* * * * * * Real Classic! , * * * * * Great Stuff! , * * * * Very Good! , * * * O.K. , * * Poor! , * Real Bullshit!

 

Hier nun das dritte Update fuer 2011. Wie immer, besprochen von Ralf Real Shock.

 

THE MATTLESS BOYS - s/t CD
THE MATTLESS BOYS
s/t CD
( Drumming Monkey Records /
DrummingMonkey.de , Release Date: 15. Oktober 2010 )

Echt, es gibt Reviews die pfluschen mir nur so aus dem Aermel. So wie diese hier. Da weiss ich Bescheid, das liegt mir, da hab ich Spass in den Backen, denn hier hab ich den Plan.
Wirklich erstklassig gute Musik wird in der heutigen Zeit immer weniger, also bleibt einem alten nassen pUnKrOcK-Sack wie mir nix weiter uebrig, als die Zeitmaschine aus dem Garageland zu entruempeln, vom meterdicken Staubteppich und Spinnweben befreien, und das Jahr 1977 oder meinetwegen auch 1978 einzugeben, Denn da hatten die Boys ihre groessten Erfolge. Und da, genauer gesagt nach ihrem zweiten Album „Alternative Chartbusters“ schliesst dieses Album einfach an. Fertig! Punkt! Feierabend! Ohne Scheiss. Klingt komisch, ist aber so.
Allerdings war dieses Vorhaben nicht so geplant gewesen. Denn Honest John Plain hatte sich vor gut zwei Jahren vorgenommen, mal wieder eine Soloscheibe aufs Parkett zulegen. Doch Musiker mussten her. Denn mit Klampfe und Stimme konnte er nicht weit kommen, hoechstens bis zur naechsten U-Bahnhofstation, aber fuer ein paar Cent da den traellernden Lurch vom Nachmittag abzugeben, dafuer ist unser John einfach viel zu schade fuer. No Sir, no pearls for the pigs, you know. Also musste eine Band her. Denn die Band ist das Wichtigste. Kennen wir ja alle aus „Blues Brothers“. Und so lag es natuerlich nahe, den anderen Boys-Jungs Bescheid zu geben. Ausser Matt Dangerfield waren sie alle gekommen und hatten auch noch Petter Baarli an der Gitarre von Oslo’s BACKSTREET GIRLS dabei. Damit olle Matt bei der Namensvergebung der Neuformierten Boys keine Schnute ziehen konnte, nannte man sich ganz diplomatisch die Mattless Boys, was in meinen Augen einfach nur genial ist. Typisch englischer Humor!
So wurden unveroeffentlichte alte Boys-Demos, wie etwa „Talk To Me“ oder „It Only Hurts When I Cry“ neu eingespielt. Duncan Reid steuerte mit „Bust Up“ und „She’s A Handfull“ zwei weitere fertig geschriebene Songs dazu. Er und John schrieben dann schnell noch mit „Any Old Time“ und „Romanian Girl“ zwei weitere Knaller im Studio ein. Und so kam eins zum anderen und ploetzlich waren 13 neue unverkennbare BOYS-Songs entstanden, wobei streng genommen „Tell Me“ von den DEAD BOYS aeh Verzeihung leider von den bloeden Stones stammt. Und jetzt mal ehrlich. Nach ihrer ersten Reunion 2001 auf deutschen Boden in Duesseldorf wurde das auch mal langsam Zeit mit einer neuen BOYS-Scheibe. Aber, wie das ja so ist. Erstmal denkt man ja, oh die wollen es aber noch mal wissen und rauskommen tut meist Altherren-Pampe, hat man ja schon bei so einigen ehemaligen 77er-Helden traurigerweise erleben duerfen, aber die Boys, die sind nicht eingebrochen, die haben es mit ganz einfachen Mitteln geschafft, eine bis auf die Knochen ihrem Stil entsprechend voellig ueberzeugende Darbietung abzuliefern. Schickt JOHN PEEL eine Scheibe in den Himmel!
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RADIO DEAD ONES - "AAA" LP/CD
RADIO DEAD ONES
„AAA” LP/CD
( Steamhammer /
RadioDeadOnes.de , Release Date: 15. April 2011 )

Gut drei Jahre ist es her, das die Radio Dead Ones mit ihrer Debuet full-length mich vollends ueberzeugen konnten. Da hat sich bis zum heutigen Tage ueberhaupt nichts dran geaendert. Die beiden Songs „Take It On Trust“ und „Rich & Sound“ sind immer noch die absoluten Highlights. Natuerlich ist man dann auch gespannt, wie sich die Band auf ihrem zweiten Longplayer praesentiert. Als Ueberbrueckung sozusagen gab es im Februar 2010 die 10inch „Berlin City“, die bei mir ebenfalls auf offene Ohren stiess. Eigentlich haette es nach meinem Geschmack so weiter gehen koennen, aber leider ist auch das pUnKrOcK-Leben nun mal kein Wunschkonzert. Ich war ganz schoen verwirrt, als ich die ersten Songs hoerte und diese Irritation hielt auch bis zu ihrem letzten Song an. Was war bloss geschehen? Nun, die Radio Dead Ones haben da fuenfzehn Songs hingebastelt, wo ganz eindeutig zu viele neue musikalische Aenderungen Einzug gehalten haben, die nun leider den frueheren kristallklaren pUnKrOcK im Stile der US BOMBS oder CHELSEA ziemlich unvorteilhaft ueberschatten. Ich will ja auch keine Currywurst mit Blattgold vorgesetzt bekommen. Ich will meine stinknormale Currywurst aus den 70ern, ohne irgendeinem Schnickschnack aus dem trendy fuckin’ Millennium, you know. Sie verstehen? Ich will den RDO-Jungs ja nicht zu nahe treten, aber ohne Blattgold wart ihr eben einfach um Klassen besser. Ich will keinen lahmen Irish-Country, ich will keine Hardcore-Stop&Go-Exzesse, ich will keinen aetzenden HeavyMetal-BeschissRock, ich will meine boring RDO-Bubblegum-Glam-Punks von vor drei Jahren wieder zurueck!
Es ist leider nicht ein Song dabei, der mich von vorne bis hinten ueberzeugen kann. Immer wieder mal blitzen zwar ihre frueheren Eigenschaften auf, wie etwa bei „Angelina“, „Dirty Love Hotel“ (mit Gastsaengerin Brijitte West von den ehemaligen NEW YORK LOOSE, der Refrain von „Dirty Love Hotel“ hat Klasse!) „Into The Sun“ (ebenfalls mit einem tollen Chorus ausgestattet), „Not Here“ oder „God Speed You“, aber das reicht mir unterm Strich einfach nicht. Nicht, wenn man 2008 so ein Killer-Album abgeliefert hat. Da werden Erwartungen automatisch hoeher geschraubt. Aber einen hab ich noch. Wenn man so pfiffig ist und den Refrain des Songs „Mini Street“ von der eigentlich ziemlich unbekannten pUnKrOcK-Band THE PUSHERS aus Orange County von ihrem ersten und letzten Album „Turning Blue“ aus dem Jahre 2000 eins zu eins kopiert und in „Marry Me Bury Me“ umtauft, dann besteht die leise Hoffnung, das beim dritten Album der pUnKrOcK vom ersten Album evtl. wieder DIE Hauptrolle spielen wird.
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