* * * * * * Real Classic! , * * * * * Great Stuff! , * * * * Very Good! , * * * O.K. , * * Poor! , * Real Bullshit!

 

Hier nun das Update fuer Mai. Das Update fuer Juni erfolgt Anfang Juli 2010.  Wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

THE ALARM - „Direct Action” CD/DVD package
THE ALARM
„Direct Action” CD/DVD package
( The Twenty First Century Recording Company / TheAlarm.com , Release Date: 12. April 2010 )

Im Hinblick auf das neue Alarm-Album „Direct Action” hatte ich schon Wochen vor der eigentlichen Veroeffentlichung auf Verdacht einfach mal CHELSEA-Gitarristen James Stevenson angemailt, ob da evtl. eine Moeglichkeit fuer mich besteht, eine Promo-Copy zu ergattern. Als ich das Mail an James schon gar nicht mehr auf der Rechnung hatte, kam zu meiner ausserordentlich grossen Verblueffung eine positive Antwort von ihm zurueck. Er hatte das Mail an die Promo-Abteilung von The Alarm weitergeleitet, von der ich dann auch prompt eine Bestaetigung nur einen Tag spaeter in meinem elektronischen Briefkasten vorfand. Und dann dauerte es auch nur noch wenige Tage, als die CD ankam. Ich hatte mich auf eine schnoede Promo eingestellt, war dann aber hocherfreut, als ich tatsaechlich die offizielle Release in Haenden hielt. Und die beinhaltet auch noch zusaetzlich eine DVD, wo 11 von den insgesamt 14 CD-Songs plus zwei Bonus-Tracks als Video-Clips vertreten sind.
Nun, The Alarm begleiteten mich musik-technisch in den 80ern so rein gar nicht. Erst im zweiten Anlauf, als das Original-Mitglied Mike Peters, Gitarrist James Stevenson (CHELSEA), Drummer Steve Grantley (STIFF LITTLE FINGERS) und Bassist Craig Adams (u.a. SISTERS OF MERCY, THE CULT) Anfang 2000 ins Rennen schickte, wurde bei mir ein erstes richtiges Interesse geweckt. Der Ausloeser hierfuer war der Song „45 RPM“, von der 2004 erschienenen full-length „In The Poppyfields“, der nicht nur wegen des Titels gerade am Anfang an „78 RPM“ von STIFF LITTLE FINGERS erinnerte. Da hatte die Band wirklich einen glasklaren pUnKrOcK-Hit im klassischen 77er-Stil gelandet gehabt. Und so setzte sich das auch weiter fort, als 2008 das Album „Guerilla Tactics“ mit dem pUnKrOcK-Knaller „Three Sevens Clash“ erschien. Auch auf „Direct Action“ hoffte ich, das solch ein musikalisches pUnKrOcK-Geschoss um die Ecke kommt. Und die Band liess sich auch nicht lange bitten! Der Titelsong, der auch als Opener agiert kann es sofort mit den beiden anderen Smashern aufnehmen. Schon wieder solch ein absoluter Ueberflieger, ganz im Stile von THE CLASH und STIFF LITTLE FINGERS. Kaum zu glauben, das es immer noch einige, wenn auch wenige Bands schaffen, mich im Nu aus rein musikalischer Sicht gesehen, komplett zu vereinnahmen. Aber Mike Peters und James Stevenson sind ja damals mit dem Einmaleins des britischen Punk Rock der 70er aufgewachsen. Und ab und zu muss das heute halt immer mal wieder bei Gelegenheit raus. Nur so erklaere ich mir solche Glanzleistungen! Normalerweise gibt Mike Peters eine andere Richtung vor, die zu meinem Bedauern zu sehr auf die reine Rock- und Folkschiene abdriftet. So hinterlaesst „Direct Action“ zunaechst bei mir sehr gemischte Gefuehle. Die darauf folgenden Songs „Release The Pressure“ und „Plastic Carrier Bags“ koennen die anfaenglichen Erwartungen auf jeden Fall noch ein wenig hochhalten, aber der Gitarrensound zu „Loaded“, dem vierten Song der CD ist mir einfach viel zu Stadionrock-lastig. „One Guitar“ ist dann wieder ein richtig guter Song, zunaechst schoen ruhig vorgetragen, Mike und seine Gitarre dabei voellig im Einklang, yes, das passt! Dann wird es zwar wieder etwas rockiger, aber das haelt sich noch in annehmbaren Grenzen, da die Grundmelodie einfach hervorragend gespielt ist. Der Flair, der sich ueber diesen Song legt, erinnert an einen durch und durch ehrlichen Strassenmusikerpoeten. Der vorletzte Song „Freedom“ ist mir dann leider wieder eine Spur zu bombastisch ausgefallen. Mit dieser Umschreibung hat man auch auf diesem Album zu viel mit am Hut. Das idyllische „After The Rock And Roll Has Gone“ laesst mich aber wieder ganz schnell erstrahlen und somit klingt das Album sehr versoehnlich aus. The Alarm mag ich natuerlich am liebsten, wenn sie aus allen Gitarren ihr 77er pUnKrOcK-Feuerwerk abfeuern. Solange es auf jeder noch folgenden full-length solche Hochkaraeter wie „45 RPM“, „Three Sevens Clash“ oder heute eben „Direct Action“ gibt, bleibe ich der Band ganz dicht auf den Fersen.
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CENOBITES
„No Paradise For The Damned” CD
( Rebellion Records / Gordeon Promotion , Release Date: 28. Mai 2010 )
Ja, was haben wir denn hier? Das ist eigentlich so ein typischer MischMasch, auf den ich gar nicht kann. Hardcore, Metal, Psychobilly und Glam vermischt sich zu einem farblosen Brei, der wunderbar in die heutige Zeit passt, aber eben nix fuer mich alten pUnKrOcKeR ist. Ich finde die Stimme zum Reinschlagen, die Gitarre zum Kotzen, kurzum die Band aus Rotterdam macht (bei mir zumindest) alles falsch.
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DANKO JONES
„Below The Belt” CD
( Bad Taste Records / Revolver Promotion , Release Date: 14. Mai 2010 )
Die Promo ist genauso bescheuert aufgemacht wie die letzte. Ich zaehle 88 Tracks! Das Label muss ja echt voll die Panik schieben, das da irgendwelche Faxen mitgemacht werden. An was heute so alles gedacht wird. Sympathisch ist anders! Das Cover ist Poserdreck vom Allerfeinsten! Gut gebruellt Danko! Hahaha, ich lach mich schlapp! Tut das Not? Danko in der Mitte, wie so ein Scheiss-Pascha in einem fetten Korbsessel thronend, rechts neben ihm ein Loewe mit weit aufgerissenem Maul, und links eine daemlich aussehende (natuerlich) leicht bekleidete Tusnelda mit Silicon-Moepsen, gerade frisch von der Stange, aus dem OP entlassen. Wenn sich Danko gerne so sieht und verkaufen moechte, bitte schoen. Momentchen, ich muss noch mal kurz vor die Tuer und ablachen. Ansonsten gilt: FUCK THAT ROCKSTAR-BULLSHIT!!! Gut, die Musik. Ach, Musik gibt es auch? Ist ja toll! Ja die klingt an manchen Stellen ueberraschend punkrock-freundlich, an ganz ganz vielen Stellen moechte man sofort zur Kotzrinne laufen, immer dieses „Hard’N’Heavy“-Rumgezicke. Die Frage ist nur, was fuer abgefuckte Spacken sich solch eine CD zulegen und freiwillig ins Regal stellen? Haben alle keinen Geschmack mehr, die Leute von heute.
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IAN DURY - „Sex, Drugs & Rock’n’Roll & Other Assorted Glimpses” DVD
IAN DURY
„Sex, Drugs & Rock’n’Roll & Other Assorted Glimpses” DVD
( Odeon Entertainment / OdeonEnt.co.uk , Release Date: 10. Mai 2010 )
Dieses Review-Update haette auch ganz anders ausfallen koennen. Denn im Grunde genommen dachte ich, dass meine Promo-Anfragen bei einigen Labels ungehoert blieben. Aber dieser Fall trat gluecklicherweise nicht ein. Auch mit dieser DVD haette ich nie und nimmer mehr mit gerechnet. Unverhofft kommt (wohl doch) hofft! An dem Sprichwort scheint was dran zu sein. Gut, Ian Dury war ehrlich gesagt nie mein Fall gewesen. Aehnlich verhielt es sich damals in den 70ern auch mit ELVIS COSTELLO oder NICK LOWE. Trotzdem hatte ich ihn nie ganz abgeschrieben gehabt. Denn der ein oder andere Song war natuerlich gut. „Sweet Gene Vincent“ war dabei mein All-Time-Fave. Auf dieser DVD ist die Geschichte von Ian Dury noch einmal in eindrucksvollen Bildern festgehalten worden. Ausschnitte von Live-Auftritten wechseln sich ab mit Interview-Einspielungen. So und nicht anders stellt man sich eine gut gemachte Dokumentation vor. Dieses DVD wird Ian Dury in allen Belangen gerecht und erinnert noch einmal an einen der ganz grossen englischen Kuenstler, der vor zehn Jahren verstarb.
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JESSE MALIN & THE ST. MARKS SOCIAL - „Love It To Life” CD
JESSE MALIN & THE ST. MARKS SOCIAL
„Love It To Life” CD
( Sideonedummy Records / Sideonedummy.de , Release Date: 30. April 2010 )
Vielleicht gehoert dieses Album zu den etwas schwaecheren Solo-Scheiben von Jesse Malin. Wie immer, wenn ein neues Werk vom Ex-D GENERATION Saenger ansteht, ist bei mir im Vorfeld eine ganz spezielle erwartungsvolle Haltung vorhanden. Jesse Malin hat sich nun auf einem gewissen Level eingespielt, wo im Moment anscheinend keine Steigerung mehr zu erwarten ist. Deshalb war ich dann auch am Anfang etwas enttaeuscht gewesen. Das Highlight der 10-Song-CD ist sicherlich das zweite Stueck, „All The Way From Moscow“, was zwar nicht die Groesse von frueheren Songs wie etwa „Wendy“ oder „Prisoners Of Paradise“ besitzt, dennoch aber sofort bei mir haengen geblieben ist. Mit „Love It To Life“ ist Jesse diesmal leider nicht der ganz grosse Wurf gelungen.
( * * * * + )

LAUTSTUERMER
„Depopulator” CD
( Power It Up / Gordeon Promotion , Release Date: 21. Mai 2010 )
ONSLAUGHT fand ich mal gut, aber das ist knapp 30 Jahre her. Und lange Haare zum Headbangen hatte ich auch nie. Die sind hier aber ziemlich wichtig. Alter, wat ein Schrott! Ich fass es nich!
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DIE LOKALMATADORE - „Soehne Muelheims” CD
DIE LOKALMATADORE
„Soehne Muelheims” CD
( Teenage Rebel Records / Teenage-Rebel.de , Release Date: April 2010 )
Label-Chef Ruediger Thomas hat es nicht leicht mit dem ewig gestrigen 77er-Punker RealShock! Er muss Nerven wie Drahtseile haben, denn nach meiner letzten Abrissbirne-Review zur „Punk Weihnacht”-CD haette ich an seiner Stelle sicherlich nicht einen erneuten Versuch gewagt, weiteres Material der Lokalmatadore zukommen zulassen. Aber, nun gut, er hat es getan, mit der kalkulierten Vorahnung, dass ich auch an dem neuen Studio-Album der Muelheimer kein gutes Haar lassen werde. Und so ist es dann auch. 16 Songs befinden sich auf dem Teil, kein Liedchen kann mich dabei entzuecken. Rein musikalisch ist das ueber weite Strecken durchaus fuer meine Gehoergaenge annehmbar, aber die vorgetragenen Texte kann ich mir einfach nicht geben. Wie alt sind wir? 12? 13? Oder gar schon 14? Vielleicht wird es ja in zwanzig oder meinetwegen dreissig Jahren mal ein Wachsfiguren-Kabinett in der Muelheimer City geben. Dann stehen die Lokalmatadore mit Bestimmtheit ganz dicht neben HELGE SCHNEIDER in der Prominenten-Abteilung unter „Soehne Muelheims“.
( * * )

 

MASTERSWITCH - „More Action Replay“ CD
MASTERSWITCH
„More Action Replay“ CD
( Only Fit For The Bin / Detour-Records.co.uk , Release Date: 03. Mai 2010 )
Da staunte ich nicht schlecht, als ich ploetzlich den Song “Action Replay” auf Anhieb wiedererkannte. Und woher? Natuerlich von JOHN PEEL, der diesen Song einige Male in seinem Programm gespielt hatte. Super! Hat mich echt gefreut, diesen Song nach einer halben Ewigkeit in einer einwandfreien Version erneut zu hoeren. Aber sonst tut sich leider nicht mehr so viel auf der CD. Die restlichen 11 Tracks rutschen schon mal gerne ins reine Rock-Fach ab, was der Allgemeinstimmung nicht wirklich gut bekommt. Und das, obwohl die Band 1977 in allen gaengigen Londoner Punk-Clubs ihre Konzerte gab, sei es im „Rock Garden“, „Roxy“ oder „Vortex“. Rein musikalisch bleibt leider nur „Action Replay“ haengen. Schade…..
( * * * + )

MISCONDUCT
„One Step Closer” CD
( I Scream Records / Gordeon Promotion , Release Date: 14. Mai 2010 )
Melodic-Core aus Schweden, der doch sehr schnell runtergetreten wird und leider auch die nervenden Stop- And Go-Passagen beinhaltet. Nicht wirklich melodisch, einfach nur viel zu hektisch vorgetragen. Ausserdem bieten Misconduct auch noch genuegend Spielraum fuer reine Hardcore-Attacken. Am Mischpult wurde auch reichlich geschludert. Wirklich nicht die optimale Produktion. Schuss in den Ofen, wuerde ich mal sagen…..
( * * - )

MOFAKETTE - „Restschluck” CD
MOFAKETTE
„Restschluck” CD
( Toxic Toast / RookieRecords.de , Release Date: 28. Mai 2010 )
Wie kommt man nur auf den Trichter, die (wie auch immer) „musikalische Laufbahn(?)“ auf diese Art und Weise zu verramschen? Steckt da Absicht oder Methode hinter? Ich weiss es nicht! Mit dem nett gemeinten Hinweiss von Label-Boss Juergen Schattner „Hey Ralf, lass Dich nicht vom Cover abschrecken….!“, bin ich diese Scheibe dann auch angegangen. Okay, kommen wir zu den negativen Begleiterscheinungen dieser CD. Das Cover ist scheisse, der CD-Titel ist scheisse, der Bandname ist scheisse und das Trio hat sich dann auch noch zu allem Ueberfluss super-lustige Spitzname gegeben. So nennt sich etwa der Saenger/Gitarrist Lampe „Bandkoenig“, der Bassist Paddy „Bikekoenig“ und der Schlagzeuger Hotte „Bierkoenig“. Eigentlich waere hier fuer mich schon laengst Schicht im Schacht. Mit Sicherheit muss die Musik und die deutschen Texte bei so einer grauenhaften Vorgeschichte genauso scheisse sein. Tja, und hier kommen wir zum Knackpunkt der Besprechung! Mitnichten Sire! Denn die Musik ist klasse, und die Texte gehen auch voellig in Ordnung. Also, frage ich mich an dieser Stelle, zurecht und voellig fassungslos, warum nicht ein Bandname/Cover/CD-Titel gewaehlt wurde, der dessen musikalischer Inhalt auch wirklich gerecht wird? Kommen wir kurz zur Musik. Denn die ist teilweise so was von PowerPop und ModpUnK angehaucht, ganz im klassischen Stile frueherer U.K.-Bands aus den 70ern. Ab und zu rockern sie auch schwer los. Der Sound erinnert ebenfalls manchmal an die grosse Hamburger Punk-Schule, oder aber auch ein wenig an STUNDE X oder S-CHORDS. Dem Saenger kauf ich sofort jedes Wort ab. Der hat guten Rotz in seiner Stimme. So was mag ich ja. Die Band selbst, glaube ich, kann die Musik die sie da so vom Stapel lassen, gar nicht richtig einschaetzen. Grund zur Sorge ist da naemlich der Wortlaut auf ihrer MySpace-Seite. Da meinen sie doch allen Ernstes, das sich das ein bisschen, auch wie Against Me!, Randy und Kassierer anhoert. Okay, RANDY, keine Frage, kann ich unterschreiben, aber AGAINST ME! und noch tausendmal schlimmer die KASSIERER?????? Jungs, ihr seit da auf dem voellig falschen Dampfer! Was ihr wirklich braucht ist ein guter Berater, der die Lage erkennt und euch aus dem Sumpf des ultraschlechten Geschmacks endlich rausholt.
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TV SMITH - „Sparkle In The Mud” CD
TV SMITH
„Sparkle In The Mud” CD
( Boss Tuneage Retro / RookieRecords.de , Release Date: 25. Mai 2010 )
Um es mal vorsichtig zu umschreiben: TV Smith hat seinen Dachboden entruempelt und dabei fand er die ein oder andere bisher unveroeffentlichte Demoaufnahme aus den Jahren ´79 bis ´83. Nun, TV Smith-Fans werden sich sicherlich begeistert abwechselt auf die Schenkel kloppen, bis sie abfallen, ich hingegen lehne mich ganz sachte auf meiner Couch zurueck, und denke mir, haette man, tut aber nicht Not. Mit anderen Worten, der akustische Sperrmuell der vergangenen Jahrzehnte haette auch ruhig erst in ein paar Wochen abgeholt werden koennen. Die Zeit nach den ADVERTS war fuer TV Smith so eine Art Selbstfindungstrip. Heute haben wir uns alle beruhigt, wir wissen, wo wir TV Smith anzutreffen haben. In den meisten Faellen in einem kleinen verrauchten Hinterzimmer vor einer handvoll Zuschauern, nur mit Akustikgitarre und Mikro auf der vielleicht ein Meter hohen Buehne. Fuer die haerteren Sachen gibt es noch den Wum…aeh Vom von den ganz TOTEN HOSEN am Schlagzeug und fuer die absoluten Haertefaelle leckt sich jeder Punkrock-Musiker dieser Welt alle zehn Finger danach, mal im Background fuer TV die alten Hits mit runterzubraten. Eben, alles zu seiner Zeit. Teil Zwei der Aufarbeitung ist schon in Arbeit! Goettchen, wie viele Dachboeden hat der TV denn noch?
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TV21 - „Snakes And Ladders – Almost Complete: 1980-82” CD
TV21
„Snakes And Ladders – Almost Complete: 1980-82” CD
( Rev-Ola / CherryRed.co.uk , Release Date: 29. Maerz 2010 )
Machen wir es kurz! TV21, das war und ist Musik in meinen Ohren! Exakt genauso erging es mir damals auch bei „Teenage Kicks“, „Gotta Gettaway“ oder „Complete Control“. Musik, die nicht mehr aus meinem Kopf weichen wollte.
Wie es der Titel schon sagt, ist leider nicht der komplette Output auf der CD zu hoeren. So fehlen etwa die B-Seiten von drei Singles, sowie die neu eingespielte Version ihres Single-Klassikers „On The Run (Who’s Gonna Get Me First?)“, der damals auf der 10“inch „Something’s Wrong“ ebenfalls als B-Seite zu finden war. Gut, das kann man so halbwegs verschmerzen, find ich. Denn der Rest ist ja da! Ihre sechs Singles und die kompletten Songs ihrer damaligen full-length „A Thin Red Line“. Die Aufnahmen wurden selbstverstaendlich fuer den heutigen Markt „zugeschnitten“, also gemastert, so dass der Sound noch besser und druckvoller klingt. Auch nach so einem langen Zeitraum von 30 Jahren haben die Songs eine spuerbar aktuelle Relevanz zu bieten. Das schafften nicht viele Bands. Schon unglaublich, was da fuer eine musikalische Substanz hinter steckte. Wer noch ein wenig mehr von TV21 erfahren moechte, kann auch gerne die Kritik zu „Forever 22“ nachlesen. Ihrem ersten Studio-Album nach 28 Jahren, aus den Reviews vom Mai 2009.
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V.A.: „BRISTOL – THE PUNK EXPLOSION“ CD
V.A.: „BRISTOL – THE PUNK EXPLOSION“
CD
( Bristol Archive Records / BristolArchiveRecords.com , Release Date: 14. Juni 2010 )
Die CORTINAS machten 1977 als erste Punkrock-Band Bristol’s, ueber die Stadtgrenze hinaus, schnell von sich reden. Sie spielten im „Roxy Club“, nahmen eine JOHN PEEL Session auf, zierten das Frontcover einer „Sniffin’ Glue“-Ausgabe und veroeffentlichten auf „Step Forward“ gleich zwei grossartige Singles. Ihnen folgte die Band THE PIGS, die ebenfalls 1977 ihre erste Single aufnahmen, aber nicht so bekannt wurde wie die CORTINAS. In Bristol’s Undergroundwelt brodelte es lustig weiter und es gab immer mehr Bands, die nach nur wenigen Auftritten den direkten Weg auf Vinyl suchten und auch fanden. Wie etwa SOCIAL SECURITY, die erste Band auf dem „Heartbeat Label“. Auf dieser 20-Track-CD wird der musikalische Werdegang der Stadt Bristol waehrend der ersten (1977) und zweiten (etwa 1981) Bluetezeit des Punkrock in England sehr gut dokumentiert. Darunter sind auch sieben Songs vertreten, die bisher gaenzlich unveroeffentlicht waren. Und von einigen Bands hoere ich hier auch das erste Mal von. THE MEDIA, THE POSERS und THE PRIMATES fallen dabei sofort angenehm positiv auf. Yes, eben der gute alte schnittige pUnKrOcK der 70er!!! Von der Band 48 HOURS kannte ich ja schon das sagenhafte „Back To Ireland“ von der „4 Alternatives“-EP aus dem Jahre 1979. Hier auf dem Sampler gibt es eine weitere tolle Demo-Version des Songs, der aber den Titel „Soldier“ traegt. Ebenfalls ganz stark ist die Band THE X-CERTS mit „Fight Back“ und dem unglaublich coolen „Reggae/Punk-Song „Stop The Fussing And The Fighting“. Nun, den „inoffiziellen“ zweiten Teil der CD leitet natuerlich die wohl bekannteste Band aus Bristol ein, VICE SQUAD mit dem Titelsong ihrer zweiten Single „Resurrection“. Es folgte die bei mir weniger beliebte Hardcore-Aera mit Bands wie DISORDER, CHAOS UK, COURT MARTIAL, THE UNDEAD, CHAOTIC DISCHORD und LUNATIC FRINGE, die damals Anfang der ´80er alle ein Zuhause bei „Riot City Records“ fanden. ONSLAUGHT bilden den gelungenen Abschluss. Damals eine Band, die mit ihrer ersten LP „Power From Hell“ voellig neue musikalische Wege ging und auf jeden Fall die wegweisende Quelle fuer die nachfolgenden stumpfen Doom- und Thrashmetal-Bands war. Ja, ich gebe es zu: Auch ich war fuer kurze Zeit ein wenig angetan von diesem damals ziemlich abgefahrenen Energie-Sound.
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