* * * * * * Real Classic! , * * * * * Great Stuff! , * * * * Very Good! , * * * O.K. , * * Poor! , * Real Bullshit!

So, hier nun das Update fuer Mai. Das Update fuer Juni erfolgt Anfang Juli 2008.  Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

BATMOBILE - „Live At The Klub Foot 1986” CD
BATMOBILE
„Live At The Klub Foot 1986” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 21. April 2008 )
Das hollaendische Trio fand sich im Jahr ´83 zusammen. Nachdem sie einige Monate damit zugebracht hatten, Songs von Elvis, Johnny Burnette und Gene Vincent nachzuspielen, beschlossen sie, auch endlich eigenes Material auszuprobieren. Zwei Jahre spaeter erschien die erste full-length. Das Album wurde in kuerzester Zeit zum Tagesgespraech innerhalb der Szene. Die Band war in Rekordzeit bekannt wie ein bunter Hund geworden, und so war es auch nicht verwunderlich, das zum ersten Mal eine nicht-englische Band fuer internationale Psychobilly-Festivals als Headliner gebucht wurde. Auch 2008 sind die Drei noch regelmaessig die Welt am betouren. Um ihr 25jaehriges Bestehen standesgemaess zu feiern sind nun diese 13 Tracks, live aufgenommen im Londoner „Klub Foot“ an einem Samstag im August ´86, zum ersten Mal auf CD erhaeltlich. Und das kam so! Als „Cherry Red“ im letzten Jahr die Lagerbestaende von „Link Records“ aufgekauft hatte, wurden diverse Tapes von diesem Konzert gefunden und mit viel Sorgfalt restauriert. Das Booklet bietet zudem noch eine Rundum-Story, die Simon Nott vom „Big Cheese Magazine“ verfasst hat.
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THE BLACK HALOS - „We Are Not Alone” CD
THE BLACK HALOS
„We Are Not Alone” CD
( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 14. Maerz 2008 )
So langsam faellt die Original Besetzung der Black Halos auseinander. Denn seit dem Gitarrist Jay Millette im Verlauf des letzten Jahres durch Neuzugang Johnny Stewart ersetzt wurde, sind mit Saenger Billy Hopeless und Schlagzeuger Rob Zgaljic nur noch zwei Mitglieder der urspruenglichen Fuenfer-Line-Up uebrig geblieben. Ob das allerdings auch Auswirkungen auf den aktuellen Sound hat, vermag ich nicht zu deuten. Fest steht allerdings, das die Kanadier auf ihren ersten beiden full-length besseres Song-Material am Start hatten, oder formulieren wir es mal so, der Sound hat mir wesentlich mir zugesagt, da hier noch ganz eindeutig der Punk Rock im Vordergrund stand. Mittlerweile spielt dieser auf der neuen Scheibe zwar auch noch eine sehr wichtige Rolle, wurde aber von anderen laestigen Musikstroemungen beinahe eingeholt. So schlimm wie es etwa bei anderen Bands ausgeufert hat – Bestes Beispiel: TURBONEGRO – ist es gluecklicherweise (noch) nicht, aber die eine oder andere Rock-Gitarren-Passage haette sich die Band auch durchaus sparen koennen. Konnte ich bei den ersten beiden Alben noch auf haufenweise erstklassige DEAD BOYS-beeinflusste Songs zurueckgreifen, so konnte mich auf ihrem dritten Album lediglich „Darkest Corners“ voll und ganz ueberzeugen. Und auf „We Are Not Alone“ ist mit „Love And War“ auch nur noch ein Song vertreten, der sofort mein Punkrock verseuchtes Hirn auf ewig durchschlagen hat. Die restlichen elf Songs sind bei weitem nicht schlecht, aber es sind eher ueberraschungsfreie Melodien, die man von den Black Halos im Jahr 2008 auch irgendwie erwartet. Songs die man von der Band in der Vergangenheit schon wesentlich besser gehoert hat. Bin gespannt wie das fuenfte Album ausfallen wird.
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THE BUSINESS - „Mean Girl“ MCD
THE BUSINESS
„Mean Girl“ MCD
( Bad Dog Records / Gordeon Promotion , Release Date: 07. April 2008 )
Business gehoerten schon frueher zu den deutlichen besseren Oi!-Bands. Seit sie sich allerdings so ungefaehr Mitte der 90er zurueckmeldeten kamen sie eigentlich nie wirklich mehr an ihre alten Hits wie „Get Out While You Can“, „Suburban Rebels“ oder „Out In The Cold“ ran. Mit dieser MCD hingegen finden sie zumindest wieder Anschluss an musikalische bessere Zeiten. Der Titel-Track ist ein ziemlich flotter und entspannt wirkender Streetpunk-Song, der nach nur wenigen Hoereinheiten tatsaechlich bei mir haengen bleibt. Der eigentliche Volltreffer dieser MCD ist dann aber das makellos gespielte Cover der zweiten PROFESSIONALS-Single „1-2-3“. Fuer eine Ueberraschung scheinen Micky Fitz und seine heutige Gang also immer noch gut genug zu sein. Im Anschluss folgt ein qualitativ einwandfreier 5-Track-LiveMitschnitt aus dem Londoner „Marquee Club“ 1982, der dann die fruehen Gassenhauer (Vorsicht: This Is Oi!-Sprache!) wie etwa „Loud Proud ´n´ Punk“ oder „Smash The Discos“ bereithaelt.
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BROKEN BOTTLES - „Hospital” CD digi-pak
BROKEN BOTTLES
„Hospital” CD digi-pak
( TKO Records / TKORecords.com , Release Date: 22. Januar 2008 )
Waren die Broken Bottles nun hier oder nicht? Nach meinem Wissensstand waren bis Ende April nur vier Termine fuer Deutschland fest gebucht! Die Jungs haetten sich ja auch, wie abgesprochen, mal bei mir melden koennen. Denn eigentlich war ein Tour-Tagebuch von ihrem Japan-Besuch mit vielen Pictures Anfang des Jahres fuer die 3RD-Seite geplant gewesen. Aber da lief wohl auch nichts. Muss Josh von „TKO“ noch einmal genauer interviewen, wie momentan der Stand der Dinge ist. Wer annimmt, dass sich die Band seit ihrer ersten full-length musikalisch weiterentwickelt hat, ist auf dem falschen Dampfer. Es scheint mir so, das sich die Band eher zurueckentwickelt hat, oder aber die Songs auf ihrer ersten full-length „In The Bottles“ waren einfach um einige Klassen besser. Fest steht auf jeden Fall, dass die Songs damals gruendlicher abgemischt wurden, eben viel dichter und mit mehr Power dahinter. Und das obwohl beiden Scheiben in Jerry Adamo´s Studios aufgenommen wurden, mit dem einen Unterschied, das Kerry Martinez (US BOMBS, BAD LUCK CHARMS) bei „In The Bottles“ mitproduziert hat und das endgueltige Mastering wurde von Dave Harris in Charlotte (NC) uebernommen. Bei „Hospital“ machte Jerry Adamo alles im Alleingang. Aber auf ihn war doch in der Vergangenheit immer Verlass, wenn ich mich da an all die grossartigen Singles auf „Hostage Records“ erinnere. Oder liegt es etwa an den beiden Umbesetzungen, die am Schlagzeug und an der zweiten Gitarre stattgefunden haben? Oder wurden die 14 Tracks etwa an einem Montag fertig gestellt, so dass man von einer typischen Montags-Scheibe sprechen kann? Vermutungen ueber Vermutungen. Aber vielleicht steckt in all diesen Punkten ein Fuenkchen Wahrheit, die den etwas verunglueckten Zustand der Scheibe erklaeren kann. Der einzige Song, der mir wirklich auf Anhieb richtig gut gefallen hat ist „Generation USA“, der mich ein wenig an ihren Ueberhit „Kelly Osbourne“ erinnert, aber bei weitem nicht heranreicht. „Teenage Dinosaur“ (bekannt vom „Tower 13“LP-Sampler) und „Suburban Dream“ (ihre Single von 2006), zaehle ich ebenfalls zu den Highlights. Die restlichen 11 Songs koennen da kaum anschliessen und loesen nicht die Begeisterung aus, die ich erhofft habe. Jesse Rich klingt mir bei vielen Songs auch einfach eine Spur zu gelangweilt. Das wirkt sich musikalisch nicht gerade sehr vorteilhaft aus. Der Vergleich zu den fruehen SOCIAL DISTORTION ist leider auch nicht mehr so relevant wie etwa noch auf der „In The Bottles“. In vielen Belangen hat die Band wohl selbst ihre Scheibe tuechtig in den Sand gesetzt.
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CHANNEL 3 - „One More For All My True Friends“ DVD/CD
CHANNEL 3
„One More For All My True Friends“ DVD/CD
( TKO Records / TKORecords.com , Release Date: 29. April 2008 )
Gefreut hat es mich besonders, das CH 3 auf dem DVD-Cover, u.a. das Titelphoto von der Herbstausgabe 2003 des 3RD #26, was Rick Bain damals exklusiv fuers Heft geschossen hatte, verwendet haben. Die seit Kindesbeinen sehr eng befreundeten Mike Magrann und Kimm Gardener haben ihre Geschichte selbst in die Hand genommen und herausgekommen ist ein sehr persoenlicher und voellig Allueren freier Einblick in die Welt von Channel 3. Wie es der Titel schon vorweg nimmt, kommen Freunde und engere Weggefaehrten zu Wort und tragen ebenfalls entscheidend dazu bei, dass dieser Film eine glaubwuerdige Dokumentation geworden ist. Da von CH 3 leider kaum fruehes Filmmaterial existiert, wurde dieser Zustand ganz clever geloest, indem man haufenweise alte Fotos angesammelt hat und diese ersatzweise in dem Film immer mal wieder als ultraschnellen Zeitraffer verwendet hat. Filmemacher Erik Carreon ist es gelungen, die Geschichte von Channel 3 von Anfang bis Ende (offen) schluessig in Szene zusetzen. Dabei kommt nicht nur der Musiker zu Wort, sondern auch oftmals der Privatmensch, outside of the Punkrock-Game. Das sind eigentlich die Momente, die ich besonders mag, eben auch mal hinter die Fassade von Musikern zu schauen, wie sie ihren Alltag bestreiten, denn „Punk Rock Can Not Pay The Bills.“ Aber Mike und Kimm haben es wirklich gut getroffen und das bisherige Leben meint es mit ihnen sehr gut. Aus ehemaligen Freunden der Kinderzeit wurden junge Punkrock begeisterte Teenager, die in der Zeit als Ronnie Regan das Land regierte eine Garagenband gruendeten, die im Laufe der Zeit alle erdenklichen Up And Downs erlebten. Und nun nach all den Jahren sitzen da vor der Kamera zwei zufrieden wirkende Familienvaeter, die aus allem heil raus gekommen sind, und das heutige Leben auch wirklich zu schaetzen wissen. So hat es fuer mich auf jeden Fall den Anschein. Das macht den Film naemlich in seiner voellig unspektakulaeren Art so wunderbar sympathisch und menschlich. Hier wird nicht geprotzt und geprahlt, was fuer ein harter Knochen man doch frueher mal war und evtl. noch ist. Das hat ein Mike Magrann oder ein Kimm Gardener ueberhaupt nicht noetig. Schade nur, dass kein englischer Untertitel mitgeliefert wurde, denn so versteht man exakt nicht alle Storys. Als Special Features ist u.a. ein aktuelles Konzert aus „Alex´s Bar“ in voller Laenge zu sehen, wo viele alte Bekannte, wie etwa Jay Lansford sich nach langer Zeit wieder sehen. Der Sound von der Buehne klingt unglaublich frisch und auf den Punkt. Ein weiteres Feature ist die rare Aufnahme aus dem Jahr ´82, das von „Target Video“ damals produziert wurde, und in einem leer stehenden Lagerhaus gefilmt wurde. Ganz klar, diese DVD ist der Tipp des Monats Mai!
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THE CHORDS - „The Mod Singles Collection“ CD
THE CHORDS
„The Mod Singles Collection“ CD
( Captain Mod Records / CaptainOi.com , Release Date: 21. April 2008 )
(O-Ton aus dem Print-3RD #20 zu der CD-Review „So Far Away“: „Auf diesen Moment habe ich wirklich ewig gewartet! Im „3rd Gen. Nation“ #6 vom Jan. ´96 hatte ich noch zu Papier gebracht: „......heutzutage wuerde ich nur noch fuer einige wenige Platten ein paar Mark mehr auf den Tisch legen, wie z.b. fuer die erste Chords-LP........“, das Thema hat sich nun endgueltig erledigt. Zuvor hatte ich diese phantastische britische Mod-Scheibe nur auf Tape, dann kam vor einiger Zeit ein ziemlich gut gemachtes Vinyl-Bootleg daher, und nun setzt „Captain Oi!“ den finalen Schlusspunkt. Also, die CD beinhaltet natuerlich die kompletten 12 Songs des Album aus dem Jahre 1980, mit ihren Hymnen-Klassikern „Maybe Tomorrow“ oder „Something´s Missing“, sowie einen satten Bonus von 11 weiteren Songs!!! Darunter viele Single-B-Seiten, die erste Single „Now It´s Gone“, oder die Songs von der Gratis-7“inch, die bei den ersten Kopien des Album beilagen. Das Ganze dann als Picture-CD, inkl. eines erstklassig ausgestatteten Booklet mit Original-Covern. An Perfektion nicht mehr zu ueberbieten. Grossartig, einfach grossartig!!!!!“) Nun nach gut neun Jahre wartet das Label mit einem weiteren Knaller-Release der „SEX PISTOLS of Mod“ auf. Man muss zwar eingestehen, dass hier viele Ueberschneidungen vorliegen, denn von den 20 Songs sind nur sieben Songs quasi neu. Dafuer allerdings komplett neu gemastert und das Booklet bietet zudem eine ausfuehrliche Band-Geschichte vom Mod-Spezialisten Chris Hunt. Zu den sieben neuen Songs gehoeren u.a. die letzten beiden Singles der Chords, „One More Minute“ und „Turn Away Again“, die nach dem Weggang von Billy Hassett mit dem neuen Saenger Kip Herring – der wiederum fuer Knox bei zwei VIBRATORS-Singles 1980 aushalf – aufgenommen wurden. Ausserdem sind auch die drei Bonus-Tracks nicht zu verachten. Handelt es sich doch dabei um bislang unveroeffentlichte different versions der Songs „So Far Away“ + „Now It´s Gone“, sowie dem bislang unbekannten „Empty Dreams“, der anscheinend fuer eine B-Seite gedacht war.
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THE CUTE LEPERS - „Can´t Stand Modern Music“ CD digi-pak
THE CUTE LEPERS
„Can´t Stand Modern Music“ CD digi-pak
( Damaged Goods Records / DamagedGoods.co.uk , Release Date: 28. April 2008 )
Wenn ich richtig mitgezaehlt habe, besteht die neue Band von den Ex-BRIEFS Steve E. Nix und Kicks aus sieben Personen. Was macht solch ein Tross dann speziell auf der Buehne? Nun, ein Live-Video von der Band auf YouTube gibt direkten Aufschluss. Die drei Maedels in der Band bilden den Tambourine schwingenden Backin´ Voc.-Chor. Die Jungs sind derweilen mit ihren Instrumenten beschaeftigt. Es waere wohl zu unfair, um zu schreiben, dass sich the Cute Lepers wie The Briefs anhoeren. Natuerlich merkt man, das hier zwei von the Briefs mitspielen, aber fuer Steve E. Nix und Kicks sind the Cute Lepers so was wie eine zweite Haut und bestimmt auch ein voellig anderes Paar Schuhe. Der Sound der elf Tracks hat direkt beim ersten Hoeren einen unglaublich hohen Wiedererkennungswert! Aehnliches passierte mir uebrigens letztens beim aktuellen Album der BUZZCOCKS „Flat-Pack Philosophy“! Im Gegensatz zu the Briefs sind the Cute Lepers auch um einiges abwechslungsreicher und haben dabei richtige Hits auf Lager. Der Unterhaltungswert ist bei Songs wie „Terminal Boredom“, „Cool City“ oder „Opening Up“ wirklich enorm! Getreu dem CD-Titel „Can´t Stand Modern Music“ liegen nach meiner Ansicht auch leichte Anfluege von JOHNNY MOPED, TEENAGE HEAD und THE BARRACUDAS in der Luft. Und BEN WEASEL muesste dieses Album eigentlich vom Fleck weg heiraten! Tolles Debuet!
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DONOTS - „Coma Chameleon“ CD
DONOTS
„Coma Chameleon“ CD
( Solitary Man Records / Bukee Promotion , Release Date: 28. Maerz 2008 )
Nach staendigen Querelen mit ihrer letzten Plattenfirma nahm die Band selbst das Heft in die Hand und gruendete ihr eigenes Label, welches hauptsaechlich von ihrem Saenger gemanagt wird. Auf diesem ist nun ihr aktuelles Album erschienen. Alles Neue macht der Mai, koennte man da vermuten, denn mit der selbst gewaehlten Unabhaengigkeit hat die Band auch musikalisch ziemlich ungewohnte Wege bestritten. Das bedeutet, dass man sich noch mehr vom Punk entfernt hat. Zwar spuert man immer noch, woher die Jungs einst hergekommen sind, aber die reinen Rock-Elemente dominieren die 11 Tracks ganz eindeutig. Wie es beinahe schon zu einer gewissen Tradition geworden ist, verpulvern die Donots auch auf „Coma Chameleon“ ihr bestes Material am Anfang der 37 Minuten langen CD. Ihre besten Songs sind von daher „Break My Stride“, „Pick Up The Pieces“ und „Headphones“, wobei „Break My Stride“ ein voellig ueberraschendes Gitarren-Intro bietet, was mir so auch noch nicht untergekommen ist. Allerdings sollte ich einraeumen, das ich zunaechst mit dem neuen Sound der aktuellen ANTI-FLAG CD „The Bright Lights Of America“ auch einige Anlaufschwierigkeiten hatte, die sich dann aber doch recht schnell verfluechtigten. Nun, vielleicht tritt dieser Fall ja auch irgendwann bei den Donots ein. Im Moment allerdings sind mir einige Songs einfach zu verspielt.
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THE FORGOTTEN - s/t CD
THE FORGOTTEN
s/t CD
( TKO Records / TKORecords.com , Release Date: 01. April 2008 )
Ihr letztes Album liegt nun schon sechs lange Jahre zurueck. Jeder haette annehmen koennen, dass sich die Band in der Zwischenzeit in Wohlgefallen aufgeloest habe. Nun, dem ist eben nicht so! Der Saenger hat zwar ein paar Pfund zugelegt und klingt auch irgendwie anders als auf frueheren Scheiben. Irgendwie schwerer, haha…., ein Super-Joke am fruehen Morgen, Herr Real Shock! Aber so komisch rausgepresst als wenn ihm das ueberfluessige Fettgewebe staendig im Weg waere. Real Shock, jetzt komm mal wieder janz schnell runter mit deinen primitiven Scherzchen! Okay, aber einen hau ich noch raus: „Donnerwetter, Donnerwetter – Alle Leute werden fetter“. Na ja, du solltest selbst lieber den Ball schoen flach halten mit deinem heran gezuechteten Schmierbaeuchlein aus Suesskram. Alright Alter, Peace! Echt, man sollte Reviews nicht unter Druck schreiben oder an einem Montag. Da kommt nur so eine halbgare Gruetze bei raus! Nun aber zum wesentlichen. Frisco´s Forgotten hoeren sich auf ihren 14 Tracks so an, als waeren sie niemals so lange vom Fenster weg gewesen. Soll bedeuten, ihr Sound bleibt der herkoemmliche Street-Punk, der auch mit Produzenten Lars Frederiksen (RANCID) keine wirklichen Ueberraschungen zu bieten hat. Dafuer sind die Songs einfach viel zu schnell zu durchschauen. Wirklich einfallslos wird es mit Track sieben „We Got The Numbers“, der vom Anfang bis zum Refrain original von „Tomorrows Girls“ der U.K. SUBS gemopst wurde. Das haette man sicherlich etwas geschickter anstellen koennen! Und wenn, wir schon dabei sind, „Knife Edge“ von der GBH „Leather Bristles Studs & Acne“ 12“inch haben sie dagegen wirklich gut hinbekommen. Ihr letzter Song „The Endless Parade“ klingt so ein wenig wie ein SUBS/VIBRATORS-Mix aus „Warhead“ und „Troops Of Tomorrow. Und early EXPLOITED-Einfluss ist auch auf vielen Songs deutlich zu erkennen. Fakt ist, das die Band mit ihrer „Comeback“-Scheibe auf Nummer sicher gegangen ist und ihrem very british gepraegten Punk weiterhin die Stange haelt. Fein verpackt in einem digi-pak mit schicker aufgedruckter Japan-Banderole. Schliesslich hat man ja das zehnjaehrige Bestehen der Band zu feiern.
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GUANA BATZ - „Loan Sharks” CD
GUANA BATZ
„Loan Sharks” CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 24. Juni 2008 )
Diese Band gilt nun schon seit 25 Jahren als eine echte Groesse in der Psychobilly-Szene. Das „Lone Shark“-Album wurde original 1986 bei „I.D. Records” veroeffentlicht und erreichte damals Platz zwei der englischen Independent-Charts. Das Album ist wohl auch deswegen in der Szene so gefragt, weil hier viele Songs enthalten sind, die auf den Konzerten als echte Live-Favoriten gelten. Es kann uebrigens durchaus sein, das sich die Band demnaechst fuer ein neues Studioalbum trifft.
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GUITAR GANGSTERS - „Razor Cuts – The Best Of Guitar Gangsters” CD
GUITAR GANGSTERS
„Razor Cuts – The Best Of Guitar Gangsters” CD
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 21. April 2008 )
Die Guitar Gangsters spielten am Pfingstsonntag den letzten Termin ihrer Tour gemeinsam mit den LURKERS, TV SMITH und dem special guests 999 im Duesseldorfer “ZaKK”. Wir hatten unsere Karten vorsichtshalber gut zwei Monate vorher online bestellt gehabt. Abendkasse war uns zu unsicher. Da aber das Wetter ueber Pfingsten so traumhaft schoen war, entschieden Karin und ich uns spontan um, und haben das Grillen mit einigen Freunden in unserem heimischen Garten vorgezogen. Gut, wir hatten jeder 16,00 EUR fuer die Karte in den Wind geschossen, was mich auch ziemlich stoerte. Denn auch meine Aktion ueber MySpace, die Karten kurzfristig fuer zusammen 20,00 EUR abzustossen erwies sich als Pleite. Keiner meiner „785 Freunde“ biss an! Heute hab ich dann die Tickets in den Muell geworfen! Normalerweise fahre ich aber schon auf das Konzert, wenn ich Tickets ueber den Vorverkauf klargemacht habe. Denn die Line-Up las sich ja wirklich ganz gut. Endlich mal wieder ein Package, wo die musikalische Richtung im Einklang lag. Und der Preis hielt sich auch im Rahmen. Zugegeben, es waren jetzt keine echten Brueller darunter, alle Bands hatte ich schon vorher zig Mal gesehen gehabt. Und einzig und allein 999 haetten mich ein wenig mehr interessiert, da ich ihre aktuelle CD „Death In Soho“ als sehr gelungen ansehe. Von den Guitar Gangsters war ich allerdings live noch nie wirklich angetan gewesen. Ich kann mich an eine Show vor zig Jahren im Voerder „Rolling Stone“ erinnern, wo die Band im Nebenraum spielte, und ich als Punkrock-DJ im Disco-Bereich fungierte. Da aber zu dem Zeitpunkt fast alle hinten waren um sich die Band anzuschauen, riskierte ich natuerlich auch mal einige ausgiebige Blicke. Da tat sich nicht wirklich viel auf der Buehne. Die Gebrueder Ley, Phil and Peter, standen mit ihren Gitarren beinahe regungslos vor ihren Mikrophonen, waehrend Steve Brewer gemaechlich am Schlagzeug seine Arbeit verrichtete. Das nennt man dann wohl altbackener 77er. Nun, auf Platte klang das immer deutlich lebendiger! Und so war ich auch sofort nach ihren ersten Songs „That´s When The Razor Cuts“ und „Everybody Wants To Be My Friend“ – im November 1989 vom „Underground Rockers Vol.1“-Sampler – ein erklaerter Liebhaber ihrer Musik geworden. Auch ueber ihre nachfolgenden Studio-Alben verlor ich in meinen Besprechungen fuer das 3RD nicht ein boeses Wort und war immer ziemlich begeistert gewesen. Im Studio funktionierte ihr 77er-Punkrock prima, der mich natuerlich besonders an viele britische Combos der ersten Punkrock-Welle erinnerte, aber ganz gezielte Einfluesse sah ich z.B. durch THE PROFESSIONALS und durch die kanadischen FORGOTTEN REBELS. Auf dieser CD sind 23 Songs hauptsaechlich aus ihren vergangenen sieben Studio-Alben zusammen getragen worden. Auch wenn sie mit den Jahren ein wenig abgebaut haben, so bleiben die Songs allgemein gesehen doch eindeutig ueber dem herkoemmlichen Durchschnitt.
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THE HEAD - „Still Nothing To Do In A Town Like Leatherhead” CD
THE HEAD
„Still Nothing To Do In A Town Like Leatherhead” CD
( Detour Records / Detour-Records.co.uk , Release Date: 16. Mai 2008 )
„Detour Records” bleibt eine Klasse fuer sich, wenn es darum geht unbekannte 70er-Bands aus der tiefsten englischen Provinz auszugraben, die es vielleicht auf ein oder zwei Singles gebracht haben. Von The Head kannte ich bis dato (natuerlich mal wieder) rein gar nichts! Auf ihrer ersten Single „Nothing To Do In A Town Like Leatherhead”, die im Januar 1980 erschien, besingen sie die brennende Langeweile als Jugendlicher in ihrem kleinen Heimatstaedtchen. Gesangstechnisch erinnert mich das spontan an THE SHAPES. Rein musikalisch betrachtet war es so unglaublich typisch fuer diese spezielle Zeit. Genau so und nicht anders haben sich eben kleinere Bands mit ihren ersten Singles damals angehoert. JOHN PEEL fand an der B-Seite „University´79“ eher Gefallen und so spielte er den Song oefters in seiner Show auf „Radio One“. Weil die Band neben der klassischen Vierer-Besetzung Bass-Drums-Gitarre-Gesang einem Keyboard ebenfalls den Platz fuer ein vollwertiges Instrument einraeumten, war der Vergleich zu NICKY AND THE DOTS oder ENGLISH SUBTITLES nicht sehr weit. Allerdings klang The Head im Umgang mit ihren Instrumenten doch noch zunaechst reichlich unbedarft. Das aenderte sich aber schlagartig mit der Einspielung ihrer zweiten vorgesehenen Single „Middle Class Revolution“, die schon eine deutlich klarere Linie fuhr, als ihr holpriges, aber aeusserst charmantes Debuet! Doch leider kam es durch unglueckliche Umstaende seitens des Plattenlabels „Ellie Jay“ nie zur Veroeffentlichung. Weiteres Material der 14-Track-CD entstammt aus dem „Quarry Hanger Tape“ und den „Granny Sessions“, dass sorgfaeltig im Studio nachbearbeitet wurde. Zu dem Titelsong gibt es als Bonus sozusagen mit Track 15 noch eine gut gemachte Slide-Show! Rein optisch uebrigens kam The Head damals einer typischen Lausbuben-Band vom Schlage der UNDERTONES gleich. Knapp 30 Jahre spaeter fand die Original-Besetzung im Mai 2008 wieder zusammen, um im Rahmen der Album-Veroeffentlichung einige Termine zu spielen.
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I WALK THE LINE - „Black Wave Rising“ CD
I WALK THE LINE
„Black Wave Rising“ CD
( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 25. April 2008 )
Deutlich verbessert melden sich Helsinkis I Walk The Line mit einem dritten Studio-Album zurueck. Das der Titel der CD eine Anlehnung an das „New Day Rising“-Album von HÜSKER DÜ sein koennte, bleibt natuerlich nur Spekulation meinerseits. Mittlerweile haben die Skandinavier einen richtig eigenen Sound kreiert, der besonders aus zahlreichen Einfluessen der 80er entspringt. Ihre minimalen Schwaechen liegen in der Gestaltung der Strophen-Parts, doch spaetestens die Mittel-Parts und besonders die exzellenten Refrain-Parts entschuldigen diese geringen Mankos und lassen sie ganz schnell in Vergessenheit geraten. Allerdings ist die Stimme fuer mich persoenlich manchmal etwas gewoehnungsbeduerftig, da sie mich leider oft genug an die voellig ueberbewerteten BEATSTEAKS erinnert. Die elf Tracks bewegen sich aus rein musikalischer Sicht irgendwo zwischen THE BRIEFS, THE WIPERS, THE DAMNED und THE HIVES, wobei das Orgel-Spiel den alles entscheidenden New Wave-Kick gibt. „Trouble Seeker“ und „Black Wave“ stechen bei ersten Hoerausfluegen besonders hervor!
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THE JONESES - „Criminals / Tits And Champagne“ CD
THE JONESES
„Criminals / Tits And Champagne“ CD
( Full Breach Kicks / FullBreach77.com, Release Date: April 2008 )
Ihre ersten Songs bleiben ganz klar die besten! „Criminals“ ist und bleibt ein Knaller vor dem Herrn! Hier laesst sich auf exakt 2:36 Minuten die ganze Klasse der L.A.-Band erkennen. NEW YORK DOLLS, DEAD BOYS und JOHNNY THUNDERS, das sind die Namen die immer wieder in Verbindung mit den Joneses fallen. Weitere Beispiel sind „Fix Me“ und „Ms. 714“. Abgefuckter geht es wirklich nicht mehr! Genialer Junkie-Sound auf Speed, den auch ein Stiv, ein Johnny, ein Cheetah und all die anderen Jungs in ihren besten Tagen nicht besser hinbekommen haetten. Ansonsten gibt es noch genialen Trash-Rock’n’Roll mit „Bedrock“ und „White And Pretty“, der mich unweigerlich an New Orleans erinnert. Als einzigen und minimalen Fehltritt wuerde ich das Cover von ELTON JOHN´S „Crocodile Rock“ bezeichnen. Aber, die Joneses haben dem Liedchen so viel an New Yorker Attituede einverleibt, das die ehemalige peinliche Pop-Harmlosigkeit ueberhaupt nicht wieder zuerkennen ist, und sich eben typisch wie the fuckin´ Joneses anhoeren. Damit waere die „Criminals“-12“ beendet. Vorhang auf fuer die zweite 12“, „Tits And Champagne“. Die laesst es etwas behaebiger angehen. Die Produktion ist nun zu meinem Bedauern ein wenig steriler und nicht mehr so scheisse-ungestuem, wie auf der „Criminals“. Der Piano-Einsatz kommt aber gut beim Opener „I Wanna Buy You A Ring“. Irgendwie werde ich aber den Eindruck nicht los, das man mit der zweiten 12“inch versucht hat, sich der Rotzigkeit der ersten 12“inch zu entziehen, um eine musikalisch ausgefeilte Scheibe anzustreben. Und das geht dann auch leicht in die Binsen, wie ich finde. Mehr STONES als DOLLS, you know. Dafuer bleibt aber ihre erste 12“inch der Hammer! Beide EPs kamen im Laufe der 80er raus. Die Songs sind fuer die CD extra ueberholt worden, in neu-deutsch nennt man das re-mastered. Saenger Jeff Drake steuert im Booklet ausfuehrliche Linernotes bei und die Texte hat man auch nicht vergessen abzudrucken. Ganz klar, eine absolut wertvolle Release!
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KEEGAN - „Looking Out For No.1” CD
KEEGAN
„Looking Out For No.1” CD
( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 11. April 2008 )
Dem Namen nach koennte die Band original aus England kommen. Aber nee, die vier Jungs kommen direkt um die Ecke. Aus Koeln! Welch eine Ueberraschung! Und das ist wirklich ernst gemeint. Denn streng genommen gehoeren sie mit ihrer ersten full-length ins Vereinte Koenigreich, so zwischen FRANZ FERDINAND und all den anderen netten und brav anzuhoerenden Brit-Poppern, die keiner Fliege was zu leide tun. Mir persoenlich fehlt hier so einiges bei den elf Songs, der noetige Drive, das Tempo oder mal eine etwas leidenschaftlichere Gitarrenvariante. Soll es ja im Power-Pop geben. Hab ich mir sagen lassen. Keegan, das ist mir einfach zu lieb und zu gefaellig. Schad.
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LEGION OF PARASITES - „Another Disaster“ CD
LEGION OF PARASITES
„Another Disaster“ CD
( Overground Records / OvergroundRecords.co.uk , Release Date: 05. Mai 2008 )
Gut 52 Minuten poltert die Legion Of Parasites, die sich 1981 in dem beschaulichen Oertchen Pavenham gegruendet hat, ihre insgesamt 26 Songs raus. Die damals jungen Punk-Kiddies zwischen 14 und 17 entdeckten bald die Combo CRASS und fuehlten sich sowohl musikalisch als auch politisch sehr von der ganzen Anarcho-Punk-Kiste angezogen. Um es kurz zu machen: Auf der CD befinden sich ihre ersten Aufnahmen aus den „Hero Studios“ in Luton und aus den „Rocksnake Studios“ in Rushden. Beide Sessions entstanden 1982 und einige Songs davon schafften auch den Sprung auf diverse LP-Compilation, wie etwa der doch ziemlich bekannte Sampler „Bollox To The Gonads, Here´s The Testicles“ auf „Pax Records“ oder der amerikanische „Empty Skulls Vol.2“-Sampler auf „Fartblossom Records“. Drei Jahre spaeter war die Zeit reif fuer das erste Album „Prison Of Life“, welches mit seinen 14 Liedern am Ende der CD komplett vertreten ist und seines Zeichens auf dem band-eigenen Label „Trash Records“ veroeffentlicht wurde. „Overground“ kuendigt uebrigens eine weitere Ansammlung ihrer spaeteren Werke, u.a. das „Stud Records“-Material, im beiliegendem Info-Blatt an.
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THE LOYALTIES - „So Much For Soho” CD
THE LOYALTIES
„So Much For Soho” CD
( Devils Jukebox Records / MySpace.com/TheLoyalties , Release Date: 05. Mai 2008 )
Bei den Loyalties trifft man auf alte Bekannte! Und so war es dann auch kein grosses Problem an ihre erste CD ranzukommen. Ex-BLACK HALOS Gitarrist Rich Jones kannte mich noch von damals, als ich das Interview mit ihnen Ende der 90er fuers 3RD gemacht habe. Und das hier jemand von den BLACK HALOS mitwirkt, ist auch sofort rauszuhoeren. Rich Jones drueckt mit seinem typischen Gitarrenspiel seinen Stempel auf das Gesamtpaket der Loyalties, die urspruenglich aus den YO-YO´S hervorgegangen sind. Denn nach dem sich Rich von den BLACK HALOS in Richtung Kalifornien verabschiedet hatte, um u.a. bei den abscheulichen AMEN mitzuspielen landete er irgendwann dann in London und schloss sich wie gesagt zunaechst den YO-YO´S an. Es sollte aber nicht sehr lange dauern und die Loyalties gingen mit Tom Spencer am Gesang und Craig Herdman am Schlagzeug an den Start. Verstaerkung kam dann noch von Lee Jones, der vorher bei den voellig ueberbewerteten DEADLINE den Bass gespielt hatte. Uebrigens, Rich und Tom spielen nebenbei auch in der neuen Besetzung von NEW YORK LOOSE mit, da Saengerin Brijitte West sich vor Jahren in London niedergelassen hat. So einige musikalische Werdegaenge koennen schon wirklich interessant sein. Nun, auf ihrer ersten full-length gibt es 12 sehr straighte Punk’n’Roll-Tracks zu hoeren, die zwar ueberdurchschnittlich gut sind und mit dem Opener „Jimmy Does“ auch einen echten Hit im AMERICAN HEARTBREAK/THE BOYS-Stil zu bieten hat, aber irgendwie hatte ich mir doch etwas mehr erhofft. Die CD laeuft halt durch, ohne dass es mich wirklich packt, wie etwa bei der RADIO DEAD ONES Scheibe, mit denen die Loyalties natuerlich auch befreundet sind. Aehnliche Probleme hatte ich ja bereits bei der aktuellen Platte der BLACK HALOS angemeldet gehabt.
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OIRO - „Vergangenheitsschlauch“ CD
OIRO
„Vergangenheitsschlauch“ CD
( Flight 13 Records / RookieRecords.de , Release Date: 25. April 2008 )
Machen wir es kurz! Oiro, was fuer ein bescheuerter Bandname! Das erinnert mich immer noch an die daemlichen Wortspiele aus den 80ern, als Oi! in die Punk-Szene schwappte. Fand ich schon immer voellig daneben. Dann haetten wir da noch den CD-Titel: Vergangenheitsschlauch! Nee, Leute, ohne me, wa! Aber da meine ich endgueltig zu wissen, was fuer ein Sound von Oiro zu erwarten ist. Nein, keinen schlechten Oi!, sondern so komplizierte meist schraege Geraeusche, die sich ja auch schon MUFF POTTER oder ganz speziell TURBOSTAAT auf die Fahne geschrieben haben. Die deutschen Texte sprechen eine aehnlich verstoerte Sprache, die kein Mensch versteht. Im Booklet dazu noch Texte in unleserlicher Schreibschrift. Unzumutbar! Wieder mal so absolut typisch! Mir bleiben solche Bands ein ewiges Raetsel. Da bekomm ich Depressionen von! Nur weg von hier!
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THE SCOURGE OF RIVER CITY - s/t CD
THE SCOURGE OF RIVER CITY
s/t CD
( Cherry Bomb Recordings / CherryRed.co.uk , Release Date: 14. April 2008 )
Auf dem neu gegruendeten Label von „Cherry Red“ macht sich nach der ersten Veroeffentlichung aus dem Psychobilly-Bereich nun eine Punk-Band breit. Punk-DJ Mike Davies von Radio 1 und Simon Nott vom „Big Cheese Magazine“ haben die Band schon mit reichlich Lob ins Rennen geschickt. Der Saenger mag ganz offensichtlich die MISFITS, das hoert man oft genug sehr gut raus. Ueberhaupt, spricht diese englische Band eher die amerikanische Punk-Sprache. Musikalisch laesst man sich allerdings alle Tueren weit offen. Ein gewisser Rockabilly-Touch mischt die insgesamt 12 Songs genauso gut durch wie ein kraeftiges Ska-Hoch oder ein wuerziger Country-Uebergang. Aber von den MISFITS kommen sie die ganze Zeit nicht wirklich los. Alles in allem eine interessante Mischung, die allerdings bei mir nicht so richtig zuenden will. Kommt ja auch nicht von ungefaehr, das ich seit Monaten ueberlege, ob ich nicht mein MISFITS-Vinyl auf eBay einstelle. Denn ein grosser Fan war ich von dieser Band noch nie gewesen!
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SUPERNICHTS - „Fixpunkte & Bojen“ CD
SUPERNICHTS
„Fixpunkte & Bojen“ CD
( Impact Records / Gordeon Promotion , Release Date: 11. April 2008 )
Die Band bezeichnet ihre Musik selbst als Asi-Pop. Damit ist alles gesagt.
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THE TURNPIKE CRUISERS - „Rockin´ Possessed 1984-1986“ CD
THE TURNPIKE CRUISERS
„Rockin´ Possessed 1984-1986“ CD
( Cherry Red Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 12. Mai 2008 )
Seit wann gibt es beim Psychobilly eigentlich ein Sax oder eine Trompete? War mir bisher aeusserst fremd. Aber ich bin ja auch kein Fachmann auf dem Gebiet, obwohl hier in den letzten Jahren die eine oder andere Psychobilly-CD von mir besprochen wurde. Nun, dieser bunt zusammen gewuerfelter Haufen beweist in jedem Fall das Gegenteil, und die Blasinstrumente fuegen sich ohne viel Aufhebens zu machen ins dichte Geflecht des Psychobilly-Sound ein. Der Preston/Blackpool-Clan war Mitte der 80er wohl besonders aktiv und spielte in der Zeit zwei Sessions ein. Die Sessions 1 + 2 wurden im Februar 1984 in den „Park Lane Studios“ aufgenommen, Session 3 stammt aus dem Jahr 86. Insgesamt ergibt das 18 Tracks, die sicherlich von vielen Freunden des englischen 80er-Psychobilly schon lange auf der Wunschliste standen. Und hier noch kurz eine Erklaerung zum Bandnamen: Der Turnpike Cruiser fungierte im Modelljahr 1957 als Mercury-Spitzenmodell und zeichnete sich durch ein besonders extravagantes Design und ungewoehnliche Ausstattungsmerkmale aus. Angeboten wurden ein zweitueriges Hardtop-Coupé, eine viertuerige Hardtop-Limousine und ein Cabriolet. So, haetten wir das auch geklaert.
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