* * * * * Hit! , * * * * knapp vorbei , * * * OKay , * * Glueck gehabt , * Shit!

So, hier nun das Update fuer Oktober. Das naechste Update erfolgt dann Ende November 2006. Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

BAD CO. PROJECT
„Sucker Stories“ CD digi-pak
( Knock Out Records / Cargo Records , Release Date: 27. Oktober 2006 )

Ich wusste gar nicht dass es OXYMORON nicht mehr gibt. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich noch nie sonderlich fuer den deutschen ONE WAY SYSTEM-Ableger interessiert habe. Saenger Sucker wollte sich aber nicht so einfach mit dieser Situationen abfinden und spielte fuer die 14 Songs schon mal die Saiteninstrumente selbst ein und wurde am Schlagzeug von MAD SIN-Andy unterstuetzt. Ausserdem halfen noch Leute von den STAGE BOTTLES, PISTOL GRIP, FRONTKICK und HAVANNA HEAT CLUB mit. Das Ganze hoert sich dann schwer nach OXYMORON an, aber hat auch Platz fuer etwas andere Rock’n’Roll-Toene.
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BILLY CHILDISH
„My First Billy Childish Album“ CD
( Damaged Goods Records / DamagedGoods.co.uk , Release Date: 10. Oktober 2006 )

18 Tracks sind auf dieser CD verewigt, die das musikalische Schaffen von Billy Childish seit seinen Anfaengen 1977 mit den POP RIVETS sehr gut dokumentieren. Neben dem Pop Rivets-Hit „Fun In The U.K.” sind demzufolge natuerlich auch BUFF MEDWAYS, THEE HEADCOATS, THE DELMONAS, THEE MIGHTY CAESERS, CHATHAM SINGERS sowie einige Solo-Sachen vom vielseitigen britischen Musiker/Poeten/Maler vertreten.
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BONECRUSHER / OXYMORON
„Noize Overdose“ Split-CD
( Knock Out Records / Cargo Records , Release Date: 27. Oktober 2006 )

An BONECRUSHER hab ich mich im Laufe der Zeit wirklich restlos satt gehoert!!! Die neuen Songs hier auf der Split-CD sind da fuer mich der allerbeste Beweis. Ich kann zu dem kompromisslosen „Working Class“-Sound keine echte Bindung mehr herstellen. Und das liegt sicherlich auch nicht an ihrem neuen Saenger Noah Lysek, der ja schon vor geraumer Zeit Raybo abloeste. Wahrscheinlich liegt es einfach in der Natur eines jeden Menschen, dass gewisse Situationen oder Ereignisse nur fuer einen kurzen Moment das Interesse wecken koennen. Es gab eine Zeit da habe ich fuer diese Band alles stehen und liegen gelassen. Aber nun, mit einem gewissen Abstand zu der ganzen (Vor)geschichte kann ich weder mit den Texten noch mit der Musik etwas anfangen. BONECRUSHER sprechen heute im Jahr 2006 einfach nicht mehr meine Sprache. Und zu OXYMORON hatte ich bekanntlich noch nie ein gutes Musikverhaeltnis gehabt. Das aendern auch nicht die Abschieds-Songs von der Band hier. Trotz meiner Anti-Haltung waeren ganz nuechtern betrachtet zwei Sternchen doch etwas zu wenig……
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THE BOYS - s/t CD digi-pak
THE BOYS
s/t CD digi-pak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 02. Oktober 2006 )

1999 zum ersten Mal auf CD beim Kapitean erschienen kommt nun eine CD (puenktlich zu den Londoner Reunion Konzerten, anlaesslich des 30-jaehrigen Bestehens der Band) im deluxe digi-pak mit einem ueberarbeiteten Booklet und neuen Linernotes von Steve Metcalfe, dem Macher der offiziellen Boys-Webpage. Selbstverstaendlich wurde der CD-Sound nachgebessert, sprich in den Studios von Tim Turan komplett remastert und auf den neuesten Stand der heutigen Technik gebracht. Die erste LP der Boys von 1977 ist und bleibt mit all ihren grossen Hits wie „I Don´t Care“, „First Time“, „Box Number“, „Kiss Like A Nun“ und „Cop Cars“ natuerlich ein wahrer U.K.-Klassiker, der, so abgedroschen es auch klingen mag, wirklich in keiner gut sortierten Punk Rock Sammlung fehlen darf. Als Bonus gibt es hier fuenf Songs, wobei allerdings die Single „Run Rudolph Run“ und deren B-Seite „The Worm Song“ von der Erstausgabe fehlen. Mit den Boys eroeffnet „Captain Oi!“ eine „digi-pak“-Trilogie der inzwischen meistverkauftesten CDs des Label.
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CONFLICT - "Live In London"  Do-DVD
CONFLICT
„Live In London“ Do-DVD
( Mortarhate Movies / CherryRed.co.uk , Release Date: 30. Oktober 2006 )

Nach dem Conflict ihre ersten Alben dieses Jahr neu aufgelegt haben folgen nun zwei Doppel-DVDs-Releases. „Live In London“ macht den Auftakt und bietet auf zwei DVDs verteilt vier Stunden(!) Live-Material, was groesstenteils nun zum ersten Mal auf DVD zu sehen ist. Conflict bei Auftritten im „Mean Fiddler“ (2003), „The Forum“ (2003 + 2005), „The Underworld“ (2004 + 2005), „The Astoria“ (2002), „Brixton Academy” (1987), „The Electric Ballroom” (1986 + 2001), „Kings Cross Warehouse” (2001), „The Venue New Cross” (1994) und im „The Dome Tufnell Park” (2001). Ausserdem noch diverse Songs aus dem „Video-Album” - „There´s No Power Without Control”. Konserviert sind dabei die meisten Aufnahmen in einer duerftigen 80er-Video-Qualitaet, also weitab vom heutigen Digital-DVD-Bild. Das sollte man schon wissen, sonst ist man hinterher nicht zu sehr enttaeuscht. Aber Conflict-Fans wird das bestimmt nicht die Bohne interessieren. Die werden heilfroh sein endlich diese Bilder auf ihrer Mattscheibe flimmern zu sehen.
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CONFLICT
„Live In England“ Do-DVD
( Mortarhate Movies / CherryRed.co.uk , Release Date: 30. Oktober 2006 )

Und weiter geht’s! Alles wie gehabt, siehe „Live In London“-Review. Diesmal sind Conflict allerdings nicht in den Londoner Clubs – auf zwei DVDs mit einer Gesamtlaenge von wieder mal vier Stunden – zu sehen, sondern ueber das gesamte Vereinte Koenigreich verteilt. Conflict in Leeds („Cockpit“, 2004), in Brighton („The Richmond“, 1974), in Derby („Supernova“, 2003), in Newcastle („Riverside“, 1987), in Sheffield (2004), auf Milton Keynes (2000) und in Birmingham („Moseley Dance Centre“, 1994). Besonders sehenswert ist dabei das Konzert aus Newcastle, wo Steve Ignorant von CRASS groesstenteils mit auf der Buehne steht.
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THE CRAVATS
„The Land Of The Giants“ Do-CD
( Overground Records / OvergroundRecords.co.uk , Release Date: 06. November 2006 )

„Jazz-Punk“? Das ist ja nun mal gar nicht mein Ding! Obwohl ich ja die Single „Precinct“ aus dem Jahr 1980 schon einige Jahre besitze, und sie auch gar nicht so schlecht fand. Ich glaub aber, die muss ich noch mal hoeren, um evtl. meine Meinung zu ueberdenken. Ich wuerde auch nicht unbedingt vom „Jazz-Punk“ sprechen, was war dann bitte schoen X-RAY SPEX gewesen? Bestimmt kein „Jazz-Punk“! Okay, the Cravats sind natuerlich verdammt experimentell unterwegs gewesen und das Saxophon nervt mich ganz schoen ab, doch man sollte auch bedenken, das es sich hier um eine alte englische Band von 1976 handelt, die im Zuge der Punkrock-Bewegung hochgespuelt wurde, sowie viele andere merkwuerdige Bands auch. Die Cravats haben neben dem jazzigen Einfluss auch noch eine Bindung zu schnellen Rockabilly-Klaengen und CRASS-lastigen Gitarren gefunden gehabt. Die Band konnte sich einige wenige Jahre halten. Auf den zwei CDs sind hauptsaechlich Songs ihrer beiden Alben „The Cravats In Toytown“ (Small Wonder Records, 1980) und „The Colossal Tunes Out“ (Crass Records, 1983) zu hoeren. Auf den Cravats-Sound komme ich einfach nicht wirklich klar. Dieses Sax macht mich ganz rappelig!
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DENNIS MOST AND THE INSTIGATORS
„I´m Not Dead Yet!” CD-R
( Dagger Promotions / MySpace.com/DaggerPromotions , Release Date: 2006 )

Yes Sir, mal wieder was Neues von Dennis Most! Und er stellt im Opener „I´m Not Dead Yet!“ direkt klar, das er noch quicklebendig ist! Dies ist eine 10-Track-Promo-CD, wann die Songs rauskommen und ob ueberhaupt, steht noch gar nicht fest. Drei Tracks werden auch direkt gecovert und zwar „Teenage Head“ (FLAMIN´ GROOVIES), „Down On The Street“ (the STOOGES) und “Angela” (the PAGANS). Die sieben eigenen und schoen satt produzierten Songs reihen sich da wunderbar ein. Feiner Rock’n’Roll-Punk im Stile von JEFF DAHL oder SONNY VINCENT. Kommt gut, ist gut und wird immer gut bleiben!
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THE DIRTY BURDS
s/t MCD
( Tinnitus Records / MySpace.com/ TinnitusRecords , Release Date: 16. Oktober 2006 )

Im Gegensatz zu YOUNG PEOPLE WITH FACES spielen die fuenf jungen Maedels sehr gerne und ganz offensichtlich mit ihren optischen Reizen. So wie es heute in der Rock’n’Roll-Welt gang und gaebe ist. Zurueck also zum sterbenslangweiligen „Sex, Drugs + Rock’n’Roll“-Getue! Gaehn! Gerade mit solchen Combos kann ich nicht viel anfangen, mich interessiert eben eher das Musikalische, als etwa die Koerbchengroesse der Londoner Girls, die doch tatsaechlich auf ihrer Homepage angegeben ist. Habt ihr nicht besseres zu tun! Na ja, vielleicht noch Klingeltoene austauschen und ein wenig Shoppen gehen. Aber der Rock’n’Roll-Welt von heute scheint es zugefallen. Yep, zurueck zum Beton, zurueck in die Steinzeit! Die fuenf Songs lassen aber auch sehr schnell den Schluss zu, dass hier noch eine Menge an Arbeit vorliegt. Denn so ganz topfit praesentiert sich diese fuer meine Begriffe so typische MySpace-Band wirklich nicht. Da hilft auch kein knappes Mieder. Und von den RUNAWAYS sind sie Lichtjahre entfernt. Auch das SAINTS-Cover „One Way Street“ kann da nicht viel ausrichten. Ich mag viel lieber Bands, wo mich musikalischen Reize, wie im Fall der YOUNG PEOPLE WITH FACES, voll und ganz ueberzeugen koennen.
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EINSTUERZENDE NEUBAUTEN
„Listen With Pain: 20 Years Of Einstuerzende Neubauten“ DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 30. Oktober 2006 )

Nach dem Erfolg der ersten DVD „Halber Mensch“ hat „Cherry Red“ nun nachgelegt. Anlaesslich des 20-jaehrigen Bandbestehens haben es sich die Filmemacher Christian Beetz und Birgit Herdilitchke nicht nehmen lassen diese ergreifende Dokumentation anzufertigen. Als unbeirrte Neubauten-Fans haben die beiden einen Film geschaffen, die der Band in jeder Lebenslage gerecht wird. Dies ist eine dokumentarische Feier ihres zwanzigsten Geburtstages. Eine wahrhafte Analyse der absonderlichen, haeufig umstrittenen Karriere der Neubauten, der Film gibt viel ueber ihre Inspirationen und zwischenmenschlichen Verhaeltnisse preis, und stellt den insgesamt hohen Grad eines unterhaltsames Portrait her. Die DVD erforscht den kreativen Prozess, ausfuehrlich und umfangreich. „Verunreinigt“ mit musikalischen Extrakten von den verschiedenen Stationen ihrer Karriere, deckt es die Entwicklung und die Metamorphose einer Band auf, die sich an der vordersten Reihe der europaeischen, industriellen Avantgarde-Szene bewegte und auszeichnete. Das Material dieser DVD schliesst exklusive Interviews u.a. mit Steve vom Label „Some Bizarre“ und Freund NICK CAVE ein. Fuer Einbauten-Fans genau das Richtige!
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THE GOLDEN DOGS
„Every Thing In 3 Parts“ CD
( True North Records / Gordeon Promotion , Release Date: 06. Oktober 2006 )

Einige brauchbare Passagen sind hier bei Songs wie “Birdsong”, „Driving In The Rain“ oder “Can´t Get Your Face Out Of My Head“ durchaus auf dem ersten Album der kanadischen Band vertreten, aber Hand aufs Herz, groesstenteils ueberwiegen bei den insgesamt 12 Tracks die musikalischen Ausfaelle aus Sicht eines aktiven Punkrock-Hoerer. Wer allerdings auf ARCADE FIRE(?), TOM PETTY und BEATLES steht, kann tatsaechlich mal reinhoeren.
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DIE HUNNS - "You Rot Me"  CD
DIE HUNNS
„You Rot Me“ CD
( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 16. Oktober 2006 )

Eine interessante Entwicklung die die Hunns seit ihrer letzten CD „Long Legs“ durchgemacht haben. Weg vom altbewaehrten Snot-PxRx, hin zum – nun, wie soll man es auf die Schnelle benennen? – etwa die Hunns mit angezogener Handbremse? Frau Parks und Herr Peters haetten es natuerlich auch weitaus einfacher haben koennen und weiterhin auf den frueheren Hunns-Sound zusetzen, aber so stellte man sich einer neuen musikalischen Herausforderung, die nicht unbedingt bei allen 10 Tracks fruchtet. Manchmal stellt sich da bei mir auch eine gewisse Art von Langeweile ein. Nun, Corey und Duane haben zunaechst einmal ihre komplette Backin´ Band ausgewechselt! An den Gitarren sind jetzt Zander Schloss (war zeitweise Mitglied in den Spaetphasen von the WEIRDOS und den CIRCLE JERKS) und Nate Shaw (zuletzt bei the SKULLS), und am Schlagzeug sitzt der (noch?) aktuell amtierende Jamie Reidling von den US BOMBS. Schon heftig, wie ich finde! Aber da kennen Duane & Corey wohl keine Verwandten! Oder aber, die beiden sind nun in der gluecklichen Lage, dass ihnen halb Orange County plus die Los Angeles Musikerwelt zu Fuessen liegt! Somit wurde dann auch mit Rob Milucky das letzte Original-Gruendungsmitglied der Hunns „elimeniert“. Von daher kann man auch von einer voellig neuen Band sprechen, die eben rein zufaellig auf den Namen Die Hunns hoeren. Und weitere Kleinigkeiten fallen mir auf. Stand auf der „Long Legs“ noch Duane als Erstgenannter bei der Line-Up-Nennung, so ist auf „You Rot Me“ zuerst Gattin Corey Parks zu lesen. Scheint den Duane ja richtig gut im Griff zu haben. Denn auch am Gesang ist sie nun viel haeufiger zu hoeren. Sie klingt stellenweise wie eine junge JOAN JETT und singt mit ihren erstaunlichen Klangvarianten so ganz nebenbei mal Gatte Duane locker unter den Tisch. Yep, das ist so der ganz grosse Pluspunkt bei dieser radikalen Erneuerung der Hunns. Und so sind es auch die Songs wie „Ain´t It Shame Tonight“, „On My Mind“ und ganz besonders „Jorge“ und „Don´t Wan´t To Hear“, die fuer die echten Glanzmomente sorgen. Bei so einigen Songs haette ich mir allerdings auch gewuenscht, das die Band einfach mehr Gas geben. Aber das waere wohl nicht im Sinne des Erfinders gewesen. Denn so leben die einzelnen Tracks von reinen Rock- bzw. Rock’n’Roll-Elementen, reichlich boring Rhythm & Blues Stuff und die Reise geht auch mal direkt in die verschlafenen 60er. Wie schon zu anfangs erwaehnt eine interessante und recht gewagte Mischung, denn das wird fuer viele fruehere Hunns-Hoerer eine echte Bewaehrungsprobe sein. Daher auch von mir „nur“ vier Sternchen…….
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INCA BABIES
„1983-87 Plutonium“ CD
( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 20. Oktober 2006 )

Eine Band, die damals in den 80ern spurlos an mir vorueber gezogen ist. Aber mich wundert das auch gut 20 Jahre spaeter nicht sonderlich. Denn mit BIRTHDAY PARTY, the CRAMPS, LINK WRAY oder THE GUN CLUB hatte ich weniger zu tun. Alles Bands, die den Inca Babies aus Manchester irgendwann im Jahr 1982 genug Anlass gaben selbst auf eine Buehne zu gehen. Nun, die 15 Songs sind auch gar nicht so uebel, wie ich zunaechst vermutet habe, denn irgendwo schwingt auch noch die Punk-Einstellung von den 70ern mit. Die Band wurde im Vereinten Koenigreich, dank JOHN PEEL, sehr schnell zu einer festen Groesse. Sie hatten binnen kuerzester Zeit vier Top 20 Indie Single-Chart Hits auf ihrem Konto zu verbuchen, die neben weiteren Highlights u.a. von ihrem Top-Three Debuet-Album „Rumble“ (Februar 1985) auf der CD zu finden sind. Saenger und Gitarrist der Band, Harry Stafford „glaenzt“ mit aktuellen Linernotes im Booklet und hat die Lieder nicht nur selbst ausgesucht, sondern auch komplett remastert. Hier ist an alles gedacht worden!
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ME FIRST AND THE GIMME GIMMES
“Love Their Country” CD
( Fat Wreck Chords / FatWreck.de , Release Date: 16. Oktober 2006 )

Die sechste Cover-Scheibe des Allstar-Fuenfer. Diesmal haben sich Spike (SWINGIN´ UTTERS), Dave + Joey (LAGWAGON), Fat Mike (NOFX) und Jackson (FOO FIGHTERS) 12 Country-Songs u.a. von the Dixie Chicks, Dolly Parton, Willie Nelson und Kenny Rogers vorgeknoepft. Nicht ein Liedchen kommt mir dabei wirklich bekannt vor. Kein Wunder aber auch, denn Country ist ja nun wirklich nicht mein Metier. Genial finde ich aber wieder das Einflechten von Passagen aus Punkrock-Klassiker wie etwa „Love Song“ (the DAMNED) oder „Police And Thieves“ (the CLASH). Nach knapp einer halben Stunde ist der Spass dann aber auch schon wieder vorbei. Wie gehabt, einfach gut und immer noch originell.
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NEW BOMB TURKS
„Reigning On Edinburgh“ DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 30. Oktober 2006 )

Nein, ein Freund der New Bomb Turks war ich wirklich noch nie! Und was hatte man sie damals, 1993, als ihr Debuet „Destroy Oh Boy!“ raus kam gepusht und gehypt. Von den neuen DEAD BOYS meets PAGANS war da die Rede! Aber nichts von all dem stimmte! Ich kann auch noch heute meine Enttaeuschung gut nachempfinden, als ich einige Songs von ihrer full-length hoerte. Das hatte nicht viel mit Punk Rock und schon gar nichts mit den DEAD BOYS oder gar PAGANS zu tun! Das war wild unkontrollierter Rock’n’Roll, der zu einem Label wie etwa „Crypt“ wunderbar passte, aber sicherlich nicht zum 3RD! Oh ja, es gab damals auch verbale Auseinandersetzungen zwischen „Crypt“ und mir, die aus heutiger Sicht ziemlich albern erscheinen. Jedem sein Ding und gut ist! Und deswegen folgt nun auch kein Verriss ueber diese DVD hier, sondern nur die objektiven Fakten sollen angesprochen werden. Aufgenommen wurde die Show im Oktober 1994, als sie im schottischen Edinburgh waehrend einer ihrer ersten zahlreichen Europatourneen im „Cas Rock“ spaetabends zu Gast waren, und somit auch ihre allererste Show in Schottland absolvierten. Zufaellig nahm ein Englaender das Konzert mit zwei Kameras auf und „bestach“ vorher die Band mit einer Palette Bier, um sich nicht hinterher unnoetig Aerger einzufangen, wegen unerlaubtes Filmen der Band. Als Bonus-Material sind fuenf Songs vom „Maxwell´s“ aus dem Staedtchen Hoboken im US-Staat New Jersey im Maerz des selben Jahres auf Video gebannt worden. Somit kommt die DVD auf eine Spielzeit von guten 70 Minuten, und ich vermute mal, dass dies die erste DVD ueberhaupt von der Band aus Ohio ist. Kann mich allerdings auch schwer taeuschen.
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NIK TURNER
„Space Ritual 1994“ DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 25. September 2006 )

Ich habe keine blassen Schimmer, warum mir „Cherry Red“ diese DVD hat zukommen lassen. Ich kann da noch weniger mit anfangen, als mit den ganzen Psychobilly- und Rockabilly-DVDs, die ich in schoen regelmaessigen Abstaenden ebenfalls zugesandt bekomme. Nun, auch hier dann nur mal die Fakten (fast) ohne Fremdeinwirkung. Nik Turner hat die Psychedelic Hardrock Band HAWKWIND Ende der 60er/Anfang der 70er mitge-frontet, von denen mir lediglich der Song „Silver Machine“ was sagt. Spaeter hat er sich kurzfristig der Proto-Punkband INNER CITY UNIT gewidmet, von denen ich tatsaechlich die Single „Paradise Beach“ aus dem Jahre 1980 besitze. Sachen gibt’s! In Fachkreisen wird Nik Turner gerne als der „Alien Godfather of Heavy Metal“ betitelt, dem sein eigentliches Instrument seit HAWKWIND-Zeiten immer schon das Saxophon war. Die DVD-Aufnahmen stammen von der Solo-Tournee „Nik Turner´s Space Ritual“ 1994 durch die Staaten, und um genauer zu sein aus der „Great American Music Hall“ von San Francisco. Mit einer Vielzahl erlesener Musiker feierte er zu dieser Zeit beachtliche Erfolge, und das nicht nur in Amerika. Neben dem Auftritt gibt es als Bonus-Material eine „Behind The Scenes Tour Diary“, gemixt mit diversen Live-Clips. So kommt man auf eine Spielzeit von 105 Minuten.
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999 - s/t CD digi-pak
999
s/t CD digi-pak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 02. Oktober 2006 )

Hier nun nach dem ersten BOYS-Album die zweite Deluxe Digi-pak Release. Die Rede ist vom 999-Debuet, was beim Label als normale CD im Jahre 2000 erschien. Urspruenglich allerdings erschien das Album mit seinen 12 Songs am 24. Februar 1978. Dem regelmaessigen Leser dieser Seite muss ich Nick Cash und seine Bande sicherlich nicht noch grossartig vorstellen. Songs wie „Me And My Desire“, „I´m Alive“, „Titanic (My Over) Reaction“ oder „Emergency“ kennt man schon eine Ewigkeit und gehoeren seit knapp drei Dekaden in die ´77er-Vitrine des klassischen und legendaeren britischen Punk Rock. Der Bonus-Anteil belaeuft sich diesmal auf die drei Songs „Quite Disappointing“, „Nasty Nasty“ und „My Street Stinks“.
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RIVER CITY TANLINES - "I´m Your Negative"  CD
RIVER CITY TANLINES
„I´m Your Negative“ CD
( Dirtnap Records / Cargo Records , Release Date: 20. Oktober 2006 )

Welch eine angenehme Ueberraschung! Das Trio aus Memphis hinterlaesst auf der ersten gemeinsamen Produktion augenblicklich einen bleibenden Eindruck. Dabei sind die Bandmitglieder eigentlich in anderen Bands zu Hause, Saengerin und Gitarristin Alicja Trout kommt von the LOST SOUNDS bzw. BLACK SUNDAY, Bassist Terrence Bishop und Schlagzeuger John Bonds spielen zeitweilig bei RL BURNSIDE, T-MODEL FORD und JACK OBLIVIAN´S TEARJERKERS mit. Die 11 Tracks spruehen nur so vor musikalischer Abwechselung, kein Song klingt so wie der andere. Man hat das Gefuehl, das sich das Trio zu keiner Sekunde festlegen moechte und so spielen sie voellig ungezwungen und frei von der Leber weg einen kleinen Hit nach dem anderen. Bei den anderen Combos bewegen sie sich hauptsaechlich im Garagen-Noise-Sound. Das ist bei den River City Tanlines gluecklicherweise doch etwas anders verlagert. Hier gibt es zu dem knochentrockenen snotty Beat-Punk eine ganze Reihe an ausgelassenen BubbleGum-Melodien zuhoeren, gepaart mit einigen bemerkenswerten „New Wave“-Ausfluegen. Und Frau Trout kann ja wirklich alles singen! In jeder Stimmlage anzutreffen. Kein Problem! Das macht sie mit links! Toll!!! Solche Bands gibt es nicht mehr alle Tage, und dafuer auch die volle Sternchenzahl! Das muss man einfach mal so annehmen und anerkennen.
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SLAUGHTER AND THE DOGS - "Do It Dog Style"  CD digi-pak
SLAUGHTER AND THE DOGS
„Do It Dog Style“ CD digi-pak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 02. Oktober 2006 )

Und hiermit schliesst sich die Oktober-Trilogie der re-masterten Deluxe Digi-Pak Releases, dessen „normale“ CD-Ausgaben sich am haeufigsten auf „Captain Oi!“ verkauft haben. Eine Woche nach dem Slaughter And The Dogs der Musikpresse sie ueber ihre Trennung in Kenntnis setzte, veroeffentlichte ihr damaliges Plattenlabel „Decca“ am 13. Juni 1978 das Debuet-Album „Do It Dog Style“. 22 Jahre spaeter wurde der Punkrock-Klassiker durch „Captain Oi!“ das erste Mal auf CD nachgereicht, zusammen mit den beiden B-Seiten Bonus-Tracks „Johnny T“ und „Come On Back“ der beiden Singles „Dame To Blame“ und „Quick Joey Small“. Nun im Digi-Pak gibt es als „Nachschlag“ im Bonus-Teil noch ihre erste Hammer-7“inch „Cranked Up Really High“/„The Bitch“ dazu. Insgesamt also 16 Songs mit solchen unglaublichen Punkrock-Smashern wie „Boston Babies“, „You´re Bore“, „We Don´t Care“ und natuerlich nicht zu vergessen das ultimative „Where Have All The Boot Boys Gone“. Eines der wahrhaftig großartigsten britischen Punk Rock Dokumente.
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SPECIAL BEAT
„Enjoy Yourself” DVD
( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 30. Oktober 2006 )

1990 fanden sich Ex-Mitglieder von the SPECIALS und the BEAT zusammen und gruendeten (logischerweise) SPECIAL BEAT. Zusammen tourte man heftig deftig durch die Lande und veroeffentlichte zwei Live-Alben. 1992 bereiste man auch Japan und war u.a. zu Gast in Tokio. Von dieser Station in Tokio City erzaehlt diese DVD hier, mit einer Spielzeit von 80 Minuten. Die SKA-Klassiker wie etwa „Too Much Too Young“, „Concrete Jungle“, „Nite Klub“ oder „Gangsters“ sind dabei natuerlich in Ton und Bild festgehalten worden, und nun zum ersten Mal auf DVD erhaeltlich.
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STREET DOGS
„Fading American Dream“ CD
( Brass Tacks Records / Starkult Promotion , Release Date: 20. Oktober 2006 )

Um ganz ehrlich zu sein, habe ich auf solche Bands ueberhaupt keinen Bock mehr! Ich weiss, ich weiss, ihr letztes Album hab ich ueber den gruenen Klee gelobt, aber das war einmal! Seit den letzten Alben von ANGEL CITY OUTCASTS, DROPKICK MURPHYS und WELSH BOYS schaue ich auch den Street Dogs extrem zwiespaeltig entgegen. Da ich leider nur eine Promo-CD ohne Texte vorliegen hatte, hab ich mich mal auf deren Homepage umgeschaut, bin da aber auch kein Stueck schlauer geworden. Ich weiss einfach nicht, was ich davon wirklich halten soll. Meine aber schon erkennen zu koennen, dass die Street Dogs ihre politischen Diskussionen auf einer gut informierten Basis fuehren und mit Schlagwoertern und duemmlichen Patriotentexten nicht so schnell zur Stelle sind. Kann mich allerdings auch taeuschen!. Ein negativer Beigeschmack bleibt somit haften. Denn ich wusste bis dato gar nicht, das Saenger Mike McColgan bei der Armee war und zum ersten Golfeinsatz entsandt wurde. Das aendert hier so einiges! Diese ganzen Combos, die ja immer wieder betonen wie sehr sie doch „Working Class“ sind, sind mir seit dem 11. September 2001 eigentlich nicht mehr ganz geheuer. Ab da hat im Laufe der Zeit fast schon jede Band Farbe bekannt und sich in den meisten Faellen als echter „American Freedom-Fighter“ geoutet. Ich werde es aber vermeiden die Street Dogs in einen Topf mit irgendwelchen Kleingeistern zu werfen, aber so lange ich nicht genau weiss, wo ich hier dran bin, kann ich eben keinen echten Spass mehr an deren Musik entwickeln. Denn eine glasklare Linie gegen den Irak-Krieg, gegen die stets kampfhungrige US-Armee, oder die Politik im eigenen Land kann ich auch bei den Street Dogs nicht wirklich erkennen. Dafuer ist man dann doch zu sehr Amerikaner! Und um das mal zu verdeutlichen bin ich auf der MySpace-Seite der Street Dogs gegangen. Was fuer Leute dort die Band akzeptiert ist schon ungeheuerlich! Und macht die ganze Sache auch nicht besser. Hier der O-Ton eines „Freundes“ der Street Dogs: „IF YOU ARE ONE OF THOSE HIPPIE ACTIVIST ANTI-WAR PROTESTING TYPES, PLEASE MOVE ON. YOU DO NOTHING BUT SLOW UP TRAFFIC, AND LOWER MORALE OF THE SOLDIERS THAT KEEP YOU SAFE AND YOUR RIGHT TO DO SO. NOW GO TAKE A BATH AND GET A JOB, OTHERWISE....”! Ohne Worte…., aber wer solche „Nah-Kampf-Freunde“ akzeptiert ist bei mir dann doch schlussendlich unten durch. Da bleibt auch kein Hintertuerchen mehr offen! Aber Hauptsache die Street Dogs haben 18090(!) „Freunde“. Da faellt der ein oder andere Hohlkopf schon nicht weiter auf. Dann kann ich ja meine Street Dogs-CDs demnaechst wohl auch fein saeuberlich aussortieren, so wie es schon laengst bei den DROPKICK MURPHYS geschehen ist. Ich will so einen US-Patrioten-Bullshit und „Pro-Soldier-Dreck“ nicht in meiner Bude stehen haben! Und in den Staaten laufen weiterhin viele Uhren verkehrt!
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SUBHUMANS - "New Dark Age Parade"  CD
SUBHUMANS
„New Dark Age Parade“ CD
( Alternative Tentacles Records / Cargo Records , Release Date: 13. Oktober 2006 )

Die Subhumans waren schon immer die besseren DOA. Voellig ueberraschend, praktisch aus dem Nichts ein komplett neues Album. Das hat mich im ersten Moment absolut umgehauen! Es scheint noch nicht alles verloren zu sein! Und das in einer Zeit, wo im Punkrock-Mafia-Biz. die Pose, das Tattoo, der Sex und der Haarstil mehr zu bedeuten hat, als die Aussagekraft der Musik. Nein, ein Dress-Code hatten die Subhumans noch nie noetig! Von der Klasse einer Band wie es die Subhumans nun mal sind, ist es in meinen Augen eine „Beleidigung“, das auf dem CD-Cover neben dem Bandnamen schraeg rechts „CANADA“ steht! Warum wohl? Genau! Weil absolut niemand mehr diese 70er Punkrock-Legende aus Kanada noch kennt. Und, weil es in England seit den 80ern auch eine Band mit dem Namen gibt. Nur der Fachmann oder auch der Klugscheisser (nennen wir ihn mal an dieser Stelle einfach Real Shock!) erkennt aber sofort auf dem ersten Blick, das die englischen Subhumans niemals mit solchen Collagen gearbeitet haben, wie sie auf dem Cover zu „New Dark Age Parade“ zu sehen sind. Ueberhaupt, was fuer ein genialer CD-Titel! Passt genau in die heutige Zeit, wo unfaehige Schwachsinns-Politiker weltweit das Sagen haben! Die Subhumans haben auch schon vor 25 Jahren keinen Happy-Punk zelebriert! Sie haben immer mit reichlich schwerer Kost gedient und das ist auf den 14 Tracks wieder einmal hervorragend gelungen. Der knallige Rock-Punk mit CLASH-Einschlag erfordert deine ganze Aufmerksamkeit, musikalisch, sowie besonders im textlichen Bereich. Solche harten und kompromisslosen politischen Texte wuerde ich mir gerne von den heutigen sogenannten „Streetpunk“-Bands wuenschen, aber die leben lieber ihren kleinen beschissenen amerikanischen Traum weiter und denken immer noch, das sie jeden Krieg, den sie anzetteln auch mit Eleganz und Arroganz im Nu gewinnen koennen. Vietnam oder Irak, wo ist da der Unterschied? Bei den Subhumans laeuft das auf einer ganz anderen Schiene ab, und zwar auf der unverfaelschten Punkrock-Schiene. Schon allein der Opener „World At War“ laesst erahnen, was einem noch zu erwarten hat. So wie es, besonders in den 80ern in der Punk-Szene der Fall war. Wuerde der Refrain „I just want some peace of mind, That´s all I´m asking for – but there ain´t no peace in a world at war” etwa Bands wie die DROPKICK MURPHYS, AGNOSTIC FRONT oder the WELSH BOYS mit ihrem engstirnigen “Working Class”-Gehabe zustande bekommen? Ich glaube kaum, denn da geht es immer nur um “Pride And Fight” bis zum Erbrechen. Die Subhumans sind die schmutzige Kehrseite der Medaille. Sie denken einfach ein ganz grosses Stueck weiter. In ihren Texten spiegelt sich die kranke Gesellschaft, in all ihren widerlichen Facetten wider. Es grenzt wirklich an ein Wunder das (beinahe) die komplette Originalbesetzung mit Mike „Normal“ Graham an der Gitarre, Gerry „Useless“ Hannah am Bass, Brian „Wimpy“ Goble am Gesang sich nur als „neues Mitglied der Band“ Jon Card (PERSONALITY CRISIS, STRECH MARKS, SNFU) am Schlagzeug holten. „New Dark Age Parade“ setzt neue Massstaebe in der Punkrock-Szene, aber das werden nur ganz Wenige zu schaetzen wissen. Ganz klar, die CD des Monats und wie es auch JELLO BIAFRA mit seinen eigenen Worten so treffend formuliert hat: „This is a new record by a veteran band that doesn´t suck! It´s fantastic and one of the best records released this year!“
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V.A.: "PUNK OCCUPATION"  CD
V.A.: „PUNK OCCUPATION“
CD

( CrazyRat.Narod.ru / MySpace.com/DaggerPromotions , Release Date: 2006 )
Russland ruestet auf! Punkrock-technisch gesehen, you know! Der Sampler vom russischen „Crazy Rat“-Label beheimatet in erster Linie Bands aus den eigenen Reihen, aber auch deutsche (the DEAD NOTES, GREEN FROG FEET), amerikanische (WHEN FREEDOM DIES, BLASTMAT, THE UNCOMFORTABLES), italienische (KALASHNIKOV), finnische (SHITHOUSE ROCKERS) und griechische (DISHARMONIC) mir voellig unbekannte Combos sind auf der 28-Track-CD mit von der Partie. Geboten wird in erster Linie uebereifriger Hardcore-Punk der 80er, aber auch einige simpel gespielte Mid-Tempos kann man hier mit etwas Glueck finden. Auf die Schnelle sticht keine Band wirklich hervor, ausser vielleicht BLIND STATE mit „Here I Am“. Ansonsten halten sich die musikalischen Qualitaeten mehr oder minder im Durchschnittsbereich auf. Der optimale Soundtrack, fuer alle jungen ALDI-Punx, die sich dort regelmaessig ihre Palette Hansa-Pils kaufen oder klauen. Frage: Gibt es die heute ueberhaupt noch?
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V.A.: "OI!, THE ALBUM"  CD digi-pak
V.A.: „OI!, THE ALBUM“
CD digi-pak
( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 09. Oktober 2006 )

Ich meine mich erinnern zu koennen, das das erste Oi!-Album in der zweiten Jahreshaelfte von 1980 veroeffentlicht wurde. Das wirft mal kurz die Frage in die Runde, ob gerade im Herbst und im Winter nicht die besten Punkrock-Releases ueberhaupt raus gekommen sind? Oder aber ich habe mir die Vinylscheiben zu jener Zeit mit etwas Verspaetung zugelegt, genau dann, wenn die ersten Blaetter vom Baum fielen oder der erste Schnee vor der Tuer lag. Ich verbinde gerade mit diesen beiden Jahreszeiten einen starken Zusammenhang, was Punkrock-Klassiker angeht. Jetzt da auch wieder der Herbst gekommen ist, ist nun also auch eine CD-Ausgabe des ersten und Richtungsweisenden Oi!-Album beim „Captain Oi!“ (wo auch sonst!) raus gekommen. Ich meine, dass dies auch die allererste Release auf CD ist. Nun, wie immer im Moment erscheint das Album auf dem Label im schicken digi-pak, und hat natuerlich alle 17 Tracks der LP-Ausgabe auf Lager. Meine Guete, was habe ich damals die Songs wie „Daily News“ (the EXPLOITED), „Generation Of Scars“ (TERRIBLE TWINS), „Guns For The Afghan Rebels“ (ANGELIC UPSTARTS), „Wonderful World“ (4-SKINS) oder „Here We Go Again“ (COCKNEY REJECTS) immer und immer wieder auf ein Neues gehoert! Dieses Album war ausschlaggebend fuer eine voellig neue Szene im Konzert- und Fanzine- sowie im Label-Bereich. Leider blieb es aber mit dem zunehmenden Strom von Skinheads aus der Working Class nicht immer so friedlich, wie man es gerne gehabt haette. Aber das ist eine andere Geschichte.
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V.A.: "WHO? WHAT? WHY? WHEN? WHERE?"  CD digi-pak
V.A.: “WHO? WHAT? WHY? WHEN? WHERE?”
CD digi-pak
( Mortarhate Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 24. April 2006 )

Schon etwas aelter das Teil, aber ich bekam es erst diesen Monat aus London zugeschickt. Zum ersten Mal gibt es die insgesamt 18 Tracks nun auf CD als Digital Remaster und in komplett neuer Artwork-Gestaltung. Urspruenglich kam der Sampler allerdings Anfang der 80er auf dem CONFLICT-Label raus. Zuhoeren gibt es einen Mix aus bekannten und unbekannten Anarcho-Punk-Bands. Natuerlich darf neben exklusiven Tracks von ANTHRAX, SUB SQUAD, CHAOS, TOXIC SHOCK, POISON GIRLS, LOST CHERREES, HAGAR THE WOMB oder DEATH ZONE CONFLICT nicht fehlen. Neben CRASS galten CONFLICT damals als zweit wichtigste Band des Anarcho-Punk in England. Aber da erzaehle ich an dieser Stelle hier nichts wirklich Neues.
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YOUNG PEOPLE WITH FACES - st CD digi-pak
YOUNG PEOPLE WITH FACES
s/t CD digi-pak
( Young People With Faces / MySpace.com/YoungPeopleWithFaces , Release Date: 01. August 2006 )

Aus dem Reisefuehrer: „Das kleine Staedtchen Ketchum und sein Vorort Sun Valley gelten als das populaerste Wintersportgebiet Idahos. Sun Valley ist der erste Skiort der USA ueberhaupt – seit 1935 kommen die Touristen hierher, um die Pisten des 2.789 m hohen Bald Mountain hinabzuwedeln. Auch die Prominenz froente damals dem weissen Vergnuegen – Gary Cooper und Clark Gable waren haeufige Gaeste. Ebenso wie Ernest Hemingway, der seine letzten Lebensjahre bis zu seinem Selbstmord (1961) in Ketchum verbrachte. Er liegt auf dem Ketchum Cemetery begraben. Bedingt durch das attraktive Angebot an Freizeitaktivitaeten – Reiten, Angeln, Mountainbiken, Schwimmen, Tennis, Golf – haben sich beide Orte auch als Sommerfrische einen Namen gemacht. Insbesondere Ketchum, einst industrielles Zentrum fuer die Bergwerke der Region, hat sich zu einem reizvollen Staedtchen mit Restaurants, Hotels, Boutiquen und Galerien entwickelt.“ Radikaler Schnitt!!! Aus dieser anmutigen Beschaulichkeit entspringen vier 17-jaehrige Kids, die auf ihrer MySpace-Bandseite mit dem cleveren Spruch „Punk´s Not Dead, just the punks” auf „junge Leute mit Gesichtern“ aufmerksam machen wollen. Auch wenn die drei Maedels und der Bubi sich in der Innenhuelle des digi-pak mit einem Vinyl-Stapel an ´77er-Klassiker zusammen abgelichtet haben, so kann man sie rein optisch gesehen ueberhaupt nicht als „Punks“ identifizieren. Nein, eigentlich sehen sie so gar nicht boese und verkniffen aus, vor allem die drei Girls sehen mit ihren langen Haaren voellig normal und sympathisch aus, so als wenn sie eine sehr gute Kinderstube haben. Wenn man sich allerdings die Musik anhoert, dann ist es ganz schnell mit dem amerikanischen Teeny-Traum vorbei! Wuest und noch ziemlich holperig geht es auf den 13 Tracks zur Sache. Man spuert sofort, diese Kids, die wollen es unbedingt wissen!!! Mit rotzigen Titeln wie „Break Your Face“, „Fuck Art, Let´s Rock“, I Hate You“ oder „Do The Pogo“ hat man sich auch recht schnell einen Einblick verschafft, wohin uns die musikalische Reise fuehrt. Genau, ins Jahr ´77! Denn hier haben sich Sophia, Simone, Alice und Matt am meisten umgeschaut. Es ist gar nicht so verkehrt die Band mit den Fruehwerken von the BAGS („We Don´t Need The English“) oder the SICK THINGS („Anti-Social Disease“) in Verbindung zu bringen. Sie klingen sogar bei einem Song wie „Piece Of Meat“ schon ziemlich erwachsen! Sie haetten auf jedem „Killed By Death“-Sampler eine Topfigur abgegeben! Jim von „Rapid Pulse Records“ erkannte schon frueh die Einzigartigkeit und hat sich sofort bereit erklaert die Vinyl-Release plus dem Bonus-Track „I Didn´t Die“ zu machen. Um die CD hat sich die Band allerdings selbst gekuemmert. Mein ganz persoenlicher Tip(p) fuer diesen Monat!
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