* * * * * * Real Classic! , * * * * * Great Stuff! , * * * * Very Good! , * * * O.K. , * * Poor! , * Real Bullshit!

 

Hier nun das Update fuer Oktober. Das Update fuer November erfolgt Anfang Dezember 2010.  Wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

BITUME - „Lolch” CD
BITUME
„Lolch” CD
( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 05. November 2010 )
Ich kann mir nicht helfen, aber ich hoere hier immer wieder die TOTEN HOSEN raus. Textlich sowie musikalisch. Eher aber die nachdenkliche Seite, nicht die feucht-froehliche „Bommerlunder/Jaegermeister“-Scheiss-Fun-Fraktion. Von daher gibt es einige Pluspunkte auf dem Bitume-Konto zu verbuchen. Aber sonst? Ich fuehle mich voellig unterfordert, kann mit den 13 Tracks kein echtes Stelldichein finden, es bleibt bei normaler gut gemachter Punk-Kost, sauber steril einstudiert, mit einem Saenger der nicht meinen Geschmack trifft. Schad.
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PASCOW - „Alles muss kaputt sein!” CD
PASCOW
„Alles muss kaputt sein!” CD
( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 22. Oktober 2010 )
Meine erste Pascow-Besprechung! Glaub ich zumindest. Bei Pascow steckt schon einmal ordentlich Pfeffer dahinter! Das ist gut. Das ist schoen. Der Sound kracht einen fein angepisst voellig unvermittelt aus den Boxen. Im ersten Moment bin ich etwas sprachlos und dann, ja Real Shock, das geht nur lauter! Treibend, gradlinig und mit viel Wut in Bauch. Spielfreude ist hier die optimale Umschreibung. Das Team der Studioproduktion hatte das Ohr zum richtigen Zeitpunkt gewaehlt und konnte alle Gegebenheiten hervorragend einfangen. Der erste fave Song ist fuer mich auch schnell gefunden, bei „An die Maulwuerfe“ faehrt die Band ihre ganze musikalische Klasse auf. Ich alter Noergler-Fart hab hier wirklich nichts an der Scheibe auszusetzen. Die Band gibt einfach alles. Und das ist am Ende, was zaehlt! Der verzweifelte Zorn steht dem Saenger verdammt gut zu Gesicht. Das sind pUnKrOcK-Melodien fuer die naechste Revolution.
PS: „Ein Noergler ist ein Wahrnehmensgestoerter Zeitgenosse, dem es aufgrund seiner selektiven Wahrnehmung nicht moeglich ist, die wenigen positiven Aspekte des Daseins wahrzunehmen“. (Quelle: uncyclopedia.org/wiki)
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PERKELE
„Perkele Forever” CD
( Bandworm Records / Gordeon Promotion , Release Date: 29. Oktober 2010 )
Wollen die mich verarschen? Was ist das denn nur fuer ein Drecks-Intro? Bombast-Rock, so richtig schoen uebel. Bin direkt angewidert. Der erste Song heisst dann auch noch ganz breitbeinig „Punk Rock Army“! Ich schmeiss mich weg! Was fuer ein einfallsloser stupider Merkwuerdig-Sound, der hier auf 10 Liederchen artig verteilt wurde. Ein Saenger, der kein englisch singen kann, eine viel zu hoch gespielte Lead-Gitarre, dazu stumpfe Punker-Standards on masse. Kommt wie Schablonen-Kirmes-Mucke on Oi! Eine absolut ueberfluessig eingespielte Scheibe. Jungs, sucht euch lieber anstaendige Jobs. Mit der Musik, das wird nichts mehr. Diesmal keine Points nach Schweden!
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RED HOT CHILLI PIPERS - „Music For The Kilted Generation” CD
RED HOT CHILLI PIPERS
„Music For The Kilted Generation” CD
( REL Records / New Music Distribution , Release Date: 15. Oktober 2010 )
Die Erfolgsgeschichte der Red Hot Chilli Pipers aus Schottland geht in die naechste Runde! Seitdem sie vor ungefaehr sechs Jahren das erste Mal bekannten Rock- und Pop-Songs mit dem Dudelsack eine voellig neue musikalische Sichtweise gaben, ging es auf der Erfolgsleiter nur steil bergauf. Das duerfte auch mit ihrem neuen Album sicherlich nicht schwieriger geworden sein. 13 Songs, bekannt aus Funk und Fernseh werden froehlich laessig mit Untermalung eines Bigband-Sound aufgefrischt. Dabei diesmal, Tracks von AC/DC, Snow Patrol, Deep Purple, Queen, Robbie Williams und The Who. Das koennen sie eigentlich bis zur Rente so weiter durchziehen.
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SMALL TOWN RIOT - „Suicidal Lifestyle” CD
SMALL TOWN RIOT
„Suicidal Lifestyle” CD
( True Rebel Records / Gordeon Promotion , Release Date: 12. November 2010 )
Einige Gegebenheiten passen hier einfach nicht zusammen. Fangen wir mit dem Cover an. Das erinnert mich mit dem aufgeklappten Basecap sofort an die 80er Stirnband-Trash-((Bloed-Nerv))-Metal-Combo SUICIDAL TENDENCIES. Im Booklet geht das Verwirrspiel weiter. Dort wurde ein Zitat von Blitzbirnen-Grossmaul ICE-T(!!!!!!!!!) im Booklet uebernommen. Okay, wenn Small Town Riot nun so eine Art Rap-Punker-Gangster-Scheisse durchziehen wuerden, koennte ich das ja dann ein wenig nachvollziehen, aber davon sind sie gluecklicherweise Lichtjahre entfernt. Auch fuer eine Streetpunk-Band – so wie es das Info-Blatt vorgaukeln will – sind die Jungs aus Hamburg dann doch zu poppig angesiedelt, wenn man allerdings mal von dem Intro absieht. Dafuer sind die Gitarren eben zu „feinsinnig“ gespielt, der Gesang zu „harmonisch“ und die Melodien eh zu gut. Mich erinnern dabei sehr viele Passagen ihrer insgesamt 13 Songs an die Mitt-90er-PopPunk-Bands aus den Staaten, als dieser Boom erst durch GREEN DAY’s „Dookie“-Album richtig losgetreten wurde, so dass „kleinere“ Bands wie etwa SCREECHING WEASEL oder THE QUEERS ploetzlich mehr gefragt waren als vorher. Unzaehlige Kiddie-Combos folgten ihnen und brachten Singles auf unbekannten kleinen Labels raus. Das geschah alles bevor der Begriff Street-Punk ueberhaupt die Runde machte. Ich konnte mir damals, ´96 selbst gut ein Bild von der Lage machen, tourte ich doch mit den SONIC DOLLS fuer drei Wochen an der Ostkueste. Small Town Riot sind sicherlich vier ganz liebe Bubis, die irgendwie auf das falsche Pferd gesetzt haben. Ihre Musik hat in meinen Augen absolut nichts mit dem Streetpunk der Neuzeit zu tun. Griffiger und wohlklingender Pop-Punk trifft es schon eher. Und das finde ich im Endeffekt auch besser so.
( * * * + )
 

THE SPIVS - „Taped Up” CD
>>> RECORD OF THE MONTH <<<
THE SPIVS
„Taped Up” CD
( Damaged Goods Records / DamagedGoods.co.uk , Release Date: 08. November 2010 )
Der Opener „Radio“ klingt wie ein verschollener alter Session-Song aus einer JOHN PEEL SHOW. Das britische Trio erinnert in ihrer Spielweise zu meiner absoluten Verblueffung stellenweise an grosse „pUnK rOcK“–7INCHES-Momente der 70er, Made in the U.K. Das hab ich so sicherlich nicht erwartet. Denn heute wird ja nur allzu gerne mit absoluten Superlativen in den beiliegenden Info-Blaettern um sich geworfen. Aber hier treffen schon so einige Schlagworte durchaus zu. Natuerlich koennen nicht alle 14 Songs meine uneingeschraenkte Begeisterung einheimsen, dafuer gibt es doch eine Handvoll zu viele musikalische Stockfehler. Wobei der Garage-Beat-Einschlag die Hauptschuld traegt. Das mag ich einfach nicht! Doch wenn dieser in den Hintergrund rueckt, kann man sich seine kleinen pUnK-rOcK-Perlen rauspicken. Dazu gehoeren „Radio“, „Leave Me Alone“, „Too Many People“, „Uncles Got An Asbo“, „I Don’t Want It”, „Taped Up” und das stark “KILLED BY DEATH”-beeinflusste „It’s True”. Unglaublich, wie da so einige Tracks durchklingen, man meint wirklich fuer einen Moment, es handelt sich um alte Studio-Aufnahmen aus den Jahren 1977 bis 1978. Ganz klar, das ist die Platte des Monates!
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V.A.: „DON’T DROP IT IN THE DUSTBIN” C60
V.A.: „DON’T DROP IT IN THE DUSTBIN”
C60
( MySpace.com/383564432 , Release Date: September 2010 )
„Blue Fred’s Radio Session“ haelt sich konsequent am Grundgedanken von JOHN PEEL, Bands Gehoer zu schenken, die der Mainstream eh nicht verdient haette. Das dabei natuerlich auch einige Nullnummern bei mir rausspringen, duerfte klar sein. Denn ich fand auch damals bei JOHN PEEL nicht alles gut, was er so auf den Plattenteller legte. Aber darum geht es nicht. Es geht um die musikalische Vielfalt, die diese 19 Songs ausmacht und dementsprechend anbietet. Daher war good old Peely frueher bei uns kleenen Punkies und anderen Freaks auch so beliebt. Direkt der erste Track „She’s Got The Loneliest Eye’s (In The World)“ von der mir voellig unbekannten Band ILYA K findet meine hundertprozentige Zustimmung. Ein sehr vielversprechender Opener, der es wie durch Zauberhand schafft, einen in den Bann zu ziehen und Geschmack auf mehr macht. Und tatsaechlich, weitere Beitraege die mein Interesse wecken sind die von VIKI VORTEX & THE CRUMSHOTS, THIEVES, EXCEPT THE GENERAL (na, logisch!), STE McCABE (JILTED JOHN meets the BUZZCOCKS in E-LAND) und BUGFRYER. Diese Zusammenstellung ist eine Art Danksagung an all die Bands und Labels, die die Radio-Show von Blue Fred seit fuenf Jahren mit ihrem Output auf Radio „Rheinwelle“ versorgen. Da sollte man unbedingt mal reinhoeren, wenn man Lust auf wirklich neue Musik-Entdeckungen hat, obwohl die Sendung am Sonntag alle vier Wochen zur besten Tatort-Zeit im Fernseh laeuft. Fuer TV-Geschaedigte wie mich etwa bietet sich durch diese auf 50 Exemplare limitierte C90-Kassette natuerlich eine gute Alternative an. Blue Fred war allerdings so nett und hat mir die Lieder auf eine CD gebrannt, da mein Kassettendeck nicht mehr angeschlossen ist. Die Kassette gibt es uebrigens kostenlos unter der MySpace-Seite.
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