* * * * * * Real Classic! , * * * * * Great Stuff! , * * * * Very Good! , * * * O.K. , * * Poor! , * Real Bullshit!

So, hier nun das Update fuer Juli. Das Update fuer August erfolgt Anfang September 2009.  Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

ALL TIME HIGH - „Friends In High Places” CD
ALL TIME HIGH
„Friends In High Places” CD
( Nicotine Records / New Music Distribution , Release Date: 10. Juli 2009 )
Ich hab es irgendwie befuerchtet. Voellig verstrahltes Rockgewichse von vier jammernden Hauptakteuren. Soll wohl arsch-cool klingen und wirken, geht aber fuer meine Begriffe ziemlich deutlich nach hinten los und hat jedes anvisierende Ziel um Lichtjahre verpasst. Keiner dieser Schlafmuetzen hat mal den Mumm in den Knochen sein abgesichertes Gelaende zu verlassen, um beispielsweise ein paar Zacken zuzulegen. Da moechte man in seiner letzten Verzweifelung der Bande kollektiv einen Schlag in den Nacken versetzen. Jungs, wacht endlich auf!
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AMERICAN STEEL - „Dear Friends And Gentle Hearts” CD
AMERICAN STEEL
„Dear Friends And Gentle Hearts” CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.com , Release Date: 17. Juli 2009 )
Im Mai 2002 spielten American Steel ihre letzte Show in Berkeley’s „924 Gilman Street“. Die Trennung kam fuer alle damals sehr ueberraschend. Anfang 2007 fand die Band wieder zusammen und nach einigen Shows liess sich Fat Mike nicht lange bitten und bot der Band einen Vertrag an. „Destroy Their Future“ war die erste full-length nach sechs Jahren. American Steel hatten die Faehrte vergangener Tage wieder aufgenommen. Und es sollte nicht wirklich lange dauern, da standen sie erneut im Studio, um die 12 Songs ihres aktuellen Albums „Dear Friends And Gentle Hearts” aufzunehmen. Die Songs sind zunaechst sehr positiv ausgefallen. Wahrscheinlich liegt das am leicht erhoehten Pop-Anteil. Trotzdem haftet ein melancholischer Unterton am Album, besonders bei den letzteren Songs faellt das dann deutlicher auf. Die Postcore-Melodien bleiben zwar einem direkt in den Klamotten stecken. Allerdings klingt das fuer mich doch leicht berechenbar, da die Lieder zwar in sich sehr gefestigt sind, aber irgendwie nicht den noetigen Druck aufbauen koennen, um mich wirklich so richtig zu begeistern. Der beruehmte letzte Funke will einfach nicht zu mir ueberspringen. Schade….
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EVIL CONDUCT (featuring Franky Flame) - „The Way We Feel” CD
EVIL CONDUCT (featuring Franky Flame)
„The Way We Feel” CD
( Randale Records / New Music Distribution , Release Date: 03. Juli 2009 )
Die Aufnahmen mit dem beruehmt beruechtigten Franky Flame wurden doch tatsaechlich in den “Klank Studios” aufgenommen, was mir noch bestens in Erinnerung ist, weil wir damals Mitte der 90er mit der damaligen Band SONIC DOLLS auch immer hingefahren sind, wenn mal wieder eine neue Scheibe anstand. Acht Songs sind hier vertreten, wobei als Bonus die mittlerweile ausverkaufte EP „Never Let You Down“ mit seinen drei Songs zum Schluss der CD zu hoeren ist. Evil Conduct gelten in Holland als eine Art Speerspitze der Oi!-Musik und das voellig zu recht. Denn die Songs lassen volle Kanne das alte britische Oi!-Feeling von ´82 aufleben, ohne das sich das Trio dabei laecherlich macht. Und so klingen Evil Conduct wie eine richtig gute Mischung aus COCK SPARRER, THE BUSINESS, BLITZ, INFA-RIOT und THE CRACK.
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FALSE ALARM - „Fuck ‘Em All We’ve All Ready (Now) Won” CD
FALSE ALARM
„Fuck ‘Em All We’ve All Ready (Now) Won” CD
( Nicotine Records / New Music Distribution , Release Date: 10. Juli 2009 )
Ein Hauch von Erleichterung stellt sich beim Hoeren dieser CD ein. Nachdem ich fast aus dem Fenster gesprungen bin, beim Besprechen des restlichen aktuellen Outputs von „Nicotine Records“, kann ich nun wieder ein wenig entspannter durchatmen. pUnk rOcK, du hast mich wieder. Und das spaetestens mit Track 2 „Vietnamese Baby“, was sich wie ein verschollenes HEARTBREAKERS-Lied anhoert. Aber stopp mal, das ist ja ein Cover der NEW YORK DOLLS! Was fuer eine Wohltat nach all diesem verfickten Rock-Bullshit! Bei „Youth Gone Mad“ bin ich dann vollends angekommen. Ein wolliger Schauer durchzuckt meine Venen und Sehnen. pUnk rOcK ist alles was ich brauche. Ausfluege in fremden Gefilden liegen mir einfach nicht! Gehen nur unnoetig auf die Pumpe und kosten nur wertvolle Zeit! Will Pogo zu „Youth Gone Mad“ tanzen und dabei ein wenig durch die Gegend rotzen. Just For Fun, you know! Geht aber nicht, bin krank geschrieben wegen einer hartnaeckigen Sehnenentzuendung im rechten Fuss. Gut, dann kloppe ich eben wie eine Verrueckter mit der fuckin´ Faust auf den Tisch und lege mich beim Refrain zum Schluss noch mal so richtig ins Zeug. Was will der zwischenzeitlich so derbe ausgetickte Real Shock damit mitteilen? Haeh? Klar, dieser boring old fart hat gerade einen weiteren grossartigen pUnK rOcK–Moment durchlebt. Und einen Song entdeckt, der demnaechst oefters in meiner woechentlichen Playlist auftauchen wird. Aber, jetzt mal halblang Alter wer haette gedacht, das False Alarm so ein brillantes Album auf die Beine stellen? Ich, intolerantes Stueck Scheisse bestimmt nicht! Die Songs wurden 2001 und 2002 in Los Angeles aufgenommen. Zuvor existierte die Band quasi seit 1983 nur auf Papier – mit einem kurzem Gastspiel von NOFX-FatMike – denn immer wieder wurden sie von der harten Realitaet, die auf den Strassen von L.A. herrschten eingeholt. Gangs, Drogen, Alkohol und schlechter Umgang machten ihnen jedes Mal einen dicken Strich durch die Rechnung. So ging das Spielchen bis ungefaehr 1996. Von da an spielten sie regelmaessig in „Al’s Bar“ und nahmen zwei Jahre spaeter mit „Learning Is Impossible“ ihre erste Platte auf, u.a. ist Fat Mike auf einem Song zuhoeren, die anderen sechs Tracks waren neu. 1999 stand die Band vor dem endgueltigen Aus, die Drogen- und Alkoholprobleme nahmen Ueberhand und ueberschatteten den Bandalltag so sehr, das man schliesslich abgekaempft und entnervt aufgab. 2001 wurde erneut ein Versuch gestartet, um False Alarm wieder ans Laufen zu bringen. Mit Dylan D-Rock Maunder am Gesang und Lead-Gitarre, Art Chianello am Schlagzeug, Brent „Aldo“ Alden am Bass und Paul Kostabi an der Rhythmus-Gitarre wurde ein zweites Album in Angriff genommen. Brent traf in der Zeit auf Cheetah Chrome und fragte ihn, ob er nicht als Gastmusiker auf der Platte mitwirken wollte. Cheetah hoerte sich die ersten Vorab-Tapes an und stimmte dem Vorschlag zu. Und so kam es das der ehemalige DEAD BOYS-Gitarrist bei sechs Songs seine magischen Gitarren-Riffs dazusteuerte. Durch Paul Kostabi kam man auch mit DEE DEE RAMONE in Beruehrung, der dann das Front-Cover malte. Paul Kostabi, der vorher bei der Band YOUTH GONE MAD spielte, kannte Dee Dee zunaechst aus New Yorker Tagen. Durch die gemeinsame Leidenschaft zur Malerei und Musik wurde die Bekanntschaft spaeter zwischen Paul und Dee Dee enger. Und daraus resultierte eine Serie von Gemeinschaftswerken. Aber damit nicht genug. Brent bat Rick Wilder von THE MAU MAUS + THE BERLIN BRATS das eingangs erwaehnte Cover der NEW YORK DOLLS zu singen. Er willigte ein, genau wie De Detroit von U.X.A. einwilligte den Song „In My Mind“ zu singen. Neben den NEW YORK DOLLS covern False Alarm auch noch den DEAD BOYS-Song „High Tension Wire“, wo uebrigens Cheetah Chrome den kompletten Gesangspart uebernimmt. Bevor das Album 2005 erscheinen sollte verstarb Dylan. Brent hingegen ging es gesundheitlich auch nicht gut, ausserdem gab es mal wieder Probleme mit dem Gesetz. 2006 kam dann das Album endgueltig auf dem hauseigenen Label raus. Da der Vertrieb nur sehr begrenzt war, nahm drei Jahre spaeter „Nicotine Records“ das Heft in die Hand und veroeffentlichte das Album fuer Europa. Was wir hier zu hoeren bekommen ist die ganz alte amerikanische Punkrock-Schule, Marke „Young, Loud & Snotty“ und „L.A.M.F.“. Wobei „Youth Gone Mad“ der Ueber-Knaller dieser 14-Song-CD ist. Ich denke, ich habe meine Platte des Monats gefunden.
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FORBIDDEN KINGS - „Sweet Evil Songs” CD (digi-pak)
FORBIDDEN KINGS
„Sweet Evil Songs” CD (digi-pak)
( Block Action Music / BlockActionMusic.de , Release Date: 20. Juni 2009 )
Sigmaringen ist eine baden-wuerttembergische Kreisstadt an der oberen Donau und die zweitgroesste Stadt im Landkreis Sigmaringen. Aus dieser Region stammt das Trio Forbidden Kings und praesentiert mit der 15-Track-CD „Sweet Evil Songs“ ihre erste full-length. Der gemalte Kopf eines Teufels auf dem Front-Cover erinnert einen dabei frappierend an den vom „People Like You“-Label. Musikalisch haette das Ganze auch ohne weiteres zu diesem Label gepasst. Forbidden Kings spielen einen nicht gerade sehr originellen HC-Streetpunk. Trotzdem, damit koennte ich ja noch so einigermassen klar kommen, aber sicherlich nicht mit den Faehigkeiten des jungen Herrn am Mikro. Der groelt sich in einer Tour durch alle Songs, so dass mir nichts anderes uebrig bleibt als die Flucht zu ergreifen. Irgendwo zwischen MAD SIN, TOXPACK, AGNOSTIC FRONT und MADBALL liegt die Wahrheit wohl begraben.
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GUITAR GANGSTERS - „Badge Of Honour” CD
GUITAR GANGSTERS
„Badge Of Honour” CD
( RilRec Punkrock Indie-Label / RilRec.de , Release Date: Mai 2009 )
Kaum zu glauben, das es schon fuenf Jahre her ist, als das letzte Studio-Album „Let Em Have It“ der drei Londoner Gitarrengangster raus gekommen ist. Aber eigentlich ist das so ziemlich schnuppe, ob da nun fuenf, acht oder gar zehn Jahre dazwischen liegen, denn das Trio hat sich laengst ihren Sound fuer die Ewigkeit gemeisselt. Und da gibt es auch keinerlei Veraenderungen. Wenn man einmal auf Kurs ist, warum sollte man sich da unnoetig abbringen lassen? Und die Band ist seit ihrer ersten Album-Veroeffentlichung vor zwanzig Jahren sich und ihren Prinzipchen treu geblieben. Auf dem neuen mittlerweile achten Studio-Album erzaehlt die Band demzufolge keine neuen musikalischen Geschichten, sondern spielt ihren durch und durch 77er-kundenfreundlichen pUnKrOcK auf dreizehn Tracks souveraen aus. Die Produktion spielt der Gruppe allerdings nicht wirklich in die Karten. Pat Collier (Ex-VIBRATORS/BOYFRIENDS) hat da in seinen „Perry Vale Street Studios“ im Moment wohl nicht so ein glueckliches Haendchen am Mischpult. Da haette man, wie etwa bei der aktuellen THE DUEL CD, mehr rausholen koennen.
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KIM? - „Allez! Allez! Allez!” CD
KIM?
„Allez! Allez! Allez!” CD
( Sony Music / NetInfect.de , Release Date: 14. August 2009 )
Modern Punk fuer Teenager. Nix fuer KBD-Pigs! Sollte es auch nicht sein. Trotzdem, musikalisch geht die Band ganz schoen in die Vollen und bietet wirklich Erstaunliches! Ein voller satter Gitarrensound kann sich auf einer zuverlaessigen dicht produzierten Rhythmussektion nach Belieben austoben, und die gesangliche Qualitaet ist absolut im gruenen Bereich und kommt oft genug mit einer ueberschaeumten pUnKrOcK-Wut daher. Man meint ab und zu sogar den Geist eines jungen PETER HEIN zu vernehmen. Einfach mal in „Nein! Nein! Nein!“ reinhoeren. Noe, den Jungs nehm ich das alles sofort ab, man merkt, dass sie von ihrer Musik ueberzeugt sind, und dabei auch voll und ganz dahinter stehen. Auch wenn die dreizehn Songs bald ueber fuckin´ Columbia erhaeltlich sein werden und der ganze Business-Bullshit mit dem ganzen Merchandise-Dreck, den eh keiner braucht, anlaeuft, bleibt am Ende immer nur die Musik die zaehlt. Darauf kommt es einzig und allein an und nicht um Scheiss-Verkaeufe von Scheiss-Tshirts und dem ganzen anderen laecherlichen oberflaechlichen Schnickschnack. Die Musik hat immer schon ueberlebt, aus Tshirts waechst man raus und schmeisst sie irgendwann in die Tonne. KIM? klingen so aehnlich wie die frueheren DONOTS zu „Pocket Rock“-Zeiten, nur eben auf deutsch gesungen. Wobei die Texte keineswegs platt sind, ist ja immer so ein Problem bei deutschen Texten, denn das haben KIM? wirklich gut loesen koennen. Da muss man den Bubis einfach Respekt zollen. Die Sprache wurde oft genug sehr offensiv gewaehlt. Text und Musik sind hier sehr schnell zu einer Einheit verschmolzen. Die Melodien sitzen einfach und verfehlen nicht ihre Wirkung! Der Gitarrist haut dabei haufenweise Punkrock-Riffs raus, so ein wenig zwischen RAMONES und STIFF LITTLE FINGERS, neumodischer Kram bleibt meist aussen vor. Bin ehrlich von mir selbst ueberrascht, das mir das Album so sehr zusagt.
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LUCIFER STAR MACHINE - „Street Value Zero” CD
LUCIFER STAR MACHINE
„Street Value Zero” CD
( Nicotine Records / New Music Distribution , Release Date: 10. Juli 2009 )
Oh je, so einige Bands leiden echt an extremer Geschmacksverirrung bei der Namensgebung! Aber bei der Band hier scheint das chronisch zu sein. Denn die Musik ist genauso scheisse! Warum tue ich mich schon seit Jahren so schwer mit der Entwicklung in der Punkrock-Szene? Der beste Beweis liefert dieser Katastrophen-Mix! Irgendwer hat dieses verfluchte Hardrock-Gene eingeschleppt und es hat sich seitdem ausgebreitet wie die Pest! Alle wollen NUR noch knueppelhart sein und dabei die Gitarren bis zum Erbrechen zum Jaulen bringen! Lucifer Star Machine ist Rock in allen erdenklichen Posen. Nichts klingt echt. Haut den ganzen Hardrock- und Heavy Metal-Dreck endlich in die Tonne! 1977 wollte die verschissene Musikpresse die laecherlichen SCORPIONS als pUnK rOcK aufs Auge druecken. Hat gluecklicherweise nicht geklappt und man hatte jahrelang vor den langhaarigen Spandextraegern Ruhe. Und jetzt das!
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MEINHOF - „Under The Burning Sky Of Future Events“ CD
MEINHOF
„Under The Burning Sky Of Future Events“ CD
( Block Action Music / BlockActionMusic.de , Release Date: Juni 2009 )
Genau solch ein Ding hab ich auf mich zukommen sehen! Und da ich z.Z. wieder voll im Japanfieber stecke, komme ich mit der Schnelligkeit ohne das mir schwarz vor Augen wird auch bestens klar. RYDERS + STAR CLUB haben ja auf ihren letzten Scheiben auch ganz schoen auf die Tube gedrueckt. Nun, der Vergleich zu Japan kommt dann auch nicht von ungefaehr, denn die Bandmitglieder mit Sitz in London kommen aus Polen, Spanien und genau Japan. Nach nur wenigen Takten ist klar, wohin der Hase bei Meinhof laeuft. Anarcho-Punk mit den dazu gehoerigen Texten und Statements, die ich zuhauf aus den 80ern von CRASS ueber DISCHARGE bis ZOUNDZ kenne. Musikalisch geht das in Richtung DISCHARGE zu „Fight Back“-Zeiten, wobei mich der Schreigesang ihrer Saengerin Rosy eher an die 80er Japan-Hardcore-Band THE COMES erinnert. Um sich mal ordentlich die Ohren durchpusten zulassen, haut das so richtig gut rein, und erspart zudem den Gang zum Ohrenarzt.
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THE MOCHINES - „The Eagles Has Landed” CD
THE MOCHINES
„The Eagles Has Landed” CD
( Nicotine Records / New Music Distribution , Release Date: 10. Juli 2009 )
Das Debuet „Hire The Losers” hatte ich auch schon mal in der Mangel und kam glaube ich erstaunlich gut weg. Das Trio, um den ehemaligen Kopf der LA DONNAS, mit Sitz in Suedafrika spielt auf ihrem zweiten Album eigentlich den gleichen Rotz runter. Schweine-Rock’n’Roll a la NEW BOMB TURKS, schoen schnell abgefeuert und mit reichlich zerstoererischen Leadgitarren-Solos angereichert. Zwischendurch gibt es einige wirklich gute Punkrock-Momente rauszuhoeren, die dann durch das selbst auferlegte harte Image des monoton klingenden Saengers wieder ruckzuck ausgemerzt werden. Der hoert sich eben eher nach einer oeden 80er Hardrocker-Roehre an, den man an der Bushaltstelle nach einem AC/DC-Konzert vergessen hat.
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MOMO LAMANA - „Monkey See Monkey Do” 10”
MOMO LAMANA
„Monkey See Monkey Do” 10”
( East Side Records / EastSideRecorde.de , Release Date: Juni 2009 )
Tut mir leid, aber mit welchen musikalischen Vergleichen im Info zum Teil aufgewartet wird, wie etwa der zu THE CRAMPS oder THE MUMMIES kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Waere auch eher etwas untypisch fuer „East Side Records“ in der Richtung Bands zu veroeffentlichen. Also ich finde das die sechs Songs der belgischen Band in erster Linie ganz klar wie THE RAMONES klingen. Der Beweis dazu liefert der letzte Song auf der B-Seite, „1234 There You Go“, ein Tribute an die grosse New Yorker Band. Ein Hauch von den „finnischen Ramones“, BLITZKRIEG BOYS klingt auch noch durch. Dabei singt mal die Dame am Bass, was sich so ziemlich nach TINA AND THE BABES anhoert, dann wieder der Herr an der Gitarre, der ganz der Coole bleibt. Das ist Punk Rock ohne viel Schnoerkel. Von der 10“inch wurden nur 444 Einheiten auf Vinyl gepresst, wobei 85 im gruenen Vinyl erhaeltlich sind.
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TEN POLE TUDOR - „Made It This Far“ CD
TENPOLE TUDOR
„Made It This Far“ CD
( Angel Air Records / AngelAir.co.uk , Release Date: 10. August 2009 )
Dies ist nicht wie irrtuemlich angenommen ein brandneues Album von Ed Tenpole und seinen Tudors. Ich war da zunaechst auch auf dem voellig falschen Dampfer. So hab ich mir das sehr umfangreich geschriebene Booklet in die Hand genommen und ausgiebig studiert. Und dort kann man von Ed Tenpole, neben seiner verdammt interessant aufgezeichneten Biographie, persoenlich nachlesen, woher die insgesamt 16 Tracks eigentlich genau stammen. Grob umrissen handelt es sich um eine Studioaufnahmen-Ansammlung aus den Jahren 1983 bis 2005, bei denen insgesamt sechzehn Musiker inkl. Ed involviert waren. U.a. wurde ihre erste Single „Real Fun“ im Jahr ´99 neu eingespielt. Wer jetzt, wie ich, eine knallige Gitarren-pUnKrOcK-lastige Version erwartet, wird doch zunaechst ziemlich enttaeuscht sein. Der wohl beste Song der Band wird hier in aehnlich typischer Machart wiedergegeben, die sie nur ein Jahr spaeter, im Jahr ´81, bekannt machen sollte. Die Refrains schmettern auf „Made It This Far“ zwar nicht mehr so kraeftig wie einst, doch die musikalische Handschrift ist zu jeder Zeit deutlich rauszuhoeren. Das haengt sicherlich in erster Linie mit dem unverkennbaren Gesang von Ed zusammen, aber auch der seichte Rockabilly-Einschlag bleibt bei fast allen Songs erhalten. Obwohl ich Tenpole Tudor schon damals in den 80ern nie wirklich gut fand – es waren immer nur einige Single-Songs, die auf mein Interesse stiessen – war ihre Praesenz auf der Buehne weitaus unterhaltsamer. Wie etwa das „Musikladen-TV-Special“ 1981, wo sie 45 Minuten wirklich die Sau rausliessen. In lebhafter Erinnerung ist mir immer noch der quietschfidele Ed mit seinen voellig ueberdrehten Showeinlagen, sowie der Gitarrist der mit seiner Elvis-Tolle den cool-aggressiven Punkrock-Gitarristen abgab. 2001 beim Londoner „Punk Aid“-Festival im „100 Club“ kam ich dann auch in den Genuss eines Live-Auftrittes der Band. Laengst war aber der Gitarrist nicht mehr dabei und Ed war auch an diesem Tag nicht wirklich in grosser Form. Ein Jahr zuvor, ebenfalls in London, sah ich ihn vor Brixton’s „Academy“ an mir vorbeihuschen, wie er sich in die Gaestelistenschlange fuer das Konzert von JOE STRUMMER & THE MESCALEROS einreihte. Ich, fuer meinen Teil hoere mir tausendmal lieber ein Original wie Ed Tenpole an, als z.B. die REAL McKENZIES, die heutzutage vermutlich in diese Kategorie fallen koennten. Tenpole Tudor bringen mich nun mal eben eher in die Naehe, beispielsweise der NIPS oder ADAM ANT. Mit seinen 55 Jahren gibt Ed immer noch maechtig Gas und bleibt auf allen Buehnen dieser Welt als Solokuenstler unterwegs.
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THUNDERPOP FANZNE (Issue No. 1)
THUNDERPOP FANZNE (Issue No. 1)
( KevinKBand@aol.com )
10,00 EUR inkl. Porto
Nicht das Kevin K. pausenlos auf Tour ist, nein, er hat auch noch die Zeit ein erstklassiges Fanzine auf die Beine zu stellen. Die No. 1 liegt mir vor und ist im Layout voellig old-school ausgefallen. Hierbei handelt es sich auch noch wirklich um ein FANzine und nicht um die Verbreitung irgendwelcher schwachsinniger Anzeigen mit den dazu gehoerigen Besprechungen. Da legt Kevin K auch sicherlich keinen Wert drauf, denn er bleibt in erster Linie Musiker. Sein guter Freund Ricky Rat von den TRASH BRATS hat er mit ins Boot genommen. Das Glanz-Cover zeigt Kevin’s Vorlieben fuer Musik und Frauen. Ausserdem liegt noch die CD-Beilage „Plam Trees And Humidity” im Heft, die Kevin zusammen mit THE ST. PETE ALLSTARS eingespielt hat. Kevin hatte mir die CD schon Ende letzten Jahres zukommen lassen. Hier noch einmal die Kritik aus dem Januar-Update: „Kevin K hat sich unter der Sonne von Florida mit einigen lokalen Rock’n’Roll-Musikanten aus seinem Wohnort St. Petersburg zusammen getan und in der Garage von Mrs. Mandelbaum(?) mit einem 8-Spur-Rekorder diese 12 Songs eingespielt. Wir erwarten Rock’n’Roll-pUnK und bekommen, na klar, auch Rock’n’Roll-pUnK. Hat uns Kevin K in der Hinsicht schon mal enttaeuscht oder schlimmer noch, sogar haengen gelassen? Nein, bisher war auf den Mann immer 100% Verlass! New York City hat er ja schon vor einigen Jaehrchen den Ruecken gekehrt. Hoechste Zeit war es also, dass er mit dem CD-Titel seinem neuen Domizil einen Song gewidmet hat. Auch gibt es eine neue Version von „Nine Lives“, die urspruenglich aus der Feder seines verstorbenen Bruders Alan K stammte, und auf der „Rule The Heart“-CD das erste Mal zu hoeren war. Das 8-Spur-Geraet wurde uebrigens fuer die Aufnahmen optimal eingesetzt. Vom Lofi-Sound angesagter GaragenFuzz-Fuzzis ist man weit weit entfernt, die Gitarre von Kevin K kontert immer noch elegant den Donner-Sound. Es hat sich rein gar nichts veraendert, und das schon seit 1993, als ich wegen der ersten ROAD VULTURES-CD „Fire It Up“ mit Kevin K das erste Mal Kontakt aufnahm. Manche Dinge aendern sich nie! Und das ist verdammt gut so!“ (Ende der Review.) Kurz noch zum Heft. JEFF DAHL wurde von Kevin ausfuehrlich interviewt, so dass einige interessante Neuigkeiten zu Tage kommen. Joey The Cat, (Kevin’s Katze) „bespricht“ Musik, Ricky Rat gibt einen Report ueber die diesjaehrige Spanien-Tour mit Kevin zum Besten, weiter geht es mit original Zeitungsausschnitten von JOEY RAMONE’s und DEE DEE RAMONE’s Tod (da faellt mir ein, ich hab auch noch die Originalberichte von ´79 aus der fuckin´ Bildzeitung ueber SID VICIOUS Ableben, sollte ich auch mal in 77 Jahren ans Netz stellen…), sowie ein rares Foto von IGGY POP 1976 in der Berliner Hauptstr. 155, wo er sich mit DAVID BOWIE ein Apartment geteilt hat. 2008 hat sich Kevin im selben Hauseingang ablichten lassen. Cool! Dann gibt es noch alte Berichte und Interviews von CHEETAH CHROME, THE HEARTBREAKERS, STIV BATOR und MICHAEL MONROE. Im Schlusswort laesst Kevin noch verlauten, das er mitten in der Arbeit zu einer ersten DVD steckt, die sich „Successful Loser“ nennt und altes sowie neues Material beinhaltet. Ausserdem arbeitet er an der englischen Uebersetzung seines Buches „How To Become A Successful Loser“. Kevin K, an allen Rock’n’Roll-Fronten der Welt zu Hause!
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