* * * * * * Real Classic! , * * * * * Great Stuff! , * * * * Very Good! , * * * O.K. , * * Poor! , * Real Bullshit!

So, hier nun das Update fuer Juli. Das Update fuer August erfolgt Anfang September 2008.  Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

THE ABS - „A Wop Bop A Loo Bop...A Cough, Wheeze, Fart!” DoCD
THE ABS
„A Wop Bop A Loo Bop...A Cough, Wheeze, Fart!” DoCD
( Boss Tuneage / RookieRecords.de , Release Date: 30. Mai 2008 )
Nun, ueber ein gutes Jahr ist es nun schon her, das ich den ehemaligen PERFECT DAZE-Gitarristen Scruff eine eMail schickte, um mich zu beschweren, das auf ihrer „Five Year Scratch“ CD-Compilation der Knaller „This Side Of Summer“ fehlte. Ich warte seitdem immer noch auf eine zufrieden stellende Antwort. Was das Ganze mit dieser Release zu tun hat? Ganz einfach, denn auch hier fehlen zwei ziemlich wichtige Songs. Zum einen die Single-Fassung „Grease Your Ralph“ und der „Underground Rockers“-Beitrag „Fear Is The Key“. Gut, von jedem Lied gibt es zwar gleich noch zwei andere Versionen auf der DoCD zu hoeren, aber die sind meines Erachtens nicht halb so gut. Und ausserdem gehoert es sich einfach nicht die erste Single von einer Band unter den Tisch fallen zu lassen. Einzuraeumen waere, dass man zwar den Song „Shift“ direkt von dieser besagten 7“inch abgenommen hat (im Hintergrund hoert man zeitweise das Knacken der Vinylscheibe), aber warum wurden dann die restlichen zwei Tracks von der A-Seite „Grease Your Ralph“ und „The Bible Didn´t Rhyme“ aussen vorgelassen? Da hat das „Boss Tuneage“-Team, wie auch schon bei der PERFECT DAZE CD ordentlich gepennt. In jeder hoeher gestellten Institution waeren bei solch einer groben Nachlaessigkeit Koepfe gerollt. Aber so sind die Punkers manchmal. Egal, nun zu den erfreulichen Dingen. Vorteilhaft ist es natuerlich, das man den Abs direkt eine Do-CD mit umgerechnet 40 Songs widmet. Zu freier Entfaltung kommt zunaechst ihre John Peel Session von 1987, es folgen die „Mentalenema“ LP (Link Records), die „Turbosphinct“ 12“inch (Vinyl Solution), die „Nail It Down“ LP (Blasting Youth Records) und eine ganze Latte an ueberraschend annehmbaren Live-Tracks. Nun zur Person: Die Abs stammten aus Wales und zaehlten Ende der 80er neben RED LETTER DAY, PERFECT DAZE, MEGA CITY FOUR, THE SECT, IDENTITY, SOUP DRAGONS, SENSELESS THINGS, THE FLATMATES, SPACE MAGGOTS oder THE RAZORCUTS zu den Bands, die die Liebe zum 77er Punkrock neu entdeckten und ihm eine ordentliche Portion Pop beimengten. Eine willkommene Abwechselung nach den ziemlich uebelgelaunten und aeusserst humorlosen Hardcore- und Straight Edge-Jahren im Punk-Biz.
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ARGY BARGY - „The Like Of Us“ CD
ARGY BARGY
„The Like Of Us“ CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 20. Juni 2008 )
Um ganz ehrlich zu sein, dachte ich, dass ich mich bei der Besprechung zu dieser CD weniger wie fuenf Minuten aufhalten wuerde. Aber auch Argy Bargy lernen noch im hohen Alter dazu. Wo auf ihrer letzten Scheibe „Songs From The Streets“ ziemlich einfallslose dahin vegetierende Oi!-Stampfe regierte, da wird nun mit dem Nachfolger „The Like Of Us“ doch viel mehr Wert auf gut zu klingende Streetpunk-Songs gelegt. Nun ja, am Anfang allerdings war eigentlich alles wie gehabt. Die ersten drei Songs hatten zwar schon etwas mehr Tiefe, aber trotzdem, das reichte mir einfach nicht. Dann allerdings mit „No Regrets“ schlugen sie ein voellig neues Kapitel auf. Richtig guter melodischer Punkrock-Sound, der wie eine Mischung aus RED LONDON, den GUITAR GANGSTERS und COCK SPARRER klang. Typisch britisch! So wie ich das eben am liebsten mag! Das mit den Sparrer´s kommt allerdings nicht von ungefaehr, denn kein Geringerer als ihr Gitarrist Daryl Smith bedient bei Argy Bargy die sechs Saiten. Die Stimme von Mr. Watford Jon blieb ja fuer mich persoenlich vorher immer sehr gewoehnungsbeduerftig. So eine Verbindung aus EXPLOITED-Wattie + AGNOSTIC FRONT-Roger. Allerdings kann er auch voellig anders, so dass er sich bei den mid-tempo Nummern eher wie eine Mischung aus INFA RIOT-Lee + ANGELIC UPSTARTS-Mensi anhoert. Weitere exzellente Beispiele werden mit „I Believe“, „No News Is Good News“ (ganz eindeutig, der beste Song der CD!), „Don´t Wanna Be Like You“ und „One More Drink“ direkt nachgeliefert. Waere die neue SLOPPY SECONDS-CD nicht noch rein gekommen, waere diese CD auf jeden Fall zur „Record Of The Month“ auf der 3RD-MySpace-Seite gekuert worden. So bleibt ihnen nur ein zweiter sehr guter Platz!
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THE MACC LADS - „Beer & Sex & Chips’n’Gravy“ / „Bitter, Fit Crack“ DoCD     THE MACC LADS - „Live At Leeds (The Who?)” / „From Beer To Eternity” DoCD     THE MACC LADS - „The Beer Necessities” / „Alehouse Rock” DoCD
THE MACC LADS
„Beer & Sex & Chips’n’Gravy“ / „Bitter, Fit Crack“ DoCD
„Live At Leeds (The Who?)” / „From Beer To Eternity” DoCD
„The Beer Necessities” / „Alehouse Rock” DoCD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Dates: 09. Juni 2008 )
Die Band ernannte sich in den Anfaengen selbst zur „unhoeflichsten groebsten und unanstaendigsten Sauf-Combo“, die dass United Kingdom je zu Gesicht bekommen sollte. Aus dieser harschen Vorankuendigung machten sie auch relativ schnell Ernst. Ihre Texte waren zutiefst vulgaer und politisch stets unkorrekt. Ihr Auftreten extrem prollig und voellig intellektfrei. Dieses anstoessige Verhalten brachte ihnen auch schon mal einige Auftrittsverbote ein. Die Macc Lads, eine typische englische Saufnasen-Gang, die den Pub ums Eck als ihren eigentlichen Wohnsitz ansahen. Ein Fass ohne Boden! So schufen sie Meisterwerke fuer die hart schuftende Working Class Sippschaft, die sich am Wochenende gegenseitig nur zu gerne beim Fussball auf die Fresse hauten, und natuerlich auch fuer alle „noch gruen hinter den Ohren“-Punkies und Skinies, die somit auf dem besten Wege waren eine anstaendige Alki-Karriere anzustreben. Tja, so hatte damals jeder seine Ziele. Die Macc Lads versauten mit ihren liebenswerten Eigenschaften sicherlich so manchem die Zukunft. Doch was lernen wir daraus? Traue niemand mit Doppelkinn und dem sein unappetitlicher behaarter Bierbauch aus dem viel zu kurzen einst weissen Shirt quillt? The Macc Lads waren so gesehen, Mitte der 80er, eine echte Seuche in der damaligen Punker-Szene. Heutzutage evtl. zu vergleichen mit den Gehirnamputierten Billigflieger-Touristen die sich vorm Ballermann auf Malle eimerweise mit gepanschten Sangria die eh nicht ganz helle Ruebe abschiessen. Nein, die drei Macc Lads-Prolls waren keine feine Gesellschaft. Doch in England hatten sie gerade wegen dieser ganzen Geschichten bei vielen raufwuetigen Fussball-Freunden, buntgefaerbten Iros und blanken Schaedeln ein Stein im Brett. Ihre Konzerte erfreuten sich in dieser Konstellation immer allgemeiner Beliebtheit. Und hinterher war die Theke sicherlich meist komplett leer gesoffen. Nun laesst „Cherry Red“ mit diesen drei Doppel-CD-Releases die Legende, die sich um diese Band rankt neu aufleben. Wieder einmal handelt es sich hier um eine „Captain Oi!“ Produktion fuer „Anagram Records“. Tim Turan hat in seinem Studio die Baender neu gesichtet und anschliessend re-mastert. Ausserdem wurde das Original-Artwork der jeweiligen LPs uebernommen und fuer das Booklet komplett ueberarbeitet. Jeder dieser drei Veroeffentlichungen bietet zu jedem Song heitere(?) Linernotes vom Manager Slimy Git. Darueber hinaus sind noch jede Menge Bonus-Tracks an die regulaeren Vinylscheiben-Liederchen angeheftet worden, die von verschollenen Singles oder Cassetten stammen. Die DoCDs gibt es zudem zum Preis von einer CD. Den Anfang machen dabei die ersten beiden Studio-Alben „Beer & Sex & Chips’n’Gravy“ und „Bitter, Fit Crack“. Danach folgt mit „Live At Leeds (The Who?)” und „From Beer To Eternity” das dritte und vierte Album. Komplettiert wird die Trilogie durch ihre letzten beiden Alben „The Beer Necessities” und „Alehouse Rock”. Zur eigentlichen Musikausrichtung ist ja hier in der Review bisher nichts erwaehnt worden. Nun, um es etwas vereinfacht darzustellen, stelle man sich vor, das die TEST TUBE BABIES sich mit der ANTI-NOWHERE LEAGUE zu einem Drei-Tage-Besaeufnis in den Bergen treffen. So, oder so aehnlich….
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THE MANIKINS - „Crocodiles“ CD digi-pak
THE MANIKINS
„Crocodiles“ CD digi-pak
( P. Trash Records / PtrashRecords.de , Release Date: Mai 2008 )
Auf Schweden ist seit Jahren Verlass. Denn von hier aus starten in schoener Regelmaessigkeit Musiker durch, die im Rock’n’Roll ihre eigentliche Bestimmung sehen und dabei (fast) niemals auf der Strecke bleiben. Auch von the Manikins wird man mit ihrer mittlerweile vierten Scheibe sofort ueberzeugt. 12 Songs, die im PowerPop-Punk ihr Zuhause und Glueck gefunden haben. Die Stimme erinnert mich dabei direkt an Jeremy Gluck von den legendaeren BARRACUDAS. Auch die Musik spricht eine aehnliche Sprache. Sehr erfrischend, absolut druckvoll und durchgehend positiv! Hier und da versteckt sich auch eine ´60er Garagen-Note und ein wenig „KilledByDeath-Punkrock“ wird man sicherlich auch bei der ein oder anderen Nummer raushoeren. Das was mich allerdings ein wenig bedenklich stimmt, ist die Tatsache, dass ich keinen echten Hit hab rausfiltern koennen. The Manikins klingen zwar keinesfalls abgenudelt, aber fuer mich bauen sich keine echten Ueberraschungsmomente auf. Schade, sehr schade sogar!
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ME FIRST AND THE GIMME GIMMES - „Have Another Ball!” CD
ME FIRST AND THE GIMME GIMMES
„Have Another Ball!” CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.com , Release Date: 04. Juli 2008 )
Me First And The Gimme Gimmes, die siebente Scheibe im zehnten Jahr! Und so leid es mir auch tut, denn das Ganze entwickelt sich schon in Richtung ausgeleierter Schuh! Hinzu kommt, dass man sich mit diesem Werk auch gar nicht so wahnsinnig viel Muehe gegeben hat. Alte Aufnahmen aus den ersten Sessions vorzukramen und neu aufpolieren, das kann ja echt jedes Kind! „Have A Ball“, so benannte ´97 die All-Star-Band aus Mitgliedern der SWINGIN´ UTTERS, LAG WAGON, NOFX und FOO FIGHTERS ihr Debuet. Zu der Zeit durchaus noch angesagt und richtig originell verpackt verhunzten sie die beschissenen Evergreens von fuckin´ John Denver, fuckin´ Elton + „fuckin´ John, fuckin´ Billy Joel oder fuckin´ Paul Simon zu reinen Punkrock-Schlachtfesten. Und so ging das staendig weiter! Immer hatte die Band irgendwelche andere Verbrechen an der Musik am Schlafittchen und knallten ihnen punkrock-maessig ordentlich vor den Latz. Jede weitere Scheibe wurde von mir stets mit einem zustimmenden Schmunzeln registriert. Aber irgendwann ist mal die Messlatte erreicht und dann kann man durchaus auch mal auf Gegenverkehr stossen. Und das ist dann leider mit „Have Another Ball“ passiert. Man hat den Bogen einfach ueberspannt, nicht bemerkt, den Absprung verpasst zu haben und wann man moeglicherweise dem ganzen ein wuerdiges Ende setzt. Doch vielleicht schafft es ja die Combo sich aus dem tiefen Tal noch einmal freizuschaufeln. Denn es gibt so viele „KBD“-Songs, die es immer wert sind nachgespielt zu werden. Wie waere es mal mit SADO-NATION, THE NORMALS, THE TOOLS, THE SHIRKERS oder MARY MONDAY AND THE BITCHES? Das nur mal so als Anregung!
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THE REAL McKENZIES - „Off The Leash” CD
THE REAL McKENZIES
„Off The Leash” CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.com , Release Date: 11. Juli 2008 )
Wenn man sich einmal mit dem angriffslustigen Sound-Mix der McKenzies aus ollen Punkrock-Kamellen und Schotten-Folk so richtig schoen warm getrunken hat, wacht man mit Bestimmtheit hinterher nach einer lauten durchzechten Nacht mit bleischwerer Birne in seiner eigenen Kotze auf! Pardon, aber das musste einfach sein! Das mit der Kotze, you know. Nun, die McKenzies-Saufbrueder sind mir jedenfalls um einiges lieber als der Patrioten verseuchte Murphys-Mob! Die Band kommt ja auch aus Kanada und dort denkt man nicht nur in einer Richtung. Ich hab schliesslich Verwandte dort, zugegeben ziemlich entfernte, aber die sind besser informiert ueber das was in den US of Hate so passiert, als der gewoehnliche Joe Sixpack in den Staaten. Ein neues Album der McKenzies ist wie ein leckeres Katerfruehstueck. Waehrend die Spiegeleier mit dem geraeucherten Speck in der Pfanne brutzeln, der aufsteigende Kaffeeduft deine Sinne so langsam wieder sortiert und die Toastscheiben keck aus dem Toaster huepfen erinnert man sich ein wenig wehmuetig an letzte Nacht und kommt so langsam aber wieder zu Kraeften. Und, freut sich diebisch auf die naechste Absturz-Party mit Filmriss-Garantie. Das Leben der McKenzies! Ein Buch sollte man schreiben!
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SLOPPY SECONDS - „Endless Bummer“ CD
SLOPPY SECONDS
„Endless Bummer“ CD
( Kid Tested Records / KidTestedRecords.com , Release Date: 24. Juni 2008 )
Ueber MySpace erfuhr ich dann auf der Seite des Platten-Label, das eine neue CD von den Sloppys ins Haus steht. Direkt wurde eine eMail von mir verfasst, indem ich mein reges Interesse bekundete, diese auf der 3RD-HP nur zu gerne besprechen zu wollen. Ein Tag spaeter dann die Antwort. Dave von den PARASITES steckte hinter „Kid Tested Records“, also war ich schon mal kein Unbekannter fuer ihn. Er erinnerte sich an meine Zeit bei den SONIC DOLLS, wusste um unsere damalige enge Verbindung mit den Sloppys und versprach mir auch hoch und heilig, dass er mir ein Promo-Exemplar zukommen laesst. Und so war es dann auch. Ohne ihn noch einmal daran zu erinnern, lag die CD dann vor zwei Wochen bei mir im Briefkasten. Nach kurzem Reinhoeren musste ich zur absoluten Zufriedenheit feststellen, das sich musikalisch bei den Sloppys nichts veraendert hatte. Sie spielen noch immer in der gleichen Besetzung wie damals, als sie Mitte der 90er das erste Mal nach Deutschland auf Tour kamen. Also mit dem famosen Ace Hardwhere? an der Gitarre. Die ersten neun Songs gehoeren zu den besten Momenten der Scheibe. Danach setzt sich das Ganze etwas und pendelt sich auf Normalpegel ein. Aber was heisst das schon bei den Sloppys? Das ist immer noch weit ganz weit ueber dem herkoemmlichen Durchschnitt, you know! Am Schluss hauen sie dann noch eine astrein gespielte Version von THE SWEET „Action“ raus. Passt wie die Faust aufs Auge! Von den Sloppys ist man seit Jahren immer verwoehnt worden. Das war wie frueher mit einer neuen Scheibe von THE RAMONES oder SCREECHING WEASEL auch nicht anders gewesen. Die Sloppys halten jedoch ganz locker das Niveau der ersten Tage aufrecht. Da sollte man einfach nur mal kurz in den Opener „D.I.Y. Till We Die!“, „You Can´t Kill Joey Ramone“, „Everybody Hates The United States“, „P.O. Box 33046“ oder in den Titelsong reinlauschen. Und danach holt man sicherlich dann ihre erste Single oder LP raus.
( * * * * * + )

TV SMITH - „In The Arms Of My Enemy” CD digi-pak
TV SMITH
„In The Arms Of My Enemy” CD digi-pak
( Drumming Monkey Records / DrummingMonkey.de , Release Date: 23. Mai 2008 )
Ich mag TV Smith rein musikalische Seite natuerlich viel lieber, wenn er richtig Gas gibt, wie auf dem „Useless“-Album, was er vor sieben Jahren mit den TOTEN HOSEN als Backin´ Band aufgenommen hat. Ueber seine Texte brauchen wir nicht grossartig zu diskutieren. Die zaehlen in der heutigen Zeit zu den Besten, was man allerdings von einer ergrauten Punkrock-Eminenz nicht gerade mehr erwarten kann. Aber TV geht stets mit offenen Augen durch die Welt und weist mit seiner genialen Textschreibe auf die desolaten Umstaende hin, die zum Teil schon voellig in Vergessenheit geraten sind. Dafuer sollte man ihn stundenlang knutschen. Musikalisch bewegt sich sein aktuelles Werk auf eher akustischen Boden. Ein fetter E-Schlag haette mir selbstverstaendlich mehr gefallen. Die Gitarren agieren leider auf Sparflamme und machen nie so richtig ernst. Da stellt sich die Frage, ob Meister Vom beim Einspielen des Schlagwerkes im Studio nicht eingeschlafen ist? Hat irgendwie alles was von Lagerfeuer-Romantik. Und da wollen wir doch nicht mehr hin, oder? Ich hab mich da bei unseren frueheren Klassenausfluegen in den 70ern immer erfolgreich vor druecken koennen. Wenn unser Hippie-Mathelehrer die Wandergitarre auspackte bin ich und mein Kumpel immer stiften gegangen. Schade nur, um die leckeren Wuerstchen, die ueber dem Feuer dann verkohlten. Aber nein, TV wuerde ich da jetzt auch nicht wirklich ans Lagerfeuer setzen. Ist mir nur gerade so eingefallen. Nein, die Songs gehen schon voellig in Ordnung, muss man halt nur fuer in Stimmung sein. Vielleicht sollte ich dazu doch ein kleines Feuerchen neben mir am PC entfachen und die leckeren Naturburschen von Aldi-Sued auf einen Spiess klemmen. Und dann in aller Seelenruhe auf das ohrenbetaeubende Signal des Rauchmelders warten. Und darauf, das TV demnaechst wieder das E-Fieber packt und das Tempo deutlich anzieht.
( * * * * + )

WILDE ZEITEN - „Aufgeraeumt wird spaeter” CD digi-pak
WILDE ZEITEN
„Aufgeraeumt wird spaeter” CD digi-pak
( Impact Records / Gordeon Promotion , Release Date: 28. Mai 2008 )
Wilde Zeiten lassen mich wieder daran erschauern, warum ich die TOTEN HOSEN anfangs nie gemocht habe. Da war dieses unfassbare Sauf-Lied „Bommerlunder“, unterlegt mit Campinos derben Proll-Stimme. Irgendwann ging es dann mit dem „Ficken, Bumsen, Blasen“-Liedchen noch quietschvergnuegt einige Etagen tiefer. Aber die Band berappelte sich gluecklicherweise aus diesem „Wir waren dumm und brauchten kein Geld“-Sumpf und spaetestens nach der „Learning English“-LP war (fast) alles wieder in Butter. Aber das ist eine andere Geschichte. Doch zurueck zu Wilde Zeiten. Noch schlimmer wie „Bommerlunder“ geht es nicht, sagst Du? Na, dann leih doch mal dein Ohr dem „Deutschpunk“ Lied. Yeah, Stumpf ist Trumpf! So was kann ja natuerlich nur bei „Impact“ erscheinen! Musikalisch und besonders stimmlich eine TOTEN HOSEN-Kopie eins zu eins! THE PIG MUST DIE faellt mir dazu noch aus den 90ern ein, eine weitere Hosen-Combo-Kopie. Obwohl die Texte zum Teil manchmal in Ordnung und nicht zu platt erscheinen, hauen sich die Jungs immer wieder selbst raus. Ich sag nur, „Gute Freunde“. Der Tiefpunkt vom Tiefpunkt! Und siehe da, ist man ganz schnell wieder in diesem abgeschmackten Schlager-Punk gerutscht. Mich schuettelst vor Ekel! Versteht einer, wie solche Bands existieren koennen.
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