Inches Tall“ ein altes ALAN K Demo von der CD „Rule The Heart“ neu eingespielt wurde. Von seinem im Jahr 1996 verstorbenen Bruder ist am Ende noch der Song „Circle Of Thieves“ zu hoeren, den Alan und Kevin 1988 in einem kleinen 8-Spur-Studio gemeinsam auf dem Pico Blvd. aufgenommen hatten. Was kommt nach Hollywood, Kevin?
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THE LOST PATROL BAND - „Automatic“ CD
THE LOST PATROL BAND
„Automatic“ CD
( Burning Heart Records / Starkult Promotion , Release Date: 13. Oktober 2006 )

Ein Album ganz nach meinem Geschmack! Das haette ich in der geballten Form vorher sicherlich nicht erwartet! Aber alles schoen der Reihe nach! Die Lost Patrol Band ist auf dem Mist von Dennis Lyxzén, ehemals Saenger bei REFUSED und heute in den Diensten von THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY taetig, gewachsen. Nach zwei reinen Solo-Alben noch unter dem Namen THE LOST PATROL holte er sich fuer „Automatic“ die tatkraeftige Unterstuetzung aus der ueberschaubaren Musikerszene des nordschwedischen Universitaetsstaedtchen Umea. Durch diese Neuorientierung aenderte sich auch komplett der Stil. Weg von melancholischen Liebesliedern und hin zu klassischen Mod-Punk-Tunes! Das Album ist ein wahres Feuerwerk an erstklassig eingespielten Songs. Die Einfluesse liegen dabei sehr schnell auf der Hand. Bei den ersten beiden Songs kommen mir unweigerlich THE BRIEFS in den Sinn. Das aendert sich dann aber allerdings mit „I Don´t Understand“. Dieser Song klingt wie ein ausgekluegelter Rueckzug in die Zeit als in London Bands wie THE JOLT, THE VAPORS oder THE CHORDS das naechtliche Clubleben praegten. Auf diesem hohen Level bewegen sich Lost Patrol Band dann auch durch die restlichen neun Songs, wobei hier und da auch noch die BRIEFS durchschimmern, aber auch die BUZZCOCKS und EDDIE AND THE HOT RODS, sowie ein Hauch von 70er-NewWave die Gitarrensaiten benetzen. Die Hoehepunkte dieser CD sind dann mit „City Of Dead“ und dem Titelsong erreicht! Ein klein wenig aergere ich mich schon, das ich die Band vergangenen Oktober im Koelner „Gebaeude 9“ verpasst habe. Aber zu dem Zeitpunkt wusste ich auch noch nicht wie gut sie sind!
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LOWER CLASS BRATS - „The New Seditionaries“ CD
LOWER CLASS BRATS
„The New Seditionaries“ CD
( TKO Records / TKORecords.com , Release Date: 05. September 2006 )

Das aus Texas nicht nur Schund kommen kann wird einem bewusst, wenn man das neue Album der Lower Class Brats unter die Lupe nimmt. Die Vierer-Bande aus Austin hoert sich naemlich wie der verlaengerte Arm von THE FORGOTTEN an. Mit ihrem Sound haetten sie auf jeder „No Future“-Single aus den 80ern eine tadellose Figur gemacht. 13 trockene Streetpunk-Songs, auf denen nicht nur stumpf der Hammer kreist, sondern auch auf rein musikalischer Ebne einiges an Abwechselung geboten wird.
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THE MOCHINES
„Hire The Losers” CD
( Landspeed Records / Cargo Records , Release Date: 12. Januar 2007 )

Bereits im Oktober 2005 aufgenommen kommt dieses 10-Track-Power-Rock’n’Roll-Paket nun erst auf den europaeischen Markt. Das hat sicherlich seine ganz speziellen Gruende, denn der Werdegang dieser Band hat einige interessante Passagen auf Lager. Der Ex-Frontmann von LA DONNAS, Ross Kersten siedelte 2004 von den Staaten nach Suedafrika um, genauer gesagt nach Kapstadt. Dort fand er in Patrick Magee (Drums), Carl Appels-Riley (Guitar/Backin´ Voc.) und Clive Pearson (Bass) seine spaeteren Mochines-Mitstreiter. Die beiden Letztgenannten sind mittlerweile aber wieder in ihre englische Heimat nach London zurueckgekehrt. Die Songs fuer „Hire The Losers“ sind allerdings noch in den „Paris Studios“ von Kapstadt aufgenommen worden und vom suedafrikanischen „Landspeed Label“ veroeffentlicht worden. Ob die Band nun in Europa aktiv bleibt, entzieht sich meiner Kenntnis, nur soviel steht fest, ab Fruehjahr sind sie auf Tour, u.a. auch in Deutschland´s gaengigen Underground-Schuppen. Jetzt hab ich so viel ueber ihre Entstehungsgeschichte geplaudert, nun soll aber auch die Musik angesprochen werden. Mit „Rock You All Night Long“ ist ein viel versprechender Anfang gemacht, erinnert mich sofort sehr stark an fruehere ELECTRIC FRANKENSTEIN. Leider gewinnt dann der Schweinerock eindeutig die Oberhand, so dass am Schluss nicht mehr sehr viel Hoerbares fuer mich uebrig bleibt. Das geht mir dann doch zu weit in Richtung GLUECIFER und aehnliche Konsorten. Aber direkt verteufeln moechte ich das gute Stueck auch nicht, denn zum Schluss versoehnen sie mich noch so halbwegs mit „Visions And Thoughts“ und „Rock’n’Roll Butler“, die beinahe ohne das rockende Seuchen-Piggy auskommen.
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THE POWER-CHORDS - „Unattached Strings“ 7“inch
THE POWER-CHORDS
„Unattached Strings“ 7“inch
( Mean Buzz Records / ThePowerChords.net , Release Date: 19. Dezember 2006 )

Aufmerksam geworden durch ihre „MySpace”-Seite suchte ich den Kontakt zur Band und wurde nicht enttaeuscht. Ihre Debuet-Single liegt mir nun seit einigen Tagen vor! Leider habe ich dabei wohl eine klassische Fehlpressung erwischt, denn beide Seiten leiern doch ganz schoen. Das truebt natuerlich den Hoergenuss am heimischen Plattenspieler ungemein und so muss ich wohl oder uebel auf den „MySpace-Player“ zurueckgreifen, wo die beiden Songs noch zum download bereitstehen. Die blitzblank polierten PowerPopPunk-Pearls „Unattached Strings“ (ganz klar, mein Fave!) und „Dream Girl“ wurden in der klassischen 70er-Variante eingespielt und erinnern speziell an Bands aus dieser Zeit. Dabei klingen die Power-Chords ueberraschenderweise nicht wirklich britisch, da ihre Herkunft Kalifornien sich doch mit ein wenig Fingerspitzengefuehl ganz schnell erahnen laesst. Und dann wird es relativ schwierig die Musik irgendwie richtig einzuordnen oder gar Vergleiche zu anderen Bands heranzuziehen. Und auch wenn man meint schon alles irgendwie gehoert zu haben, so bilden die Power-Chords im Hier und Jetzt durchaus eine ruehmliche Ausnahme. Aber um den Leser nicht ganz dumm sterben zu lassen erlaube ich mir doch zum Schluss einige kanadische Bandnamen in den Raum zu werfen, die dem Sound der Power-Chords evtl. am naechsten kommen. Als da waeren: the DIODES, the MODERNETTES und the POINTED STICKS.
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TELEVISION PERSONALITIES
„Are We Nearly There Yet“? CD
( Overground Records / OvergroundRecords.co.uk , Release Date: 20. Februar 2007 )

Diese dreizehn Session-Songs entstanden im Sommer 2005 kurz nach dem Originalmitglied Dan Treacy das Gefaengnis nach einem laengeren Aufenthalt verlassen konnte und galten sozusagen als Warm-Up zur offiziellen neuen CD „My Dark Places“, die im Februar 2006 erschienen ist. Wieso, weshalb Dan einsass? Nun, ich vermute mal es ging um Drogendelikte, da er schon mal 1990 deswegen auffaellig geworden war. Wir sprechen hier aber nicht ueber fuckin´ Poser Pete Doherty, der ja nun mal wirklich einen absoluten Sprung in der Schuessel hat. Zurueck zur CD! Unter den Songs mischen sich auch zwei Covers, und zwar „If I Should Fall Behind“ (Bruce Springsteen) und „Mr. Brightside“ (The Killers). Beide Songs sagen mir absolut nichts, ist halt nicht mein Fachgebiet. Beim CD-Titel ist mir uebrigens direkt eine Filmszene von Bart und Lisa Simpson in den Sinn gekommen, waehrend sie Homer im Auto immer wieder mit ein und der selben Frage nerven: „Sind wir bald da?“ Tut zwar nichts zur Sache, sollte aber dennoch erwaehnt bleiben. Und irgendwie muss ich ja auch was Nettes schreiben, weil mir ansonsten zu den Songs nicht sehr viel zu einfaellt. Ich denke, man muss da schon ein eingefleischter Fan der Band sein, um diesen Poeten-Sound mit Chansoncharakter richtig zu verstehen. Ich kann es leider nicht und so werde ich mich auch weiterhin nur an den frueheren Songs von der Band wie etwa „Posing At The Roundhouse“ oder „Smashing Time“ begeistern koennen. Von daher haben TV Personalities einen aehnlichen kunstvollen Eingriff in ihrem musikalischen Dasein vollfuehrt, wie ganz zu Anfang auch Mark Perry und seine ALTERNATIVE TV. JOHN PEEL haette das auf jeden Fall sehr gefallen!
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THE TERMINALS
„Forget About Never” CD
( Dead Beat Records / Dead-Beat-Records.com , Release Date: Dezember 2006 )

Radikal verzerrtes Trash-Werk auf aeusserst billig aufgemachten Produktionsteppich! Eine Orgel haemmert bei dieser US-Band auch fein im Sekundentakt mit und die Dame am Gesang kreischt wie am Spiess. Wie schon so oft gehen dabei die Songs voellig in Ordnung, nur diese aermliche und für meine Begriffe voellig aufgesetzte Lo-Fi-Qualitaet laesst jede gute Stimmung bei mir im Keim ersticken.
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THREATS - „God Is Not With Us Today“ CD
THREATS
„God Is Not With Us Today“ CD
( Dr. Strange Records / DrStrange.com , Release Date: 23. Januar 2007 )

Ich bin sehr ueberrascht wie gut das neue Album von einer der dienstaeltesten Punkrock-Bands Scottland´s, genau genommen aus Edinburgh, geworden ist. Denn eigentlich hab ich da eher einen schalen Aufguss vermutet, der nur ganz entfernt an ihre grosse Zeit Anfang der 80er haette erinnern koennen. Schoen das es nicht so ist. Denn mit reichlich Elan und einer wirklich guten Produktion im Nacken werden die vierzehn Songs groesstenteils im very british old-fashion Punk-Style und vereinzelt sogar mit einer abgefahrenen haerteren Glam-Note praesentiert. An den sehr straight gespielten Songs ist rein gar nichts auszusetzen, die mit zum Teil recht gut durchdachten Texten gespickt sind.
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V.A.: „DANCEHALL TROOPS VOL. 2” DVD
V.A.: „DANCEHALL TROOPS VOL. 2”
DVD/CD
( No Front Teeth Records / MySpace.com/NFTRecords , Release Date: 12. Januar 2007 )

„No Front Teeth” ist ein Punkrock-Plattenlabel aus London, was es nun schon seit sechs Jahren gibt und das voellig unabhaengig von den grossen Konzernen arbeitet. Mittlerweile hat das Label dreissig Veroeffentlichungen rausgehauen. Nebenbei unterhaelt der Hauptmacher Marco auch noch ein Web-Zine. Und dem nicht genug spielen er und alle weiteren Mitarbeiter in Bands mit. Ich schaetze die Crew mal so altersmaessig auf Mitte 20. In Zusammenarbeit mit der Punkrock-Clothes Home-Page „DogPilePunx.com” ist nun ein zweiter Teil der „Dancehall Troops“ auf dem Markt. Im Gegensatz zu Vol. 1 haelt Vol. 2 neben der CD allerdings auch noch eine DVD parat! Und die ist randvoll mit vier Stunden an gaengigen und nicht so bekannten Bands wie die US BOMBS, THE BRIEFS, THE BLACK HALOS, MIDNIGHT CREEPS, BLACKLIST BRIGADE, THE SHIVS, BULLET TREATMENT, THE BOMBSHELLS, THE STREET BRATS, MOPED LADS, NEUROTIC SWINGERS oder DISCO LEPERS. Viele Aufnahmen sind dabei exklusiv, einige wenige kennt man allerdings auch schon. Auf der CD mit seinen 42 Tracks geht es vornehmlich in die gehobene Streetpunk-Klasse, wo Einfluesse von THE CLASH und auch STIFF LITTLE FINGERS ziemlich haeufig vorkommen. Einige Bands wie etwa RADIO DEAD ONES, JOHNNY CHEAPO oder RADIATIONS sind gleich mit mehreren Beitraegen vertreten. Hier steckt eine Menge Arbeit drin, das sollte man auf jeden Fall zu wuerdigen wissen. „No Front Teeth“ macht seinen Punkrock-Job exzellent!
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