* * * * * * Real Classic! , * * * * * Great Stuff! , * * * * Very Good! , * * * O.K. , * * Poor! , * Real Bullshit!

So, hier nun das Update fuer Maerz. Das Update fuer April erfolgt Anfang Mai 2008.  Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

77 SULPHATE STRIP  - Buch von Barry Cain
77 SULPHATE STRIP
Buch > von Barry Cain <
( Ovolo Books /OvoloBooks.co.uk , Release Date: 22. November 2007 )
Um ganz ehrlich zu sein bin ich bisher nur bis zur Seite 117 gekommen. Man sollte halt nie drei Buecher gleichzeitig anfangen zu lesen. Und da mir im Moment PAT GILBERT´S „Passion Is A Fashion - The Real Story Of The Clash” und JON SAVAGE´S „England´s Dreaming”, was ich uebrigens jetzt ein zweites Mal in der deutschen Uebersetzung lese, besser gefallen, hat Barry Cain´s Buch voruebergehend das Nachsehen. Aber das wird schon. Denn das Thema des Buches ist genau meine Kragenweite. London 1977! Und Barry mittendrin im Punkrock-Geschehen als Journalist fuer die damals viertgroesste Musikzeitung Englands, den „Record Mirror“. Er war zustaendig fuer die Punkrock-Berichterstattung! Und nahm alles mit, was quasi vor seiner Haustuer geschah. Einen Tag vor dem legendaeren „Bill Grundy“-Interview interviewte er die SEX PISTOLS in der Office von „EMI“. Darueber hinaus interviewte er u.a. THE STRANGLERS, THE CLASH, THE DAMNED, THE RAMONES, THE VIBRATORS, THE JAM, BLONDIE, X-RAY SPEX, BUZZCOCKS, THE BOYS, SHAM 69, THE DRONES, XTC, GENERATION X und THE HEARTBREAKERS. All diese Interviews sind hier im 400-Seiten starken Buch, so wie sie 1977 im „Record Mirror” zu lesen waren abgedruckt. Natuerlich duerfen da auch wichtige Platten- und Gig-Reviews nicht fehlen. Auf Kosten des „Record Mirror“ bewegte sich Barry auch ausserhalb des Vereinten Koenigreich und so begleitete er beispielsweise THE DAMNED bei ihrem ersten Besuch in die Staaten, THE JAM folgte er nach Deutschland, THE STRANGLERS schaute er sich in Amsterdam an und THE CLASH in Paris, und sah auch die SEX PISTOLS bei zwei Auftritten in den USA, Januar 1978 in Atlanta und Memphis. Diese gerade aufgezaehlten Bands waren zugleich Barry´s Lieblingsbands und so wollte er 30 Jahre spaeter gerne wieder mit ihnen in Kontakt treten, um aktuelle Interviews zubekommen, und somit einen perfekten Abschluss fuer das Buch zu finden. Mit Rat Scabies (THE DAMNED), Hugh Cornwell (THE STRANGLERS) und John Lydon (SEX PISTOLS) klappte es dann auch, aber Mick Jones (THE CLASH) und Paul Weller (THE JAM) hatten keinerlei Interesse und gaben ihm einen Korb. Barry´s Schreibweise ist oftmals etwas eigentuemlich, so das fuer einen Nicht-Englaender der Witz ein wenig auf der Strecke bleibt. Aber es gibt auch oft genug Passagen im Buch (auf jeden Fall bis zur Seite 117!) die so spannend erzaehlt sind, das sich ein Ausenstehender alle zehn Finger danach leckt. Und danach nur den einen Wunsch hat, naemlich, 1977 in London dabei gewesen zu sein.
( * * * * * + )

BABY WOODROSE - „I´m Gonna Make You Mine” 7”
BABY WOODROSE
„I´m Gonna Make You Mine” 7”
( Crusher Records / CrusherRecords.com , Release Date: 01. Dezember 2007 )
Wie sang schon Otto: „Daenen luegen nicht!“ Diese kleine Wundercombo aus Kopenhagen ist bereits seit geraumer Zeit im skandinavischen Raum unterwegs und hat sich mittlerweile einen sehr guten Ruf erspielt. Auf dieser Single gibt es gleich zwei Kostproben ihres Koennens. Doch leider sagt mir ihr abgedrehter Psychedelic-Sound nicht mehr wirklich zu. Die Phase habe ich in den 80ern mit den damaligen Aussie-Bands laengst abgeschlossen. Trotzdem bedeutet das ja jetzt nicht, dass es schlechte Musik ist. Eben nur nicht mehr mein Geschmack!
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BLITZ - „Voice Of A Generation” DoCD
BLITZ
„Voice Of A Generation” DoCD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 25. Februar 2008 )
Wie auch schon bei der neuen Edition des „Pissed And Proud“-Album der TEST TUBE BABIES (siehe Review weiter unten!) ist das Debuet Blitz-Album von 1982 mit einer Bonus-CD ausgestattet. Review-technisch ist es allerdings ein bisschen bloed gelaufen. Denn die Besprechung des TEST TUBE BABIES-Album habe ich ohne viel nachzudenken als erstes in die Tasten gehauen. Normalerweise waere es natuerlich viel sinnvoller gewesen, vorausgesetzt, man liest sich die einzelnen Kritiken von oben nach unten durch, zuerst das Blitz-Review zu schreiben. Denn alle weiteren wichtigen Informationen und naeheren Details, die auch auf das Blitz-Album zutreffen, finden sich nun in der TEST TUBE BABIES-Kritik wieder. Kleiner Tip(p) von mir: Besser sich zunaechst in das Geschreibsel der TEST TUBE BABIES einlesen, dann ist man perfekt im Bilde! So, nachdem das auch hoffentlich geklaert worden ist, moechte ich direkt das Thema auf die Musik der beiden CDs lenken. CD1 haelt zunaechst die insgesamt 17 Tracks ihres Klassiker-Album „Voice Of A Generation“ parat. Dann folgt der komplette Satz der „No Future Singles“. Des Weiteren auch „Nation On Fire“ und „Youth“ vom dritten „Oi!“-Sampler und die „Total Noise EP“-Version des CD-Titel darf selbstverstaendlich auch nicht zu kurz kommen. CD2 hat anfangs im Grunde genommen keine wirklichen Ueberraschungen zu bieten, da die ersten 12 Demo-Versionen schon auf der „Punk Singles & Rarities 1980-83“-CD vom „Captain Oi! Label“ aus dem Jahre 2001 vertreten waren. Danach folgen allerdings bisher gaenzlich unveroeffentlichte und verschiedene Live-Mitschnitte, die ausnahmslos aus dem Jahre ´81 stammen. Insgesamt sind das 15 Songs, die sich zu meiner Verblueffung sehr gut anhoeren lassen. Neben den hinlaenglich bekannten Hits wie „Razors In The Night“, „Warriors“, „Someone´s Gonna Die“ oder “45 Revolutions“ sind dann doch zwei Live-Einspielungen dabei, die hier ihre absolute Premiere feiern. Zum einen das blitz-typische „Cabaret“ und das LOU REED-Cover „Vicious“. Fazit: Wer wirklich ueberhaupt nichts von Blitz zu Hause hat, sollte sich in erster Linie fuer diese komplett remasterte Neuveroeffentlichung der einstigen „Clockwork Orange Punks’n’Skins“ entscheiden.
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BUZZCOCKS - „Auf Wiedersehen” DVD
BUZZCOCKS
„Auf Wiedersehen” DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date : 10. Maerz 2008 )
Ich weiss im Moment gar nicht, ob die Alt-Hippies vom „WDR-Rockpalast“ damals das Buzzcocks-Konzert ueberhaupt im TV ausgestrahlt haben. Also, ich kann mich da beim besten Willen nicht daran erinnern. Knapp acht Monate nachdem THE CLASH in der Hamburger „Markthalle“ zu Gast waren und fuer reichlich Aufruhr innerhalb des Publikum gesorgt hatten, gab nun ein weiterer wichtiger Vertreter der englischen Punkrock-Zunft sein „Stelldichein“. Der Auftritt der Buzzcocks Ende Januar ´81 fuehrte allerdings nicht, wie bei THE CLASH, zu einem beinahe kompletten Konzertabbruch. Allerdings hatte der Kameramann vorne an der Buehne keinen leichten Job. Seine Kamera wird, wie man im Mitschnitt zu Anfang gut beobachten kann, durch die eine oder andere Pogo-Attacke kraeftig durchgeschuettelt. Nach wenigen Songs sucht der gute Mann dann das Weite und das war es dann auch schon mit der Frontbildberichterstattung. Die ´80er HH-Punks waren stets dafuer bekannt, sich nicht die Butter vom Brot zu nehmen. Waren eben schwer zu baendigen die jungen Kerle! Die Aufnahmen geben einen guten Ueberblick darueber, wie es damals zu Beginn der 80er bei groesseren Punk-Konzerten abhing. Weiter hinten hingen die Langhaarigen ab und vorne pogten sich die Punks die Seele aus dem Leib. Schoen, das da auch mal mit der Kamera drauf gehalten wurde. Ich werde aber auch den Eindruck nicht los, das die Verantwortlichen damals vom „Rockpalast“ verdammt misstrauisch und vielleicht auch ein wenig aengstlich gegenueber diesen ganzen ausgeflippten jugendlichen Spinner reagierten, die mit ihren hochgestellten Zuckerwasserhaaren und Riesen-Plaketten auf zerschlissenen Lederjacken wie Ausserirdische wirkten. Das war den Hippies irgendwie nie ganz geheuer und zerstoerte ihr ueber Jahre lieb gewonnenes und eingefahrenes Bild von Rock-Musik. Vom Publikum geht trotzdem keine wirklich aggressive Stimmung aus, die Punkies wollen nur die Buzzcocks-Songs und sich laessig an den Lederjacken zupfen. Aber auch die Buzzcocks haengen sich maechtig ins Zeug. Sie wissen hier bei dieser aufgebrachten Meute kann man nur gewinnen! Und somit ballern sie ihr Material zweimal so schnell wie auf Platte runter! „Boredom“ setzt dabei den grandiosen Schlusspunkt - unter ihren anderen Hits wie etwa „What Do I Get?“, Lipstick“, „Airwaves Dream“, „Noise Annoys“ oder „Love Battery“ - dieser verdammt schweisstreibenden Angelegenheit. Im April 2000 ging der heutige Bassist der Band, Tony Barber ins Studio, um den Konzert-Sound zu re-mastern. Als Bonus-Track wurde ein weiteres „Boredom“ angefuegt, aufgenommen 1996 beim ersten „Holidays In The Sun“-Festival in Blackpool.
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THE CONDORS - „Wait For It“ CD
THE CONDORS
„Wait For It“ CD
( The Condors / RankoutsiderRecords.com , Release Date: 10. Juli 2007 )
Ueber „My Space“ fand ich zu den Condors, deren Gitarrist und Saenger Pat DiPuccio auf meine Anfrage hin auch prompt die aktuelle CD vom Sommer 2007 schickte. Wie wir ja alle wissen, ist Punk-Musik eh zeitlos, da macht es rein gar nichts, dieses Album gut acht Monate spaeter zu besprechen. Denn dieses Album hat es wirklich in sich. Man trifft zum Teil nur auf alte Bekannte aus der fruehen kalifornischen Punk-Szene. Da waere als erster, der eingangs erwaehnte Gitarrist und Saenger der Band zu nennen, der besser unter seinem Nickname „Pooch“ bekannt war, als er noch fuer das „Flipside“-Fanzine als Schreiber fungiert hatte. Oder aber die Gastmusiker! Wie etwa Tony Fate (ex-THE SINS), der ein Gitarren-Solo dem Song „Something Better Coming Soon“ hinzusteuert oder aber auch Jerry Koskie (ex-SIMPLETONES/CHEIFS), der am Akkordeon wie auch bei den Backin´ Voc. auf „Wake Up“ zu hoeren ist. Rausgekommen ist „Wait For It“ auf dem von Pat Todd gegruendeten „Rankoutsider Label“. Pat sollte noch als Saenger der LAZY COWGIRLS sicherlich bei einigen von Euch gut in Erinnerung sein. Nun, aber genug des „Name Droppin´“! Der Sound der Condors ist in erster Linie ganz klar 77er Punk Rock, der aber auch einen guten Anteil an glanzvollen Mod-Klaengen zu bieten hat. Fuer meine Ohren klingt es wie ein brillant inszenierter Zusammenstoss englischer und amerikanischer Bands aus den Spaet-70ern. Mir fallen da spontan THE CLASH, THE RAMONES, THE JAM und THE CHORDS zu ein. Oder aber auch so einige von den kleinen feinen Bands, die in schoener Regelmaessigkeit von „Detour Records” oder von „Rave-Up Records“ ausgegraben werden. Songs wie „Waiting Half The Night“, „Spare Time“, „Kiss That Girl Away“ oder „Carnival Of Fools“ sind im ersten Anlauf bei mir direkt haengen geblieben, weil sie voll und ganz auf meiner Wellelaenge liegen. Herrlich antike Musik fuer boring old fart punk rockers, die stramm und unbeirrt auf die 50 zugehen! Danke schoen Condors! Ihr habt mir wahrlich meinen Tag versuesst!
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DANKO JONES - „Never Too Loud” CD
DANKO JONES
„Never Too Loud” CD
( Bad Taste Records / Revolver Promotion , Release Date: 29. Februar 2008 )
Ich hab ja schon so einiges an Promos gesehen, aber diese Aufmachung schiesst eindeutig den Vogel ab! Unglaeubig schau ich auf die Liste der Tracks, die bis zur Zahl 91 reicht! Nein, nein, 91 Tracks hat Hecken-George Danko Jones hier nicht auf seiner neuen CD eingespielt, sondern vielmehr muss man ohne Ende skippen, bis man einen von insgesamt elf Tracks endlich mal erwischen kann. Ein Beispiel: Bei Song No. 4 muss bis die Nummer 14 auf meinem Display erscheint geskippt werden, oder aber beim letzten Track dann eben bis zur 91. Da bekommt man ja Finger-Rheuma von! Ich hingegen hab einen Sony CD-Player, da braucht man nicht zu skippen, sondern da ist ein Knopf zum drehen, um zum gewuenschten Lied vorzudringen. Die neue Danko Jones als Promo, nur echt mit Drehwurm-Garantie! Wuerde mich mal brennend interessieren, was der tiefere Sinn solch einer Skipp- bzw. Drehorgie bedeuten soll. Auf der Promo wird aber darauf hingewiesen, dass die regulaere CD natuerlich nicht diesem Frickel-Verfahren entspricht und auf ganz herkoemmliche Weise seine Funktionen erfuellt. Okay, genug geschmunzelt ueber dies juengste Absurdum der Plattenindustrie! Komme ich nun zur Musik von dem Jones, dem Danko, dem obercoolen Faustgesicht! Ich hatte ja insgeheim gehofft, dass er sich mal von diesem Hardrock-Ballast verabschiedet, unter dem seine bisherigen Darbietungen fuer meinen Geschmack immens zu leiden hatten. Aber klar, das ist alles Auslegungssache. Der eine mag eben so ein abgeschmacktes Klampfenspiel, der andere geht zum Wuergen in den Nachbarsgarten! Sein erstes Album und besonders das RAMONES-Cover „The Return Of Jackie & Judy“ fand ich noch wirklich gelungen. Danach schlich sich ein leichter TURBONEGRO-Touch ein, den ich natuerlich auch mit offenen Armen begruesst habe. Den Sirenen-Opener „Code Of The Road“ lass ich mir ja noch gerne gefallen, aber mir wird ganz anders in der Magengegend bei so einer Geschmacklosigkeit wie „Let´s Get Undressed“, ziemlich unmotivierte Hardrocker-Schose, so typisch aetzende Groupie-Mucke! Gute Nacht, du Rock’n’Roll-Schoenheit! Musikalisch an guten Ansaetzen hat Danko so einiges im Petto, aber ein Touch too much auf seiner Gitarre laesst das Unheil bzw. die Vorlieben sofort erahnen. Das Tempo wird mit der Dauer der CD auch immer lahmer, nicht ein Song, der mal wirklich von vorne bis hinten gut durchrockert. Mit meilenweitem Abstand der beste Song bleibt tatsaechlich „Code Of The Road“ uebrig. Ich bin entsetzt! Eben nix fuer olle Punkers like me, die mit CLASH und PISTOLS aufgewachsen sind.
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DEMENTED ARE GO - „The Day The Earth Spat Love / Go Go Demented“ CD
DEMENTED ARE GO
„The Day The Earth Spat Love / Go Go Demented“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 25. Februar 2008 )
Auf dieser CD befinden sich zwei Alben. Zum einen „The Day The Earth Spat Love”, das Nachfolgewerk von „Kicked Out Of Hell”, was 1989 auf „Link Records” mit insgesamt acht Songs veroeffentlicht wurde und nun fast zwanzig Jahre spaeter als CD Re-Issue auf „Cherry Red“ der „Psychobilly Collectors Series“ beigefuegt wurde. Als zweites Album fungieren die 10 Live-Darbietungen der „Go Go Demented“-LP, urspruenglich aus dem Jahre 1990 und damals ebenfalls bei „Link Records“ raus gekommen, allerdings unter dem Namen „Live And Rockin´ Vol. 2“. Beide Alben waren vorher lange Zeit „out of print“ und nur noch sehr schwer zubekommen. Bei den Aufnahmen zu „The Day The Earth Spat Love” liefen viele Dinge aus dem Ruder und der Studioaufenthalt waere beinahe in einem Desaster geendet, aber irgendwie bekam die Band um Saenger Mark „Sparky“ Philips noch rechtzeitig die Kurve und so konnten sie die Arbeiten gerade noch mit einem blauen Auge bestehen. Im Booklet kann man genau durchlesen was da im Einzelnen geschah.
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D-SAILORS - „Between The Devil And The Deep Blie Sea“ MP3 (Promo-CD)
D-SAILORS
„Between The Devil And The Deep Blie Sea“ MP3 (Promo-CD)
( Rookie Records / Revolver Promotion , Release Date: 01. Februar 2008 )
Ich kann nicht gerade behaupten, dass mir das aktuelle Werk von den D-Sailors aus Juelich besonders gut gefaellt. Die Jungs sprechen einfach nicht wirklich meine Sprache! Punkt! Da fehlt mir persoenlich das Feuer und die Leidenschaft! Mag sein, dass die ziemlich sterile Produktion hier ebenfalls dazu beitraegt, mich zu solchen barschen Worten hinreissen zu lassen, denn normalerweise hab ich immer ein offenes Ohr fuer gut inszenierten Melodic-Punk. Aber das war hier halt nix! Schade….
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GOOD RIDDANCE - „Remain In Memory – The Final Show“ CD
GOOD RIDDANCE
„Remain In Memory – The Final Show“ CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.com , Release Date: 18. Maerz 2008 )
Good Riddance sagen nach ueber 22 Jahren (nicht wirklich) leise Servus und treten standesgemaess mit einer Live-Scheibe ab, wo sie ihre groessten Hits in ihrer Heimatstadt Santa Cruz (CA) vor ausverkauftem Hause noch einmal zum Besten geben. Good Riddance gehoerte zu den Bands, die fuer das Label „Fat Wreck Chords“ so bezeichnend geworden ist. Dicht produzierter Melodic-Hardcore, deren Texte sich groesstenteils mit den Jahren immer mehr mit der politischen Lage in ihrem Land aeusserst kritisch auseinandersetzten. Ueber zwoelf Jahre hielten sie Fat Mike dabei die Treue und kamen so auf insgesamt sieben Studio-Alben. Die CD ist also dementsprechend randvoll mit 31 Tracks in allerfeinster Soundqualitaet. Dafuer sorgte das mobile „Motor-Studio“, das ja in der Vergangenheit fuer die CD-Label-Reihe „Live In A Dive“ verantwortlich war. Leider fand sich wohl nur ein geladener Gast, als Saenger bzw Saengerin auf der Buehne wieder, und das ist Cinder Block von TILT, die es seit 2001 ja auch nicht mehr gibt, beim Song „Credit To His Gender“.
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KING KURT - „Big Cock” CD
KING KURT
„Big Cock” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 11. Februar 2008 )
King Kurt war zu Beginn der 80er eine echte Institution innerhalb der Psychobilly-Szene. Sie liessen auf ihren Shows ordentlich die Kuh fliegen. Viele Konzertbesucher gingen mit Muellsaecken ueber den Kopf zu ihren Mehl- und Eierschlachten, um nicht vollstaendig eingesaut zu werden. Andere wiederum kamen „bewaffnet“ mit Tomaten und Eiern, um der Band auch was bieten zu koennen. Hier bei uns in der Gegend legte der durchgeknallte Haufen auch mal einen Stop ein. Hinterher hatte die Bochumer „Zeche“ bestimmt einiges zutun gehabt, um die klebrige Hinterlassenschaft wieder wegzubekommen. King Kurt war damals die einzige Psychobilly-Band gewesen, von denen ich mir in den 80er eine ausgefallene Single zulegte. Ob sie nun farbig oder ob sie gar eine picture-disc war vermag ich nicht mehr zu deuten, denn schnell landete sie auf einer meiner ersten Verkaufslisten. King Kurt erinnerte nach meiner Meinung immer eine Ecke mehr an Punkrock, (sowie frueher auch TENPOLE TUDOR) als ihre restlichen Kollegen. Das hoert man auch sehr gut auf dieser CD raus. „Big Cock“ war das zweite Album fuer „Stiff Records“, was damals 1986 veroeffentlicht wurde. Neben den regulaeren 12 LP-Tracks hat „Cherry Red“ noch fuenf Bonus-Songs angefuegt, die wohl von diversen 7“/12“inch-Flipsides stammen. Im Booklet schreibt „Hells Bent On Rockin´“-Autor Craig Brackenridge noch eine ausfuehrliche Story zur Band.
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THE LOVED ONES - „Build & Burn“ CD
THE LOVED ONES
„Build & Burn“ CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.com , Release Date: 01. Februar 2008 )
Als ich die CD zum ersten Mal aus der ziemlich unvorteilhaften Papp-Huelle rausnehmen wollte, hab ich mir direkt einen schoenen Riss an der Ecke eingehandelt. So eine Verpackung ist mir bisher aber auch noch nicht untergekommen. Was hab ich mich im ersten Moment vielleicht geaergert. Die Musik hat mich allerdings wieder sehr schnell besaenftigt. Schon von ihrem „Fat Wreck“-Debuet vor zwei Jahren war ich angenehm ueberrascht worden. Und durch die Neuzugaenge von Gitarrist Dave Walsh und Bassist Chris Gonzalez (vorher beide bei THE EXPLOSION taetig) ist die Band nicht nur von einem Trio zu einem Quartett gewachsen, sondern sie sind in ihrer Vorgehensweise noch ein wenig straighter geworden. Klar, mit einer zweiten Gitarre geht so einiges mehr zu realisieren! Allerdings in der Endproduktion weniger rau, sondern eher im poppigen Sinne, obwohl das eigentlich der voellig falsche Ausdruck ist, um diese Stimmung exakt zu beschreiben, denn nach wie vor stimmt der Haertegrad der Band aus Philadelphia. Also, das ist alles andere als gejammerter Emo-Core! Damit wir uns da richtig verstehen! Die zehn Songs putzen einen wegen ihrer unglaublichen Intensitaet, der „unter die Haut gehenden“-Refrains und der unbaendigen Spielfreude erst einmal gut weg. In den 70ern und 80ern sagte man dazu: „Das fetzt!!!“ Stimmlich erinnert mich dass nun oft genug an die fruehen Scheiben der GOO GOO DOLLS, aber auch musikalisch ist hier schon mal die eine oder andere Uebereinstimmung rauszuhoeren. Beste Beispiele hierfuer die ruhigeren Stuecke „Brittle Heart“, unterlegt mit einer stuermischen Akustikgitarre und „Selfish Masquerade“, was mit dem Einsatz einer erstklassigen Hammond-Orgel optimal in Szene gesetzt wird. Der erste Teil der CD gefaellt mir persoenlich am besten, wobei besonders die ersten beiden hymnen-verdaechtigen Songs „Pretty Good Year“ und „The Inquirer“ deutlich hervorstechen. Freunde von FACE TO FACE und DOUGH BOYS werden sichtlich begeistert sein! In der Mitte kippt das Album ein ganz klein wenig nach hinten weg, wird aber noch rechtzeitig mit dem letzten Song der CD „I Swear“ wunderbar wieder aufgefangen.
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999 - „Gimme The World“ 7“ EP
999
„Gimme The World“ 7“ EP
( Dr. Strange Records / DrStrange.com , Release Date: Februar 2008 )
Bei diesem schicken Singlechen handelt es sich um drei Tracks der juengsten CD-Veroeffentlichung „Death In Soho“, die letztes Jahr im September auf „Overground Records“ erschienen war (5-Star-Review zur CD, unter Review-Update vom September 2007). Bei genauerem Hinhoeren meine ich aber winzige Unterschiede bei den Songs „Gimme The World“, „The System“ und „Stealing Beauty“ zu erkennen. Kann also durchaus sein, das es sich hier nicht um die identische CD-Ware handelt, sondern eher tippe ich mal auf Re-Mixed Versionen. Die Single-Auflage ist streng limitiert, 100 in schwarzen Vinyl und 400 in farbigem Vinyl. Mir hat Dr. Strange zu meiner Freude eine farbige zukommen lassen, sieht wunderschoen gesprenkelt aus. Da lacht der abgefahrene Vinyl-Junkie sich diebisch eins ins Faeustchen! Zu den Songs ist eigentlich alles schon in der Review vom September 2007 gesagt worden. Also, warum sich wiederholen? 999 ist und bleibt eben eine ´77er Punkrock-Bank!
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PETER AND THE TEST TUBE BABIES - “Pissed And Proud” DoCD
PETER AND THE TEST TUBE BABIES
“Pissed And Proud” DoCD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 25. Februar 2008 )
Selten genug, das ein full-length Punkrock-Debuet direkt eine ganze Live-Scheibe ausmachte. Doch was sollte man von unseren „Banned From The Pubs“-Trunkenbolde aus dem schoenen und historischen Seebad Brighton auch anderes erwarten? Die 13 Songs, die im Sommer ´82 aufgenommen wurden setzen sich somit aus ihren ersten Singles fuer das „No Future Label“ und aus verschiedenen Sampler-Beitraegen zusammen. Also, keine weiteren Erklaerungen. Nur „Smash & Grab“, „Shit Stirrer“, „Disco“ und „Keep Britain Untidy“ waren bis dato neu. Gerade das „Keep Britain Untidy“ haette ich gerne mal in einer einwandfreien Studiofassungen gehoert, da er fuer mich zu den besten Songs der Band gehoert. Wurde aber spaeter leider nix mehr raus und allein „Smash & Grab“ schaffte den Sprung ins Studio als Flipside der „Zombie Creeping Flesh“-Single. Schnitt! So las sich meine CD-Review im 3RD No. 24. Nun sind einige Jahre schon wieder ins Land gezogen und quasi anlaesslich zum 25jaehrigen Jubilaeum - na ja, wenn man es genau nimmt, genau um ein Jahr verpasst! – hat „Cherry Red“ die LP von damals (uebrigens, ebenfalls von „No Future“ veroeffentlicht worden) nun ein zweites Mal auf CD nachgelegt. Diesmal war „Cherry Red“ endlich mal bereit eines ihrer Schaetzchen aus der CD-Reihe stammenden „The Punk Collectors Series“ digital zu bearbeiten. Dazu wurde kein Geringerer als Tim Turan konsultiert, der ja wegen seiner exzellenten Studionachbearbeitung fuer das „Captain Oi! Label“ bekannt sein duerfte. Deshalb nennt sich diese Neuauflage auch eine „A Captain Oi! Production For Anagram Records“. Ich hoffe mal, das „Cherry Red“ in Zukunft bei Punkrock-Neuauflagen ihrer CDs nun weiterhin die Dienste von Tim Turan in Anspruch nimmt. Denn der direkte Vergleich von der „alten“ zur „neuen“ CD ist vom ersten Ton an deutlich spuerbar. Eben viel dichter und „lauter“ das Ganze! Da es sich ja um die „silberne Hochzeit“ handelt, hat man eine Bonus-CD beigelegt. Die besteht allerdings zum groessten Teil aus laengst bekannten Material, wie etwa ihrer beiden Singles fuer „No Future“, ihre Beitraege fuer den ersten und dritten „Oi!“-Sampler und natuerlich dem Klassiker „Elvis Is Dead“ vom „Vaultage ´78“-Sampler. Allein die eingespielten vier Tracks fuer eine Radio-Session waren bisher unveroeffentlicht gewesen! Im Booklet gibt es nun auch endlich mal gut lesbare Texte zu allen Live-Songs, einige Liner-Notes von Peter himself, sowie eine ausfuehrliche Band-Story, aufgeschrieben von „Burning Britain“-Autor Ian Glasper. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich ´82 zu „Keep Britain Untidy“ in meinem Zimmerchen bis an die Decke pogte und dabei meine SHAM 69-, SID VICIOUS- und SEX PISTOLS-Poster an der Wand schoen angerotzt habe.
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THE SCIENTISTS - „Swampland: Birth Of The Scientists“ CD
THE SCIENTISTS
„Swampland: Birth Of The Scientists“ CD
( Cherry Red Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 28. Januar 2008 )
Am 16 Maerz 1979 erschien die Debuet-Single „Frantic Romantic“ der Scientists aus dem australischen Perth, einer der besten Punkrock-Love-Songs, die in den 70ern je geschrieben wurde. Schade, dass es dieser eine Song nicht auf diese CD schaffte. Zuerst hatte ich „Frantic Romantic“ nur auf einer schaebigen TDK-Cassette aufgenommen bekommen von einem damaligen und heute ehemaligen Punkrock-Kumpel in Crime und spaeter dann auf dem LP-Sampler „Where Birdmen Flew – Legends Of Marsupial Punk“, neben anderen genialen fruehen Aussie-Bands wie THOUGHT CRIMINALS, THE NEWS, PSYCHO SURGEONS oder THE VICTIMS. Gerade eben habe ich Internet tatsaechlich den Song als MP3 runter geladen, und werde mir ihn schnellstmoeglich auf CD brennen, um ihn dann mal durch eine anstaendige Anlage zu jagen. Gut, diese Einleitung hat nicht sehr viel mit dieser CD zutun. Denn die Songs hier sind einige Jahre spaeter entstanden und haben mit dem anfaenglichen Punk-Sound keinerlei Gemeinsamkeiten mehr. Vielmehr hat sich die Band zu einer richtig langweiligen Rocktruppe gemausert, die ihren Einfluss aus dem Rockabilly genauso zieht, wie aus dem Garagen-Rock der 60ties, und die auch vor Einwirkung von Bands wie SONIC YOUTH oder MUDHONEY keinen musikalischen Halt machen. Fuer meine Ohren klingt das alles sehr verworren und ziemlich daneben. Kann ich mich beim besten Willen nicht mit anfreunden.
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THE SLAPSTICKERS - „Rocket” CD
THE SLAPSTICKERS
„Rocket” CD
( Bonn Boom Records / Gordeon Promotion , Release Date: 14. Dezember 2007 )
Dass ich im Ska-Bereich nicht sonderlich bewandert bin beweist diese CD hier ganz eindeutig! Von den deutschen Slapstickers, die es schon seit 1995 gibt, hoere ich hier das erste Mal. Mit „Rocket“ praesentieren sie mittlerweile schon ihr sechstes Album. Auf dem wird froehlich und ausgelassen der Ska-Sound in all seinen Elementen und Strukturen gefeiert. Das sie mit internationalen Ska-Groessen wie MADNESS oder THE SELECTER schon zusammen gespielt haben, ist dabei echt kein Wunder. Denn sie stehen diesen Bands musikalisch nicht nur ziemlich nahe, sondern vielfach auch in nichts nach. Und das fuer eine deutsche Band! Alle Achtung!
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SPEAR OF DESTINY - Grapes Of Wrath” CD    SPEAR OF DESTINY - „One Eyed Jacks” CD     SPEAR OF DESTINY - „World Service” DoCD  
SPEAR OF DESTINY
„Grapes Of Wrath” CD
„One Eyed Jacks” CD
„World Service” DoCD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Dates: 10. Dezember 2007, 14. Januar 2008, 03. Maerz 2008 )
„Cherry Red” hat sich die Lizenzrechte der ersten drei Spear Of Destiny-Alben gesichert und veroeffentlicht das Material nun zum ersten Mal auf CD. Mit Hilfe von Tim Turan sind die Songs neu gemastert und wurden so zu einer „Captain Oi! Production“, was ich natuerlich nur begruessen kann. Was wurde damals aus ehemaligen Punkrock-Musikern die vorher in Bands wie THE PACK, THE STRAPS oder STIFF LITTLE FINGERS gespielt hatten? In den 80ern war diese Frage oft genug schnell beantwortet. Sie kamen in so genannten Post-Punk-Bands zusammen, um kommerziell vielleicht etwas mehr Erfolg zu haben. Nun Ausnahmetalent Kirk Brandon ging dabei verdammt weite Wege. Von den ersten Punkrock-Gehversuchen als Bassist 1978 in THE CANE, ueber THE PACK (1979) und THEATRE OF HATE (1981) bis schliesslich mit Spear Of Destiny 1983 ein weiteres Kapitel seines musikalischen Pfad begonnen hatte. Spear Of Destiny war im Grunde genommen nichts weiter als die logische Weiterentwicklung von THEATRE OF HATE gewesen. Beide Bands hab ich damals in den 80ern gesehen. TOH waren im Koelner „Stollwerk“ noch eher im Punk verwurzelt, waehrend SOD einige Jahre spaeter in den Bonner „Rheinterrassen“ (ich mein, so hiess der Laden damals) versuchten, einen ziemlich bombastischen Sound dem spaerlichen Publikum entgegen zu schmettern. Waehrend Kirk noch in Koeln mit stacheligen Haaren auf die Buehne kam, trug er in Bonn sein Haar wie ein daemliches Popperschwein. Mann, was sah der kacke aus! Die musikalische Darbietung war ebenfalls ganz und gar nicht nach meinem Geschmack, da der Sound schon zu abgehoben klang. Es klang wie, „Wir sind was besseres!“ Das bestaetigen auch groesstenteils diese drei vorliegenden CDs hier, aus den Jahren ´83, ´84 und ´85. Bei TOH hab ich mir die extravagante Prediger-Stimme von Brandon noch gefallen lassen. Doch hier ist Schluss mit lustig! Die CDs sind mit reichlich Bonus-Tracks ausgestattet. Bei der „World Service“ liegt sogar eine Bonus-CD bei! In jedem Booklet findet man das Original-Artwork der Vinylscheiben, die Song-Texte und selbstverstaendlich auch eine detaillierte Story, die von Alex Ogg zusammengestellt wurde.
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STRAWBERRY BLONDES - „Rise Up“ CD
STRAWBERRY BLONDES
„Rise Up“ CD
( Deck Cheese Records / Ship Ahoi Promotion , Release Date: Oktober 2007 )
Newport´s Strawberry Blondes haben ihre Punkrock-Lektionen fein auswendig gelernt! Sie haben sich fuer ihr erstes Album einiges an Prominenz ins Boot geholt. DON LETTS remixte ihren letzten Song „Beat Down Babylon“ und John Robb (GOLDBLADE) ist als Gastsaenger beim Song „Kingmob“ zu hoeren. Genau diesen Song spielte auch Steve Jones (SEX PISTOLS) in seiner taeglichen Radio-Show „Jonesy´s Jukebox“ auf Los Angeles ersten Adresse fuer Alternatives Radioprogramm, „Indie 103.1fm“. Ansonsten „verbraten“ Strawberry Blondes auf ihren insgesamt 13 Tracks die komplette moderne Punkrock-Palette! Das mag manchmal etwas stereotype und ziemlich klischeehaft wirken, wenn sich einige Passagen wie blitzblankes RANCID-Imitieren anhoeren. Hier ein ueberfluessiger „Oi!,Oi!,Oi!“-Hintergrund-Chor, da ein Ska-Einwurf, der sich original nach THE SPECIALS ´79 anhoert, dann wieder ein abgekupfertes CLASH-Gitarrenriff, irgendwie fehlt mir da nach mehrmaligem Anhoeren ein wenig an echter Eigeninitiative. Denn der eigene Stil der Band kommt fuer meine Begriffe ueberhaupt nicht zum Vorschein! Die Verpackung stimmt mich einfach nicht wirklich zufrieden, obwohl die Jungs ja die richtigen Musik-Paten auserwaehlt haben. Es hoert sich grob gesagt nach einer Band an, die einfach ihre Helden nachspielt. Und das ist mir unter dem Strich einfach viel zu wenig. Da hatte ich ehrlich gesagt, vorher viel mehr von der Gruppe erwartet!
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SUNGLASSES AFTER DARK - s/t CD
SUNGLASSES AFTER DARK
s/t CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 10. Maerz 2008 )
Sunglasses After Dark spielten einen absurden und recht unterhaltsamen Mix aus Rockabilly/Psychobilly und Gothic. Deswegen tourten sie auch mit Bands beider Lager, wie etwa mit KING KURT oder SEX GANG CHILDREN. Die Geschichten im Booklet sind zum Teil echt haarstraeubend und lesen sich wie ein einziger grosser Punkrock-Skandal! Das die Band meist voellig unfreiwillig in so manche Extremsituation geschlittert ist und die dann tatsaechlich lebend ueberstanden hat, sei aus heutiger Sicht als ein kleines Wunder zu betiteln. Sogar wirklich Hartgesottene werden hier teilweise aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Und wenn man sich dann im direkten Vergleich ihre musikalischen Kuenste erlauscht, dann ist es schwer vorstellbar, dass menschliche Wesen bei diesen harmlos wirkenden Liederchen komplett an der Uhr drehten und der Band am liebsten die Scheisse rauspruegeln wollten. Auch bei dieser Live-Einspielung Anfang der 80er vor ungefaehr 150 Leuten im „Hoxton Blue Note“-Club ist von den skandaltraechtigen Booklet-Storys wenig zu spueren. Die Band inszeniert ihr aberwitziges Misch-Programm, was uebrigens hier zum ersten Mal auf CD zu hoeren ist, unter zeitweiligen launigen Zwischenrufen aus dem Zuschauerraum routiniert und gekonnt.
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THE TRADITIONALS - „Generation Of Today” CD
THE TRADITIONALS
„Generation Of Today” CD
( Impact Records / Gordeon Promotion , Release Date: 08. Februar 2008 )
The Traditionals aus dem amerikanischen Pittsburgh reduzieren sich in erster Linie auf ganz viel und noch mehr Bier saufen. Dann wird das Bild des unbeugsamen „Working Class“-Helden permanent geloben und gepriesen! Hier bleibt dir wirklich nichts anders uebrig, als dir eine ordentliche Bierplauze einzufangen. Stur wird an der Oi!-Gedaechtnistafel abgefeiert, bis alle spaet in der Nacht unterm Tisch liegen und lauthals die Refrains von „Let´s All Get A Beer“, „Spirit Of Oi!“ oder „End Up In The Pub“ groelen. Dann geht es in Schlangenlinien ab nach Hause, kurz rauf auf die Mutter und um sechs stehen sie wieder alle geschlossen mit dickem Brummschaedel am Werkstor fuer die Fruehschicht. Das Leben kann so schoen und einfach sein, oder? Denn wirklich nichts anders kommt mir bei naeheren Betrachten dieser CD in den Sinn. Das Einzige was mir positiv aufgefallen ist, dass in den Texten kein patriotisches Schwachsinns-Gedankengut verwendet wird. Waere ja auch noch schoener! Dann doch lieber harmlos wirkende „Working Class“-Saufkumpanen! Trotzdem, diese Scheibe steckt so voller Klischees und ist folglich ein klassischer Griff ins Klo!
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WASTED YOUTH - „Wild And Wandering“ CD
WASTED YOUTH
„Wild And Wandering“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 21. Januar 2008 )
Wasted Youth waren eine Londoner Band, die sich Ende der 70er im allgemeinen Aufkeimen des Post-Punk rekrutierte. Nach drei Singles, bei dem u.a. zum Teil Peter Perrett von den ONLY ONES und Martin Hannett, Produzent fuer „Factory Records“ mitgewirkt hatten, erschien im Oktober 1981 ihr erstes Album „Wild And Wandering“ auf dem „Bridge House Label“ von Terry Murphy. Genau 12 Jahre danach wurde die Vinylversion auf CD nachgereicht und spaeter dann im Zeitalter des Internet gab es die CD ausschliesslich nur ueber die Webseite des Labels. Es sollte weitere knapp 15 Jahre dauern, bis man endlich ein Einsehen hatte, um das Album der Allgemeinheit zugaenglich zu machen. Neben den neun LP-Tracks wurden im Bonus-Teil fuenf Songs vom Live-Album der Band angefuegt. Wasted Youth waren in ihrer aeusserst kurzen dreijaehrigen Phase als Band doch ziemlich beschaeftigt gewesen. Sie waren nonstop auf Tour und zu einer ihrer Highlights gehoerte sicherlich der Auftritt beim „Futurama Festival in Leeds 1982, gemeinsam mit SIOUXSIE & THE BANSHESS und U2. Im Booklet findet man neben zahlreichen Photos, eine komplette und reich bebilderte Discographie, sowie eine detaillierte Band-Geschichte und eine „Nachlese“ von Terry Murphy. Nach dem Split von Wasted Youth machte als Einziger ihr Gitarrist Rocco Barker so was wie Karriere. Zunaechst wurden bei FLESH FOR LULU allerdings noch relativ kleine Broetchen gebacken, aber heutzutage ist er vor allem wegen der englischen TV-Sendung „A Place In The Sun: Costa Chaos“ auf Channel 4 sehr bekannt auf der Insel.
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ZERO LE CRECHE - „Last Years Wife – The Collection“ CD
ZERO LE CRECHE
„Last Years Wife – The Collection“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 11. Februar 2008 )
„No More Heroes”-Autor Alex Ogg schreibt die Bandgeschichte und Mike Mercer, Journalist und Herausgeber von diversen Gothic-Buechern liefert das dazugehoerige Fotomaterial, was im Februar 1984 bei einem Gig im Londoner „Batcave“-Club gemacht wurde. Liest sich immer wieder gut, wenn man auf fachkundiges „Personal“ zurueckgreifen kann. Nun, Zero Le Creche sagt mir im ersten Moment rein gar nichts. Die Band kam 1983 in London zusammen und hatte mit ihrer ersten Single „Last Year´s Wife“ fuer das „Flickknife Records“ einen optimalen Start in die Gothic-Szene. Laut „Record Collector“ vom November 2007 wird die Single heute als einer der Top 50 „Gothic“-Raritaeten gehandelt. Zusammen mit ihrer zweiten Single „Falling“, die sie kurz darauf fuer „Cherry Red“ aufnahmen, bilden diese beiden so wunderbar typischen 80er-Tracks dann auch den Hoehepunkt der 21-Song-CD, die sich ansonsten noch aus bisher unveroeffentlichten Demos und dem Live-Mitschnitt „Laughing At Your Pain“, aufgenommen 1984 im „Dingswalls“ zusammensetzen. Ich hatte ja die vage Hoffnung vorher gehabt, das ich einen der beiden 7“-Tracks vielleicht wieder erkenne, aus meiner Zeit in den 80ern, als ich regelmaessig Freitag abends den „Gothic“-Tempel „Zwischenfall“ besuchte. Aber dem war leider nicht so. Doch „Last Year´s Wife“ und „Falling“ werden jetzt auf jeden Fall oefters im CD-Player landen!
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