* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

So, hier nun das Update fuer Juni. Das Update fuer Juli erfolgt Anfang August 2007. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

ABWÄRTS - „Rom“  CD

ABWAERTS

„Rom“  CD

( Cargo Records / Cargo-Records.de , Release Date: 08. Juni 2007 )

Sei mal ehrlich, haben Abwaerts schon immer so geklungen? Kann ich mich nicht dran erinnern. Okay, in der Vergangenheit war ich zugegebenermassen kein grosser Abwaerts-Hoerer. Aber was ich hier im ersten Moment rein musikalisch zuhoeren bekomme, klingt mir direkt sehr vertraut, gut rock(ig) und dabei ziemlich stark nach TURBONEGRO. Ich wollte der Band eigentlich eine klare Abfuhr erteilen. Den Plan kann ich vergessen! Jetzt  lausche ich doch recht ergriffen die ersten Songs „Alles was ich seh“, „Rom“ und „Die neue Zeit“. Aehnlich ueberrascht war ich ja letzten Monat vom Debuet der BOTTROPS, aber an sie kommen Abwaerts dann aber irgendwie doch nicht ran. Die etwas zu duenn ausgefallene Produktion und das eintoenige Schlagzeugspiel und auch die nicht gerade spannende Stimme von Frank Z. machen sich schneller als mir lieb ist leider bemerkbar. Die ersten drei Songs sind wirklich gut. Dann aber wird nicht mehr einfach nur geradeaus gespielt, sondern die experimentelle Sichtweise gewinnt an Oberwasser. Zu diesem Zeitpunkt kommt auch wieder genau das in mir hoch, was mich schon seit Jahren an der Band stoert.

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BEAT BEAT BEAT - „Living In The Future“  LP 

BEAT BEAT BEAT

„Living In The Future“  LP

( Alien Snatch! Records / AlienSnatch.com , Release Date: 20. Dezember 2006 )

„Entdeckt“ habe ich die Band zunaechst auf MySpace, kurz nachdem ich mich Ende Juli 2006 angemeldet hatte. Schon die vier Songs in ihrem Media-Player fand ich von Anfang bis Ende absolut erstklassisch! Sofort nahm ich Kontakt zur Band auf und wollte gerne ihre erste Single besprechen. Leider kam keine Antwort zurueck. Ende Oktober erschien dann auf „Dirtnap Records“ ihre erste full-length. Nach kurzem eMail-Plausch verwies mich „Dirtnap“ an „Cargo“. Dort bekam ich aber als Antwort, dass man die CD erst gar nicht zugesandt bekommen hatte, um sie hier in Deutschland zu promoten. „Dirtnap“ wurde daraufhin von mir in Kenntnis gesetzt, aber auf eine Antwort warte ich heute noch. „Alien Snatch!“ machte dann Ende Dezember 2006 die Vinyl-Lizenz-Pressung. Und so kam ich also doch noch in den Genuss von „Living In The Future“. Ansonsten haette ich mir die CD irgendwann mal zugelegt, wenn sie nicht mehr so unverschaemt teuer gewesen waere. Aber wie es manchmal so gehen kann, habe ich  soeben die CD-Version ueber AMAZON.de bei „ImportCDSpecialists“ in Kalifornien bestellt, inkl. Porto fuer 10,21 EUR. Nicht schlecht, oder? Dort habe ich mir innerhalb der letzten beiden Wochen u.a. auch die erste offizielle MCD „The News“ von Mick Jones (the CLASH) und Tony James (GENERATION X) neuen Band CARBON/SILICON bestellt. Donnerstag bestellt und Dienstag bereits eingetroffen. Auch die HÜSKER DÜ CD „Zen Arcade“, die ich schon seit Jahren fuer einen vernuenftigen Kurs auf CD haben wollte benoetigte nur eine Woche Lieferzeit. Hatte aber die ganze Zeit eigentlich damit gerechnet gehabt, das die HÜSKER DÜ Scheiben schoen der Reihe nach in einer Neuauflage auf CD erscheinen, digital remastert versteht sich mit komplett neu bearbeitetes Booklet und Bonus-Tracks, so wie es ja auch bei the CLASH, BLONDIE, the JAM und the BOOMTOWN RATS in den letzten Jahren der Fall war. Jetzt fragt sich wohl jeder, warum kauft der Idiot noch zusaetzlich die CD, wenn er die LP-Version frei Haus zugeschickt bekommen hat. Nun, ich hoere heute lieber CDs, als Vinyl. Ganz einfach. Obwohl die Klangqualitaet des 180g. schweren Vinyl wirklich keine Wuensche offen laesst. Aber so kann ich dieses Liebhaberstueck schon jetzt schonen. Die 12 staendig unter Strom stehenden Songs von diesen jungen Bubis aus Atlanta sind das Beste, was ich aus der Richtung seit langem gehoert habe. Da stimmt einfach alles! Brillant gespielte PowerPop-Melodien vermischen sich exzellent mit rotzigem 77er-Punkrock. Der Saenger hat definitiv mit seinen shoutin´ Vocals was von den fruehen REPLACEMENTS zu „Stink“-Zeiten. Nicht von ungefaehr also auch, das sie den Klassiker der FUN THINGS „When The Birdmen Fly“ in einer atemberaubenden Fassung covern! Und schnell sind sie! Meine Fresse! Solch eine Energie und Power hat wirklich nicht mehr jede Band! Einmal tief Luft holen und weiter geht’s! Wie the UNDERTONES oder TEENAGE HEAD auf speed! Keine Zeit fuer Mid-Tempo-Romanzen. Die Songs gehen sofort in Mark und (Pogo)-Bein! Ich glaube die Jungs wissen selbst wohl noch nicht so recht, dass sie mit ihrem Debuet eines der besten Punkrock-Alben der Neuzeit geschrieben haben. So, und jetzt muss ich dringend unters Sauerstoffzelt!

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BIG MESS - „Mess-O-Matic”  MCD 

BIG MESS

„Mess-O-Matic”  MCD

( MySpace.com/BigMess1 / MySpace.com/MartiniEntertainment , Release Date: Late 2006 )

CJ von „Martini Entertainment” hat mir neben der EASTER CD + DVD (Reviews, weiter unten) auch noch sein zweites „Baby“ anvertraut. Und das kommt auch nicht von ungefaehr! Denn Bassist und Saenger Chad Carrier (der zusammen mit Danny Philips EASTER in den 80ern gegruendet hatte) spielt hier nun bei Big Mess eine massgebliche Rolle – neben Steve Sutton an der Gitarre und am Mikro (er kommt uebrigens auch aus dem fruehen LA Punk und spielte bei der mir unbekannten Band THE UNCLAIMED mit) und Schlagzeuger Ferd Vazkaz (der urspruenglich aus Tijuana, Mexico stammt, zwar keine musikalische Punkrock-Vergangenheit vorzuweisen hat, dafuer aber alles von Rock bis Metal, von Funk bis irgendwas was sich Norteño(?) und Cumbia nennt spielen kann). Mit den hier dargebotenen sechs Songs kann ich allerdings nicht sehr viel mit anfangen. Durchschnittliche ziemlich lahm gespielte Rocksongs (liegt es etwa am Drummer?), denen es besonders an Spritzigkeit mangelt. Schade eigentlich da Songs wie „Legend“ oder „I´m Bored“ von der Melodie her voellig in Ordnung sind.

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BLONDELLE - „Die Pretty”  CD 

BLONDELLE

„Die Pretty”  CD

( Rude Records / Gordeon Promotion , Release Date: 08. Juni 2007 )

Letzte Woche war ich mal wieder nach langer Zeit im hollaendischen Venlo, was von uns ausgesehen nur eine knappe halbe Stunde Autofahrt entfernt liegt. Im hiesigen Record-Store „Sounds“ sind immer die aktuellen Ausgaben vom „Mojo“ + „Uncut“ erhaeltlich. Und wenn ich schon einmal da bin nehme ich grundsaetzlich immer beide Hefte mit, vorausgesetzt natuerlich, das auch ueber „Punk Rock“ in der einen oder anderen Form berichtet wird. In der „Mojo“-Ausgabe vom Mai 2007 gab es eine 6-seitige Story ueber den neuen JOE STRUMMER-Film, „The Future Is Unwritten“. Das allein rechtfertigte selbstverstaendlich den sofortigen Kauf. Aber auch eines der fuehrenden englischen Musikzeitschriften kam nicht drum herum vor einigen Jahren mit der Beilage einer CD zu beginnen. Bisher waren sie nie wirklich fuer mich interessant gewesen. Doch diesmal lag eine CD bei, die den Namen „Made In Britain 2007 – The Best New British Music“ trug. Nun, im vergangenen Jahr gab es ja mit TOWERS OF LONDON, THE RIFLES oder THE VIEW nach sehr langer Zeit mal wieder einige echte Ueberraschungsbands aus dem Vereinten Koenigreich. Also, konnte es auch gut moeglich sein, das mich auf dieser 15-Song-CD vielleicht weitere Bands ganz persoenlich ansprechen koennten. Track 4 hatte mit THE VIEW und einer Live-Version von „Same Jeans“ gute Bekannte auf der Rechnung, doch der Rest konnte man nach nur wenigen Anlaufsekunden getrost in die Tonne kloppen. Nur THE VIEW beanspruchten die Ausreizung einer voll funktionierten E-Gitarre. Die anderen Bands spielten entweder eine Akustikklampfe zum Weglaufen oder nur ganz sparsame E-Griffe. Und das soll dann also das aktuelle Beste sein, was England an eigenen Bands zu bieten hat? Kaum zu glauben und auch gut zu wissen, das dies nicht so ist. Hier kommt nun Blondelle ins Spiel. Vier junge Burschen, die im Schnitt gerade mal 18 sind, und seit 2002 in London zusammen Musik machen. Zu erwaehnen waere sicherlich noch, das das Gruendungsmitglied Sam Stewart der Sohn von Dave Stewart (EURYTHMICS) ist, der ja einst in den 70ern als New Wave-Band bei THE TOURISTS, zusammen mit Annie Lennox, begonnen hatte. Der Background innerhalb der Familie hat jedenfalls auf den Sohnemann gut abgefaerbt. Auf ihrer ersten CD praesentieren die Jungs auf 13 Liedern eine gut arrangierte leicht angeschraegte Verschmelzung der britischen Pop- und Rockkultur, angefangen von THE JAM und BUZZCOCKS bis hin zu THE SMITHS und THE FALL. Allerdings hat die skandinavische Rock’n’Roll-Schiene mit seinen Helden von THE HIVES auch noch ein Woertchen mitzureden. Die Kunst des Hoerers besteht darin, den richtigen Rhythmus dazu zu finden. Bei mir gab es da so einige Anlaufschwierigkeiten, weil, das ist definitiv weit entfernt vom herkoemmlichen Punk-Sound, aber schlussendlich ist dann auch bei mir der Funke uebergesprungen. Gut, ich bin jetzt nicht restlos ausgetickt, aber drei Sternchen sind bei dieser Umsetzung alle male drin.

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THE BUSINESS - „The Truth The Whole Truth And Nothing But The Truth“  CD digi-pak 

THE BUSINESS

„The Truth The Whole Truth And Nothing But The Truth“  CD digi-pak

( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 25. Juni 2007 )

Als das Album beim US-Label „Tang Records” 1997 zum ersten Mal raus kam habe ich es damals auch zum Besprechen zugeschickt bekommen, und es an jemanden vergeben, der etwas mehr mit der Musik anzufangen wusste. Ich glaub mich erinnern zu koennen, dass die CD dann von dem ehemaligen 3RD-Schreiber Blank Frank in den allerhoechsten Toenen besprochen wurde. Seitdem das 3RD leider nur noch online vertreten ist, trage ich allein die Verantwortung und manage was es auf der 3RD-Homepage zu lesen gibt und was nicht. Waere ich noch in der Print-Branche vertreten, so haette ich mit Sicherheit auch diesmal die CD an einen von meinen Review-Schreibern weitergeleitet. Aber da ja jetzt laengst nicht mehr so viel an Promo-Material eintrifft, versuche ich bei so manchen Sachen, die nicht wirklich meinen Geschmack treffen objektiver zu urteilen. In der Vergangenheit ist dies Konzept meines Erachtens ganz gut aufgegangen. Die 14 Songs, die von Lars Frederiksen (RANCID) produziert wurden sind von daher logischerweise auch nicht in meiner privaten Hitliste anzutreffen. Die Songs klingen sehr simpel und werden durch den typischen Groelgesang ziemlich zerstoert. Business fand ich nur in den 80ern mit ihren ersten Scheiben ganz gut, danach verflachte der Sound zu sehr in einfach gestrickten Oi!-Song-Mustern. Die Neuauflage gibt es nun im schicken digi-pak, mit allen Texten dazu und einigen Liner-Notes.

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THE DICKIES - „Second Coming”  CD 

THE DICKIES

„Second Coming”  CD

( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 25. Juni 2007 )

Das war doch im ersten Moment eine echte Ueberraschung gewesen, als „Captain Oi!“ das dritte Studioalbum von 1989 in einer Neuauflage ankuendigte, wenn man mal von der Mini-LP „Stukas Over Disneyland“ aus dem Jahre 1983 absieht. Die LP war damals in Deutschland kaum zubekommen. Und von denen, die durch glueckliche Umstaende doch an eine Kopie rangekommen waren, meinten unabhaengig voneinander, dass es ziemlich enttaeuschend klang. Auch ich hatte dann irgendwann die Gelegenheit kurz reinzuhoeren. Und der Sound war wirklich nicht ueberzeugend genug. Denn wer kommt schon auf die idiotische Idee das Album mit einem Song aus einem Musical einzulaeuten? „Hair“ ist auch bis zum heutigen Tage der absolute Tiefpunkt. Da haben Stan Lee und Leonard wohl noch auf ganz schlechten Drogen abgehangen. „Monster Island“ klingt dann schon eher nach den Dickies. Ein erneuter Tiefpunkt bahnte sich dann mit „Town Without Pity“ an, einer weiteren vertonten Filmmusik. Dann ging es aber gluecklicherweise Schlag auf Schlag. Mit „Cross Eyed Tammy“, „Going Homo“, „Dummy Up“ (existierte sozusagen als Promo-CD-Single, weil es keine offizielle Singleauskoppelung gab), „Booby Trap“ und „Magoomba II“ (mit Leonard´s Mum an den Backin´ Vocals) war die Band wieder goldrichtig in der Spur und lief zu Topform auf. Nur durch die unsaeglich ueberfluessigen Tracks „Caligula“ und „I´m Stan“ wurde der Schwung kurzweilig ausgebremst, bevor sie mit dem finalen Song „Monkey See, Monkey Go“ in der typischen Dickies-Manier ansetzten. Hier endet „Second Coming“, aber „Captain Oi!“ waere nicht „Captain Oi!“ wenn da nicht noch ein Bonus folgt. Und das mit der phantastischen 5-Track-12“inch „Killer Klowns (From Outer Space)“ von 1988. Der Song war uebrigens der Titelsong zum gleichnamigen Kinofilm, den ich zu der Zeit auch mal auf Video gesehen hatte. Der Film war superschlecht, aber gleichzeitig auch ziemlich lustig. Mit „Jim Bowie“ gab es einen weiteren Knaller, die anderen beiden Songs „Booby Trap“ und „Magoomba“ gab es ja schon auf dem Album zu hoeren, hier allerdings in anderen Fassungen. Als letztes Lied musste von THE JETSONS „Eep Opp Ork (Uh, Uh)“ dran glauben. 1990 kamen die Dickies zum zweiten Mal nach 1978 nach Deutschland (wenn ich mich recht erinnern kann, spielten sie 1978 gemeinsam mit THE RAMONES in der Hamburger „Markthalle“) und eroeffneten einer ihrer ersten Shows im Oberhausener „Musikzirkus“. Passend konnte die Lokalitaet wirklich nicht ausgesucht worden sein, denn sie starteten mit „Killer Klowns“ ihren Gig. Sofort brach ein Massenpogo aus bei dem ich meinen linken Turnschuh verlor, aber gott sei dank auch schnell wieder fand. Im Booklet  sind alle Texte abgedruckt, sowie eine kurze Story ueber ihre Zeit bei „Enigma Records“, das die Arbeiten bei dem Label mit dieser Veroeffentlichung komplett abschliesst. Mittlerweile ist es wohl unnoetig zu erwaehnen, das auch diese „Captain Oi!“-CD einer klanglichen Sanierungsaktion im „Turan Audio Studio“ von Tim Turan zum Opfer fiel.

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EASTER - s/t  CD 

EASTER

s/t  CD

( MySpace.com/Easter / MySpace.com/MartiniEntertainment , Release Date: Late 2006 )

Ich weiss es noch so gut wie heute. Alle zwei Monate steuerte ich den „Hitsville“-Plattenladen in der Duesseldorfer Altstadt an. Hier gab es immer eine Entdeckung zu machen. Wie auch bei jenem Besuch, irgendwann 1987. Ich zog das Debuet-Album von der Band Easter in einer „Special Ltd. Edition“ auf blaues Vinyl gepresst aus dem Fach fuer „Neuerscheinungen/Punk“. Neugierig gemacht hatte mich der selbstgemachte „Hitsville“-Aufkleber auf der Schutzhuelle, der in etwa soviel besagte: „77er Punk Rock aus den USA, klingt wie SOCIAL DISTORTION!“ Genau ins Schwarze bei mir getroffen! Denn fuer SocialD. haette ich damals getoetet! Sozusagen ein echter Geheimtip! Einige Minuten spaeter sass ich auch schon wieder im Auto und fuhr mit der (hoffentlich) wertvollen Fracht im Gepaeck heimwaerts. Zuhause angekommen legte ich die Scheibe direkt auf und war mit dem ersten Ton von „Manhattan Boy“ sofort voellig aus dem Haeuschen. Der Aufkleber hielt das, was er versprach. Ausserdem tauchte in der Liste der „Special Thanks“ Mike Ness auf. Spaeter sollte ich auch noch den Grund fuer den SxDx-Vergleich erfahren. Mike Ness war einige Zeit ein loses Mitglied der Band und spielte im Studio seine Gitarre fuer den Knaller „Lights Out“ (mein damaliger absoluter Fave der LP) ein. Die zehn Songs waren wie aus einem Guss gespielt! Es klang schwer verdaechtig nach einer etwas poppigen SxDx-Ausgabe, aber irgendwie auch nach der zweiten LP von GENERATION X „Valley Of The Dolls“. Und den CLASH-Grundrhythmus habe ich da ebenso durchgehoert. Killer-Melodien schienen kinderleicht aneinander gereiht worden zu sein. Jeder Song versprach Hitqualitaeten on masse. Hauptverantwortlich war dafuer Gitarrist und Saenger Danny Dean Phillips, der die Band kurz nach seinem Ausstieg bei der kalifornischen Punk-Band ANTI gegruendet hatte. Bei ANTI ging es noch um sehr schnell gespielten HC-Punk, der auf Dauer zwar etwas zu eintoenig wirkte, aber mit „Parents Of Punks“ auch eindeutig einen Hit besassen. Ihre beiden Alben waren einige Jahre sogar in meinem Besitz. Dummerweise landeten sie zu jener Zeit ebenfalls auf meiner ersten Ausverkaufsliste. Heute haette ich die Scheiben schon gerne wieder, aber das wird wohl unmoeglich sein, diese noch einmal fuer einen halbwegs vernuenftigen Kurs aufzutreiben. Also werde ich sicherlich irgendwann mal mir die ANTI Compilation-CD zulegen, die bereits 1995 auf „Grand Theft Audio“ erschienen ist, und an die man bestimmt etwas leichter rankommt, als an die original Vinylscheiben. Doch genug der Geschichtsstunde. Kehren wir zu Easter zurueck. Ihr Album und die daraus ausgekoppelten Singles „Manhattan Boy“ und „Steady Rockers“ sorgten kurzzeitig fuer einiges Aufsehen in der Hollywood-Szene. „Manhattan Boy“ wurde ein echter Radiohit auf allen Sendern der Westkueste und war ausserdem 1988 monatelang in den College-Charts landesweit ganz oben zu finden. Trotzdem blieb die Band in ihrer beinahe 10jaehrigen Existenz eher eine unterbewertete Band aus dem Underground. Vielleicht war da auch ihr sparsames Wirken in Sachen Platten machen ein wenig dran Schuld. Wenn man 10 Jahre in einer Band spielt dann muss einfach mehr drin sein, als nur eine LP und zwei Hit-Singles. Da ist ja heutzutage sogar ein Mike Ness „fleissiger“ gewesen! „MySpace“ bleibt also weiterhin eine spannende Angelegenheit. Es ist schon sehr eigenartig, eine Band dort wieder zu entdecken, von denen ich seit knapp 20 Jahren nichts mehr gehoert habe. Und ploetzlich erfaehrt man auch noch, dass eine CD im Umlauf ist, wo die Songs der LP sowie vier 12“inch Bonus-Tracks drauf zu hoeren sind. Ich wurde auf direkten Wege zu „Martini Entertainment“ weitergeleitet, die, wie sollte es anders sein, natuerlich auch eine „MySpace“-Seite haben. Nachdem ich hoeflich angefragt hatte, wie teuer es denn waere mir die CD zu senden, bekam ich innerhalb von nur einem Tag die Nachricht, das man sich meine Homepage angeschaut haette, sie fuer gut befand, und sich daraufhin entschlossen hatte, mir ein kleines Promo-Paeckchen zusammen zustellen, inkl. einer DVD von Easter! Und gut eine Woche spaeter lag es dann auf meinem Tisch. Gut, die CD ist nur mit den noetigsten Infos ausgestattet, der Sound wurde allerdings digital gemastert. Und das ist fuer mich das Ausschlaggebende gewesen. Ich wuerde mir wuenschen, dass sich nun einige mehr Leute fuer diese Band interessieren. Fuer mich jedenfalls gehoerte das Album mit zu einer der besten Scheiben aus den 80ern. Ich habe auch danach nichts Vergleichbares mehr gehoert. Und jetzt geht es im direkten Anschluss weiter mit der DVD.

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EASTER - „As Seen On MTV In The 80’s”  DVD 

EASTER

„As Seen On MTV In The 80’s”  DVD

( MySpace.com/Easter / MySpace.com/MartiniEntertainment , Release Date: Late 2006 )

Die DVD ist in vier Kapitel aufgeteilt: Videos, Live-Shows, Making Videos und Pictures. Die Video-Sektion erscheint mir da zunaechst am interessantesten zu sein. Die vier Videos zu „Lights Out“, „Manhattan Boy“, „Steady Rockers“ und „Slipping Away“ wurden alle aus dem Fernseh bei MTV USA wie z.B. aus der Sendung „Video One“ mitgeschnitten. Die Aufnahmen sind demnach in einer annehmbar recht guten 80er-Videoqualiaet. Bei „Lights Out“ sieht man dann einen sehr jungen Mike Ness an der Gitarre. „Manhattan Boy“ erinnert in seiner optischen s/w-Aufmachung an Szenen aus dem 50er-Film „Der Wilde“ mit Marlon Brando. You know, alle in schwarzen Lederjacken und mit alten Motorradraedern durch die Strassen von Hollywood am heizen. Bei „Steady Rockers“ kommt die Band dann rueber wie ganz frueher die STRAY CATS, eben eine klassische Punk-Rockabilly-Band. Hinzu kommen drei Live-Show-Mitschnitte aus den 80ern, u.a. auch von ihrer Record Release Party. Das „Making Video“ beinhaltet die zu „Manhattan Boy“ und „Steady Rockers“, sowie ein kleines Interview. Diese DVD hat nur rares Material zu bieten, was in der Form bisher noch nicht veroeffentlicht wurde. In allen Belangen, absolut erlesen! Die Band haette ich gerne mal live gesehen.

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ECHO & THE BUNNYMEN - „Dancing Horses“  DVD 

ECHO & THE BUNNYMEN

„Dancing Horses“  DVD

( Secret Films / Gordeon Promotion , Release Date: 08. Juni 2007 )

Wie in allen grossen Staedten Englands machte sich der Punkrock auch 1977 in Liverpool breit. Schnell hatte man eine Anlaufstelle fuer Live-Bands, das „Eric´s“ gefunden wo lokale und Bands von ausserhalb ihre Gigs spielten. Bands aus Liverpool nahmen ihre ersten Singles bei „Zoo Records“ auf. Gegruendet von Ex-Mitgliedern der Band BIG IN JAPAN wurde u.a. auch hier die erste Single von ECHO & THE BUNNYMEN im Mai 1979 unter dem Titel „The Pictures On My Wall“ veroeffentlicht. Nach der BIG IN JAPAN, der THOSE NAUGHTY LUMPS und der TEARDROPS EXPLODES war dies die vierte Veroeffentlichung des kleinen Labels. Aufgrund der grossen Nachfrage wanderte die Band schon bald auf ein Major-Label ab. Die Band verstand sich aber nie als Punkrock-Band, sie kamen zwar aus dieser Szene, aber schon recht bald wurde ihr Sound mit Bands wie JOY DIVISION oder THE CURE in einem Atemzug genannt. Post-Punk war das Zauberwort, und in ihren langen Trenchcoats und hochgestellten schwarz gefaerbten Haaren wurden sie nach kurzer Zeit zum Inbegriff fuer traurige und komplizierte Texte.  Von der Anfangsbesetzung sind bis heute nur Saenger Ian McCulloch und Gitarrist Will Sergeant uebrig geblieben, aber das reicht ja auch, um weiterhin den melancholischen Stil der Band auf unverkennbare Art und Weise wieder zugeben. Auf dieser DVD, die am 01. November 2005 in London´s „Shepherds Bush Empire“ live mitgeschnitten wurde, geht es in packenden und farblich grossartigen Buehnenbildern durch alle grossen Songs der Band. Als Bonus gibt es noch  ein Exklusiv-Interview mit den beiden Hauptverantwortlichen.

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THE ESSENCE - „Dancing In The Rain (The Best Of The Essence)”  CD 

THE ESSENCE

„Dancing In The Rain (The Best Of The Essence)”  CD

( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 04. June 2007 )

Was einem sofort auffaellt ist die frappierte Aehnlichkeit zu THE CURE. Ihr Saenger Hans Diener koennte mit seinen stimmlichen Qualitaeten ohne weiteres als Zwilling von Robert Smith durchgehen. Aber auch die restlichen drei Bandmitglieder schienen an THE CURE rein musikalisch einen Narren gefressen zu haben. 1984 wurde die hollaendische Band sozusagen als klassische Schulband gegruendet. Nach nur relativ kurzer Anlaufzeit machten sie innerhalb der Gothic-Szene sehr schnell von sich reden. Ihre ersten Singles landeten u.a. in den spanischen TopTen. Sie tourten quer durch Europa und konnten in Frankreich, Deutschland, Spanien, Grossbritannien und der Schweiz eine treue Fangemeinde aufbauen. Vier Alben erschienen in der Zeit von 1985 bis 1991. Mit dem letzten Album „Nothing Lasts Forever“ konnten sie auch in Japan und in den Staaten Fuss fassen. „Cherry Red“ dachte es waere mal wieder an der Zeit die bereits 1994 veroeffentlichte „Dancing In The Rain“-CD noch einmal neu aufzulegen. Hier nun also die wichtigsten Momente der Band auf 21 Songs zusammen gefasst.

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THE GENERATORS - „Welcome To The End“  CD 

THE GENERATORS

„Welcome To The End“  CD

( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 25. Juni 2007 )

Zunaechst das Review-Original aus der Print-Zeit vom 3RD! Und zwar aus der Ausgabe No. 13: „Mit dem ersten Song „Suspect“ haelt sich die Band noch etwas bedeckt. Aber dann geht die Post richtig ab! „Yankee Boy“, reisst mich vom ersten Ton an voll mit. Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich werde foermlich ueberrollt. Sitze mit grossen Augen auf dem Sofa, die Augen werden feucht und es ist wieder Zeit fuer Gaensehaut. Alles inklusive. Was will ich mehr?  Die CLASH lassen ganz heftig gruessen. „Plastic Roses“, der naechste Knueller wird vom Leisten gezogen. Und schon folgt die Frage auf dem Fuss? Was macht diese Scheibe aus? Was kann mich nur an dieser Band so faszinieren? Mag sein, das alles schon tausendmal gespielt wurde, mag auch sein das die Texte von aehnlicher Art auch schon einem Joe Strummer 1977 bei „Complete Control“ ueber die Lippen kamen. Sicherlich trifft das alles zu, aber und da ist wieder dies Woertchen aber, wenn eine Band wie die Generators 1998 daherkommen, alles noch mal aufschnappen und sich und den alten Helden eine Auffrischung goennen ist das nichts weiter als zeitgemaesser Punk Rock mit ausgepraegtem  Hymnencharakter. 1977/78 waren es die CLASH und all die anderen und heute 1998 sind das die U.S. BOMBS, PUSHERS, STITCHES, ONE MAN ARMY, SWINGIN´ UTTERS und eben auch die GENERATORS!!!! So einfach ist das Ganze!!! Beispiele gefaellig? Okay! „Snaketown“ erinnert zu Anfang von der Gitarre her stark an „Here We Are Nowhere“ von STIFF LITTLE FINGERS. Die Backgroundchoere zu „City Of Angels“ (hat zu Anfang leichte Skaeinsaetze, kommen aber gluecklicherweise nicht wirklich zum Tragen) koennten auch von „Down In The Tube Station At Midnight“ von THE JAM her ruehren, oder „Voices In The Night“  hat was von der M.I.A. LP „After The Fact“. „Freedom“ aehnelt zu Anfang an ANGELIC UPSTARTS „Solidarity“. Punk Rock 2000!!!!“ Schnitt! Ich kann diese Besprechung auch nach gut neun Jahren noch so unterschreiben! Das Debuet der Generators ist laengst zu einem Punkrock-Meisterstueck der 90er geworden. Es hat ueber die Jahre hinweg nichts von seiner genialen Exklusivitaet eingebuesst! Und wie es in dem „Green Hell“-Mailorder-Newsletter Nr.4 schon richtig formuliert wurde, hat es die Band bis heute nicht mehr schaffen koennen, an die hohe Qualitaeten dieser Songs anzuknuepfen. Und ich zitiere einfach mal weiter: „….im Original 1997 als CD auf „Triple X“ erschienen und in einer Winzauflage damals schon auf „People Like You“ (bzw. „Outcast Rec.“) auf Vinyl gepresst“. Angereichert wurde die Neuauflage nun um drei rare Bonus-Songs, u.a. dabei das SEX PISTOLS-Cover „No Feelings“.

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THE HEX DISPENSERS - s/t  LP 

THE HEX DISPENSERS

s/t  LP

( Alien Snatch! Records / AlienSnatch.com , Release Date: 30. Maerz 2007 )

Erste Ueberraschung! Das 220g. schwere Vinyl laeuft auf 45 RPM. Die Musik von dem Trio aus Austin (TX) ist eine ziemlich spannende Angelegenheit. Die hoeren sich wie eine schwer angefuzzte PowerPop-Ausgabe der RAMONES (1976!) an. Von Anfang bis Ende absolut druckvoll! Ich fuehle mich etwas ueberrumpelt, dass mir die zehn Songs auf Anhieb so gut gefallen. Die zweite Ueberraschung ist die Cover-Version „Down In The Park“ von TUBEWAY ARMY. Keine weiteren Worte. Dafuer die volle Sternchenausbeute! Unglaublich, wie leicht es doch sein kann, mich um den Finger zu wickeln.

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THE ISAWS - „Burnt Offering”  CD 

THE ISAWS

„Burnt Offering”  CD

( Big Blue Records / SpiralArchive.com , Release Date: 2006 )

Das hat doch noch Charme! Wenn sich schon kein englisches Label den Aufnahmen der damals wie heute voellig unbekannten Isaws aus Northampton annimmt, muss man die Sache halt selbst in die Hand nehmen. Aufgeruettelt durch das was hauptsaechlich in Englands Hauptstaedten vor sich ging gruendete sich die Band Anfang 1977. Ihren ersten Gig spielten sie an ihrer Schule noch unter „HAWKER HARRIER AND THE JUMP JETS“. Neben etlichen Gigs in ihrer Umgebung die sie 1978 und 1979 absolvierten nahmen sie auch in der Zeit die beiden Demo-Cassetten „10,000 Lemmings Can´t Be Wrong“ und „Isawesawsittingonaseesaw“ auf und verhoekerten sie zum groessten Teil bei ihren Konzerten. In dieser Zeit erwachte auch das Interesse von JOHN PEEL und „Cherry Red Records“, aber bevor es da zu nennenswerten Ergebnissen kam, hatte sich the Isaws leider schon aufgeloest gehabt. Nun hat die  Band das Demo-Material neu selektiert und zehn Tracks plus einer Live-Version von T-REX mit „20th Century Boy“ auf „Spiral Archive“, dem Online-Shop vom ehemaligen Saenger der Band Alex a ka „Smart Alec“ veroeffentlicht. Das ist feinster Billig-„Killed By Death“-4-Spur-Sound (wenn die ueberhaupt ein 4-Spur-Geraet damals besessen haben!). Besser kann man diesen holprig gespielten Original Punk Rock aus den 70ern nicht beschreiben. Und ich bin mal so vermessen zusagen, das dieser Sound nur Original 77er richtig interpretieren koennen und das sich die Spaetlese darueber kein wirkliches Urteil erlauben kann. So ist das eben!

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THE MISSION

„The Best Of”  CD

( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 18. Juni 2007 )

Bei solchen speziellen CDs suche ich immer nach Songs, die ich evtl. aus meiner Zeit in den 80ern in der Bochumer Gothic-Disco „Zwischenfall“ mal freitags oder samstags nachts gehoert haben koennte. Bin da auch schon das ein oder andere Mal fuendig geworden, wie etwa bei der SALVATION-CD, wo ich ihren Hit „Lady Faith“ sofort wieder erkannt habe. Und von the Mission, die aus den SISTERS OF MERCY hervorgegangen waren, gab es bestimmt auch das ein oder andere Liedchen, was damals, neben einer halben Stunde Punk, dort lief. Aber im Schnelldurchlauf konnte ich keines der 20 Tracks spontan zuordnen. Hhhmm, schade eigentlich. Die Band wirkt auf mich ungewoehnlich poppig und nicht so schwarzseherisch. Frueher hat man die Band oft genug mit U2 verglichen, aber das kann ich nun wirklich nicht behaupten. Gegruendet 1985, aufgeloest 1996 und wiedervereint seit 1999. Hier nun die „Best Of“, u.a. mit ihre englischen Top 40 Single-Hits „Wasteland“ und „Severina“. Ein neues Studio-Album soll wohl in diesem Jahr auch noch erscheinen.

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THE MOJOMATICS - „Songs Fo Faraway Lovers“  LP 

THE MOJOMATICS

„Songs Fo Faraway Lovers“  LP

( Alien Snatch! Records / AlienSnatch.com , Release Date: 30. Oktober 2006 )

Wie jetzt? Das sind nur Zwei? Und koennen so einen dichten Sound spielen? Beachtlich! Die Musik koennte durchaus aus dem Soundtrack zum Roadmovie “Die SLOPPY SECONDS entdecken New Orleans” stammen. Irgendwie ist mir dieser Gedanke ganz spontan zugeflogen. Aber ich hoere auch einige Parallelen zu der australischen 80er-Band the STEMS raus. Garagen-Pop, wo ausserdem einige Folk- und Blues-Einfluesse zum Tragen kommen. Aber inhaltlich laeuft das Ganze ganz klar unter dem Banner Rock’n’Roll. Das Gitarren/Schlagzeug-Duo gibt es nun auch schon seit drei Jahren und kommt aus einem Land, wo ich solch einen coolen Sound am wenigstens vermutet haette, naemlich aus Italien! Ist bestimmt mal eine voellig andere Erfahrung die beiden Herrschaften sich in einem kleinen Club aus naechster Naehe anzuschauen.

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MONDO GUZZI

„Little Beast“  CD

( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 30. Maerz 2007 )

Spontan haette ich die Band in die Staaten oder nach Schweden gesteckt. Aber Mannheim? Noe, da waere ich niemals draufgekommen. Unabhaengig voneinander spielten die Mondo Guzzi-Mitglieder seit Ende der 80er in verschiedenen Punk- und Hardcore-Bands. Haetten sie da mal besser weitermachen sollen, denn was sie hier auf den 12 Tracks angerichtet haben ist ganz uebel gespielter Schweinerock. Einfach nur furchtbar, diese jaulenden Gitarren! Mir ist schon nur beim kurzen Anhoeren so richtig schlecht geworden! Absolut ein rotes Tuch fuer mich! Keine Chance fuer mich ein Hintertuerchen aufzustossen, um die Platte ein wenig schoen zu reden. Dann waere ich ja voll der Heuchler! Das ist original Mucke von Muckern! Und die haben mal Punk gespielt? Unfassbar! Was fuer ein Absturz! Solch aehnlich klingende Kundschaft war damals der Grund, warum ich Ende ´76 auf die SEX PISTOLS, die RAMONES und die DAMNED sofort ansprang. Und dabei soll es bitte schoen auch bleiben. Fuer immer Punk, you know! Uebern Tellerrand gucken strengstens verboten! Sonst Beule, Keule!

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MUFF POTTER

„Steady Fremdkoerper”  CD

( Huck´s Plattenkiste / Universal Music Domestic , Release Date: 11. Mai 2007 )

Was ist das? Eine Promo-CD mit Wasserzeichen? Ist ja lustig! Kann ich jetzt damit tauchen gehen? Die Major-Vereine sind schon so eine Marke fuer sich. Fuer eine Punkband sollte so was natuerlich vollkommen laecherlich sein. Aber wer auf einem Major sein Glueck versuchen will, um vielleicht als Fruehrentner Millionen abzukassieren, muss sich eben mit allen Wassern waschen. Und von GREEN DAY und ihres Millionensellers „American Idiot“ habe ich ja schliesslich damals auch zunaechst nur eine „watermarked Promo-Disc“ bekommen, wo sogar noch mein buergerlicher Name auf der CD aufgedruckt worden ist. Doch zurueck zu Muff Potter. Gegruendet 1993 im schoenen Rheine, wo ich 1983 meine dreimonatige Grundausbildung zum W-15er-Soldaten genossen(?) habe. Das nur so nebenbei. Heute ist die Band im benachbarten Muenster genauso zu Hause wie in Berlin. Mit „Steady Fremdkoerper“ ist bereits das zweite Album auf einem Major erschienen. Ihre musikalische Entwicklung hat mich nie sonderlich interessiert. Das war fuer mich immer so ein typisches Zwischending von EA 80 und BUT ALIVE, mit einer Oberlehrer behafteten Textauslegung. Mitte der 90er wurde die Gitarren dazu allerdings noch laut und unanstaendig bedient, und der Sound konnte man glasklar als Punk ausmachen. Das hat sich aber alles sehr stark zum Negativen veraendert. Muff Potter sprechen mit ihrem sehr ruhig und gesetzt ausgefallenen neuen Album verstaerkt ein massenkompatibleres Publikum an. Ich von meiner Seite aus, wuerde mich kein Stueck wundern wenn ein heutiger Muff Potter-Hoerer auch MP3´s von REVOLVERHELD, WIR SIND HELDEN und SILBERMOND auf seinem iPod hat. Um Missverstaendnissen vorzubeugen, diese Bands finde ich nicht schlecht, aber da wuerde ich mir doch eher 10 Kopien vom ersten CLASH-Album zulegen, als mir da nur eine Platte von zu kaufen. Die sollen alle mal schoen im Radio bleiben! Denn da gehoeren sie schliesslich auch hin! Und nicht auf meinen PxRx-Plattenteller! Wenn das das Ziel sein sollte, okay, ich habe nichts dagegen einzuwenden, weil Muff Potter als Band mir von Anfang an voellig schnuppe waren. So gesehen, willkommen im angepassten Mainstream-Sog!

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OPTIONAL ENDING - „Look Closer" CD 

OPTIONAL ENDING

„Look Closer“  CD

( MySpace.com/AugsburgPunk , Release Date: 16. Februar 2007 )

Aufmerksam wurde ich durch den Song „What Does Your Week Look Like“ auf ihrer „MySpace”-Seite. Der Song erinnerte mich von der Gitarrenarbeit her sofort an die SCREECHING WEASEL, die ich ja auch heute noch sehr gerne hoere. Aber auch ein gewisser NOFX-Einfluss konnte man beim reggae-behafteten Mittelteil gut raushoeren. Etwa in diese Richtung sind auch die restlichen 11 Tracks der noch sehr jungen  Augsburger Punkband ausgefallen. Eben stark amerikanisch ausgerichteter Punkcore. Aufgenommen wurde das Album uebrigens in einem „Do-It-Yourself-Studio“. Das kannte ich bisher auch noch nicht. Ich gehe einfach mal davon aus, das man dort voellig auf sich allein gestellt ist und ein gewisses technisches Grundwissen auf jeden Fall vorhanden sein sollte, um etwa ein Mischpult richtig bedienen zu koennen. Nun, das hat die Band fuers Erste verdammt gut bewerkstelligt. Obwohl mir die wirklich richtigen Hits hier noch fehlen. Aber die Ansaetze, wie etwa bei „Boredom Is Not The Only Way To Kill A Man“ oder dem bereits erwaehnten „What Does Your Week Look Like“ koennen sich durchaus sehen bzw. hoeren lassen, und lassen so manch alteingesessene deutsche Band ziemlich blass aussehen.

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PLAY DEAD

„From The Promised Land”  CD

( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 16. Juni 2007 )

Play Dead gruendeten sich 1980 im englischen Oxford. Da die Bandmitglieder zum Teil aus der fruehen Punkzeit stammten, fuehlten sie sich eher mit Bands wie UK DECAY oder SEX GANG CHILDREN verbunden, und konnten mit der spaeteren „Gothic“-Etikette nie wirklich etwas anfangen. Die Band brachte in der kurzen Zeit des Bestehens von 1981 bis 1986 ihre Singles und Alben auf Labels wie „Fresh Records“, „Jungle Records“ und „Clay Records“ raus. Alles Labels, wo auch Punkrock-Bands regelmaessig ihre Platten machten. „From The Promised Land“ war ihr zweites Mini-Album, was im Mai 1984 auf „Clay“ veroeffentlicht wurde.  Nun sind die insgesamt acht Songs zum ersten Mal auf CD zu hoeren, gekoppelt mit neun Bonus-Tracks. Sleeve-Notes gibt es von „No More Heroes“-Autor Alex Ogg im Booklet nachzulesen.

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PRESIDENT FETCH

„Cruel Beats…Gently Slumbering“  CD

( Hep Town Records / EvilBitch666.com , Release Date: 02. Juli 2007 )

Direkt die ersten Toene vom Opener „Victimized“ erinnern mich an all die miserablen Combos, die schon seit Jahren die Meinung vertreten, dass man alle musikalischen Gitarrenrichtungen ruhig verschmelzen sollte. Dann kommt dann so ein Gedoens wie NASHVILLE PUSSYS oder PETER PAN SPEEDROCK bei raus. Hippies und Punks United! Ja Scheisse! Nee, Fuck It! Will ich nicht! Basta! Ich will meinen Punk! Ich mach den Dreck hier nicht seit 30 Jahren, um hinterher bei solchen Bands wie eben President Fetch zu landen. Ich hab keinen Bock ueber den verfluchten Tellerrand zu schauen. Warum denn auch? Ich fuehle mich wohl in der Mitte des Tellers mit all den Punkrock-Bands. Wenn ich hier solch ein jaemmerliches Gitarrengejaule vorgesetzt bekomme kriege ich das Kotzen! Oder diese auf Garage getrimmte Hardrock-Stimme. Voll im Trend! Voll Scheisse!

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SCOTT „DELUXE” DRAKE - „Grand Mal“  CD 

SCOTT „DELUXE” DRAKE

„Grand Mal“  CD

( MySpace.com/RankOutsiderRecords / MySpace.com/ScottDeluxeDrake , Release Date: 12. Juni 2007 )

Scott „Deluxe“ Drake ist mir natuerlich noch bestens als Saenger der HUMPERS bekannt. Vor einigen Jahren zog es ihn aus dem sonnigen Kalifornien in die truebe und graue Grossstadt-Tristes von Portland (OR). Dort blieb er musikalisch nicht lange untaetig. Er fand aus lokalen Rock’n’Roll-Musikern schnell eine neue Band zusammen, die schon bald darauf ein erstes Album aufnahmen. Die Zusammenarbeit muss anscheinend so gut harmoniert haben, das mit „Grand Mal“ nun der Nachzuegler vorgestellt wird. Die HUMPERS und deren Verstaendnis von Rock’n’Roll und Punk-Rock lebt in dem Soloprojekt von Scott weiter. Einfach nur cool, dreckig und abgefuckt! Da kommen einem Namen wie die DEAD BOYS, die HEARTBREAKERS, die NEW YORK DOLLS oder JEFF DAHL ganz leicht von den Lippen. In dieser hochgradigen  Konstellation haette ich vorher das Album nie und nimmer angesetzt.

PS: Ein sehr ausfuehrliches Interview mit jeder Menge interessanten Background-Infos zur CD kann man nachlesen unter: geocities.com/nowwave/rants/scottdrake.html

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SOCIAL DISTORTION - „Greatest Hits“  CD 

SOCIAL DISTORTION

„Greatest Hits“  CD

( Epitaph Records / Starkult Promotion , Release Date: 22. Juni 2007 )

Grosses Bandmeeting in der „Time Bomb“-Office. Mike verspaetet sich mal wieder. Die drei anwesenden Verantwortlichen tragen es mit Fassung. Das kennen sie schon zu genuege. Nach einer halber Stunde kommt Mike die Tuer hinein. Die Buehne belebt sich. Der Fuerst erscheint! „Mike, wir wollten doch ueber das langanstehende „Greatest Hits“-Projekt sprechen“, meint einer aus der Runde. „Ja, aber gibt mir noch einige Minuten. Ich muss mir erst noch durch die Haare kaemmen. Ihr wisst ja, ohne zurueck gekaemmte Haare geht gar nichts.“ Sagt es und verschwindet auf die Toilette. Die Verantwortlichen tuscheln derweil. „Hat er bestimmt wieder den Dicken markiert und ist mit seinem Oldtimer bei offenem Fenster gefahren.“ „Irgendwann wird er sich dabei noch den Tod holen.“ „Wir sollten ihn mal darauf ansprechen.“ „Aber nicht heute! Heute sollten wir das Projekt, wo wir ihn schon seit zwei Jahren in den Ohren liegen endlich unter Dach und Fach bringen.“ „Schnauze! Er kommt!“ Mike betritt wieder den Raum. Er scheint nun etwas froehlicher und ausgeglichener zu wirken. „Was geht ab? Ihr drei habt mich herbestellt.“ „Richtig Mike! Wir wollen nun endlich das Projekt, was nun schon ueber zwei Jahre auf Eis liegt zum Abschluss bringen“, eroeffnet einer der Drei vorsichtig das Gespraech. „Welches Projekt meinst Du nochmal?“, unterbricht ihn Mike etwas erstaunt wirkend. „Du erinnerst dich nicht mehr? Unser Meeting von Anfang 2005? Wir wollten doch kurz nach der Veroeffentlichung von „Sex, Love and Rock’n’Roll“ ein „Best Of“ quasi hinterher werfen. Na, daemmert es?“ „Klar, weiss ich doch noch. Haben wir doch veroeffentlicht? Oder etwa nicht? Wie jetzt? Dann wird es aber Zeit!“ „Mike, wir haben es bis jetzt noch nicht raus gebracht. Denn, du hast uns damals versprochen einen neuen Song zu schreiben. Der dann exklusiv auf die Scheibe kommen soll. Mike, hast du den Song mittlerweile fertig. Mike, hallo? Was schaust du die ganze Zeit so nervoes auf deine linke Wade?“ „Ich bin seit Monaten am ueberlegen, ob ich mich nicht da auch stechen lassen soll. Da ist ja noch genuegend freie Flaeche. Was meint ihr?“ „Mike, du weichst wie so oft vom Thema ab. Wir wollten mit dir endgueltig das Projekt heute abschliessen!!! Hoerst du!!! Hast du den einen neuen Song endlich fertig? „Klar, was denkt ihr denn? Ich bekomme ja wohl einen laecherlichen Song in zwei Jahren fertig geschrieben. Waere ja noch schoener. Aber was denkt ihr? Sollte ich mich nun an der Wade stechen lassen oder nicht?“ Die drei Verantwortlichen machen den Fehler und gehen auf Mike´s Frage ein. Es ist weit nach Mittag, als Mike die Office wieder verlaesst. Die drei Verantwortlichen sind kein Stueck weitergekommen. Mike allerdings hat jetzt erst einmal einen Termin bei seinem Stecher, aeh Taetowierer. Die Wade muss nun dran glauben. Vielleicht laesst er sich ja auch noch eine Notiz verewigen, dass er in zwei Wochen wieder ein Gespraech mit den drei Verantwortlichen hat. Um das Projekt abzuschliessen. Ihr wisst schon. Vier Monate spaeter ist es endlich so weit. „Greatest Hits“ wird veroeffentlicht und im Rahmen einer US-Tour soll es gross promotet werden. Nach Europa soll es dieses Jahr auch noch gehen. Aber da lachen wir alle erst einmal herzlich drueber. Denn auf das was Mike so den lieben langen Tag erzaehlt, kann man schon seit Jahren keinen Pfifferling mehr drauf verwetten. Warum nur 10 Songs? Das ist die Frage, die sich jeder leidenschaftlicher SxDx-Hoerer gefragt hatte, als die Bekanntgabe der „Greatest Hits“ spruchreif wurde. Gegen den „Greatest Hits“-Gedanken habe ich mich allerdings noch nie aufgebaeumt. Denn wenn eine Band Jahrzehnte lang zusammen ist kann man durchaus solch ein Vorhaben in die Tat umsetzen. Aber warum, dann nur zehn Songs? Gottverdammt!!! Denn es fehlen so viele erstklassige Hits!!! Wie etwa „The Creeps“, „Backstreet Girl“, „Lost Child“, „So Far Away“, „Sick Boys”, „Cold Feelings”, „Making Believe”, „King Of Fools”, „Don´t Drag Me Down”, „Untitled”, „Down On The World Again”, „Don´t Take Me For Granted” oder „I Wasn´t Born To Follow”. Da haette man doch ganz locker an die 20 Songs unter bekommen, ohne das der Titel des Albums dabei gelitten haette. Ich weiss nicht was sich Mike dabei nur gedacht haben mag. Ich meine, 1998 kam ja schliesslich auch das „Live At The Roxy“-Album mit satten 17 Songs raus. In dem Fall hat man sich nicht lumpen lassen und einen vorzueglichen Song-Querschnitt zusammengestellt. Aber auch wenn er seine Fans mit der „Greatest Hits“ wieder auf eine neue harte Bewaehrungsprobe stellt, sie alle werden ihm spaetestens nach Anhoeren des Exklusivsong „Far Behind“ vergeben und zu Kreuze kriechen. Das ist immer noch seine letzte grosse Staerke. Mike Ness kann auch noch 2007 einen Hammer-Song einfach so raus hauen. Auch wenn es zwei lange Jahre gedauert hat. Hehehe…., da kann ich alter Meckerfritze mit meiner fiktiven Story von vorhin auch nicht mehr gegen anstinken. Mich ueberkam sofort dieses vertraute Gefuehl, das mich seit 1981 bei ganz speziellen SxDx-Songs begleitet und wie Butter dahin schmelzen laesst. Erfreulich ist uebrigens noch die Tatsache, dass die Aufnahmen digital neu gemastert wurden, obwohl ich das aber erst ab Track 4 mit „Story Of My Life“ so richtig raushoeren kann. Und jetzt wartet die ergebene Anhaengerschaft weitere sechs Jahre bis ein neues Studioalbum erscheint. Solange hatte es naemlich gedauert vom „Live At The Roxy“-Album bis zu „Sex, Love and Rock’n’Roll“. Cool, dann werde ich 50! Hahaha…..

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SPERMBIRDS - „Something To Prove“/„Nothing Is Easy“  CD digi-pak 

SPERMBIRDS

„Something To Prove“/„Nothing Is Easy“  CD digi-pak

( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 21. April 2006 )

Der Text zu „Americans Are Cool“ trifft heute staerker denn je auf die paranoide amerikanische Gesellschaft zu. „Verbrochen“ von US-Amerikaner Lee Hollis, der seit ´82 in Deutschland lebt. Nur ein Jahr spaeter wurde das kleine Kaiserslautern quasi Geburtshelfer fuer einer der wichtigsten, wenn nicht sogar zur wichtigsten Hardcore-Punk-Band Deutschlands ueberhaupt. Eines der ausschlaggebenden Elemente der Spermbirds war ihr Saenger. Einen absolut faehigen Textschreiber, der die Einstellung zum Punk fuer meine Begriffe goldrichtig definierte. Wie etwa in „You´re Not A Punk“ oder „Try Again“. Und ganz besonders in „Get On The Stage“ wo er es mit den Zeilen „…and that´s the best thing about punk rock, anyone can get on the stage“ genau auf den Punkt brachte. Hatte die USA eine doch staerkere zumeist intolerante Gangart mit Ian McKaye, so war Lee Hollis prediger-maessig etwas gediegner unterwegs und konnte sich so manchen ironischen Seitenhieb auf die Straight Edge-Juenger wie etwa in „No Punks in K-Town“ wo es in einer Textzeile hiess „…and straight edge isn´t our way, we just drink & get fat“ nicht verkneifen. Die Musik der Spermbirds war auch nicht annaehrend mit x-beliebigen deutschen Roedel-Fraktionen zu der Zeit vergleichbar, sondern bei den Spermbirds wurde klar und definiert auf den Punkt gespielt. Angriffslustig hyperaktiver Punk, bissig ueberdrehter Gesang, die Band machte alles andere als den Eindruck einer Vollsuff-Deutschkapelle. Sie klangen mit ihren schnellen und nach Streit suchenden Punk-Attacken und dem abgehackt wirkenden Gesang wie die ANGRY SAMOANS auf der Ueberholspur. Im Anschluss an „Something To Prove“ (1986), inkl. des sehr gelungenen AGENT ORANGE-Cover „Bloodstains“ folgen die Tracks der weitaus schwaecheren zweiten LP „Nothing Is Easy“ (1987). Die Songs an sich sind nicht schlecht, aber es reichte einfach nicht aus, um an die Klasse ihres ersten Albums anzuknuepfen. Im Bonus-Teil tauchen dann die sehr raren Songs der Split-7“inch mit der WALTER ELF auf, sowie die des X-Mist-Collection-Sampler. Macht unter dem Strich satte 30 Songs, alle fein remastered, und ganz wichtig auch noch mit lesbaren Texten. Der Fachmann weiss sofort Bescheid, denn die Texte waren bei den jeweiligen LP-Versionen in einer grauenhaften Klaue aufs Beiblatt geschmiert worden.

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SPERMBIRDS - „Set An Example“  CD 

SPERMBIRDS

„Set An Example“  CD

( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 16. März 2007 )

Mittlerweile sind die Originalbandmitglieder in alle deutsche Winde verstreut, wie etwa Frankfurt, Berlin, Koeln und Saarbruecken. Trotzdem hat es die Planung zugelassen, dass die Spermbirds aktuell in diesem Sommer auf Festival-Tournee sind. Sollte man sich evtl. nicht entgehen lassen. Denn wer weiss schon wann sie dann das naechste Mal, wenn es ueberhaupt ein naechstes Mal geben sollte, wieder gemeinsam auf einer Buehne stehen werden. Da passte es vom Termin her auch ganz gut, das „Rookie Records“ bereits Mitte Maerz noch einmal das letzte Studioalbum von 2004 sozusagen als Appetithaeppchen vor den kommenden Festival-Auftritten neu veroeffentlicht hat. Natuerlich ist die Band trotz jahrelanger Pause auf den Instrumenten deutlich besser geworden. Und so praesentiert sich „Set An Example“ als kraftvolles Power-Paket, das zwischen verdammt melodischen Punkrock-Smashern und irrwitzig schnell abgehenden Hardcore-Brechern  leichtfuessig taenzelt, und stets ein ausgewogenes Gleichnis erzeugt. Ueber all dem setzt Lee Hollis seine Stimmgewalt, spoettisch und sarkastisch. Einfach gut! Seine Spitzen sitzen! Auch mit dritten Zaehnen macht Punk Rock noch enorm viel Spass. Mit „Something Good“ ist ein Bonus-Song angefuegt, der durch den Hidden-Track „Dog Fight“ erweitert wurde.

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THE TANK - „Remodel”  CD 

THE TANK

„Remodel”  CD

( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 18. Mai 2007 )

In der Ankuendigung wurde nicht zu viel versprochen. Exakt diesen Sound habe ich auch erwartet. Wunderbar suesslicher (ohne aber kitschig zu wirken!) poppiger Punk, jede Menge an fabelhaften Melodien, ein Saenger der singen kann, und das alles schoen sauber in einer fetten satten Produktion nur straight nach vorne im Mid-Tempo-Stil abgepowert. So sollte der optimale Pop-Punk-Mix aus DOUGH BOYS, FACE TO FACE, GREEN DAY, DESCENDENTS und GOO GOO DOLLS im Jahr 2007 klingen. Aber heutzutage bekommen das nur noch recht wenige Bands richtig gut hin. Da spielen dann die verschiedenen Einfluesse immer wieder einen ueblen Streich und dann kommt dann hinterher so ein mutierter Ramsch wie fuckin´ BILLY TALENT oder fuckin´ GOOD CHARLOTTE bei raus! Da angeblich ihr aktuelles Album floppte geht letzt genannte Band sogar jetzt schon gemeinsam in den USA mit Justin Timberlake auf Tour. Den Typen, den JOHN LYDON mal unglaublicherweise in die engere Auswahl genommen hatte fuer seine biographische Kino-Verfilmung. Und wer spielt dann Sid? Vielleicht wieder Gary Oldman? Okay, genug der Scherze, denn davon sind Tank hoffentlich weit entfernt. Streng genommen ist Tank tatsaechlich eine All-Star-Band, die sich aus Mitgliedern von GAMEFACE, SMARTBOMB CA und BIG IN JAPAN zusammensetzt. Ich hoere von dieser Konstellation erst jetzt, aber schon vor acht Jahren fand man sich fuer ein erstes Album zusammen. Also ist dies nun, logischerweise – denn eins und eins macht zwei – ihr zweites Album. Produziert wurde die 14 Songs uebrigens zum Teil auch von Lou Giordano, der u.a. das Debuet-Album von SUGAR „Copper Blue“ aus dem Jahr ´92 gemeinsam mit Saenger und Gitarrist Bob Mould (ehemals HÜSKER DÜ) produziert hat. Wenn das nicht mal die allerbesten Voraussetzungen gewesen sind!

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TOY DOLLS - „Dig That Groove Baby“  CD digi-pak     TOY DOLLS - „A Far Out Disc”  CD digi-pak     TOY DOLLS - „Idle Gossip”  CD digi-pak

TOY DOLLS

„Dig That Groove Baby“  CD digi-pak

„A Far Out Disc”  CD digi-pak

„Idle Gossip”  CD digi-pak

( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 21. Mai 2007 )

Nachdem „Captain Oi!“ in juengster Vergangenheit schon an die (wenn ich richtig gerechnet habe) neun Toy Dolls-Scheiben zum Teil re-issued hatte, kommt nun ein weiterer Paukenschlag auf mich zu! Und zwar liegen mir nun die ersten drei Alben aus den Jahren ´83 bis ´86 vom Quietschentchen Michael „Olga“ Algar und seinen lustigen Spiessgesellen vor. Wieder einmal muss ich mich den unvorstellbaren Qualen der stimmlichen Qualitaeten von Olga aussetzen. Das ist manchmal das harte Los eines selbsternannten Punkrock-Kritiker. Wie schon in den vorherigen Besprechungen habe ich immer wieder sehr deutlich zur Sprache gebracht, dass mir das Gequake und Gepiepse aus Olga´s Schnabel ganz gehoerig auf die Nerven geht. Gegen den rein musikalischen Part der Toy Dolls hatte ich bis auf wenige Ausnahmen nie wirklich etwas dran auszusetzen gehabt. Das war unterm Strich gut gespielter ´77er Punk Rock, der auf den Einfluss der RAMONES zurueckging und spaeter auch Kurs auf die REZILLOS und die DICKIES nahm. Aber auch der „Oi!“-Touch war in vielen Songs schon weit vorgeschritten. Das erklaerte wohl auch, dass sich nicht nur Punks, sondern auch Skins fuer die Toy Dolls begeistern konnten. Haette Olga doch nur zu Beginn seines Saengerdaseins die Stimmbaender operieren lassen, dann waere er vielleicht mit einigen Oktaven tiefer in meiner Gunst gestiegen. Aber so, was soll ich da nur machen?

Natuerlich sind die drei digi-paks in der schon ueblichen deluxe Ausfuehrung vom Label raus gekommen. Komplett re-mastert, jede Menge Bonus-Tracks, alle Texte und weiteres Wissenswertes wurde in den einzelnen Booklets von „Burning Britain“ + „The Day The Country Died” Autor Ian Glasper festgehalten.

„Dig That Groove Baby“ stieg 1983 unter die ersten zehn in den englischen Indie-Charts, und die erste Single aus dem Album „Nellie The Elephant“, was eigentlich ein Kinderlied war schaffte es sogar bis auf Platz vier. Damit hatte die Band sicherlich nicht gerechnet. Und so wurden die Toy Dolls recht schnell zu einem festen Begriff in der Punk-Szene Englands. Neben den 14 regulaeren LP-Tracks gibt es den Bonus von 12 weiteren Songs, u.a. die ersten beiden heutzutage doch ziemlichen raren EP´s der Band auf „GBH Records“ von 1981, „Tommy Kowey´s Car“ und „The Toy Dolls“. Die beiden Songs „Deidree´s A Slag“ und „She Goes To Finos“ aus den Anfangstagen vom zweiten „Oi!“-Sampler“ duerfen dabei ebenfalls nicht fehlen und geben das Fundament der Toy Dolls nahezu perfekt wieder.

Ihr zweites Album „A Far Out Disc“ erschein zwei Jahre spaeter. Olga hatte zu dem Zeitpunkt schon einige Umbesetzungen in der Band vorgenommen. Das sollte in den darauf kommenden Jahren zur Regel werden. Die Typen neben Olga machten einem nach dem anderen schlapp. Sie hielten diesen extremen Tourstress nur bis zu einem gewissen Grad stand. Denn Olga war sozusagen in neudeutsch ausgedrueckt eine absolute Rampensau. Kein Weg schien ihm zu weit zu sein. Fast kein Fleckchen Erde war vor ihm sicher. Olga muss also im Jahr 1962 als hyperaktives Kind geboren worden sein. Anders kann ich mir seinen aussergewoehnlichen Output nicht erklaeren. Auf „A Far Out Disc“ ging es im gewohnt „aufgekratzten Comic-Kiddie-Sound“ weiter. 16 Songs hatte die LP, „Captain Oi!“ packte in bester Marktschreierqualitaet noch vier Songs oben drauf. U.a. gibt es die neu-eingespielte Version von der Hit-Single „„Nellie The Elephant“, sowie zwei weitere nicht minder erfolgreiche 7“inches „We´re Mad“ und „She Goes To Finos“.

Nach nur einem Jahr Pause hatte unser Energiebuendel Olga schon das dritte Album mit „Idle Gossip“ fix und fertig im Kasten. Es stieg auch sofort in die Top Twenty der Indie-Charts ein. Mit „Geordie´s Gone To Jail“ und „James Bond Lives Down Our Street“ sind u.a. im 4-Song-Bonus-Teil auch noch zwei weitere Singles zu finden.

Der nimmermuede Olga tourt bis zum heutigen Tage in der Weltgeschichte rum. Ans „Aufhoeren“ scheint er nicht zu denken. Fuer den kommenden September stehen u.a. auch wieder Konzerte in Japan an.

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TURBONEGRO - „Retox“  CD 

TURBONEGRO

„Retox“  CD

( Edel Records / Edel.com , Release Date: 15. Juni 2007 )

„What Is Rock?!” Das koennte ich auch gleich die Band mal fragen. Was ist Rock? Rock ist dieses Album hier! Leider! Auch nach mehrmaligen Hoerkursen konnte ich mich nicht wirklich mit allen 11 Songs direkt auf Du und Du stellen. Da habe ich wohl zu viele Luecken im Rock, um solch eine Scheibe rundum richtig gut zu finden. Was soll ich sagen? Ich bin enttaeuscht! Und nicht nur ein bisschen. Verdammt, ich bin schwer enttaeuscht! Und zwar als individueller Lederjacken-Punkrock-Feinschmecker und nicht als Klimbim-Kuttenjeanstraeger, you know. Gut, das ich so schlau war, es mal auf einen Versuch ankommen zu lassen, „Edel Promotion“ direkt uebers Netz zu kontaktieren, um da evtl. eine Promo-Ausgabe zu ergattern. Aber leider kam keine Antwort, weder positiv noch negativ auf meine hoefliche Anfrage. Okay, dann eben nicht! Dann werde ich mir die CD sofort zulegen, wenn sie raus kommt! Bin froh, dass es dann doch anders gekommen ist und ich an die 16,00 EUR gespart habe. Fuer anderen Punker-Quatsch natuerlich. Als ich naemlich schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte, lag ploetzlich Post aus Frankfurt im Briefkasten. Wie jetzt? Frankfurt? Kenne ich keinen! Dann kullerte das Promo raus und ich war hoch erfreut! Und das fast fuenf Wochen vorm eigentlichen Veroeffentlichungstermin. Das finde ich ja immer wieder toll! Man fuehlt sich dann immer etwas wie soll ich mich jetzt ausdruecken, erhabener vielleicht? Ja, das trifft es ganz gut! Okay, ab dafuer aber so was von sofort in den CD-Player und der erste Song „We´re Gonna Drop The Atom Bomb“ rockt schon mal verdammt gut an! Yep, altbewaehrte Turbo-Masche! So kann es gerne weitergehen, vielleicht hier und da noch einige musikalische Steigerungen und ich waere aehnlich entzueckt wie beim ersten Hoeren ihres Vorgaenger „Party Animals“. Aber leider rocken sie ihre Songs nach und nach in Grund und Boden, mit jeder Minute wird das Album langweiliger und eintoeniger. Sie klingen fast schon wie ihre eigene Coverband mit einer gewissen Outtakes-Qualitaet! Und das sollte niemals solch einer Band passieren. Niemals! Hoert ihr! Da koennte man jahrelang fuer in den Kerker oder auf die Geschlossene kommen! Das fetzt einfach nicht! Das toucht und reisst mich ueberhaupt nicht mit! Nur das abgefahrene „Do You Do You Dig Destruction“ hat den richtigen Rotz und bricht aus dieser eingefahrenen Rocktradition aus und kann mir ein kurzes Laecheln zurueck bringen, wie einst zu „Party Animals“-Zeiten. Der Finalsong „What Is Rock?!“ (mit eingebauten SID VICIOUS „My Way“-Intro) beendet das Album dann noch recht versoehnlich. Ich hoffe nur, das war ein einmaliger Ausrutscher gewesen! Sollte es ein naechsten Mal geben, werde ich bestimmt nicht noch einmal so freigiebig bei der Vergabe der Sternchen in der Endbewertung sein.

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V.A.: „PSYCHO KILLERS“  CD 

V.A.: „PSYCHO KILLERS“

CD

( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 16. April 2007 )

Insgesamt 25 Songs die sich nur um ein Thema drehen: Serienmoerder! Auch bei so einigen Punkrock-Bands war dies oft genug Anlass einen Song darueber zu schreiben. Auf dieser CD geben sich etablierte Psychobilly-Bands die Klinke mit gerade aufstrebenden Bands aus dieser Szene in die Hand. Dabei sind einige Tracks rumgekommen, die zum Teil bisher unveroeffentlicht waren und somit als ziemlich rar zu bezeichnen sind. Vertreten sind u.a.: THE SHARKS, THE FRANTIC FLINTSTONES, SUGAR PUFF DEMONS, BATFINKS, NECK-VALVE, DEMENTED ARE GO, THE METEORS, THE BAD DETECTIVES, LUNA VEGAS und HAYRIDE TO HELL.

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WALTER ELF - „Heut´ oder nie“  CD 

WALTER ELF

„Heut´ oder nie“  CD

( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 05. Mai 2007 )

Ich glaub´s ja nicht! Nie gedacht, das ich noch einmal die Zeit zurueckdrehe, als man Ende der 80er im angeschwipsten Vollrausch (wie geht das denn?)  vor der Buehne in der Duisburger Proll-Disco „Old Daddy“ zu der Walter Elf auf- und absprang. Wie alle drei Monate, wo es zur Tradition geworden war, seine Lieblingsbands nach Duisburg fuer geringe Gage und viel Bier zu locken. Und das auf einem Dienstagabend. Nur das schlimme ist, ich kann mich an das Konzert nicht mehr erinnern. Also, holte ich vom Dachboden meinen kleinen Punkrock-Karton herunter, wo all meine Jugendsuenden in Fanzines schriftlich festgehalten wurden. Und schwuppdiwupp hatte ich auch das Zine in der Hand, wo von dem Festival berichtet wurde. Das Lustige daran, ich hab den Bericht damals selbst verfasst. Daraus bin ich aber auch nicht schlauer geworden. Nun ja, die Walter Elf spielte an diesem Abend als zweite Band, nach JIMMY KEITH und vor SCHLIESSMUSKEL(N). Die Show kam bei dem Publikum sehr gut an. Hinterher habe ich dann als DJ des Abends die Leute noch mit Punkrock-Hits restlos abgefuellt und wenig spaeter mit dem letzten Song „Fuer Immer Punk“ von den GOLDENEN ZITRONEN in die Nacht besoffen und hoffentlich auch gluecklich entlassen. Diese Dienstagabende im „Old Daddy“ in denen sonst Goldkettchen-Tuerken, Kleinkriminelle, Duisburger-Proll-Hackfressen mit ihren debilen wasserstoffblonden Tussis, bei denen schon so einige Voegelchen im Oberstuebchen laengst ausgeflogen waren, und abschreckende Rockergestalten verkehrten, war vierteljaehrlich die Anlaufstelle fuer Punkrock-City Duisburg. Das eigentliche Phaenomen an dieser ganzen Veranstaltung war, das auch viele Leute von ganz weit weg sich mitten in der Woche auf den Weg nach Duisburg machten. Dem Konzert der Walter Elf waren Lobeshymnen in unserem damaligen Fanzine auf ihr Album „Heut´ oder nie“ vorausgeeilt. Klar, die wollten wir haben. Und haben sie auch bekommen. Der ewige Hit wird sicherlich „Diese Stadt“ bleiben. Kann fuer jeden das persoenliche Abschiedslied bedeuten und hat bis zum heutigen Tage auf jeden Fall was von „Fuer immer Punk“. Die Musik ist dank des Remaster sehr viel dichter und druckvoller. 77er Punkrock mit feinen Pop-Elementen und einer Trompete die nicht stoert, sondern fuer eine weitere musikalische Note sorgt. Nur, mit den Texten komme ich heute als Punkrock Senior nicht mehr zurecht. Das waren doch zum Teil Texte, die ganz klar ein junges Publikum angesprochen haben. Schon damals vor ueber zwanzig Jahren haette mir das auffallen sollen. Aber, was will man machen, wenn man als gestresster Punk kein wirkliches Ohr fuer die Alkohol durchtraenkten Fussball und Liebes-Texte hatte und die Horchlappen sich nur auf die Musik konzentrierten. Trotzdem gibt es fuer diese Neuauflage mit ihren vier Bonus-Songs „Kaiserslautern“, „15 Bier“, „Heute wird gefeiert“ und „Leb wohl, Hans-Peter“ (hier ist natuerlich der Briegel mitgemeint, der damals den 1FCK in Richtung Hellas Verona verlassen hatte) die beste Bewertung. Scheisse, wir waren alle mal jung.

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WALTER ELF - „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“  CD 

WALTER ELF

„Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“  CD

( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 05. Mai 2006 )

Waehrend man der „Heut´ oder nie“-CD den Remaster-Mix sofort anhoert, so hinkt auf unerklaerlicher Weise das zweite Album der Walter Elf in der soundtechnischen Aufarbeitung schwer hinterher. Wahrscheinlich konnte man aus den alten Baendern nicht mehr die gewuenschte Qualitaet rausholen. Ich bin da jetzt kein Fachmann, aber sagen wir es mal so, es klingt ziemlich steril. Was wirklich schade ist, da „Heut´ oder nie“ dagegen richtig „amtlich“ (schoener Ausdruck, Jurgen!) wirkt!  So, jetzt ist es an der Zeit mich mal beim Juergen vom „Rookie Label“ in Koeln fuer die Promo-Wuensche, die ich hatte, zu bedanken. Vielen Dank! Hat mich sehr gefreut! Auch heute noch nach so vielen Jahren funktioniert es noch mit der Walter Elf. Es macht immer noch enormen Spass, diese lustigen Fun-Punk-Haufen zu zuhoeren. Okay, das Problem mit den Texten hatten wir ja schon in der ersten Walter Elf-Review, obwohl es hier gluecklicherweise schon mal deutlich ernster zur Sache geht. Musikalisch ein kleiner Meilenstein in Sachen Pop-Punk. Die Einfluesse sind hier deutlich rauszuhoeren. Ob es die UNDERTONES, die BUZZCOCKS und ganz klar an erster Stelle auch die DESCENDENTS waren. Das was die Pfaelzer hier praesentieren war vom rein musikalischen Standpunkt aus vertreten ein sauber und astrein ausgereifter Soundmix, der sie eigentlich nach oben haette katapultieren koennen. Also, ueber die Punk-Grenze hinaus. Doch das ist damals so glaube ich nicht passiert. Vielleicht waere die Walter Elf ja die deutschen GREEN DAY geworden, haette man damals schon die Moeglichkeiten gehabt, die einem heute so zur Verfuegung stehen. „Das Zeichen“ ist nach wie vor mein All-Time-Fave! Inkl. des BOOMTOWN RATS-Cover „I Don´t Like Mondays“.

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WEDNESDAY NIGHT HEROES - „Guilty Pleasures”  CD digi-pak 

WEDNESDAY NIGHT HEROES

„Guilty Pleasures”  CD digi-pak

( BYO Rercords / BYORecords.com , Release Date: 05. Juni 2007 )

Ich hatte mich eigentlich auf Mid-Tempos in der Fasson des typisch amerikanischen Street-Punk eingestellt. Aber Pustekuchen! Denn die Kanadier blasen gleich mit dem ersten von insgesamt 12 Songs „Open Fire“ maechtig heftig zur Attacke. Und diese extrem schnelle Hardcore-Geschwindigkeit wird bis zum Schluss auf dem mittlerweile dritten Studio-Album der Band hartnaeckig durchgehalten. Da kommt auf der sehr gut produzierten Scheibe eine Menge an Energie rueber. Keine Frage. Und die Melodien bleiben dabei auch nicht auf der Strecke! Das geht dann aber trotzdem schon mehr in die Richtung von TOTAL CHAOS oder THE CASUALTIES. Entspricht nicht unbedingt meinen Vorstellungen von gepflegter Punkrock-Musik. Ich alter ´77er-Snob muss es ja wissen.

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WHISKEY REBELS

„Create Or Die“  CD

( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 25. Juni 2007 )

Stinknormaler vorhersehbarer und hoechst unspektakulaer produzierter US-Streetpunk, gemixt mit einigen Hardcore-Parts. Den insgesamt 12 Tracks fehlt es dabei an Substanz und Raffinesse. Die Band hebt sich kein bisschen vom herkoemmlichen wenn auch soliden US-Einheitsbrei ab. Kein Liedchen dabei, was wirklich aus der Masse hervorsticht! Alles schon mal etliche Male durchgekaut und hinterher ausgespuckt worden. Homer Simpson wuerde sagen: „L-A-N-G-W-E-I-L-I-G!“

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