* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

So, hier nun das Update fuer November. Das naechste Update erfolgt bereits am Mittwoch, 20. Dezember 2006. Danach geht es erst einmal in den Weihnachtsurlaub. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

BONECRUSHER - "Live At The Doll Hut" CD
BONECRUSHER
„Live At The Doll Hut” CD
( Class War Records / Knock-Out.de , Release Date: 27. Oktober 2006 )

Frei nach dem Motto, was kuemmert mich mein Geschwaetz von gestern muss ich meine Meinung teilweise revidieren. Schrieb ich noch im letzten Monat – dass ich mich im Laufe der Zeit an Bonecrusher wirklich restlos satt gehoert habe (Auszug aus der Review zu der Split-Doppel-CD von BONECRUSHER / OXYMORON „Noize Overdose“) – so hatte ich diese Live-CD nicht auf der Rechnung gehabt. Denn auf ihr werden hauptsaechlich Songs frueheren Datum, also als noch Raybo am Gesang dabei war, dem „Doll Hut“-Publikum im kalifornischen Anaheim vor den Latz geknallt. Das wiederum animierte mich dazu ihre zweite Studio-CD „Working For Nothing“ in einem Rutsch durchzuhoeren, um festzustellen, dass dies die beste Scheibe von Bonecrusher ist, und ich doch noch einen Bezug zu der Musik herstellen kann. Erstaunlich, oder? Auch wenn ich Gefahr laufe mich als kompletten Dauer-Dummschwaetzer zu outen – was mir eigentlich relativ egal ist – so sollte ich doch immer schoen bei der Wahrheit bleiben. Und die lautet, dass ich mit den alten Bonecrusher-Tracks nach wie vor gut zurechtkomme. Und von daher funktioniert die Live-CD besser als ich das erwartet haette.
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BRIAN O´BLIVIAN - "The Flash Before The Crash" CD
BRIAN O´BLIVIAN
„The Flash Before The Crash“ CD
( October32.com / MySpace.com/BrianOblivion , Release Date: 2004 )

Haben wir nicht alle Rotz und Wasser geheult, als die Neuigkeit 2002 durchsickerte, dass sich die TRASH BRATS aufgeloest haben? Eine Band, die zum festen 3RD-Inventar gehoerten. Es gibt unzaehlige Geschichten, die ich damals Mitte der 90er mit den Jungs aus Detroit erlebt habe. War das eine schoene Zeit! Einer der sympathischsten Bands, wenn nicht D-I-E sympathischste ueberhaupt, die ich seither kennen gelernt habe. Anyway, vielleicht war es aber auch schon laengst beschlossene Sache gewesen, als die Band 2001 auf ihrem letzten Album „American Disaster“ das CHEAP TRICK-Cover „Auf Wiedersehen“ am Ende der CD spielten. Waehrend Gitarrist Ricky Rat schon nach kurzer Zeit von sich reden machte indem er mit KEVIN K oder CHETTAH CHROME in den Staaten tourte, hoerte man vom Rest der Band eine ganze Zeit lang rein gar nichts mehr. Bassist Toni Romeo und Schlagzeuger Craig Cashew schienen dabei wie vom Erdboden verschluckt zu sein, doch Saenger Brian O´Blivian meldete sich dann als Naechster zurueck und brachte 2004 diese erste Solo-Scheibe auf dem Markt. Dabei griff Brian am Mischpult auf Tim Pak zurueck, der mit den TRASH BRATS u.a. an deren letztem Album gearbeitet hatte. Und das wirkt sich auch recht positiv auf die insgesamt 13 Songs aus. Sehr poppig, schoen melodisch, der Ohrwurm sagt brav „Guten Morgen“ + „Gute Nacht“, und der ein oder andere Song haette auch den TRASH BRATS verdammt gut gestanden. Glam-Technisch gesehen ausgezeichnet! Uebrigens: Toni hat bei der Rock’n’Roll Band EASY ACTION mittlerweile auch ein neues Zuhause gefunden und tourt mit ihnen im mittleren Westen der USA. Nur von Craig hab ich nichts mehr gehoert.
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EVIL CONDUCT
„Sorry…No!“ CD
( Knock Out Records / Knock-Out.de , Release Date: 27. Oktober 2006 )

Hollands Antwort auf England´s LAST RESORT! So steht es im Info. Und damit duerfte für mich jedenfalls alles gesagt sein. Auf dieser 18-Song-CD sind die ersten beiden, laengst vergriffenen Singles und das Debuet-Album, was vor Jahren das erste Mal auf „Skanky `Lil Records“ rauskam, vereint. Not My Stuff!
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THE GEE STRINGS - "A Bunch Of Bugs" CD
THE GEE STRINGS
„A Bunch Of Bugs” CD
( Dead Beat Records / GreenHell.de , Release Date: Oktober 2006 )

Was die Gee Strings nach wie vor auszeichnet ist die Gabe unbezwingbare erstklassige Snot-Songs frei von der Leber weg zu produzieren. So geschehen auch auf ihrer mittlerweile vierten Studio-Scheibe. Ich hab gerade die CD der HEART ATTACKS besprochen und da ist die neue Gee Strings eine absolute Wohltat gegen!!! Als wenn man sich eine ganze Tuete Fischerman´s Friend auf einmal in den Rachen schmeisst! Durchatmen bis Kante! Das nenne ich ein Hustenbonbon! Das nenne ich Punk Rock! Die Gee Strings geben auf allen 11 Tracks dem Punk Rock ausdruecklich den Vortritt. Vornehm formuliert geben sie einen Scheiss auf alle musikalischen Stroemungen und Fashion-Hair-Cu(n)ts, die irgendwann in den letzten Jahren mit Punk Rock in Beruehrung gekommen sind. Die Gee Strings behalten weiterhin ihren rasanten Kurs bei, wobei die beiden Original-Mitglieder, Saengerin Ingi und Gitarrist Bernadette damit beschaeftigt sind ihre Ausdrucksform weiter voranzutreiben. Das machen sie ausgezeichnet und harmoniert sensationell gut mit den beiden „Neuen“ alten Punkrock-Hasen, am Bass (Nik Nasty) und am Schlagzeug (Steve, The Beef). Mehr ist dem nichts hinzuzufuegen.
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THE HEART ATTACKS
„Hellbound & Heartless” CD
( Hellcat Records / Starkult Promotion , Release Date: 27. Oktober 2006 )

Es gibt Bands, da stimmt im Vorfeld zunaechst so einiges, um mein Interesse zu wecken. Wie etwa im Fall der Heart Attacks aus Georgia. Keine Frage, das ist ein cooler Glam-pUnK-Name fuer eine Band und das optische gepflegte Erscheinungsbild harmoniert ebenfalls ganz ordentlich mit den angegebenen musikalischen Vorbildern. Doch dann legt man die CD ein und irgendwie hat man vom ersten Augenblick so ein komisches Gefuehl, das das mit uns nicht wirklich was wird. Auch mit viel guten Willen werde ich mit den 12 Songs einfach nicht warm. Saenger Chase will man mir im Info als STIV BATORS „verkaufen“, was ja schon mal gar nicht hinhaut. Absolut laecherlich! Ich lach mich schlapp!!!! Aber das ist es nicht! Hauptsaechlich sehe ich das musikalische Befinden von den fuenf Buben in den typischen Rock’n’Roll-Posen. Die Band ist fuer mich deutlich naeher an AC/DC, ROSE TATTOO oder an fuckin´ GUNS ’N ROSES, als an D-GENERATION, TOWERS OF LONDON, BACKYARD BABIES oder BLACK HALOS. Der Punkrock-Einfluss kommt ganz eindeutig viel zu kurz und fliesst bei der Band erst ganz zum Schluss ein. Und das reicht einfach nicht! Das ist mir persoenlich zu glatt gebuegelt, zu aufgesetzt, und einfach nicht rotzig genug! Schade, da habe ich vorher ein voellig falsches Bild von den Jungs mit den schoenen Frisuren vermittelt bekommen. Sag mir, wer dein Friseur ist und ich sag dir, was fuer Musik die machen. Auf solche „Frisuren-Bands“ falle ich demnaechst bestimmt nicht mehr drauf rein!
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THE JACKS - "Concrete Death"  7" 4-song-e.p.
THE JACKS
„Concrete Death“ 7“ 4-song-e.p.
( RLD Records / MySpace.com/TheJacks , Release Date: August 2006 )

Eine Band die ich ebenfalls ueber “MySpace” kennen gelernt habe. Sie kommen aus New Jersey und spielen genial rotzigen US-Punk, der auf Bands wie the PAGANS, the WIPERS und the DEAD BOYS basiert und mit dem heutigen Orange County-Flair a la SMOGTOWN gesegnet ist! Vergesst solch neuen Poser-Bands wie the HEART ATTACKS, die mehr Zeit vorm Spiegel, als im Proberaum verbringen. Wenn ihr raeudigen Punkrock-Schmutz aus der Garage direkt auf dem heimischen Plattenteller geliefert bekommen wollt, genau so wie es frueher mal gang und gaebe war, dann versucht diese Band so schnell wie moeglich an den Start zubekommen. Nur, die Produktion ist leider etwas zu duenn ausgefallen. Und von daher „nur“ vier Sternchen. Mit einem dicken Plus aber dahinter!!!
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JETSET RADIO - "From Ashes To Life" LP
JETSET RADIO
„From Ashes To Life“ LP
( Wanda Records / WandaRecords.de , Release Date: Oktober 2006 )

Ich mag ja solche Bands. You know, ein wenig Emo-belastet, aber not too much, so dass der Punkrock-Background immer noch kraeftig durchschimmert. Jetset Radio aus Kronach (wo liegt das eigentlich, bitte schoen?) sind so eine Band. Bereits im Oktober 2005 kam die CD-Version auf „Kamikaze Records“ raus und nun ein Jahr spaeter war der Weg frei eine LP-Fassung folgen zu lassen. Jetset Radio spielen ihre elf Tracks schoen straight durch und verfallen zu keiner Sekunde in nerviges Gefrickel. Dafuer sind sie ungewoehnlich poppig angehaucht und kosten jede Melodie voll aus. Der Hit der LP ist sicherlich „Media Controlled“ und auch das darauf folgende „Modern Times Disasters“ zaehlt zu den Highpoints dieser viel versprechenden jungen Band. Die beiliegenden Infoblaetter vom Label gefallen mir uebrigens auch sehr gut! Alle wichtigen Infos sowie Bandphoto, Front- und Backcover in Farbe sind auf einem DIN A 4er uebersichtlich untergebracht.
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RADIO DEAD ONES - "Killers And Clowns" MLP
RADIO DEAD ONES
„Killers And Clowns” MLP
( Wanda Records / WandaRecords.de , Release Date: Oktober 2006 )

Der Saenger muss aber noch so einige Reissnaegel zwischen den Zaehnen stecken haben, denn solch eine derbe Reibeisenstimme zu intonieren, geht mit der Zeit sicherlich gut auf die Stimmbaender. Schon mal einen Platz im Krankenhaus auf dem Operationstisch reservieren! Die Stimme ist demnach so gar nicht nach meinem Geschmack, wie gesagt einige Laute zu hart fuer meine empfindlichen Punker-Oehrchen. Aber sonst ist bei den sechs Songs alles im gruenen Bereich anzutreffen. Die zugezogenen „Berliner“ aus Magdeburg – stimmt doch, oder?, hab ich irgendwann mal aufgeschnappt – liegen mit ihrem stark amerikanisch beeinflussten Street-Punk gut im „Trend“(?). Nein, natuerlich sind die Radio Dead Ones keine verschissenen Trendsetter, sondern vier aufgeweckte junge Punkrocker, die auf die US BOMBS, JOHNNY THUNDERS und THE CLASH stehen, und ihren Weg schon machen werden. Da mache ich mir keine Sorgen! Ein echter Segen, dass es solche Bands nach wie vor gibt und ebenso gut, das solche Labels, wie „Wanda Records“ existieren, die dessen Musik veroeffentlichen. Am ehesten erinnern mich Radio Dead Ones mit ihrem hymnen-haften Sound an the FORGOTTEN. Uebrigens: Schoene Homage an das „Super Black Markt Clash“-Cover! Ende des Jahres auf Deutschland-Tour mit SHOCK NAGASAKI! Auch in deiner Stadt! Das passt doch!
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THE SALT MINERS
„A Good Time To Be Had“ CD
( Woodshed Records / SaltMiners.com , Release Date: 2004 )
„Dressed For Excess” CD digi-pak
( Woodshed Records / SaltMiners.com , Release Date: 20. September 2005 )

In Detroit ist es hart, einen Ton zu finden, der nicht durch eine Maschine produziert wurde. Der Laerm der Industrie fuellt die Luft. Nun denn, diese „Einleitung“ entnahm ich der Biographie auf der bandeigenen Homepage. Wie ich durch das Internet herausgefunden habe existiert in Heilbronn eine „American Football-Mannschaft“, die sich diesen Namen ebenfalls zugelegt hat. Die Musik der Salt Miners aus Detroit spricht allerdings eine voellige andere Sprache(?). Und ist beileibe so gar nicht nach meinem Geschmack. Ich hab die Besprechung der beiden CDs deshalb auch zusammengelegt, weil ich vom musikalischen Standpunkt aus gesehen keinerlei Unterschiede feststellen kann. Im Betrieb ist da ein Banjo, eine Harmonika, eine Mandoline und ein Akkordeon. Sagt ja schon alles! Oder? Musik aus dem Irish Pub eben! Die beiden CDs haetten niemals den Weg zu mir gefunden, wenn sie mir nicht zufaellig Ex-TRASH BRATS-Saenger Brian O´Blivian zu seiner Solo-CD ins Paeckchen beigelegt haette. Bei den Salt Miners nennt er sich uebrigens Brian McCarty (wahrscheinlich sein richtiger Name!) singt und spielt Gitarre. Weil es Brian ist, werde ich mich mal von der gnaedigen Seite aus zeigen und drei Sternchen verteilen. Denn schlecht ist die Musik sicherlich nicht, aber eben nix für den ollen Real Shock, you know.
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THE SHOEMAKERS - "Turn Me On" LP
THE SHOEMAKERS
„Turn Me On” LP
( Wanda Records / WandaRecords.de , Release Date: Oktober 2006 )

the BRIEFS haben deutlich Spuren bei deutschen Bands hinterlassen. Von BORIS THE SPRINKLER ganz zu schweigen, denn die durchgeknallten Green Bay Punx sind hier zu Lande mittlerweile wieder so gut wie unbekannt. Aber woher kam dieser Comic-Style-Punk eigentlich? Gehen wir ins Jahr ´77 zurueck. Da machten vor allem in Scotland the REZILLOS und etwas spaeter in den Staaten DEVO diesen „Entwurf“ bekannt. Irgendwann wurde er von BORIS THE SPRINKLER, spaeter dann von the BRIEFS adoptiert. Und seitdem gibt es immer wieder Bands, die sich stark an diesem Konzept orientieren. Das trifft sicherlich auch groesstenteils auf die Shoemakers zu. Allerdings mit dem grossen Unterschied, das keine billige Schrammelgitarre zum Einsatz kommt, sondern sich das doch eher nach einem fetten RAMONES-Marshall anhoert. Dreizehn Mal gehen die Shoemakers auf ihrer Debuet full-length mit dir Schlitten fahren! Da gibt es maechtig was auf die Glocke! Und Boredom hat Sendepause! Ist eine durchgaengig feine Platte mit reichlich Abwechselung im ´77er Garagen-Punk-Bereich, die da auf dem schwarzen Vinyl gepresst wurde. Keine Beanstandung von meiner Seite. Die wird sicherlich noch oefters ihre wohlverdienten Runden auf meinem Plattenspieler drehen.
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STATUES - "New People Make Us Nervous" CD
STATUES
„New People Make Us Nervous” CD
( Shooting At Decoys / MySpace.com/Statues , Release Date: 02. Dezember 2006 )

Mit „New People Make Us Nervous“ knuepft das kanadische Trio nahtlos an ihren Vorgaenger „Aux“ an. Hervorzuheben ist wieder einmal die Staerke echte Melodien zu schreiben, dessen Umsetzung auf den Hoerer bei einigen Songs sofort funktioniert, die restlichen Songs verbleiben in den Startloechern, das aber nicht fuer sehr lange, denn auch dann bekommt man unweigerlich mit, was fuer grossartige musikalische Momente die Statues auch auf „New People Make Us Nervous“ geschaffen haben. Wie erwaehnt, Melodien sind das A und O der Band, worauf sich ein wunderbarer Mix aus altem britischen Power-Pop, New Wave der ´80er, vereinzelten schraegen Gitarrentoenen like WIRE und der optimalen ´77er Punkrock-Dosis aufgebaut hat, und all diese Komponenten wurden auf einer meisterlichen Studioproduktion verewigt. Eine weitere tolle Platte dieser Band, die wieder einmal ganz eigene Akzente setzt und sich nie wie eine Kopie von einer Kopie anhoert. Einfach klasse!
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TATORT TOILET
„Heil Hightech” LP
( Matula Records / MatulaRecords.de , Release Date: Oktober 2006 )

Schweinchen Dick wuerde die Scheibe ganz doll lieb haben! Kommt sie doch in pinkrosa Vinyl, oder wie es die Japaner „pinklosa“ ausdruecken wuerden. Nun, bei dem Vinyl wuerde sich bestimmt jeder dritte Japaner unter 1,50cm einen Bruch heben, bringt das Vinyl doch satte 180g auf die Waage. Musikalisch geht es nonstop sehr heftig zur Sache! Sind die aber angepisst! Da ich „Namedropping“ unbedingt brauche wie die Luft zum Atmen fallen mir zu dem hektischen leicht verzerrten Schrammel-Sound der Lueneburger Band direkt THE BRIEFS, THE SHOCKS + THE HATEPINKS ein. Die zwoelf Songs werden auf englisch, aber auch in deutscher Sprache runter gerotzt.
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THE DAY THE COUNTRY DIED - "A History Of Anarcho Punk 1980 – 1984" (Book)
THE DAY THE COUNTRY DIED
„A History Of Anarcho Punk 1980 – 1984” Book
( Cherry Red Books / CherryRed.co.uk , Release Date: 05. Oktober 2006 )

„Es war einmal im Jahre 1980, da trieben auf den Strassen im englischen Koenigreich Unholde und Schelme ihr Unwesen und versetzten das Land unter der Herrschaft der eisernen Lady „fuckin´ Maggie Thatcher!“ in eine Art Schockzustand! Von der Gemeinschaft verstossen bauten sie ein Netzwerk im Untergrund auf und liessen das was sie zu Sagen hatten auf kleinen Buehnen in noch kleineren Clubs oder besetzten Squats auf musikalische Art frei nach Schnauze raus. Ein politischer Denkprozess hatte in dieser ueberschaubaren Gemeinde eingesetzt und es gab so viel Unrecht auf Englands Boden, gegen den es sich lohnte zu kaempfen.“ Schnitt! „The Day The Country Died“ ist die perfekte schriftliche Ergaenzung, zu den vier „Anarcho-Punk”-Samplern mit den Titeln „Anti-War“, „Anti-State”, „Anti-Society“ und „Anti-Capitalism“, die „Overground Records“ innerhalb der letzten zwei Jahren veroeffentlicht hat. Und natuerlich speziell fuer all die Leute, die 1980 sich auf der Anarcho-Punk-Buehne blicken liessen und auf musikalische Einstiegsdrogen wie etwa POLITICAL ASYLUM, RUDIMENTARY PENI, CRASS, CONFLICT, OI POLLOI, CHUMBAWAMBA, SUBHUMANS, HAGAR THE WOMB, LOST CHERREES oder DIRT verweisen koennen. Nach „Burning Britain – A History Of UK Punk““ hat es Ian Glasper wieder fertig gebracht ein Buch mit diesmal knapp 500 (!!!) Seiten, inklusiver kompletter Discographien und raren s/w Fotos, zusammen zustellen. In relativ leicht verstaendlichem Englisch werden alle wichtigen Gruppen der damaligen Szene, aber auch sehr obskure Eintagsfliegen, like CONTEMPT, SYMBOL OF FREEDOM, FAMOUS IMPOSTERS oder WARTOYS ausfuehrlich durchleuchtet. Dabei war es dem Autor stets sehr wichtig, mit den Bands persoenlich in Kontakt zu kommen. So wie ich das ueberblicken kann, hat das auch durch die Bank weg, wie schon bei „Burning Britain“ glaenzend hingehauen. So koennen ehemalige Nieten- und Iro-Traeger noch einmal ganz entspannt ueber ihre Jugend als Anarcho-Punk plaudern. Ein durch und durch empfehlenswerter Waelzer! Und um das Ganze auch noch optisch festzuhalten und perfekt abzuschliessen wird demnaechst eine DVD mit dem gleichnamigen Titel auf „Cherry Red“ nachgereicht.
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V.A.: "KNOCK OUT…IN THE 8TH ROUND" CD digi-pak
V.A.: „KNOCK OUT…IN THE 8TH ROUND“
CD digi-pak
( Knock Out Records / Knock-Out.de , Release Date: 27. Oktober 2006 )

Das eigentliche Highlight auf dem mittlerweile achten Label-Sampler ist kein Musikstueck(!!!), sondern das Interview mit Dennis Danell von SOCIAL DISTORTION, was im Februar 1991 in New Jersey im „City Gardens“ von Brian Weghofer und Labelboss Mosch gefuehrt wurde. Ich kannte das Interview ja schon vorher, ich glaub Mosch hatte mir das Interview irgendwann mal in den 90ern auf Tape aufgenommen gehabt und an einem streng geheim gehaltenen Ort uebergeben. Dennis und sein „liebenswuerdiges Grossmaul-Gehabe“ erkenne ich sofort wieder, und das nicht nur wegen dem Interview, was ich mit ihm samt Gattin 1992 in Essen gefuehrt habe, und von dem ich natuerlich immer noch die Originalbaender von habe. Wer die schriftliche Abfassung davon mal naeher begutachten moechte, dem sei ein Klick auf: 3rdgenerationnation.de/SocialDistortion1992.htm nicht verwehrt! Musikalisch hat das Label 22 Tracks der letzten Veroeffentlichungen auf der CD „praktisch untergebracht“. Das reicht dann von OXYMORON ueber SONDASCHULE, JESUS SKINS, FRONTKICK, UP TO VEGAS und BONECRUSHER bis hin zu BAD CO. PROJECT. Jede taetowierte Geschmacksknospe sei hiermit nachdruecklich angesprochen. Als Video-Clips werden noch LOIKAEMIE und the METEORS nachgereicht. Alles, wie schon beim Vorgaenger im schicken digi-pak mit 24-Seiten-Booklet „ausgestattet“. Fuer den „Special Nice Price“ gibt es nichts zu bemaengeln. Eine Frage bleibt allerdings noch aus. Welche denn? Warum schreibt der Real Shock in letzter Zeit soviel in „Gaensefuesschen“?
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WHISKEY DAREDEVILS
„The Essential Whiskey Daredevils“ CD
( Knock Out Records / Knock-Out.de , Release Date: 27. Oktober 2006 )

Eine Band aus der ehemaligen Heimatstadt der DEAD BOYS. Wer jetzt aber abgefuckten New York Punk erwartet, wird bitterlich enttaeuscht sein! Denn allein der Bandname der fuenf Burschen aus Cleveland (Ohio) verraet so einige ueber das musikalische Sinnbild. Auf ihrer ersten CD froenen sie ungeniert dem Country, dem Rockabilly, dem Surf, dem Blues und dem Garagen-Rock. Fuer Punk Rock bleibt da nur ganz wenig Platz und so ist die Band auch für mich relativ uninteressant. Fuer die die aber auf JOHNNY CASH, die TURBO AC´S, SUPERSUCKERS oder NINE POUND HAMMER stehen, werden hier sicherlich das ein oder andere Mal bei der „ultimativen 20-Track-Collection Of No Frills Rock N Roll Chart Topping Hits“ (so stehts auf dem Backcover der CD geschrieben!) fuendig.
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THE ZIPS - "Guitars4Hire" CD
THE ZIPS
„Guitars4Hire” CD
( Tenement Toons / TheZips.com , Release Date: 28. September 2006 )

Mit John McNeill (Rhythm Guitar + Lead Voc.), Phil Mullen (Bass + Shouting) und Joe Jaconelli (Drums + Backin´ Voc.) sind immerhin noch drei Original-Mitglieder von 1978 dabei. Nur an der Lead-Guitar gab es seitdem vier Umbesetzungen. Im Moment spielt an dieser Position Jimbo Mackellar, gekoppelt mit der „Backin´ Voc.-Funktion“. The Zips sagten mir eigentlich bis vor knapp vier Monaten nicht sonderlich viel. Dann entdeckte ich sie ueber „MySpace“. Den einen Song, den sie da u.a. im Player hatten war „30 Years Of Punk Rock“. Und der gefiel mir auf Anhieb ausgesprochen gut. Simpel und direkter ´77er Punk Rock aus Glasgow. Im Info stand, das bald ihre erste CD, 27 Jahre nach der ersten Single erscheinen wird. Irgendwie lief da aber bei mir kurzzeitig ein voellig falscher Film ab. Denn ich brachte zunaechst die Zips mit der Debuet-Single der ZEROS „Hungry“ 1977 auf „Small Wonder Records“ erschienen in Verbindung. Als ich den Fehler bemerkt hatte recherchierte ich eifrig weiter und wurde schnell fuendig. Dizzy Detour hatte auf Vol. 2 seiner „BORED TEENAGERS“-Reihe die Band bereits 2001 mit der eben erwaehnten ersten Single mit dabei. Im Booklet gab es dann auch noch eine kleine feine Bandhistorie von John McNeill im November 2000 selbst verfasst zu lesen. Die beiden Songs der Single „I´m In Love“ + „Don´t Be Pushed Around“ wurden fuer die CD weder als Original noch als Neueinspielung verwendet, jedoch fand der Song „I´m Not Impressed“ ihrer zweiten Single vom April 1980 den Weg auf den insgesamt 12-Song-Silberling. Dabei handelt es sich aber wohl um eine Neueinspielung. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, das sich die Band Ende April diesen Jahres wieder in ein Studio begaben. Das Ergebnis klingt dabei wie eine brillant gelungene Kreuzung von the CLASH, GUITAR GANGSTERS und RUDI. Eben hochmelodische ´77er Punkrocker Mid-Tempos! Wobei fuer mich der Titelsong und das schon genannte „30 Years Of Punk Rock“ zu den Highlights gehoeren. Und ich bin davon ueberzeugt, das in erster Linie nur Leute damit was anzufangen wissen, die bei sich zuhause auch eine TIGHTS-, eine NOW-, eine JOHNNY MOPED- oder eine VICE CREEMS-Scheibe im Regal stehen haben. Mit dem Spruch „Old Punks Never Die…..They Just End Up On eBay“, der auf dem Backcover abgedruckt ist, kann ich mich ausserdem noch voll und ganz identifizieren, und moechte dem hinzufuegen: „They Just Stand In The Back“. Immer noch schoen zu wissen, das so manche alten Punks von heute aehnlich ticken wie ich!
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