* * * * * * Real Classic! , * * * * * Great Stuff! , * * * * Very Good! , * * * O.K. , * * Poor! , * Real Bullshit!

So, hier nun das Update fuer September. Das Update fuer Oktober erfolgt Anfang November 2007.  Alle Reviews, wie immer, besprochen von Ralf Real Shock. 

Wie ihr euch vielleicht noch aus der Print-Zeit des 3RD erinnern koennt, war damals eine Veraenderung bei der Bewertungsskala im Gespraech gewesen. Leider verliefen sich zu der Zeit aber die vorhandenen Ideen im Sande.

Nun habe ich mir noch einmal ernsthaft Gedanken gemacht, denn ich war nach wie vor mit der alten Einteilung nicht mehr wirklich zufrieden. Ich fand, dass ich mir als „Kritiker“ (welch hochgestochene Wortwahl, Herr Real Shock!) bei einem 5-Sternchen-System  zu wenig Spielraum in der Endbewertung eingeraeumt hatte.

So kam ich schliesslich zu dem gluecklichen Ende, das Ganze auf 6 Sternchen „hochzufahren“ und die Bewertungsbezeichnung auch gleich mit zu erneuern. Damit kann ich jetzt ganz gut leben. Ich hoffe ihr auch.  

 

Hier nun die neue Bewertungsskala:

Real Classic! - 6 Sternchen

Great Stuff! - 5 Sternchen

Very Good!  - 4 Sternchen

O.K. - 3 Sternchen

Poor! - 2 Sternchen

Real Bullshit! - 1 Sternchen

 

 

AGENT STEEL

„Mad Locust Rising“  DVD

( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 27. August 2007 )

Ohne Worte! Spandex-„Eierkneifer”-Hosen, laecherliche Haarmaehnen und unertraegliches Gitarren-Gedudel. In den 80ern war das damals so gang und gaebe in den Metal-Hochburgen. Warum bekomme ich so etwas nur zu geschickt? Ich habe keine Ahnung. Und warum lasse ich solche Gestalten auf meiner Seite ueberhaupt zu? Weil es einfach so unglaublich lustig ist, sich so was mal kurz rein zuziehen, denn fuer den hohen Unterhaltungswert gibt es doch tatsaechlich noch ein Sternchen dazu. Bands sind bei solchen Outfits Nebensache.

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ANGELIC UPSTARTS - „The Independent Punk Singles Collection“  CD 

ANGELIC UPSTARTS

„The Independent Punk Singles Collection“  CD

( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 03. September 2007 )

Zum ersten Mal 1995 auf „Anagram Records“ veroeffentlicht wird nun 12 Jahre spaeter die exakt gleiche CD-Version auf ein Neues raus gebracht. Das kreide ich dem Label ja schon geraume Zeit an. Da wird sich nicht die Muehe gemacht, mal ein neues Booklet zu entwerfen, geschweige denn ein neues CD-Cover oder die laengst faellige Ueberarbeitung der Songs in Angriff zunehmen. „Captain Oi!“ macht es doch auch. Bestes Beispiel die Neu-Veroeffentlichung des ersten LURKERS-Album (Review, siehe weiter unten). Soviel Geld kann das doch auch nicht kosten. Schliesslich scheint es „Cherry Red“ doch finanziell ganz gut zu gehen, wenn ich mir Monat fuer Monat ihre beachtlich neuen Release-Schuebe anschaue. Naja, vielleicht kommen sie ja noch mal von selbst auf den Trichter. Okay, genug gemeckert! Wie es der CD-Titel schon vorweg nimmt sind ihre Singles fuer „Warner Bros.“ und „EMI“ ausgeklammert worden. Da kam man rein rechtlich wohl damals nicht ran, ohne eine Heidenkohle fuer die fuckin´ Majors abzudruecken. Aber egal, denn auch so hat man die CD mit 23 Tracks randvoll bekommen, so dass sogar die Live-Einspielung von „Liddle Towers“ von ihrer letzten 12“inch „England´s Alive“ aus dem Jahr ´88 fehlt. Macht rein gar nichts, Hauptsache die Studio-Version der Debuet-Single von 1978 ist hier zuhoeren, zusammen mit „Police Oppression“. Danach kommt direkt mit „Woman In Disguise“ der Sprung ins Jahr ´82, wo die Upstarts nach ihren Major-Ausfluegen auf „Anagram“ butterweich gelandet waren. Da darf auch „Solidarity“ nicht fehlen, wahrscheinlich mit einer der groessten Erfolge ueberhaupt von der Band. Auf jeden Fall lief das damals in den 80ern in fast jeder Independent Disco.

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BLOOD AND ROSES - „Same As It Never Was – The Collection“  CD 

BLOOD AND ROSES

„Same As It Never Was – The Collection“  CD

( Anagram Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 20. August 2007 )

Es gibt aus den 80ern massig Beispiele dafuer wie langweilig Post-Punk-Bands sein konnten. Aber es gibt auch Ausnahmen, wenn auch nur wenige. Solch eine Ausnahme waren Blood And Roses aus London. Entsprungen aus der Squat-Scene in Waterloo und dem „Kill Your Pet Puppy“-Collective wurden die Mitglieder der Band schnell der Anarcho-Szene zugeordnet. Dem war aber nicht so. Sie spielten in einer voellig anderen Liga und hatten mit den ueblichen Anarcho-Ritualen herzlich wenig mit am Hut. Ihre Musik hatte viel vom urspruenglichen 70er Punkrock beibehalten. Ausserdem hatten sie mit Lisa Kirby eine exzellente Saengerin, die nicht zu Unrecht oft mit den stimmlichen Qualitaeten von SIOUXSIE verglichen wurde. Auf dieser CD sind zum ersten Mal 21 Songs zusammen getragen wurden, die es vorher nur auf Vinyl gab. Ihre erste und auch einzige LP mit dem Namen „Enough Is Never Enough“ aus dem Jahr ´85 ist dabei komplett zu hoeren. Weitere Beitraege entstammen der 12“inch „Love Under Will“ (1986), der LP-Compilation „The Whip“ (1993) und einer weiteren 12“inch mit dem Namen „(Some) Like It Hot“ von ´85. Erstmals nur hier zu hoeren sind „Crimson Dream“ und „Sins Of The Chimera“, die fuer ein zweites Album gedacht waren. Ausserdem wurden noch mit „Heaven“, „Sleepwalkers“ und „Wall After Wall“ drei rare Demo-Versionen angefuegt. Wie Blood And Roses sich in natura anhoeren, wollt ihr Netz-Nutzer da draussen wissen? Nun, das ist wirklich verdammt anspruchsvoller Post-Punk, der sich nie in irgendwelchen selbst verliebten Atmosphaeren verliert. Also nix da mit dem ueblichen Gothic-Rock-Pathos. Dafuer haben die Lieder zuviel an Struktur zu bieten und mit „Love Under Will“ gibt es ohne uebertreiben zu wollen einen astreinen Punkrock-Smasher im Mid-Tempo 77er-Stil obendrauf. Blood And Roses erinnern in ihrer Vielfalt oft genug an UK DECAY SCREAMING DEAD, BRIGANDAGE, ACTIFED, SIOUXSIE AND THE BANSHESS, JOY DIVISION oder SKELETAL FAMILY. Bei der Entstehung dieses Release waren auch alte Punkrock-Bekannte wie Alex Ogg und Mick Mercer involviert. Ein weiterer Tip(p) des Monats!

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THE DICKIES - „The Dawn Of The Dickies”  CD digi-pak 

THE DICKIES

„The Dawn Of The Dickies”  CD digi-pak

( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 17. September 2007 )

Hier nun eine kleine aber feine ueberarbeitete (re-masterte?) Zusammenfassung von den Review-Originalen beider Dickies-Alben aus der Print-Zeit vom 3RD, genauer gesagt aus der No. 21.

Wohl einer dicksten Fische angelte sich der „Captain Oi!“ vor sieben Jahren (meine Fresse, ist das schon wieder so lange her?) mit der lizenzierten Re-Issue der ersten beiden Alben von den unvergleichlichen und grandiosen Dickies. Das zweite Album verkaufte sich wohl so gut, dass nun ein elegantes digi-pak nachgelegt wurde.

Ihre erste LP „The Incredible Shrinking Dickies“ war damals gerade mal knapp acht Monate alt, da veroeffentlichte die Band am 24. Oktober 1979 schon ihren Nachfolger mit weiteren zehn Smash-Hits, wie z.B. „Fan Mail“, „Manny, Moe And Jack“, „(I´m Stuck In A Pagoda With) Tricia Toyota“ oder „Nights In White Satin“. Als Bonus gibt es hier die A- und B-Seite ihrer Single „Gigantor“ zu hoeren. Ueber die Dickies ist eigentlich alles schon gesagt worden. Jeder, der sich ein wenig mit der amerikanischen Punkrock-Szene auskennt wird dieser durchgeknallter Haufen ein Begriff sein. Bis zum heutigen Tage haben sie Einfluss auf nachfolgende Bands, speziell im PopPunk-Bereich, nehmen koennen. Was die RAMONES einst fuer New York City waren, das waren die DICKIES fuer Smogtown Los Angeles. Das Booklet gestaltet sich selbstverstaendlich allerliebst, mit Texten und Coverabbildungen ihrer Singles. Dem ist nichts mehr hinzu zufuegen. Klassiker!

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ENKELZ

„So sieht das aus“  CD digi-pak

( E-Recordz / Gordeon Music Promotion , Release Date: 28. September 2007 )

Unschwer zu interpretieren, welcher hessischen und gluecklicherweise laengst aufgeloesten Proll-Combo (welche ich schon immer eine tiefe Abneigung entgegen brachte) die Enkelz (was fuer ein unfassbar bescheuerter Bandname!) aus Hamburg hier ihren Tribut zollen. Logisch, so was pack ich noch nicht mal mit der Kneifzwange an! So sieht das aus, Dieter! Und jetzt bist du dran.

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THE GENERATORS - „The Great Divide”  CD 

THE GENERATORS

„The Great Divide”  CD

( People Like You Records / Starkult Promotion , Release Date: 17. September 2007 )

Waehrend RANCID weiter auf der faulen Haut liegen und die Zeit seit ihrem letzten Album im Jahr 2003(!) – nur noch getoppt von SOCIAL DISTORTION´s extremer Traegheit – einfach so verstreichen lassen, produzieren die Generators fleissig wie emsige Bienchen auf gleich bleibenden hohen Qualitaetsstandard im Abstand von knapp zwei Jahren ein komplett neues Studio-Album nach dem anderen. Ihre Staerke liegt dabei weiterhin in ihren ruhigen zum Teil doch recht melancholischen Nummern. „So Many Miles“ hat dabei eindeutig den Vogel abgeschossen. Sticht sofort aus den 10 Songs hervor! Atmosphaere pur! Fuer mich ganz klar der beste Song der CD! Erinnert spontan an ihr erstes und zugleich bestes Werk „Welcome To The End“! Die Band ist also immer noch in der Lage solch einen Hammer raus zuhauen! Das schafft heutzutage wirklich nicht mehr jede „alteingesessene Punkrock-Band“. Natuerlich sind auch die anderen Tracks nicht schlecht, aber das ist eigentlich genau der Sound, den ich von den Generators auch erwarte. Der Titelsong und das anschliessende „My Best Regards“ kann man hier ruhig mal stellvertretend nennen. Schade, dass die Band diesmal so ein oedes Cover wie „Paint It Black“ ausgewaehlt hat. Da gibt es doch zig bessere und auch nicht so gaengige Songs zu covern. Also, beim naechsten Mal dann bitte nicht „Ring Of Fire“ nachspielen! Und wie es sich fuer eine Band von Welt gehoert, wird auch jedes neues Album ordentlich mit zahlreichen Shows promotet. Auf die Generators ist nach wie vor Verlass!

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THE GL*XO BABIES

„The Porlock Factor”  CD

( Cherry Red Records / CherryRed.co.uk , Release Date: 27. August 2007 )

1985 reformierte sich die ehemalige experimentelle Band aus Bristol, die in ihrer ersten kurzen Zeit von 1978 bis 1980 gerne mit anderen Punkrock-Physikern wie the FALL, ALTERNATIVE TV, SUBWAY SECT, GANG OF FOUR, the SLITS, the POP GROUP, SWELL MAPS, A CERTAIN RADIO oder PUBLIC IMAGE LTD. in Verbindung gebracht wurde. Fuenf lange Jahre, bis 1990 versuchten sie sich im zweiten Anlauf als melodische Psychedelic Pop-Band durchzuschlagen. Ohne nennenswerten Erfolg. Frustrierend vom Musikgeschaeft warf man schliesslich das Handtuch und hinterher auch alle Instrumente aus dem Fenster! Okay, das mit dem Fenster hab ich nun mal dazu gedichtet, aber ich glaube schon, dass man irgendwann mal die Schnauze gestrichen voll hat, wenn man in der englischen Musikpresse nicht weiter beachtet wird. Und dabei waren sie mit ihren Sound absolut am Puls der Zeit. Leichte Kost, schoen poppig, bloss nicht aufregen, eben heile Plastic-Welt vorgaukeln. Ich find die ersten sieben Songs jedenfalls um einiges besser, als die Experimentierphase aus den 70ern. Die restlichen 11 Songs schlagen allerdings dann doch wieder eher in ihren urspruenglichen Werdegang. Fuer drei Sternchen reicht es aber allemal.

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JINGO DE LUNCH - „The Independent Years“  CD 

JINGO DE LUNCH

„The Independent Years“  CD

( Rookie Records / RookieRecords.de , Release Date: 07. September 2007 )

Wenn ich mich recht erinnere haben wir damals in den 80ern in der „Stockumer Schule“ zu Voerde mal den support von Jingo de Lunch gemacht. Mit welcher Band das war, kann ich heute allerdings nur noch raten. Als wir unser mageres Set beendet hatten und mit hoeflichem Applaus von der Buehne verabschiedet wurden, ging es nach kurzer Umbaupause direkt weiter. Ich riskierte sogleich einen Blick in den Konzertraum! Bei uns standen vielleicht drei besoffene Punkies und zwei taube Hunde an der Buehne, bei der Berliner Band hingegen gab es kein Halten mehr. Das Publikum stapelte sich vor der Buehne, als wenn gerade ein neuer Media-Markt mit superguenstigen Angeboten oeffnete. Wie durch ein Wunder, bei solch tumultartigen Szenen, wurde keiner dieser durchgedrehten Hardcore-Juenger mit einem Stirnband erdrosselt. Etwas enttaeuscht verschanzte ich mich wieder im angrenzenden Band-Raum und gab mir eine Bierdose nach der anderen. Was will ich damit ausdruecken? Nun, Jingo war schon damals nicht mein Sound, viel zu heavy-lastig und zu wenig Punk. Platten hab ich mir logischerweise nie von ihnen zugelegt. 20 Jahre spaeter bekomme ich jetzt eine „21-Song-Best-Of“ zu hoeren, die mich auf dem ersten Blick gar nicht mal so besonders nervt. Das ist doch schon mal eine Ueberraschung, oder? Fuer heutige musikalische Verhaeltnisse, wo man schon fast alle moeglichen Richtungen „straffrei“ gekreuzt hat, absolut eine legitime Angelegenheit. Und so schnell waren die doch gar nicht! Meist geht es auf der CD erstaunlich gediegen zu. Keine Spur von „Schneller, Lauter, Haerter“! Was mich aber nach wie vor abhaelt die Lieder wirklich richtig gut zu finden, ist die unverkennbare Metal-Note bei der Gitarrenarbeit. Da hilft es mir auch wenig, wenn sie DOA/SUBHUMANS („Fuck You“) oder BAD BRAINS („Pay To Cum“) nachspielen.

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JOHNNY MOPED - „The Bootleg Tapes Vol 1 & 2”  CD 

JOHNNY MOPED

„The Bootleg Tapes Vol 1 & 2”  CD

( Damaged Goods Records / DamagedGoods.co.uk , Release Date: 03. September 2007 )

Johnny Moped! Yes, unvergessen dieser Knaller-Typ aus den 70ern. Punkrock brachte eine Reihe von verdammt originellen Selbstdarstellern hervor. Johnny Moped war einer von ihnen. Frueh uebte sich und so begann Johnny Moped Anfang der 70er, zusammen mit Captain Sensible Krach in der Band GENETIC BREAKDOWN zu machen. Fuer den Captain, der wie wir alle wissen zu THE DAMNED wechselte, kam Chrissie Hynde und Slimey Toad. Chrissie hielt es anscheinend nicht sehr lange mit Knalltuete Johnny Moped aus und so nahm man nach ihrem zuegigen Weggang „Hard Lovin´ Man“ fuer das „Roxy“-Album auf und veroeffentlichte auch noch zusaetzlich das inoffizielle Bootleg-Album, ehe sie dann 1977 bei „Chiswick Records“ einen Vertrag unterschrieben, drei Singles und das Album „Cycledelic“ veroeffentlichten. Alles wunderbar dokumentiert auf der ´95 CD-Release „Basically…..The Best Of Johnny Moped”. Schlagzeuger Dave Berk schrieb auch damals schon die Linernotes und hatte einige lustige Storys ueber Johnny Moped zu erzaehlen. Die Freundschaft zwischen dem Captain und Johnny hat auch noch heute Bestand, denn es ist noch nicht sehr lange her, da hat der Captain auf seiner „MySpace“-Seite Fotos von einem aktuellen Treffen mit Johnny reingestellt. Nun, diese CD hier ist in erster Linie nur was fuer Leute, die sich ein wenig mit Johnny Moped auskennen. Wer zuvor Johnny Moped noch nicht gehoert hat, sollte auf jeden Fall zuerst nach der ´95er-CD Ausschau halten, denn dann kann man sich einen besseren Zusammenhang dieser beiden CDs vorstellen und den eigenen Humor von Johnny Moped ein wenig mehr nachvollziehen. Hier nun 26 Einspielungen, die u.a. von der Bootleg-Cassette stammen, die die Band bei ihren Gigs 1976 und 1977 verkauft hat. Ausserdem gibt es auch die Tracks ihrer freebie 7“inch, die zusammen mit ihrer LP auf „Chiswick“ raus gekommen ist. Allerlei skurriler Merkwuerdigkeiten werden hier auf den ahnungslosen Hoerer losgelassen. Die Live-Sachen von 1977 aus dem „Eric´s“ in Liverpool sind klanglich wohl noch am ehesten zu verdauen. Eben purer ´77er Punkrock im „Killed By Death“-Style! Allein dafuer gibt es ein Extra-Sternchen in der Endbewertung! Vieles andere auf der CD ist allerdings reiner Quatsch, wie etwa „Starting A Moped” oder „The Wolf And Dracula“. Man hat also einfach mal einen Billig-Cassettenrekorder damals mitlaufen lassen. Das dieses Zeug dann ueber 30 Jahre spaeter dann auf CD gepresst wird und wahrscheinlich als einer der Highlights des englischen ´77er-Punkrock angesehen wird, konnte damals im Backgarden von Dave Berk natuerlich noch kein Mensch ahnen. Wer an Johnny Moped einen Narren gefressen hat, wird es schwer haben, an dieser Release nicht vorbei zukommen.

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THE JONESES - „Keeping Up With The Joneses“  CD 

THE JONESES

„Keeping Up With The Joneses“  CD

( Full Breach Kicks / FullBreach77.com , Release Date: 24. Juli 2007 )

War doch ein wenig viel enttaeuscht, als ich die zehn Songs zum ersten Mal hoerte. Nur der Opener „Ms. 714“, „Cut That Trash“ und ausgerechnet auch noch die ELTON JOHN(?)-Coverversion von „Crocodile Rock“ bilden die ruehmlichen Ausnahmen in Sachen gut abgehender Punk’n’Roll-Attitude. Die anderen Songs miefen mir viel zu stark nach sleazy Glam und too much an STONES-Attribute. Und die Frisuren der Bandmitglieder sind ebenfalls zum Weglaufen. OKay, es war 1986, als sie die Songs fuer ihre erste LP aufnahmen. Da kann man das mit den Haaren noch ruhig durchgehen lassen. Wenn man den Worten von Saenger und Gitarristen Jeff Drake (uebrigens der aeltere Bruder von Ex-HUMPERS Scott Drake) im Booklet Glauben schenkt, dann wurden die Aufnahmen im Studio auf der „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“-Basis durchgezogen. Ein Gutes hat die Sache aber auch. Denn ich kramte mir die „Criminal History“-CD auf „SFTRI“ raus. Durch „Pillbox“ und „Graveyard Rock“, die die CD eroeffnen, hab ich die Band Anfang der 80er auf dem ersten „BYO“-Sampler „Someone Got Their Head Kicked In“ kennen gelernt und sofort fuer besonders gut befunden. Ich dachte, das waere evtl. so eine Band, die in etwa in Richtung SOCIAL DISTORTION einschlagen werden. Aber schnell verlor ich die Joneses wieder aus den Augen, bis zu dem Tage, als in den 90ern eben diese CD erschien. Gut, das „Full Breach Kicks“ vorhat auch dieses Teil spaeter noch einmal neu zu veroeffentlichen. Die dann zu Besprechen wird mir sicherlich mehr Freunde bereiten. Trotzdem, vier Sternchen weil es nun mal die Joneses sind. Dieses eine Mal scheiss ich auf Objektivitaet!

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THE LURKERS - „Fulham Fallout”  CD digi-pak 

THE LURKERS

„Fulham Fallout”  CD digi-pak

( Captain Oi! Records / CaptainOi.com , Release Date: 17. September 2007 )

Genau zehn Jahre sind vergangen, als das Label sich dem ersten Album von den Lurkers widmete und mit einen fetten Bonus-Anteil von 12 Songs versah. Macht zusammen exakt 26 Songs, die heute natuerlich unter der Sparte ´77er Pogo-Classics zu finden sind. Meilensteine der Londoner Punkrock-Geschichte! Bei JOHN PEEL wurde jede neue Single der Lurkers nicht einfach nur so gespielt. Wie bei den UNDERTONES spuerte man die Begeisterung die in der Stimme von Peely mitschwang, wenn er die Smash-Hits „Love Story“, „Shadow“, „I Don´t Need To Tell Her“ oder „Ain´t Got A Clue“ vorstellte. Und auch das erste Album bekam einiges an Sendezeit zugeschanzt. Das schicke digi-pak hat  im Gegensatz zur normalen CD-Release einiges mehr zu bieten. Das Wichtigste direkt vorab: Die Baender wurden remastert! Hoert man auch sofort raus! Saemtliche Single-Cover im Booklet sind nun in den Originalfarben abgedruckt wurden. Und ich frage mich bis heute, welches Gesicht auf dem LP-Cover ganz oben rechts in die Wolkendecke eingezeichnet wurde.

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999 - „Death In Soho”  CD  

999

„Death In Soho”  CD

( Overground Records / OvergroundRecords.co.uk / Release Date: 24. September 2007 )

Unverwuestlich und immer noch ueberzeugend gut! So praesentieren sich 999 mit ihrer dreiviertel ´77er-Stammformation und Bassist Arturo Bassick von the LURKERS auf ihrem „was weiss ich wievielten“ neuen Album. Schon erstaunlich, das Nick Cash, Pablo Labritain (ging in den 60ern zusammen mit JOE STRUMMER zur Schule und die beiden wurden schnell beste Freunde!) und Guy Days auch noch nach 30(!!!) Jahren im wahrsten Sinne des Wortes es „spielend“ schaffen bei immerhin 15 Song-Einspielungen keinen nennenswerten Schaden davon zutragen. Altbewaehrte Muster aus Zeiten, als sie mit ihren groessten Hits wie etwa „Homicide“ oder „Feelin´ Alright With The Crew“ in der Londoner Punkrock-Szene fuer maechtig Wirbel sorgten, werden auch noch heute von der „Mutter der Band“, Gitarrist und Saenger Nick Cash gerne neu gestrickt. Und ihr zweiter Gitarrist Guy Days haelt dabei artig das Wollknuell. Schoen einfach gehaltene Punkrock-Rhythmen, die aber immer noch verdammt gut was rueberbringen koennen. Bei „Last Breath” (einer meiner persoenlichen Faves!), dem vierten Track der CD klingt Mr. Cash bei den Strophen ansatzweise wie Knox von the VIBRATORS und musikalisch geht das auch locker in die LURKERS/ADICTS-Richtung. Da ihre besten Songs „Gimme The World“, „The System“, „Innocent“, „99 Days“ + „Rock’n’Roll World“  direkt zu Anfang gesetzt wurden verflacht die CD zum Ende hin etwas. Trotzdem gilt natuerlich, mit „Death In Soho“ kann man wirklich nicht verkehrt liegen. Ach ja, produziert hat uebrigens Ex-VIBRATORS/BOYFRIENDS Pat Collier.

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NUCLEAR ASSAULT

„Radiation Sickness“  DVD

( Cherry Red Films / CherryRed.co.uk , Release Date: 27. August 2007 )

Ich kann meine Wortwahl von der AGENT STEEL-DVD nur wiederholen: „Ohne Worte! Spandex-„Eierkneifer”-Hosen, laecherliche Haarmaehnen und unertraegliches Gitarren-Gedudel. In den 80ern war das damals so gang und gaebe in den Metal-Hochburgen. Warum bekomme ich so etwas nur zu geschickt? Ich habe keine Ahnung. Und warum lasse ich solche Gestalten auf meiner Seite ueberhaupt zu? Weil es einfach so unglaublich lustig ist, sich so was mal kurz rein zuziehen, denn fuer den hohen Unterhaltungswert gibt es doch tatsaechlich noch ein Sternchen dazu. Bands sind bei solchen Outfits Nebensache.“

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THE POLICE - „Message In A Bottle – The Complete Recordings“ earBook 

THE POLICE

„Message In A Bottle – The Complete Recordings“ earBook

( Universal Music - earBooks.net / VollKontakt.com , First Release Date: 27. Oktober 2006 )

Da muss sich mein Postbote ja fast ein Bruch dran gehoben haben, als er das Hoer-Buch von A nach B befoerderte. Den Begriff „Hoerbuch“ darf man hier aber nicht woertlich nehmen. Sting erzaehlt also nicht aus seiner Biographie, sondern dieses Buch enthaelt saemtliche Singles, die Police von 1977 bis 1986 aufgenommen haben. Das macht vier CDs mit insgesamt 78 Songs. Dazu gibt es ein 108 Seiten starkes Text/Bildband im Grossformat (28 x 28cm) obendrauf. Ich hab mich da zugegebenermassen etwas schlau im Internet gemacht und siehe da meine Recherche bringt Ueberraschendes zum Vorschein. Schon im Oktober 2006 kam das Buch raus, jetzt zur Reunion-Tour wurde es noch einmal neu nachgelegt. Doch gehen wir noch einige Jahre weiter zurueck, genau genommen ins Jahr 1993. Da erschienen die vier CDs zum ersten Mal, und zwar als Box vereint und nicht mit Buch. Auf dem damaligen Stand wurden die Songs einer Remaster-Kur unterzogen. Schade, dass man sich nicht im Stande sah, in Verbindung mit dem Buch die CDs noch einmal nach heutigen Qualitaetsstandard nachzuarbeiten. Vielmehr besass man die Unverfrorenheit auf dem Umschlag von einer „remastered in stunning digital clarity“ zu sprechen. Da wird jeder Unwissende in die Irre gefuehrt. Doch auch dort sind feine Differenzen auszumachen. Und zwar auf der einen Seite der „Otto Normalverbraucher“, der eh keinen Unterschied bemerken wird und dann aber natuerlich der Police-Fan, der sich hier doch ein wenig verraten und verkauft fuehlt, und womoeglich bei den noch anstehenden Konzerten in diesem Jahr 85,00 EUR bis sage und schreibe unverschaemte 185,00 EUR berappt hat. Und ich rege mich auf, fuer die SEX PISTOLS in Brixton jetzt im November knapp 60,00 EUR hinzulegen. Aber ich schweife ab, kommen wir wieder zum Thema zurueck. Das Preisleistungsverhaeltnis von 40,00 EUR geht rein objektiv betrachtet schon in Ordnung. Ganz wichtig aber auch noch zu erwaehnen, das dieses Buch in englischer Sprache gehalten ist. Zudem gibt es eine bebilderte Discographie und ausfuehrlich werden auch zu insgesamt 21 Songs Linernotes der Band niedergeschrieben. Die Fotos erzaehlen die typische Geschichte einer jeden Band, vor und hinter der Buehne. Lustig dabei auch noch der Gig-Flyer aus dem Londoner „Roxy Club“ von 1977, als Police im Vorprogramm von CHERRY VANILLA auftraten.

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SICK FITS - s/t  CD 

SICK FITS

s/t  CD

( Full Breach Kicks / FullBreach77.com , Release Date: 01. Mai 2007 )

In diese CD hatte ich so einige Erwartungen rein gesteckt, aber leider wurden sie nicht ansatzweise erfuellt. Die Band kommt aus Ottawa in Kanada und hat nun ueber „Full Breach Kicks“ ihre erste full-length raus gebracht. Produzent war uebrigens Paul Fenton, einst Mitglied der kanadischen Mod-Band THE ACTION in den 70ern. Was die fuenf Jungs hier auf ihren 11 Songs abliefern sind kraftlose Rock’n’Roller, die den noetigen Rotz schmerzlich vermissen lassen. Dafuer fliessen zudem noch massig Soul- und Blues-Einfluesse ein, so das sie schwer nach den ROLLING STONES in den 60ern klingen und leider nicht wie die DEAD BOYS. Nee, das muss ich nicht haben. Auf Dauer also eine ueberaus langweilige Angelegenheit.

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SID VICIOUS - „Sid Lives“  DoCD 

SID VICIOUS

„Sid Lives“  DoCD

( Jungle Records / Jungle-Records.com , Release Date: 15. Oktober 2007 )

Good old Sidney ist immer noch allgegenwaertig! Anlaesslich der Vinyl-Neuauflage zum 30jaehrigen Jubilaeum des „Never Mind The Bollocks“-Album, legt Alan Hauser´s „Jungle Records“ mit dieser Detailverliebten Doppel-CD noch ein paar Schippen Kohle mehr ins Feuer, und praesentiert die vier Sets, die Sid Vicious Ende September 1978 an zwei Abenden im New Yorker „Max´s Kansas City“ mit den beiden NEW YORK DOLLS Arthur „Killer“ Kane am Bass und Jerry Nolan am Schlagzeug, sowie Gitarrist Steve Dior (the IDOLS + the LONDON COWBOYS) einem angriffslustigen Volk im Publikum vortrug. Klar, die Aufnahmen zeugen trotz des Remaster-Mix nicht von bester Qualitaet. Aber das steht auch gar nicht zur Debatte. Bei den Sets gibt es nur minimal Abweichungen. Und so hoert man „Search And Destroy“, „Chatterbox“, „Belsen Was A Gas“, „Chinese Rocks“ oder „I Wanna Be A Dog“ gleich in vierfacher Ausfuehrung. Auf dem Booklet-Backcover-Foto mit Sid, Nancy, Jerry und Arthur faellt einem sofort ins Auge, das nur noch MICK JONES (the CLASH) und Steve Dior unter den Lebenden weilen. Steve Dior der im uebrigen eine verwechselte Aehnlichkeit zu JOHNNY THUNDERS hat, leitet das sehr aufwendig gestaltete Booklet mit seiner ganzen privaten Geschichte ueber Sid und Nancy mit dem Titel „Guilty By Association“ ein. Hier wird u.a. auch die Theorie angebracht, die man auch juengst in Alan Parker´s Buch ueber Sid „Too Fast To Live“ nachlesen konnte, dass ein Junkie mit Namen Michael, der Sid und Nancy mit Heroin versorgt hatte, waehrend sie im Chelsea Hotel abgestiegen waren, ihr Moerder gewesen sein koennte. Nach der Dior-Story gibt es einen detaillierten Werdegang ueber Sid, wobei Alan Hauser u.a. Hilfestellungen aus Buechern wie „I Was A Teenage Sex Pistol“ von Glen Matlock, „Punk Diary 1970-1979“ von George Gimark oder „Vicious – The Art Of Dying Young“ von Mark Paytress nutzte. Dabei kommt immer mal wieder eine Story zu Tage, die man vorher so noch nicht gehoert hatte. Zum Schluss des Booklet geht Steve Dior noch einmal in die Tiefe und laesst zu jedem einzelnen Song vom Live-Set einige anerkennende Worte vom Stapel. Was dieses Produkt ausmacht ist sicherlich nicht in erster Linie allein die Musik, sondern schon eher das grossartig ausgefallene 24-Seiten-Booklet mit seinen gut 8.000 Worten, den vielen Fotos dazu, das brillante Poser-Cover von Sid und der schicke Pappschuber. Ausserdem waren hier eben echte Kenner am Werke und nicht irgendwelche ahnungslose Label-Sklaven oder dummdreiste Promotion-Kaspers. Der Preis laesst sich ebenfalls sehen, fuer 10 englische Pfund, also knapp 15,00 EUR wird die DoCD ab Mitte Oktober erhaeltlich sein. SID LIVES! 

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SOHO ROSES - „Whatever Happened To... The Complete Works Of”  CD 

SOHO ROSES

„Whatever Happened To... The Complete Works Of”  CD

( Full Breach Kicks / FullBreach77.com , Release Date: 21. August 2007 )

Von dieser CD habe ich eigentlich am wenigsten erwartet, als ich den Dreier-Pack von „Full Breach Kicks” auspackte. Bei Glam-Rock von Tuntenfrisuren bin ich ja mit der Zeit doch etwas vorsichtiger geworden. Denn ganz schnell findet man sich bei gaehnend langweiligen Combos wieder, die zu viel an ROLLING STONES, fuckin´ MOTLEY CRUE oder double-fuckin´ GUNS’n’ROSES gehoert haben. Das ist allerdings bei dieser englischen Band ueberhaupt nicht gegeben! Die sehen ihre „Helden“ eher in den NEW YORK DOLLS, SEX PISTOLS oder 70er Glam-Rock a la SLADE und SWEET. Das Ganze wird gepaart mit der Verruecktheit die einst thee TRASH BRATS aus Detroit in den 90ern an den Tag legten. Doch nun kommt es! Das hier ist ihre komplette Studioarbeit aus den Jahren ´87 bis ´89!!! Wie bitte??? Und wie sollten die Soho Roses da schon thee TRASH BRATS gekannt haben? Schon unglaublich, das diese Band in ihrer aktiven Zeit an mir so voellig vorbei gegangen ist. Dafuer muesste ich mich selbst ohrfeigen. Aber man kann ja auch nicht ueberall seine Horchlappen haben. Auf jeden Fall bin ich scheisse-froh, das Josh von „Full Breach Kicks“ diese Band „ausgegraben“ hat. Die Soho Roses halten sich auch nicht lange auf und powern ihre 23 Songs im allerbesten Bubblegum-Punk-Glam straight nach vorne. So gefaellt mir das und so muss das eben funktionieren. Auf der CD befindet sich ihre LP „The Third And Final Insult“ (u.a. mit der BUZZCOCKS-Coverversion „What Do I Get“), ihre 12“-EP „Whatever Happened To“, ihre 7“-Single „So Alone“ sowie die drei Songs von der „So Alone“-Single, als 2006 Remixes. Tip(p) des Monats!

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SUBWAY SECT - „1978 Now”  CD  

SUBWAY SECT

„1978 Now”  CD

( Overground Records / OvergroundRecords.co.uk / Release Date: 08. Oktober 2007 )

Nach fast dreissig Jahren schien es Vic Godard fuer eine gute Idee zuhalten, das vorgesehene erste Album der Band komplett neu aufzunehmen. Der Hintergrund der Geschichte ist dabei durchaus nachzuvollziehen. Anfang ´78 ging die Band ins Studio um mit CLASH-Produzent Mickey Foote die Lieder aufzunehmen. Ungluecklicherweise gingen die Masterbaender verloren und das Album wurde komplett auf Eis gelegt. Bis zum Fruehjahr diesen Jahres, als sich Vic Godard dazu entschlossen hatte, es noch einmal zu versuchen. Neben ihm spielte Original-Bassist Paul Meyers auf drei Tracks mit. Den Rest der Gitarrenarbeiten verrichteten zwei eher unbekannte Musiker, die vorher wohl nicht wirklich in der Band involviert waren. Allerdings gibt es am Schlagzeug ein echtes Wiedersehen zu feiern. Und zwar mit Mark Laff, der in den 70ern nach der „White Riot“-Tour bei Subway Sect ausstieg, um fortan die Drumsticks bei GENERATION X auf der Snare ordentlich wirbeln zu lassen. Das Album hat 14 Songs zu bieten, wobei mir nicht mal ein Liedchen gut gefaellt. Das liegt sicherlich in erster Linie am nervtoetenden Leier-Gesang von Mr. Godard, der im Grunde genommen ueberhaupt nicht singen kann. Er richtet mit seiner voellig deplacierten Stimme die besten Rhythmen zu Grunde. Mark Laff spielt hingegen ein tonangebendes Schlagzeug, was aber hier Perlen vor die Saeue bedeutet. Aber diese extreme Schraeglage ist von Godard durchaus gewollt. Textliche Inhalte rueberzubringen war ihm stets wichtiger gewesen. Von daher kann man das Album und die damit verbundenen musikalischen Vorlieben durchaus auf einer Linie mit ALTERNATIVE TV, THE FALL und MAGAZINE sehen, da bei diesen Bands mit Mark Perry, Mark E. Smith und Howard Devoto aehnlich „schraege Singvoegel“ mitmischten. „1978 Now“ bereitet mir persoenlich wenig Spass.

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TURBOSTAAT - „vormann leiss“  CD 

TURBOSTAAT

„vormann leiss“  CD

( Warner Music / RookieRecords.de , Release Date: 17. August 2007 )

Alle machen sie auf dolle, wenn solche Bands wie Turbostaat wieder was Neues veroeffentlichen. Ich kann diesen Rummel kein Stueck nachvollziehen. Bevor ich aber das Album in Haenden hielt, hatte ich auf fuckin´ MTV das Video zu ihrem ersten Song „harm rochel“ gesehen. Erster Eindruck, gar nicht mal so schlecht und der Refrain hatte definitiv was und ging sofort ins Ohr. Das Video selbst ist Geschmackssache. Der Sinn hat sich mir aber dabei nicht erschlossen. Und das ist mein Problem auch bei den restlichen zehn Songs. Ich raffe nix von dem, vorueber sich die Band so vehement auskotzt. Das nervt! Ausserdem ist kaum ein musikalischer Unterschied auszumachen. Die Lieder werden fuer meine Begriffe auf ein und derselben Linie ziemlich „abgeschraegt“ ausgetragen. Da gibt es null Ueberraschungsmomente! Und mit der Zeit geht mir der Mann am Mikro mit seiner monoton klingenden Wut in der Stimme auch so ziemlich auf den Zeiger. Und warum heisst einer in der Band Tobert? Was sind das denn fuer verschrobene Eltern ihrem Sohn solch einen bescheuerten Namen bei der Taufe unterzujubeln. „Und ich taufe dich auf den Namen, Tobert“! Haette man den Jung vorher nicht mal fragen koennen, oder wat jetzt?!?! Und was sollen solche Song-Titel wie „nach fest kommt ab“ oder „hau ab die shildkroete“. Das uebersteigt nur ein ganz klein wenig meinen beschraenkten Punkrock-Horizont. Und mich alten Sack kann man eh nicht mehr bekehren. Turbostaat ist eher was fuer die neue Generation mit Studentenausweiss oder Fach-Abi in der Tasche, und fuckin´ BILLY TALENT auf dem fuckin´ iPod.

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